Blasenvorfall nach Geburt

    • (1) 14.02.18 - 19:36

      Hallo zusammen,

      nach der Geburt unserer Tochter vor zwei Jahren (2. Kind) hatte ich einen Blasenvorfall (nun noch 2./3. Grades), zudem wurde eine starke Rectozele diagnostiziert. Es folgten Arztbesuche, Vorstellung an der Uniklinik, Physio, Osteopathie, Beckenbodentraining, Pessaranpassungen... .

      Ich bin nun 36 Jahre alt und immer noch total unglücklich, da ich die Blase/Darm täglich spüre und es mich stört. Pessare/Ringe haben bei mir nicht geholfen, die Würfel drückten mich und der Ring landete immer wieder am Introitus, so dass ich ihn mehrfach am Tag reponieren musste. Ich habe deshalb aufgehört, irgendetwas zu tragen und frage mich täglich, ob ich mich nicht operieren lassen sollte. Immerhin bin ich nicht mehr nur am Weinen, wie das nach der Geburt unserer Prinzessin der Fall war. Das ist schon einmal etwas.

      Mich würde interessieren, ob jemand hier in meinem Alter bereits Erfahrungen mit einer Senkungs-OP gemacht hat, ob die Beschwerden nach der OP besser wurden und ob es immer noch gut ist. Ich habe so Angst, dass meine Probleme im Falle einer OP noch schlimmer werden oder dass die Anhebung nicht hält und alles wieder absackt.

      Vielleicht meldet sich jemand, der auch solch eine Erfahrung machen musste. Das würde mich unheimlich freuen.

      Anne

      • wie lange der Erfolg einer OP an hält ist unterschiedlich, genau so wie die Frauen selbst halt unterschiedlich sind.
        Deine Angst kann ich sehr gut verstehen. Mit welcher Art OP hast du dich denn befasst bzw. was schwebt dir vor?
        Ich würde auf alle Fälle die Gebärmutter erhalten.
        http://www.inkontinenz-experte.de/gebaermutter-erhalten/
        Alles Gute

        Eine Dauertherapie mit Pessar bei einer 36jährigen Frau erachte ich nicht als ideal. Physiotherapie ist als Begleitung sehr wichtig, kann Kompensationsmechanismen erarbeiten, wird aber die veränderte Anatomie nicht heilen können. Weisst du, ob du eine Senkung aller drei Kompartimente, dh Blase, Gebärmutter und Enddarm hast? Ist die Rektozele das einzige Problem im hinteren Kompartiment oder besteht auch ein (innerer oder äusserer) Vorfall des Enddarmes? Hast du Übergewicht? Wenn ja, wäre es wichtig, dies möglichst zu reduzieren. Einer Frau in deinem Alter würde ich zu einer minimalinvasiven, dh laparoskopischen Beckenboden-OP raten.

        • >>Eine Dauertherapie mit Pessar bei einer 36jährigen Frau erachte ich nicht als ideal. <<

          meine Mutter ist 82 und hat seit einigen Jahren ein Ringpessar, da sich, bedingt durch eine Hysterektomie in den 90-ern, der Scheidenstumpf um knickt und es immer wieder zu Entzündungen kam.
          Pessartherapie klappt bei ihr wunder bar!

          • Ja, das ist unbestritten, ein Pessar kann sehr gute Dienste leisten und ist - v.a. auch im Alter eine gute, manchmal auch deutlich bessere Alternative zur OP - würde ich einer 80jährigen Patientin ebenfalls - zumindest als Versuch - empfehlen, nachdem ich mit ihr ihre Bedürfnisse und Gewohnheiten besprochen habe.

            Mit einer 36-jährigen, evtl. sportlich und wahrscheinlich auch sexuell noch deutlich aktiveren als eine 82jährige Frau würde ich die Alternative einer Beckenboden-OP durchaus diskutieren. Viele jüngere, sexuell aktive Frauen sind durch den Organvorfall äusserst gehemmt resp. kann der GV auch schmerzhaft bis unmöglich sein, so zB bei einer grossen Rektozele, wie von der TE geäussert.

