Ratlos wegen Gallenblasen-OP

    • (1) 11.02.18 - 21:37

      Hey Ladies!
      Ich habe vor einer Weile schonmal geschrieben, bald ist es soweit, in ca. zwei Wochen soll die Gallenblase raus.

      Nun lese ich aber, dass ich vier Wochen lang nicht über 7kg heben darf und am besten nur liegen soll. Das ist für mich gerade ein ganz schlechter Scherz.

      Mein Mann hat praktischen Block, sprich ist im Schichtdienst nicht da, unser Sohn wiegt 11.5kg und will mit seinen dann acht Monaten entsprechend beschäftigt werden. Ich meine, meine Mutter wird mir helfen, insbesondere bzgl. der Kurse des Kleinen. Mein Mann ja auch, wenn er daheim ist.

      Aber ich kann den Kleinen ja nicht per Seilzug und Winde über zwei Etagen transportieren?

      Habt ihr Tipps? Erfahrungen?

      Ich bin gerade geneigt die OP abzusagen.

      Danke und liebe Grüße

      • (2) 12.02.18 - 09:56

        Ich kenne es normalerweise so, dass gesagt wird, was der Körper kennt, ist an Last der Grenzwert... Dein Körper wird das Tragen deines Kindes ja sicherlich gewöhnt sein...

        Allerdings würde ich im Vorwege abklären, ob das auch in deinem Fall in Ordnung ist... Voreilig jetzt irgendwas abzusagen, weil du was gelesen hast, vermutlich im Internet, wo neben einigen Wahrheiten größtenteils Halb- und Unwahrheiten geschrieben stehen, halte ich für arg übertrieben und da würde ich auf jeden Fall mit dem einweisenden Arzt das Risiko und den Nutzen abwägen... Eine Entfernung der Gallenblase hat ja schließlich einen Grund...

        LG

        • (3) 12.02.18 - 10:08

          Danke für deine Rückmeldung.

          Tatsächlich habe ich das vom Infomaterial des KH in dem ich operiert werde und mit dem Arzr komme ich jetzt schon auf keinen grünen Nenner, da er partout von mir verlangt abzustillen, da ja „erfahrungsgemäß mit acht Monaten nicht mehr gestillt wird“ 🙄 aber das ist ja ein anderes Thema.

          Er ist auch der Meinung, dass ich meinen Sohn nicht mit ins KH nehmen brauche und mich in jedem Fall an die Hinweise zu halten habe.

          Daher auch mein Gedanke über die Absage. Ein alternatives Krankenhaus ist 40km entfernt. Leider sind die Dinger hier auf dem Land rar gesät.

          Im Zweifel werde ich den Kleinen dann weiter tragen.

          Danke nochmal und viele Grüße

      Hallo,

      bei meiner Gallen-OP war meine Tochter auch acht Monate, das ist jetzt allerdings über 10 Jahre her.
      Ich muss gestehen, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht, als ich im Krankenhaus war, war meine Tochter nicht dabei, ich hätte mich auch nicht kümmern können, dass hätte für mich nur Stress bedeutet. zu diesem Zeitpunkt gab es Beikost und die Flasche.
      Als ich zu Hause war habe ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten um sie gekümmert. In den ersten Tagen habe ich sie bestimmt nicht wild herumgewirbelt, aber die "normalen" Handgriffe (wickeln, füttern, kuscheln) waren kein Problem.

      Glaube mir: eine geplante Gallen-OP ist wesentlich angenehmer, als abzuwarten, dass es zu einem Verschluß mit Gelbsucht etc. kommt.

      LG PoKe

      • Danke für deine Antwort. Auf eine Not-OP habe ich eigentlich überhaupt keine Lust, daher werde ich die OP doch nicht absagen. Es ist nur so ungemein frustrierend, dieses ewige Hin und Her mit dem Arzt und die Sorge, dass ich mich eben nicht gescheit um den Kleinen kümmern kann. 😞

    (6) 12.02.18 - 14:49

    Nach der OP darfst Du dich tatsächlich nur gering belasten für die nächsten 4 Wochen, immerhin hast Du im Bauchraum eine größere Wunde, die auch wieder aufreißen kann bei erhöhtem Druck.
    Frag mal bei Deiner Krankenkasse nach wegen einer Haushaltshilfe. Ist aber manchmal schwierig. Vielleicht sollte lieber Dein Mann hingehen und fragen, die Männer werden nicht so schnell abgewimmelt.

    • (7) 12.02.18 - 17:12

      Ich werde mal die KK anfragen. Gibt es vorab etwas, dass ich vorlegen muss oder kann man evtl. Unterlagen nachreichen, wenn die OP stattgefunden hat.

