zwanghafte Angst vor Krebs

    • (1) 02.12.17 - 13:18

      Liebe Mädels, ich schreibe diesen Beitrag, um mich erstens einfach mal jemandem mitzuteilen, weil es mir so leichter fällt, als mich persönlich jemandem anzuvetrauen. Und zweitens in der Hoffnung, hier vielleicht Leidengenossinnen zu finden oder, noch besser, Frauen, die dieses Problem kennen und erfolgreich bewältigen konnten.

      Ich bin 35, habe zwei Kinder im Kitaalter und leide seit 3 Jahren fast ununterbrochen an Krankheitsängsten, vornehmlich vor Krebs. So ziemlich von heute auf morgen brach das über mich herein, einen Auslöser, der mir bewusst ist, gab es nicht. Auch als ich Kind war, habe ich keine schlimmen Erfahrungen dergleichen gemacht.

      Gefühlt hatte ich schon so ziemlich jeden Krebs: Magen und Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, seltener mal Kehlkopf oder Darm, häufiger Haut und unangefochten an der Spitze gynäkologische Krebsarten wie Eierstock-, Gebärmuttelhals- oder Brustkrebs.

      Ich sitze dauernd bei irgendeinem Arzt, weil mich die Panik befallen hat. Auch am Wochenende bin ich Dauergast in diensthabenden Praxen der Stadt, damit meine häufigen Besuche bei meinen Stammärzten nicht so auffallen. Ich schäme mich so. Gibt es dann eine beruhigende Diagnose, bin ich nur kurz erleichtert – und zweifle die Arztmeinung entweder an oder entwickle sofort eine neue Angst. Die angstfreien Intervalle sind meistens nur kurz. Wir reden hier von Stunden. Sobald ich bewusst merke, dass ich mal keine Angst habe, zucke ich innerlich zusammen: War ich kurz unvorsichtig? Wiege ich mich in falscher Sicherheit? Was ist, wenn ich meinen Kindern wegsterbe, weil ich unaufmerksam war?

      Wenn ich eine bestimmte Angst entwickelt habe, z. B wie gerade wieder Brustkrebs, entdecke am Beginn meist etwas, das mir verdächtig vorkommt. Im jetzigen Fall eine Stelle, die vor mehreren monaten schon mal ein bisschen geziept hat und an der man Drüsengewebe fühlen kann. Die Stelle ist vor 4 Monaten deshalb geschallt worden, vor zwei Monaten bei der Vorsorge ein weiteres Mal. Alles war gut. Nun hat der Beruhigungseffekt nachgelassen, die Stelle hat wieder gezwickt und die Spirale kommt in Gang: Ich fasse hin, fühle etwas. Logisch. Da ist ja auch was. Es war schon vor Monaten da, wurde angeschaut und ist zudem nicht gewachsen. Oder doch? Und es ist weich und beweglich. Aber was ist schon weich? Ist es nicht doch fester als der Rest? Und was ist verschieblich? Ich versuche herauszufinden, was es ist und fühle weiter, in der Hoffnung, zu fühlen, dass alles harmlos ist. Die Stelle beginnt nun erst recht weh zu tun. Das permamente Drüken reizt, der neue Schmerz macht mir Angst, ein Teufelskreis entsteht. Ich taste zu Hause, manchmal eine Stunden lang. Oder in der Arbeit, wenn ich glaube, keiner merkt's. Usw. usw.

      Das hatte ich schon mit mehrfach mit der Brust, auch mit Lymphknoten. Hatte ich Hautkrebs im Visier, habe ich mich stundenlang verrenkt, u einen Fleck gottsonstwo mit weißem Licht und Lupe beurteilen zu können.

      Ich habe so dermaßen viel über Krebs gelesen, dass es kaum noch unverständliche Infos für mich gibt. Dabei ist Unwissenheit manchmal eine Gnade. Ich wünschte, ich wüsste nicht, was ich weiss. Aber das alles geht nicht mehr weg.

      Ich bin ständig gereizt, fühle mich angespannt, wie auf der Flucht, dauerhaft bedroht, und das seit mehr als 3 Jahren. Bestimmt leiden meine Kinder darunter, auch wenn ich es zu verbergen versuche. Mein Freund auf jeden Fall. Er muss es schon so lange ertragen.

