einmal diabetes immer diabetes?

    • (1) 13.07.18 - 15:10

      hallo,

      seit einigen tagen beschäftigt mich das thema diabetes. mein mann, so scheint es ist nämlich daran erkrankt.

      vor etwa 5 tagen haben wir durch zufall seinen blutzucker gemessen am tage. da betrug er an die 250. seit diesem tag an massen wir täglich ein paarmal. werte an die 300 waren auch schon dabei. er ging zum arzt. der arzt mass den langzeitblutzuckerwert dieser betrug 8,5.

      er bekam eine ernährungstabelle, sowie ein protokoll für die blutzuckerwerte. seitdem kochen wir auch vorwiegend gesund, alles an warmen mahlzeiten beinhaltet bei uns gemüse jeglicher art. auch bringen wir 2 mal die woche etwa einen reinen veganen tag ein, also warmes essen rein vegan. wenn wir aber nudeln reis etc verwenden möchten nehmen wir nur vollkornprodukte, bzw naturreis. süssigkeiten ass mein mann nie, nur ab und zu abends eine handvoll knabbereien, das er aber nun gänzlich einstellte. wurst etc nur noch geflügel und käse streichkäse etc, haben wir alles auf light umgestellt. sein hauptgetränk war immer apfelschorle. dies liess er nun komplett weg, stattdessen mineralwasser, und wenn doch etwas fruchtig dann gemischt mit grapefruit blutorange oder zitrone. jeweils nur wie gesagt 2 portionen obst am tag. ( rechnen das getränk auch mit).

      seit ungefähr 2 tagen nun sind die werte kontinuierlich gesunken. nüchtern sind die werte nun statt an die 180 , auf 163 runter. ich weiss es ist viel, aber tag für tag sinken sie. und nach dem essen sanken sie von 225 auf 149.

      wir konnten also eine kontinuierliche senkung feststellen,anhand des protokolls. mein mann ist jetzt natürlich guter dinge, und glaubt das alles wieder wie früher sein wird, also das sein körper sich wieder regeneriert.

      er war nochmals mit den werten beim arzt, sowie beim gesundheitscheck. er ist rundum gesund, ausser das bauchfett das sehr massiv bei ihm ist. aber anhand der ernährungsumstellung versucht er das nun auch wegzubringen.
      der arzt war überrascht das die werte nur aufgrund der ernährung so gesunken seien, und meinte das er , wenn er sich weiter so daran halten würde, die diagnose wohl remissiert werden könnte.

      das wäre natürlich das aller aller beste, aber das was man über diabetes liest, widerspricht diese theorie. denn vereinfacht dargestellt, ist der langzeitwert ja wichtig für die diagnose. und weil dieser so hoch war, hat sich die erkrankung ja manifestiert, und heisst widerrum das sich über diese lange zeit sein körper an den vermehrten zucker gewohnt hat, noch arbeitet, aber nicht mehr so richtig. und wie ich das verstanden habe, bringt die ernährungsumstellung mehr bewegung, nur so viel, das der körper weniger zu tun hat, hinsichtlich verstoffwechslung verdauung etc. sprich, mann kann das fortschreiten der erkrankung nur hinauszögern, und ist früher oder später an insulin in form von tabletten bzw spritze angewiesen, weil dann in absehbarer zeit auch die letzten zellen erschöpft daran sind, und ihre arbeit gänzlich einstellen.

      und deswegen frage ich mich jetzt, was stimmt denn nun ? kann man die erkrankung wirklich so ausheilen, dass die bauchspreicheldrüse sich also wieder so regeneriert,und dann wieder so arbeitet wie bei einem gesunden?? mein mann ist guter dinge, und denkt wenn erst sein gewicht wieder reduziert sei, nimmt sein körper die arbeit wieder von selber auf. ?! vllt hat jemand mehr erfahrung ??? und ich denke was einmal elliminiert worden ist, bzw eingeschränkt ist, ist für immer....

      danke und vlg

      • Ne das stimmt schon leider. Man kann aufgrund "gesunder Nahrung und Reduzierung des Gewichtes, Bewegung etc" Diabetes gut in Griff bekommen, dh ohne Tabletten oder Insulin, aber irgendwann lässt die eigene Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse tatsächlich nach und dann benötigt man irgenwann Tabletten und dann evtl auch Insulin.
        Alles Gute

        • Und wie macht sich sowas dann bemerkbar trotz gesunder lebensweise? Mit Folgeschäden bzw Schäden am Körper auch widerrum trotz gesunder lebensweise? Oder durch erhöhtem zuckerwert der dann noch höher wird. Dann muss man trotz guter Werte später dann regelmässig prüfen ?

          • Naja erstens ihr führt ja ab jetzt ein Bz-Tagebuch, also ihr kontrolliert ja auch die Werte. Zudem wird der Hba1c (der Langzeitwert) auch vom Hausarzt kontrolliert (leider weiß ich nicht wie oft), der Wert sagt ja auch sehr viel aus.
            Bei euch war der 8,5. Also ein schlechter Wert.
            Naja und irgendwann ist der Wert einfach "immer" erhöht und man muss handeln.
            Was die Konsequenzen sind, da könnt ihr euch lieber im Internet schlau machen. Ich bin Krankenschwester auf einer Intensivstation und würde euch nur erschlagen mit den Fachwörtern.

      Hallo!