            • Vielen Dank für eure Antworten, sehr lieb, dass ihr euch Gedanken macht! :-)

              Ich bin sehr schlank, war einmal sportlich aktiv, das habe ich nach dem Vorfall sehr eingeschränkt und gehe ab und an schwimmen, radeln, klettern und ganz selten - da ich es einfach zu gerne mache - Ski fahren. Etwas anderes geht nicht mehr, da ich meine Blase zu sehr spüre oder einfach Angst davor habe. GV bereitet keine Schmerzen, dennoch bin ich gehemmt, da ich mich einfach komisch/verletzt fühle.

              Diagnostiziert wurde eine führende Zystozele (2/3. Grades) und etwas Dexcensus uteri sowie Rektozele, mehr weiß ich nicht. Einen äußerlich sichtbaren Vorfall des Enddarms hatte ich (bisher) nicht, zudem keine Inkontinez. Event. - da in meiner Famlilie (soweit wir wissen) solch etwas bisher nicht vorkam - ist bei der ersten Geburt ein Band gerissen (Saugglocke), der Kleine war zu groß und schwer für mich. Evt. aber auch einfach ein schwacher BB? Keine Ahnung.

              Die Oberärztin an der Uniklinik meinte nach Abschluss der konservativen Maßnahmen, dass sie an meiner Stelle noch etwas abwarten würde mit einer OP aufgrund meines Alters. Es gibt Monate, an denen ich die Blase kaum spüre und nicht ganz so oft an die Problematik denke und dann gibt es Monate, an denen ich - wie zur Zeit - ständig ein komisches Gefühl habe, weil ich die Blase spüre. Und ich würde mich gerne operieren lassen, habe aber richtig Angst, dass es nachher noch schlimmer ist, und wüsste gerne, wie die OP (laparoskopisch) bei anderen gehalten hat.

      (8) 23.02.18 - 19:34

      Hallo,

      ich habe keine OP-Erfahrung, bin aber eine Leidensgenossin.

      Ich bin Ü40, sehr sportlich und habe 2 Kinder. Das 1. kam mit Saugglocke, das 2. in sehr schneller Zeit. Bei beiden Kindern hatte ich im Vorfeld eine GMH-Schwäche.

      Nach dem 1. Kind hatte ich bereits Senkungsbeschwerden und musste Sportarten wie Joggen, Aerobic aufgeben. Es verursachte Schmerzen und ich fühlte mich sehr unwohl, so als ob was "rausfiele". Meine FÄ meinte nur: Beckenboden trainieren (hahaha, tat ich sowohl vor als auch nach der Geburt, u.a. Pilates, Einzeltraining, Physio etc.). Abends bekam ich auch oft Rückenschmerzen, wenn ich Stress hatte oder viel getragen habe.

      Inkontinenzprobleme habe ich gsd. nicht. Nach dem 2. Kind wurde es natürlich nicht besser. Ich begab mich aber zu einem Arzt, der das hiesigen Beckenbodenzentrum leitet. Er nahm sich sehr viel Zeit. Ich habe einen Scheiden- und Blasenvorfall, die anderen Organe drücken auch nach. Und zu meiner Überraschung: auf der einen Seite bin ich super trainiert, die andere Seite wurde bei der Saugglocke und dem Dammschnitt wohl durchtrennt. Kann also nicht mehr trainiert werden. Er hat mir aufgrund meines Alters noch von einer OP abgeraten, diese müsste auch häufig nach einiger Zeit wiederholt werden. Ich trage, wenn es ganz schlimm ist, ein Pessar (Würfel), wobei ich erst mit dem 2. Exemplar zufrieden bin.
      Es war gewöhnungsbedürftig, aber klappt gut. Mache weiterhin mein Pilates und anderen Sport, weil ich mich einfach gut fühle. Und habe erst mal "meinen Frieden" damit geschlossen. Ich jogge nicht mehr, kein Trampolin mehr, also alles, wo man "dumpf" aufkommt. Es gibt schlimmeres. Bist Du in einem spezialisierten Zentrum vorstellig geworden? Ich habe das Gefühl, viele FÄ kennen sich mit der Thematik da wenig aus.

      Alles Gute wünsche ich Dir
      Viele Grüße

      Pixi1977

Top Diskussionen anzeigen