      Ich habe eine Therapie gemacht, der Erfolg blieb aus. Gegen die Angst nehme ich Medikamente. Allerdings ist eine Dosiserhöhung nicht wirklich drin, weil ich es mir aufgrund der Art meines Jobs nicht leisten kann, geistige Flexibilität und Kreativität einzubüßen.

      Das gemeine an Krebsangst ist ja leider, dass mit jedem Tag, den man älter wird, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich die Befürchtungen bewahrheiten. Ich habe große Angst, irgendwann einmal krank zu sein und entweder zu wissen, dass ich daran sterbe, oder zu wissen, dass ich jahrelang Angst haben werde, dass es zurückkommt. Aber meine jetzige Angst ist sicher kein bisschen besser. Das ist grad echt nicht lebenswert hier. Und manchmal denke ich, vielleicht werde ich 90 und hatte 60 Jahre Angst. Auch grauenvoll.

      Sind hier Mädels mit ähnlichen Erfahrungen? Habt ihr einen Weg da raus gefunden?

      Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

      • Mit eigenen Erfahrungen kann ich Gott sei Dank nicht dienen.

        Ich habe eine Therapie gemacht, der Erfolg blieb aus. Gegen die Angst nehme ich Medikamente.
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        Dann hast du vermutlich nicht den richtigen Therapeuten gefunden, nicht die richtige Therapieform oder zu früh abgebrochen.



        Allerdings ist eine Dosiserhöhung nicht wirklich drin, weil ich es mir aufgrund der Art meines Jobs nicht leisten kann, geistige Flexibilität und Kreativität einzubüßen.
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        Was ist denn der derzeitige Zustand im Vergleich zu o. g.? Du büßt eine gewaltige Menge Lebensqualität ein, kannst dein Leben nicht genießen aus lauter Angst vor einer Diagnose und belastet zudem noch dein direktes Umfeld mit deiner Angst.

        Bemühe dich um eine weitere Therapie bis du Erfolge hast. Wunder kann man sicher nicht erwarten und wahrscheinlich dauert es lange bis sich etwas ändert und Rückschläge wurde es auch geben. Aber so ist das kein Zustand. Du machst dich und deine Familie unglücklich.

        • Und noch etwas: Handle zeitnah!!!! Du bist erst 35, aber mit steigendem Alter werden die Einschlägt um dich herum dichter.

          Ich bin jetzt 50 und es sind einige im Freundeskreis, in der Familie, Kollegen an Krebs erkrankt oder daran verstorben. Vor 20 Jahren war das noch nicht so ein Thema.

          Es wird also nicht besser sondern eher schlimmer. Bei deiner Angst, möchtest du sicher nicht erleben, wie jemand aus deinem direkten Umfeld erkrankt.

      Ich kann dir nur raten nochmals eine Therapie evt bei einem anderen Arzt zu machen. Aus eigenen Erfahrungen kann ich dir sagen das bei bk ganz bestimmt nichts zwickt, deshalb ist er ha so gemein. Du lebst jetzt und bist gesund. Genieß es doch einfach und mach dir über so was keinen Kopf. Wenn es nämlich danach geht, kannst du auch morgen vom Auto überfahren werden oder blöd die Treppe runter fallen. Ganz zu schweigen von einem Herzinfakt usw. Das Leben ist so beschissen kurz, da sollte man das schöne im Leben sehen solange es geht.
      Davon mal ganz abgesehen, ist Krebs nicht immer tödlich.
      Ich denke die Angst hast du unterbewusst entwickelt wegen deinen Kindern. Du hast Angst was aus ihnen wird, wenn dir mal was passiert.
      Lg

