Das "Problem" mit dem Zucker...

    • (1) 07.02.18 - 12:58

      Hallo ihr Lieben,

      ich bin gerade zum ersten mal schwanger (SSW 21+2) und hatte vor ein paar Tagen meine 2. Ultraschalluntersuchung beim FA.

      Bei der Urinprobe und dem wiegen, hat mich der Frauenarzt darauf angesprochen, dass ich wohl zu viel Zucker im Urin habe und auch für meinen "Schwangerschaftsfortschritt" schon zu viel zugenommen habe (3,5 Kilo)

      Darauf kam eben die Frage, was ich so alles esse - ob Süßes oder vielleicht zu viel Obst usw.
      Ich muss gestehen, dass ich bis heute nie so extrem auf den Zuckergehalt geachtet habe - ganz schön erschreckend, wenn man dann feststellt, dass man mit einem Glas Multivitaminsaft am Morgen schon ca. 30g Zucker zu sich nimmt #schock
      Dazu dann noch ein Müsli welches mit Milch dann auch ziemlich viel Zucker beinhaltet und natürlich liebe ich Obst. Ich habe die letzten Wochen sicher 2-3 Kilo Weintrauben, Pflaumen, Nektarinen und co. verputzt... in der Meinung, Obst könnte niemals schaden und wäre doch super gesund #kratz

      Nun mache ich mir irgendwie Sorgen, ich will keine Schwangerschaftsdiabetes entwickeln und der Arzt meinte eben, dass ich da jetzt drauf achten soll damit es nicht soweit kommt.

      Ging es von euch auch jemanden so? Was habt ihr dagegen gemacht? Einfach darauf geachtet, nichts mehr mit viel Zucker zu essen?

      Habt ihr vielleicht ein paar Tipps, was man so als Alternative essen kann?
      Ich hab schon beim Frühstück keine Ahnung, was ich als Ersatz für Brot, Haferflocken, Müsli und Obst hernehmen kann.
      Reis, Kartoffel und co. soll ich auch vermeiden - das geht ja noch.. dann esse ich halt nur noch nen Salat aber auf Dauer? #schmoll

      glg Ina #winke

      • (2) 07.02.18 - 13:19

        Es geht nicht nur um den reinen Zucker- oder Stärkegehalt, sondern auch darauf an, ob es schnell oder langsam aufgenommen wird vom Körper. Also wichtig ist, dass keine so hohen "Zuckerspitzen" im Blut entstehen.
        Also Vollkokrnbrot statt helles Brot, Flockenmüsli statt zuckrige Frühstücksflocken...Obst ja, aber nicht in großen Mengen auf einmal und am Besten roh geknabbert. Immer ordentlich Eiweiß und auch Fett dazu. Also beim Kuchen lieber eine Sahnetorte als einen trockenen Kuchen. Lieber Vollkornreis als hellen.
        Insgesamt die Beilagen eher klein halten. Nicht weglassen, sondern eine kleine Portion, dazu viel Gemüse, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch.
        Beim Frühstück könntest Du Vollkornbrot mit Käse oder Kochschinken und etwas Knabbergemüse oder rohes Obst essen. Müsli mit etwas Obst und ordentlich Joghurt, oder mal ein Rührei...Du sollst ja nicht komplett verzichten, sondern die Kohlehydrate reduzieren und mit vielen Ballaststoffen essen. Und lieber den ganzen Apfel, als den Apfelsaft oder den Smoothie.
        Wurde ein oraler Glucosebelastungstest gemacht? Geh sonst lieber frühzeitig zu einem Diabetologen, der kann Dich besser überwachen und Dir auch eine Ernährungsberatung empfehlen. Gerade als Schwangere sollte da eine Fachkraft ein Auge auf die Ernährung haben!

        • (3) 07.02.18 - 13:31

          @lexa4
          Danke für deine ausführliche Antwort bzw. Tipps!
          Ein Glucosebelastungstest wird erst in der 25. SSW gemacht.
          Ich weiß jetzt halt auch nicht, wie schlimm es wirklich mit dem Zucker ist - die Aussage "In Zukunft mehr darauf achten damit es nicht zu einem Problem wird" war halt auch nicht aussagekräftig genug.
          Angenommen ich esse ausgerechnet an dem Tag der Untersuchung beim FA ein paar Trauben, trinke noch einen Multivitaminsaft und gönne mir eventuell noch ein bisschen Schokolade, dann müsste das ja auch schon reichen, um zu viel Zucker im Urin zu haben.
          Ich bin natürlich kein Arzt und kann mich da jetzt auch extrem täuschen...

          Das mit dem Multivitaminsaft, Smoothie und co. war halt dann rückwirkend echt ernüchternd.. da denkt man, man tut sich und dem Ungeborenen etwas gutes und dabei... ;-)

          Ich höre immer wieder von Freundinnen die auch alle in den letzten 2-3 Jahren Mama wurden "ach, ich hab locker jeden zweiten Tag eine Tafel Schokolade verputzt weil ich so Lust drauf hatte"
          Und man selbst isst sowas gar nicht (kann mit Süßem nicht viel anfangen) und rechnet somit auch nicht mit diesem Problem #kratz

          Werde mir mal einen Termin beim Diabetologen machen lassen, schaden kann es bestimmt nicht!
          Danke nochmal!

      Als Mama eines Diabeteskindes gebe ich dir den Rat - Finger weg von allem Fertigem!

      Misch dir dein Müsli morgens selbst zusammen und quetsch dir ein paar Orangen aus. Alles, was fertig ist, ist voller Zucker (Säfte, Smoothies, Fertigmüsli...).

