Sohn 1,5 Jahre: Neurodermitis und Fenistil abgewöhnen?

    • (1) 13.03.18 - 08:18

      Hallo miteinander!
      Mein Sohn ist jetzt 1,5 Jahre und hat seit ca. einem Jahr eine schwere Form der Neurodermitis (laut Hautärztin). Da er in schlimmen Phasen ständig kratzt (und er auch ohne Kratzen offene Ekzeme mit Wundwasseraustritt hat), wurden uns Fenistil-Tropfen für nachts verschrieben, die wir ihm geben sollen, wenn es er sich kratzt. Da er aber ständig irgendein Ekzem hat und sich abends eigentlich immer kratzt, haben wir ihm die Tropfen seit ca. 4 Monaten jeden Abend gegeben. Ich habe damit folgendes Problem: Das Zeug ist total gut und er schläft damit die Nacht durch (wirkt wie ein Schlafmittel). Ohne Fenistiltropfen kann er gar nicht schlafen und ist ständig wach.
      Ich habe gelesen, dass man zwar nicht abhängig von diesen Tropfen wird, aber das sich Schlafstörungen entwickeln können, was bei uns wahrscheinlich der Fall ist. Jetzt, wo er grad keinen akuten Schub hat, wollte ich das Fenistil ausschleichen, und alle paar Tage weniger Tropfen zu geben, da waren die Nächte aber auch schon schlimm. Daher hab ich jetzt den kalten Entzug gewagt, und wir haben diese Nacht beide eigentlich keinen Schlaf gefunden.
      Hatte das schon mal jemand so schlimm? Ich bin kurz davor, ihm die Tropfen wieder zu geben, damit ich schlafen kann, dass ist ja aber nicht Sinn der Tropfen #schmoll
      Hat jemand schon mal eine solche Erfahrung mit Fenistil gemacht und weiß, wie lange die Entwöhnung dauert?

      • (2) 13.03.18 - 14:50

        Mein Sohn hatte auch als Baby und Kind eine schwere Neurodermitis. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, ihm das fenistil wegzunehmen. Warum?Die Haut juckt ja auch, wenn die Ekzeme gerade besser sind. Später hatten wir auf Cetirizin umgestellt und dann auf Fexofenadin. Er ist jetzt 17. Die Neurodermitis ist weg, aber Antihistaminika nimmt er auch weiterhin dauerhaft wegen schweren Allergien. Schlafprobleme hat er nur in so fern, dass er wegen den Allergien ewig schlafen könnte, besonders im Frühjahr bei Pollenflug.
        hat Euch tatsächlich der Hautarzt gesagt, dass ihr Fenistil weglassen müsst? Welche Alternative schlägt er vor?
        Schau, dass Du eine Kinderreha in einer guten Kinderfachklinik beantragst. Dazu holst Du Dir den Antrag entweder von der Homepage der deutschen Rentenversicherung oder von der Krankenkasse und gehst damit zum Kinderarzt oder zum Hautarzt.
        Gegen Ekzeme und Juckreiz in der Nacht haben uns immer fettfeuchte Umschläge geholfen, das wird gerne in den Reha-Kliniken gemacht: Die betroffenen Stellen dick mit Basiscreme einschmieren(kein Cortison) und darüber einen feuchten (Wasser oder NaCl) Schlauchverband oder eine feuchte abgeschnittene Baumwollsocke. Darüber dann eine trockene Binde wickeln oder einen trockenen abgeschnittenen Socken. Über Nacht dran lassen, Dann juckt es nicht so und er kann nachts nicht so dran kratzen.

      Hallo!

      Auch Ekzeme die gerade nicht ganz extrem aussehen, jucken wie wahnsinnig.

      Das Fenistil weglassen ist daher richtig fies. Es juckt ja trotzdem wie irre, wahrscheinlich kratzt er sich dann blutig und es wird noch deutlich schlimmer.

      Hab Geduld, es ist viel zu früh, um das Fenistil abzusetzen. Davor braucht er wesentlich robustere, dickere Haut, das Kleinkindalter ist der falsche Zeitpunkt.

    • Hallo!
      Danke für die Ratschläge! Ich habe bereits eine Reha bewilligt bekommen, wir fahren im Mai nach Graal-Müritz. Mal sehen, was es dort noch für Ratschläge gibt. Einen Neurodermitis-Overall haben wir noch nicht, wie beantragt man den denn? Aber vielleicht krieg ich das in der Reha gesagt.
      Wir hatten mit dem Fenistil das Problem, dass er ohne Tropfen auch nicht mehr schlafen konnte (obwohl er sich nicht gekratzt hat). Wie gesagt, wir haben gerade keinen akuten Schub, und daher wollte ich die Tropfen solange weglassen, bis wir sie wieder brauchen. Habe es jetzt auch geschafft. Nach zwei schlimmen Nächten kann er nun ohne Tropfen relativ gut schlafen. (Wenn ich sehe, dass er kratzt, kriegt er die Tropfen natürlich...!)
      Das Problem in dem Alter ist ja aber auch, dass man manchmal nicht so mitkriegt, warum er jetzt schlecht schläft. Juckt es? Oder ist es der Zahn? oder verdauen wir gerade den Tag? Ich wollte ihm halt nicht prophylaktisch das Fenistil geben.
      Das Blöde bei uns ist auch, dass er auch ohne Tropfen gut einschläft, er aber dann in der Nacht wach wird und sich kratzt. Nur das weiß ich ja nicht vorher, ob er sich nun kratzen wird oder nicht, da müsste ich die Tropfen ja immer prophylaktisch abends geben. Das behagt mir irgendwie nicht.

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