    • Hallo,

      Ich kenne deine Ängste sehr gut. Ich hatte als Teenager eine Verdachtsdiagnose die sich nicht bestätigt hat.
      Über Jahre konnte ich ein normales Leben führen - habe es verdrängt. Und dann fand das erste Kind und kurz darauf ein zweites Kind zu uns. Mein Mann und ich sind unfruchtbar. Die Kinder haben andere Wurzeln - wir geben ihnen eine zukunft. Das zweite Kind hat in der Schwangerschaft massivem Nikotin, Alkohol und Drogen im Leib seiner leiblichen Mutter mit inhalliert. Irgendwann nahm es mich aus dem Rennen da der Bub über Monate einen kalten Entzug bei uns hatte. Ich bekam therapeutische Hilfe und zeitgleich Medikamente. Im Anschluss hatte ich eine reha wo ich anfing die ersten Medikamente abzusetzen. Danach auch den Rest denn die Medikamente machten mich zum Allergiker.
      Während der ersten Therapie begann ich meine Ängste anzugehen. Sie sind weniger geworden aber weg sind sie nicht. Es gibt gute tage und weniger gute.
      Ich bekam eine innere Ruhe, ging arbeiten und irgendwann zog noch ein kleines Lebewesen ein - mit einem Rucksack auf dem Rücken der nicht ertragbar für ein kleinstkind war. Und dann kamen diese Ängste wieder. Ich ließ mich erneut verunsichern. Bedingt durch meine Kinderlosigkeit schickte mich mein gyn jährlich zur sonographie und dort lernte ich einen alten erfahrenen Arzt kennen der sich weigerte in meinem alter zusätzlich noch eine Mammographie zu machen. Den Hintergrund erklärte er mir und kurz darauf hielt ich ein Prospekt vom Kopp Verlag in der hand. Aus dem Prospekt heraus bestellte ich mir Bücher und beschloss der Ursache meiner Ängste auf dem Grund zu gehen. Diese Ursache fand ich - sie hängt mit meiner Kindheit zusammen und die Verdachtsdiagnose von einst war nur der traurige Höhepunkt einer langen Vorgeschichte.
      Meine Ängste verlagerten sich. Da war nicht mehr die angst vor dem Krebs sondern vor allem wo ich Antibiotika nehmen muss. Hintergrund - seit einem doppelten wespenstich mit der Reaktion das iCh keine Luft mehr bekam vertrage ich fast kein Antibiotika mehr.
      Ich saß also irgendwann wieder bei meiner alten Therapeutin und schon nach zwei Sitzungen wusste ich dass wir zwei nicht mehr zusammen passen. Die Tips die sie mir gab bevor wir unsere zusammenArbeit beendeten setzte ich Schritt für schritt um. Ich habe jetzt jemand neues empfohlen bekommen.
      Im Sommer hatte ich eine myoplasmenlungenentzündung und so beschissen und hilflos wie da habe ich mich noch nie gefühlt. Hochdosiert das einzige Antibiotika zu nehmen und hoffen das alles gut geht. Es ist gut gegangen.

      Im laufe der letzten jahre hat sich viel verändert. Zum Arzt gehe nur wenn es sein muss. Ich meide Ärzte da wenn Ärzte was finden wollen auch was gefunden wird.
      Ok irgendwann kam mal raus dass ich einen massiven Vitamin D Mangel habe und dafür nehme ich was, wenn ich es nicht vergesse. Da Frau ab 30alt wird nehme ich auch was für meine Muskeln und Gelenke. Mein Körper spielt mit mir und solangsam habe ich das Spiel durchschaut.
      Zu den drei Kids kam vor knapp zwei Jahren ein 45kg hundebaby was mich zwingt raus zu gehen. Zudem steht ein crisstrainer im Flur - Sport macht frei. Und dann habe ich meine liebe zum Klavier spielen entdeckt. Komischerweise verkrampfen dort meine Hände weniger als beim stricken und häckeln.
      Schau mal ob du Lektüre von dr.Strunz findest. Zudem von Herrn dahlke und zum Thema angst vor der Krankheit. Letztes hat mir gezeigt was der Körper macht - hilft zu verstehen, ersteres zeigt mir mein Ziel und Familie dahlke erklärt diverse Krankheiten aus psychosomatischer sicht. Zudem gab mir meine meine theapeutin den Spruch von Charly Chaplin "als ich begann mich selbst zu lieben" mit auf den weg.
      Du wirst nie die Sicherheit haben keinen Krebs zu haben. So hart es klingt sterben müssen wir alle. Da nützen dir die ganzen Untersuchungen nichts ->dazu gibt es ein schönes Buch von Kopp verlag. Aber du kannst anfangen zu leben. Tue es für dich und nicht für die anderen. Und wenn es dir gut geht geht es auch deinen Kindern gut. Die beste Therapie war übrigens bei mir das 45kg hundebaby was mich zwang täglich raus zu gehen. Ok bei -10C hat das auch keine Lust aber dafür gibt es jetzt den crisstrainer 😉 für die Seele ist mein Klavier ideal und das Tagebuch schreiben.