      Konzentriere dich auf die guten Kohlehydrate, wie oben beschrieben, viel Vollkorn, wenige helle Sachen. Guck, dass du ausreichend Ballaststoffe zu dir nimmst, die verhindern den schnellen BZ Anstieg, bzw sorgen dafür, dass die Kohlehydrate langsamer verstoffwechselt werden.

      Auf Obst würde ich nicht verzichten. Du kannst alternativ aber auch viel Rohkost essen, das kann man ganz ohne Reue genießen.

      Bei Milchprodukten solltest du auch ein bisschen achtsam sein. Wenn du Joghurt magst nimm Naturjogurt, ich mag den gerne mit ein bisschen Honig. Ist zwar auch Zucker aber gesünder als die fertigen Fruchtjoghurtzuckerbomben.

      Schau einfach, dass du dich gesund und ausgewogen ernährst. Auf Obst usw würde ich nicht verzichten. Wenns ungünstig läuft musst du halt ab und an mal messen.
      Und sehr sehr oft normalisieren sich die Werte nach der Geburt ja wieder.:-)

      Alles Gute für dich#winke

      (6) 07.02.18 - 17:40

      Hallo

      ich würde auf jeden Fall täglich einen langen Spaziergang machen und überhaupt auf ausreichend Bewegung achten.
      Obstsäfte würde ich wenn überhaupt nur stark mit Wasser verdünnt ( max.1/4 Saft )als Schorle trinken.
      Obst auf eine Portion täglich begrenzen ( hat auch unterschiedlichen Fruchtzuckeranteil )
      Also viel, viel Gemüse und "gute-langsam ins Blut gehende Kohlehydrate" essen, Vollkornprodukte,Hülsenfrüchte,ausreichend Eiweiß nicht vergessen ( Geflügel, Eier, Quark )
      Natürlich keine Fertigmischung-Müsli essen. Lieber selbst machen mit Vollkorn-Haferfl
      ocken, Leinsamen etc.
      Mach dich mal im Netz schlau:google Prä-Diabetes und Ernährung.
      Das wird auch deine Gewichtszunahme beschränken.

      L.G.

    • Hmm, also erstmal zur Gewichtszunahme: die finde ich definitiv nicht zu viel für Deine Schwangerschaftswoche, ich finde die 3,5 kg eher wenig! Ich habe in beiden Schwangerschaften bis zum Ende ca. 13-14 kg zugenommen, also nicht wirklich übermäßig und trotzdem hatte ich die ersten 5 kg sehr früh in beiden Schwangerschaften drauf. Ich weiß es nicht mehr genau, aber in Deiner SSW hatte ich definitiv mehr Zunahme und mein FA hat nie auch nur 1 Wort darüber verloren, sondern fand das völlig normal!
      Wenn Du laut Arzt zu viel Zucker im Urin hast, ist das natürlich eine andere Baustelle.
      Wurdest Du denn schon früher darauf getestet? Oder sind die Werte erst jetzt in der Schwangerschaft so hoch?
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du lediglich von zu viel Obst essen auf einmal erhöhte Zuckerwerte im Urin hast. Was genau hat denn Dein Arzt Dir nun geraten?
      Natürlich sollte man IMMER, auch ohne Schwangerschaft darauf achten, nicht zu viel Zucker (insbesondere Industriezucker) zu essen. Und das alle Fruchtsäfte (auch die 100% Säfte) ungesund sind, hat sich ja eigentlich schon überall rumgesprochen.
      Es gibt halt viele Lebensmittel die versteckte Zuckerbomben sind (Fruchtjoghurt, Fertigmüsli, Müsliriegel, Säfte, Ketchup, Limonaden wie Fanta etc., viele Fertiggerichte/Fertigprodukte, Eistee,...). Auf die kann man einfach verzichten.
      Auf Obst dagegen würde ich nicht verzichten, so lange es roh gegessen wird.
      Aufpassen sollte man lediglich bei Weintrauben und Orangen, die enthalten extrem viel Fruchtzucker.
      Aufpassen sollte man auch bei allen sehr Kohlehydrathaltigen Lebensmitteln wie Brot (besonders schlimm ist Weizenbrot, aber auch Vollkornbrot sollte man nur in Maßen essen!), Nudeln, Reis, Kartoffeln - da Kohlenhydrate letztlich auch nur aus Zuckermolekülen bestehen.
      Also: satt essen vor allem an Gemüse. Da gibt es keine Grenzen.
      Daneben Fleisch, Fisch, Eiweiß, Obst und kohlehydrathaltige Lebensmittel (aber Weizen unbedingt meiden und auf Roggen, Dinkel, Hirse etc. zurück greifen).

      Hallo!

      Wenn das Ganze ca. 2 Stunden nach einer großen Schüssel Müsli und nem ordentlichen Glas Multivitaminsaft war, dann ist Zucker im Urin recht leicht erklärt. Das war halt echt die Ultra-Dröhnung.

      Gerade Müsli ist fies, weil es Hochkalorisch ist, man dürfte da nur ein paar Löffel Flocken verwenden, statt ordentlich in die Schüssel zu schütten. Und Saft sorgt immer für Spitzen im Blutzucker.

      In Zukunft gibt es morgens eben Vollkornbrot - super wäre mit Käse, wenn es süß sein soll ist aber wenig Marmelade auf dem Brot oft immer noch besser als die zu große Portion Müsli.

      Obst ist auch erlaubt, aber besser als bewusster Nachtisch nach dem Essen, nicht zwischendurch so oft naschen. Saft würde ich eher ganz weglassen, das ist echt eine Kalorienbombe.

      Ess mehr Gemüse und Fleisch bei den Mahlzeiten. Lieber keine große Portion Pasta, sondern echt nur als Beilage. Dann sind auch Reis und Kartoffeln ok, aber der Fokus beim Essen ist eben eher das Gemüse. Salat ist daher echt super um wirklich satt zu machen.

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