      Wie läuft das dann ab? Kommt dann eine fremde Person und hilft mir mit den Kleinen? Mal staubsaugen und Essen kochen?

      • (8) 12.02.18 - 20:19

        Ja, Du beantragst die Haushaltshilfe. So lange Du stationär bist, genehmigen sie es immer (könnte auch Dein Mann machen). Danach (vielleicht geht es schon vorher, bei der KK nachfragen) muss meist der Hausarzt den Antrag ausfüllen und möglichst viele Stunden Bedarf angeben. Wenn Dein Mann weg ist, würde ich 8-10 Stunden versuchen. Du bekommst dann eine Familienpflege. Die gibt es entweder über die Diakonie, oder z.B. über den Maschinenring. Die kommt dann nach Hause zu Dir und macht all das, was Du nicht tun kannst. Z.B. Haushalt, kochen, Einkaufen, Kind versorgen, mit Kind spielen, Wäsche waschen, .....

Hallo,

aus diesem Grund habe ich meine OP vor fast acht Jahren abgesagt. Die Gallenblase ist immer noch drin und mittlerweile bin ich seit Jahren beschwerdefrei.

Ich hatte vor den Schwangerschaften schon vermutlich 4 Gallenkoliken die aber nicht als solche erkannt wurden. In der zweiten Schwangerschaft kam ich mit vorzeitigen Wehen ins Krankenhaus (16. SSW). Diese beruhigten sich wieder und ich bin nach Hause. Zwei Wochen später identisches Spiel. Ich hatte ja vorher schon ein Kind geboren und für mich war da klar, dass es keine Wehen sein können. Es fühlte sich einfach anders an. So recht glauben wollte mir aber keiner #augen Erst als zufällig eine Ärztin Dienst hatte die in der Schwangerschaft selbst mit Gallenkoliken zu kämpfen hatte untersuchte sie das genau und so war es dann auch.

Von da an steigerte sich die Häufigkeit der Koliken drastisch. Ab der 30. Woche habe ich nichts mehr essen können außer kalorienarme Tütensuppen (frisches Obst und Gemüse ging gar nicht) und Weizentoast. Davon habe ich mich also wochenlang ernährt weil alles andere sofort eine Kolik ausgelöst hat. Buscopan habe ich in der Zeit gegessen wie Tic Tac's.

Schon in der Schwangerschaft war klar: Die Gallenblase muss raus. Und zwar sobald wie möglich nach der Geburt.

Na ja, das Baby wurde geboren und ich konnte sofort wieder mehr essen. Die Koliken wurden weniger. Ich habe den OP-Termin geschoben weil ich, wie du auch, nicht abstillen wollte aber ich mir im Klaren war, dass ich einige Tage nicht werde stillen können. Und ob das Kind danach zurück an die Brust geht war mir fraglich...

Als sie vier Monate alt war bin ich dann zur OP-Vorbesprechung gegangen. Und bekam dort auch die Ansage wie du, dass ich eben quasi gar nichts heben darf über einen Zeitraum von 4-6 Wochen #schock Für mich mit zwei Kleinkindern und einem pflegebedürftigen Vater undenkbar.

Es wurde mir übrigens so erklärt (klingt für mich auch logisch): Ein richtiger Bauchschnitt wird vielschichtig vernäht. Bei minimalinvasiven Eingriffen sind die Schnitte in der Haut so klein, dass die unteren Gewebeschichten nicht vernäht werden können sondern wirklich nur die äußere Haut. Innen muss alles seinen Weg von alleine zueinander finden was erstens dauert und zweitens nicht so einfach passiert. Mit einfach nur nichts heben ist es also nicht getan. Man sollte sich insgesamt möglichst wenig bewegen damit die Schichten nicht zu viel in sich bewegt werden und möglichst gerade zusammen heilen. Ansonsten drohen Narbenbrüche die bei so kleinen Schnitten häufig erst nach langer Zeit auffallen.

Ich habe dann gesagt: abwarten und schauen was passiert. Natürlich immer mit dem Druck im Nacken, dass es ja zu Koliken, Verschlüssen und in der Folge Bauchschnitt-OP oder gar Not-OP kommen könnte.

Die Koliken wurden weniger und weniger. Was blieb war manchmal ein ungutes Gefühl nach dem Essen, so, als ob sich eine Kolik anbahnen würde dann aber doch nicht kam. Dieses Gefühl verschwand nachdem mir der Osteopath die Organe mehrfach "zurecht geschoben" hat. Das ist über vier Jahre her. Seitdem hatte ich keine Koliken und auch kein komisches Gefühl mehr.