      Viele grüße geli

        • Okay der Kopp Verlag ist umstritten aber nicht alle Bücher sind schlecht. Ich denke da sollte geschaut werden was zu einem passt.
          Ähnlich ist es bei Herrn strunz. Ich habe das Buch zur frohmedizin und mein Mann hat eines zum Thema sport, Ernährung und die Zusammenhänge im körper, recht gut erklärt für einen laien. Also zumindest nichts was mit irgendwelchen Theorien zusammenhängt.
          Jedoch hatte ich auch schon Bücher ( unabhängig vom verlag) die ich wieder zurückgeschickt habe.
          Harry Potter wollte ich jetzt nicht unbedingt empfehlen - musste ich damals Therapiebegleitet durcharbeiten. Aber das muss jeder selbst wissen und entscheiden.

          • Ich finde es schön, dass du da etwas Positives mitgenommen hast. Ich möchte deshalb jetzt nicht weiter dagegen argumentieren. Es reicht, wenn andere Betroffene wissen, aus welcher generellen Ecke der Verlag kommt.

      Den Kopp-Verlag gegen Ängste empfehlen, wirklich?
      Sorry, aber die dort angebotenen Werke behandeln die übelsten Verschwörungstheorien und sind mit Sicherheit nicht die richtige Lektüre gegen irrationale Krankheitsängste.
      Ausnahmen bestätigen vielleicht die Regel...

Jupp, Krankheitsängste kenne ich gut. Nicht ganz so extrem, aber eben den Mechanismus ... Gedanke, Angst, mehr Angst, sehr viel mehr Angst, Arztbesuch, Erleichterung, Zweifel, Angst, mehr Angst usw. Meistens betraf es meinen Sohn oder mich.

Im letzten Teil hast du einen sehr wahren Denkansatz:
1) Stell dir vor du wirst 90 und hast bis zum letzten Atemzug Angst.

2) Jetzt stell dir vor du lebst die nächsten 25 Jahre wirklich angstfrei und zufrieden und dann erwischt es dich.

Nach meinen Erfahrungen nehme ich 2).

Ich habe meine Angst auch für Wachsamkeit gehalten, die mich schützen soll. Aber das stimmt nicht. Es ist eine ungesunde Fokussierung, die jede harmlose Ursache ausblendet und immer das Panik-Todesangst-Programm abspult, wegen einem Pickel, einer Bronchitis oder Spannungskopfschmerzen.

Man muss eben langsam lernen die Angst auszuhalten und positive Gedanken zuzulassen: Hallo Angst, ja, ich weiß, ich werde sterben. Aber nicht heute. Ich renne diesmal nicht wieder zum Arzt, sondern warte jetzt erstmal eine Woche ab und versuche nicht daran zu denken. Wird es schlimmer, gehe ich. Bleibt es gleich, warte ich noch eine Woche.

Warum nicht zum Arzt? Der Arzt kann bei unspezifischen Symptomen ohnehin nichts machen. Er muss abschätzen, die beruhigen und eben abwarten. Viele Untersuchungen können nicht mal eben gemacht werden. Bei Hufgetrappel, denke an Pferde, nicht an Zebras.

Idealerweise begibst du dich in Verhaltenstherapie, wo du Methoden lernst, wie du wieder ein normales Level an Aufmerksamkeit und Vorsicht walten lässt.

  • (11) 02.12.17 - 19:12

    Ich habe übrigens 2 Therapien gemacht. Beide haben mir sehr geholfen. Ich denke nicht, dass ich für immer geheilt bin, aber ich habe ein Gefühl bekommen, wenn die Spirale wieder beginnt sich zu drehen. Und ich stoppe sie.

    Ich will nie wieder in diesen Keller abrutschen. Es war wirklich schlimm für meine Familie. Mein Mann ist davon noch immer mitgenommen. Er hat jetzt Angst vor meiner Angst. Ich musste versprechen, ganz ehrlich zu sein, damit wir beide Maßnahmen ergreifen können gegen die Angst.

