Was tun bei Alkoholproblem?

    • (1) 04.06.18 - 07:00

      Ihr Lieben,
      Ich weiß gerade nicht weiter...

      Und zwar geht es um einen Freund von uns. Er ist so wie wir Mitglied in einem Musikverein, haben uns dort kennengelernt. Seid ich ihn kenne trinkt er, mussten jetzt knapp 4 Jahre sein. Er weiß das er ein Alkoholproblem hat, geklickt das er was tun muss hat es bisher nicht.
      Nun kam es vor einer Woche zu einer Situation wo er sich wieder hat voll laufen lassen, sich daneben benommen hat und auch Entgleisungen hatte was seine Aussprache betraf, heisst er wurde beleidigend einem Mitglied gegenüber.
      Zwei Tage später hat er sich entschuldigt, um eine Auszeit geben um sich um sein Problem zu kümmern und hat drum gebeten das ihn keiner kontaktiert. Soweit so gut. Gestern allerdings ist er einfach so aus unserer WhatsApp Gruppe raus (da geht's hauptsächlich um Termine usw ).
      Frage ist jetzt, wie geht man damit um? Was ist richtig, was ist falsch? Hat es jetzt bei ihm Klick gemacht? Sollen wir ihn wirklich inRuhe lassen? Keiner von uns möchte das er alleine dasteht, er weiß das wir seine Freunde sind und ihm beistehen möchten, aber offensichtlich möchte er das nicht :-(
      Er braucht definitiv professionelle Hilfe, aber kann man den Schritt allein durchziehen?
      Für ein paar Ratschläge wäre ich sehr dankbar!!

      Liebe Grüße, Chrissy

      • (2) 04.06.18 - 09:34

        Ich würde ihm mit dem Kommentar, dass man ihn jederzeit gerne zur Seite steht, Adressen zukommen lassen, an die er sich wenden kann. Ansonsten wäre ich normal freundschaflich zu ihm, würde ihm ganz normal weiter schreiben. Denn er wird sich vermutlich sehr, sehr schämen für seinen Aussetzer und da wird es eine Erleichterung für ihn sein, zu merken, dass man da nicht ewig drauf rumreitet.

        Ich habe kürzlich auch einen interessanten Bericht darüber gelesen, dass der neue Trend in der Unterstützung Alkoholkranker dahin geht, nicht mehr das Ziel zu erreichen, überhaupt nichts mehr, sondern kontrolliert zu trinken. D.h. man legt mit einem Therapeuten ein Ziel fest, wie viele Gläser Alkohol man pro Woche zu trinken gedenkt und dass man z.B. harte Alkoholika weglässt.
        Das klappt wohl viel besser als die harte Linie der Anonymen Alkoholiker, bei denen sich viele gar nicht erst melden, weil sie wissen, dass man dann niemals wieder ein Glas anrühren darf und viele bleiben langfristig sogar unter der festgelegten Zielmenge, weil sie es sportlich sehen und versuchen, immer neue "Best-Trinkmengen" hinzulegen.

        Vielleicht findest du was darüber (Stichwort: kontrolliertes Trinken) und verlinkst ihm das mal?

        • (3) 04.06.18 - 09:37

          Ach so, und ihr braucht vermutlich alle einen langen Atmen. Selbst wenn es Klick gemacht haben sollte, wird er vermutlich nicht sofort trocken sein, sondern es wird Rückfälle geben.

          Da braucht man dann wirklich Freunde, die einen unterstützen, damit man den Rückfall, den man als persönliches Scheitern wahrnehmen wird, nicht als neuen Einstieg ins weitere Saufen nimmt, sondern ihn eben als Rückfall, als singuläres Ereignis, interpretieren kann.

      Hallo.
      Ich würde respektieren, dass er in Ruhe gelassen werden will.er ist erwachsen. Er hat ein Suchtproblem. Dazu muss er die ersten Schritte zur Lösung selbst gehen, diese Schritte wollen und sogar möglichst alleine schaffen. Dann sind die Chancen auf Erfolg am größten.
      Lg sportskanone

      • Und das stimmt so nicht ganz. Viele sind dankbar, wenn man für sie Termine bei ersten Anlaufstellen macht, weil A ihre eigene Überwindung zu groß ist und B sie oft schon zu fertig sind, um erst mal n Telefonmarathon abzuhalten.

        Lg

(10) 05.06.18 - 01:11

Hmmm.... Alkohol verursacht oft Depressionen. Kann es sein, dass er sich zurück zieht nach dem Vorfall, um sich durch die Scham ausgelösten Gefühle erst recht einen hinter die Binde zu kippen?
Bei einem Suchtkranken würde ich ehrlich gesagt sehr hellhörig werden, wenn er plötzlich den Kontakt abbricht.
Ich würde da nochmal hinter hacken. Wie wäre es mit einem persönlichen Gespräch? Auch wenn er sagt, er möchte das nicht. Ohne Druck und Vorwürfe. Einfach nur um mal zu erfahren, was da gerade in ihm vorgeht.

Lg

(11) 05.06.18 - 10:35

Hallo,

Es ist unheimlich schwer, die richtige Balance
zwischen
in Ruhe zu lassen
und
Fallen zu lassen
zu finden.

Soziale Isolation ist das große Problem vieler „geouteter“ Alkoholiker.
Sie flüchten aus Scham und dem Bedürfnis nicht belehrt und kontrolliert zu werden in diese und leiden aber ebenfalls sehr daran.

Signalisiere deinem Freund, dass ihr für ihn da seid, ohne etwas von ihm zu erwarten.

Ein einsamer Mensch hat weniger Motivation sein Alkoholproblem anzugehen.

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