Mittlerweile bin ich froh auf mein Bauchgefühl gehört zu haben. Ich habe etliche im Bekanntenkreis die sich schnell unter's Messer gelegt haben und die nach der Entfernung ähnliche Probleme behalten haben, viele Lebensmittel nicht mehr vertragen etc.

Ich kenne deine medizinische Geschichter dahinter nicht und empfehle dir auch nicht grundsätzlich diese OP nicht machen zu lassen. Allerdings würde ich mich nicht unter Druck setzen lassen, mehrere Meinungen einholen (nicht unbedingt von Operateuren selber, die "schnibbeln" oft einfach zu gernund schnell) und mich vor allem selber informieren was für Nachteile eine Entfernung der Gallenblase haben kann. Das sagt dir nämlich keiner... Und wenn du dich operieren lässt dann würde ich nur in eine Klinik gehen die auf meine Bedürfnisse und Wünsche eingeht. Auch wenn sie weiter weg ist.

Alles Gute

  • Dankeschön! Dein Beitrag macht mir echt Mut. Ich weiß ja, dass die Koliken bei mir durch zu fettiges Essen hervorgerufen wurden. In der Zeit, als ich mich strikt nach Logi ernährt habe, hatte ich nicht eine Kolik.

    Ich werde mir nochmal den Arzt zur Brust nehmen. Aber in dem KH/bei dem Chirurg fühle ich mich im Moment total unglücklich. Mal sehen was dann bei rum kommt und wie ich mich entscheiden werde.

    Alles Gute 🤗

(11) 15.02.18 - 15:42

Hallo, dir wurden ja schon einige Tips und Erklärungen gegeben. Vielleicht kann ich dich etwas beruhigen. Bei einer normalen Gallenblasen OP kommt es innerlich zu keiner grossen Wunde, da werden lediglich die Verwachsungen der Gallenblase zum Leberbett, in dem sie liegt gelöst, das ist normalerweise nicht schlimmer als eine oberflächliche Schürfwunde, die Wundfläche ist etwa 4cm2 gross. Der Knackpunkt sind tatsächlich die Bauchdeckenzugänge und v.a. der genähte, grösste im Bereich des Nabels (da wird gewöhnlich auch die Galleblase herausgenommen). Es besteht hier die Gefahr des Ausreissens der inneren Fäden und des Risikos, einen Narbenbruch zu entwickeln. Das mit dem Stillherumliegen ist absoluter Blödsinn, ich kann mir kaum vorstellen, dass dies ein Arzt empfiehlt - bist du sicher, dass dies im Infoschreiben so steht??. Je nachdem wie fit du dich nach der Narkose und dem Eingriff fühlst, kannst du deinen Alltagsaktivitäten praktisch sofort wieder aufnehmen ohne Gefahr, dass irgendwas passiert. Wir empfehlen - eben aus den Gründen der Gefahr der Wunddehiszenz - ebenfalls eine Heberestriktion von ca. 10kg für 4 Wochen. Hier ist es wichtiger, nicht ruckartig zu heben, als ob das Gehobene jetzt 6, 7, oder 10kg wiegt - wäre trotzdem nicht schlecht, auf das häufige Heben des Kindes zu verzichten, also zB auf dem Boden wickeln etc. Sich mit dem Kind beschäftigen ist null Problem, musst ja nicht zwingend mit ihm auf dem Boden wälzen und ihn auf dem Bauch herumhüpfen zu lassen.
Ein 8monatiges Kind würde ich nicht ins Krankenhaus mitnehmen - wieso auch? Du wirst 1, max. 2 Nächte dort verbringen und froh sein um etwas Ruhe.
Wegen einer OP abzustillen ist Nonsens - mit dem Anästhesisten besprechen, nicht mit dem Chirurgen, der hat gewöhnlich keine Ahnung von den gebrauchten Narkotika. Meist reicht es, die Milch nach der OP zu verwerfen und dann weiter zu stillen. Es muss einfach darauf geachtet werden, welche Medikamente du bekommst. Ist aber problemlos.
Du hast ja sicher Gallensteine. Das Risiko, dass dir die Steine Komplikationen machen, die über lästige Koliken hinausgehen, besteht durchaus, deshalb würde ich die OP machen lassen. Ich würde mich aber nie von einem Chirurgen operieren lassen, zu dem ich kein Vertrauen habe!
Alles Gute Dir!

  • (12) 27.02.18 - 09:46

    Hallo! Wenn auch verspätet, möchte ich auch dir ganz herzlich danken. Deine Antwort und vor allem die Information darin hat mir mit am meisten geholfen.
    Vielen lieben Dank nochmal! ❤️

Top Diskussionen anzeigen