    Interessanterweise hat unser Sohn jetzt eine Herz-Diagnose bekommen, die nicht so schön ist. Das muss ich jetzt aushalten. Und ich kann. Mein Mann sorgt sich auch um Junior, aber noch mehr Angst hat er vor meiner Angstspirale. Angst übertrumpft alles. Und wenn die wieder anfinge, können wir niemals für unseren Sohn da sein. Da brauchen wir Normalität und Zuversicht.

    • Ich mag sehr, was du schreibst. Du drückst das klasse aus. Wieso zwei Therapien? Hat die erste wenig gebracht oder war der Erfolg personenabhängig, also war der Therapeut/die Therapeutin beim ersten Mal nicht passend? Ich denke darüber nach, einen neuen Versuch in Form einer Mutter-Kind-Kur zu starten, es gibt ja Kliniken, die sind auf psychische Sachen spezialisiert und vielleicht ist das ein guter Grundstein. Ich denke, was Ambulantes so alle 2, 3 Wochen, das ist nichts für mich. Da fehlt mir der Druck, da kneife ich aus Angst vor der Angst.

      • Doch, der erste Therapeut war gut. Er hat mir sehr geholfen. Ich finde sie aufgrund von körperlichen Beschwerden an, statt einer geplanten Herzkatheteruntersuchung.

        Aber wenn man eine Angststörung hat, über Jahre oder Jahrzehnte, unbehandelt, dann wandelt man auf ausgetretenen Pfaden. Angst ist dann der Weg, den man immer gegangen ist. Und leider kann eine Situation die Angstzustände wieder triggern und man geht doch wieder den gewohnten Weg.

        Ich denke, damals fehlte mir die Ablenkung. Richtig gesund habe ich mich erst gefühlt als ich endlich auch beruflich einen Plan hatte und den verfolgte. Die zweite Therapie begann ich 6 Monate vorher.

        Diesmal fühlt es sich nachhaltiger an. Ich halte die Erkrankung meines Sohnes aus. Das war eine meiner schlimmsten Ängste und jetzt, wo die Situation da ist, ist Hoffnung das, was uns schützt und Angst das, was und kaputt macht. Ich muss aber auf der Hut sein und negative Gedanken bewusst stoppen. Die alten Pfade sind noch nicht zugewachsen.

        Von einer Mutter-Kind-Kur wurde mir abgeraten. Reha alleine, ja. Aber auch nicht ohne langfristige Unterstützung und Änderung der Situation zuhause.

Hallo,
welche Art Therapie hast Du gemacht? Und wie lange? Was nimmst Du gegen die Angst?
Zunächst mal ist es ein Trugschluss, dass Du durch Erhöhung von Medikamenten geistig nicht mehr so flexibel wärst. Wer ständig unter Angst steht, ist geistig sowas von unflexibel, der Körper bekommt ja ständig signalisiert, dass es ums nackte Überleben geht und da wird dann nur noch aufs Wichtigste fokussiert, mehr nicht.
Allerdings helfen Medikamente auf Dauer auch nicht gegen Angst. Zu Beginn einer Therapie mögen sie sinnvoll sein, aber letztendlich musst Du selbst an Deinen Gedanken arbeiten und die Angst abbauen.
Vielleicht fragst Du Dich mal, was Du im Leben noch für Ziele hast, was Du gerne tun würdest, wenn es die Angst nicht gäbe. Und dann muss man ins Handeln kommen, mit Hilfe von Therapeuten, stationärem Aufenthalt, wie auch immer.
Alles Gute!

  • Eine normale Verhaltenstherapie, ambulant mit Sitzungen alle 2-4 Wochen. Ich habe gemerkt, dass mir das zu lax ist. Die "Hausaufgaben", die man da bekommt, die Konfrontation, der man sich aussetzen soll – da hab ich immer gekniffen, aus Angst vor der Angst. Ich denke, ich bräuchte was Engmaschigeres. Habe schon an eine Tagesklinik gedacht und überlege, eine Mutter-Kind-Kur zu machen für den Anfang. Es betrifft und ja alle irgendwie und sowas "hochkonzentriertes" mit zentralen Anlaufstellen und verschiedenen Ansätzen ist vielleicht nicht schlecht. Habe vor ein paar Jahren schon mal eine gemacht, da allerdings wegen gesundheitlicher Probleme meiner großen Tochter. Das war toll. Vielleicht ist es ja genauso hilfreich, wenn man selbst Patient ist.

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