Medikinet Adult Erfahrungen

    • (1) 29.03.18 - 08:46

      Guten Morgen.

      Ich nehme heute den dritten Tag Medikinet Adult 20mg retard.

      Ich habe es ohne gesicherte ADHS Diagnose bekommen, bin aber in ärztlicher bzw therapeutischer Begleitung. Der nächste Termin findet nächste Woche statt. Natürlich werde ich meine Fragen dann auch stellen.

      Ich muss sagen, ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber ich spüre doch eine deutliche Wirkung. Ich fühle mich noch immer gestresst, kann es aber besser aushalten, kann mein Impulsivität viel besser zügeln...

      Ich nehme morgens nach dem Frühstück eine einzige Kapsel. Allerdings würde ich die zügelnde Wirkung bei mir schon den ganzen Tag beschreiben.

      Mein Problem ist nun, dass ich aber bis tief in die Nacht hellwach bin. Vor 1 Uhr ist an Schlaf nicht zu denken. Mit 2 Kindern natürlich super ätzend, weil ich natürlich morgens stark begrenzt bin was die Schlafdauer angeht.

      Nun stelle ich mir die Frage, ob ich das Medikament vielleicht sehr langsam verarbeite, weil ich so lange besser gezügelt bin? Abends denke ich, dass mich das wieder einsetzende Gedankenkarussel wach hält. Das kommt mir auch gerade extremer vor. Oder kann auch noch nach 15 Stunden eine aufputschende Wirkung da sein? Das kann ich mir kaum vorstellen.

      Angeblich muss das Medikament laut Therapeutin ja nicht wie ein Antidepressivum ein Depot(?) entwickeln... also es wirkt, wenn ich es nehme, man kann es aber auch sofort wieder absetzen. Das bedeutet für mich im Umkehrschluss, dass mein Körper sich auch nicht daran gewöhnen muss. Also denke ich nicht, dass das Schlafen sich erst einpendeln muss? Oder liege ich da falsch?

      Kann mir Jemand von seinen Erfahrungen berichten?

      Dankeschön.

      • Am besten bei den Therapeuten ansprechen.

        Es gibt mehrere Möglichkeiten

        - falsche Dosierung
        - "falsches" Medikament
        - ungeschickt verteilt

        Bei mir wurde gesagt, bei Erwachsenen wird mit 10mg begonnen und langsam gesteigert.
        Der Körper legt zwar kein Depot an, eine Umstellung ist es trotzdem. Wenn jemand mit extrem starker Kurzsichtigkeit zum ersten Mal eine passende Brille bekommt, ist das zwar super, aber kann auch am Anfang erst mal die Augen sehr anstrengen.

        Ich bin nicht extrem kurzsichtig. Jedoch brauchen meine Augen eine Umstellungszeit, wenn ich abends die Brille wieder absetze. Das ist erst mal unangenehm. Abhängig von der Brille bin ich nicht. Umstellung ist es trotzdem.

        Beim Medikinet war es so, dass ich es wegen Krankheit nicht nehmen konnte. Das war problemlos möglich. Nur eben Umstellung in der Gewohnheit des Verhaltens. Keine Entzugserscheinungen etc.


        Bei Kindern spricht man oft von Rebound.
        Z.B. wenn sie morgens sehr viel auf einmal bekommen und nachmittags/abends die Wirkung nachlässt, dass sie dann einen zu extremen Unterschied erleben.

        Je nach Medikament, Höhe der Dosierung, Verträglichkeit kenne ich inzwischen Kinder, Jugendliche, Erwachsene, die dann noch mal eine geringere Dosierung nehmen. Damit der Unterschied nicht so krass ist.
        Auch die Möglichkeit 2x am Tag mit weniger Dosierung, damit die Wirkung gut verteilt ist.
        Um es mit der Brille zu vergleichen: eine passende Brille (Dosierung) über den Tag verteilt, anstatt mit Lupe und hellem Licht und dann ganz ohne bei schlechtem Licht zu agieren.

        Bei Jugendlichen und Kindern ist die Medikamentenauswahl bereits größer. Der Wirkstoff ist wohl der gleiche, nur die Zusammensetzung anders.
        D.h. manche reagieren auf Medikinet sehr gut und können bei anderen Medikamenten gar nicht mehr schlafen.
        Andere können bei Medikinet gar nicht mehr schlafen und vertragen ein anderes Präparat besser. Bei Erwachsenen ist die Forschung noch nicht soweit, bzw. ich weiß nicht, ob/welche Alternativen es gibt.

        Als ich meine ADHS-Diagnose erhielt, erhielt ich auch die Info, dass die Einstellung des Medikaments eine Zeitlang dauern kann. Das Feilen, wann es zu hoch oder zu niedrig ist, 2x am Tag weniger oder 1x am Tag viel (um Rebound zu verhindern oder bei anderen wie bei Kaffee, damit es nachts nicht wach hält). Das ist sehr individuell.

        Auch macht es was aus, ob/wie viel man dazu isst. Je mehr ich frühstücke, desto länger hält die Wirkung. Je weniger ich dazu esse, desto intensiver (am Stück) ist die Wirkung, aber dafür hält diese dann nicht so lange.

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