      Wenn Dein Mann seine Ernährung dauerhaft umstellt, dann kann es auf Jahre so stabil bleiben mit guten Werten. Dann wird auch seine Bauchspeicheldrüse noch etliche Jahre gut mitmachen. Allerdings sollte er schon ab und zu die langzeitwerte überprüfen lassen, und er darf es eben nicht komplett schleifen lassen mit der Ernährung.

      Der "normale" Verlauf ist, dass man irgendwann mit der Ernährung und dem Sport dann etwas schlampiger wird, und damit die Werte schlechter, und nach und nach reagiert der Körper weniger auf das eigene Insulin. Das ist ungünstig, weil die Bauchspeicheldrüse dann auf Hochtouren laufen muss, damit die Reaktion noch passt, und das laugt eben aus. Da kann man erst mal sehr gut mit Tabletten gegensteuern, die halten dann nochmal einige Jahre die Werte im ordentlichen Bereich bei halbwegs vernünftiger Ernährung gewinnt dein Mann damit 10-15 Jahre mit 2x am Tag ne Tablette aber sonst kaum Einschränkungen.

      Wenn die Werte dann doch weiter nach oben gehen, gibt es noch ein paar Weitere Tabletten, wenn das nicht reicht, dann das erste Basalinsulin, also eines für über Nacht, damit da die Werte nicht so hoch sind, nur spät abends. Das ist auch noch keine große Einschränkung. Und erst dann, wenn auch das nicht mehr reicht, müsste er anfangen zu allen Mahlzeiten Insulin zu spritzen - das ist dann eher etwas nervig, weil man halt im Restaurant, in der Kantine und so weiter immer nen Insulinpen auspacken muss und sich in den Bauch pieksen. Tut nicht weh, die Nadeln sind dünn wie ein Haar, aber sieht halt komisch aus. Und jedes Mal dafür auf Klo gehen ist auch doof, außerdem muss man halt immer alles mitschleppen. Als Frau hat man da eine Handtasche, für Männer etwas doof.

      So ganz 100% gesund bleiben, bis er 95 Jahre alt ist, wird dein Mann ziemlich sicher nicht, aber das Insulin zu jeder Mahlzeit kann er mit guter Ernährung und Sport um Jahrzehnte verhindern. Nur sowas wie jeden Tag Limo, Cola. Alkohol, Essen ohne Ende, kein Sport... naja, das bezahlt jemand mit Veranlagung zu Diabetes eben.

      • danke für die antworten.....

        mir ist klar, das man ernährungsumstellungen etc, auch aufgrund seines übergewichts, selten alleine ohne medizinische hilfe schafft, aber wir versuchen es trotzdem, und ich mache auch trotz meinen 53 kilos mit , lach...

        ich habe auch schon überlegt, wie das dann in zukunft weitergeht. den so gesehen, müssen die werte immer im überblick sein, selbst wenn sie denn mal gut eingestellt worden sein sollten. wie oft sollte man dann messen, damit man derartige hohe anstiege nicht unbemerkt, lange zeit bestehen lässt. ??

        und es gibt so viele theorien die die theorie meines mannes bestätigen, die daran glauben dass es vielleicht nur daran liegt, das überschüssige bauchfett zu verlieren, und die bauchspeicheldrüse wieder dauerhaft anzuregen. angeblich sollen dazu auch artischocken helfen, wenn man diese in maßen regelmässig isst.

        irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen, dieses motto, was kaputt ist , ist kaputt. das klingt so deprimierend, und gibt dann widerrum weniger motivation....

        und noch eine abschliessende frage: wenn man , auch erst in jahrzehnten bei gutem verlauf, vor der spritzengabe steht, und oder tabletten, merkt man vorher etwas? ich meine gesundheitliche beeinträchtigungen? oder kommt das dann nur auf durch die erhöhten werte, also eher zufällig, wie bei ihm aktuell, und es geht ihm ansonsten top!

        also ich meine wenn sein körper wirklich vollkommen kapatulieren sollte, fällt man dann einfach um , oder hat anderweitige symptome, oder verläuft alles nahezu symptomlos?

        • Hallo!

          Also das Artischicken-Zeug. das ist ebenso Geldmacherei wie alle anderen Wundermittelchen. Vergess sowas einfach, das stimmt alles nicht.

          Diabetes ist in aller erster Linie Veranlagung, und gerade wenn man ein paar Pfunde zu viel drauf hat, bricht er eben früher aus.

          Am besten wäre, dein Mann sucht einen Diabetologen oder Internisten mit Diabetologischem Schwerpunkt. Für den normalen Hausrarzt ist ein vergleichsweise junger Diabetiker nichts. In erster Linie werden alle 3 Monate die Langzeitwerte überprüft beim Arzt, und je nach dessen verordnung macht man ca. alle 2 Wochen mal ein Tagesprofil an Blutzuckerwerten (nach dem Aufwachen, nach dem Frühstück, nach dem Mittag- und dem Abendessen), das reicht, um mitzubekommen, wenn der Körper sehr anders reagiert.

          Nudeln sind eine Sache, die immer den Bllutzucker hochschießen lässt, also Nudelgerichte sind nicht so günstig. Lieber Kartoffeln, Reis, Brot. Und halt Kohlehydrate als Beilage, nicht als Hauptsache betrachten. Bei Nudeln hat man halt oft viele Nudeln und wenig sonst, das ist die falsche Verteilung. Kann man ab und zu machen, aber halt nicht immer.

          Mit Diabetes geht es einem völlig normal, man fühlt sich nicht schlecht dabei. Und genau das ist das gefährliche, man merkt eben gar nichts, wenn die Werte zu hoch sind. Aber dauerhaft hohe Werte schädigen die Blutgefäße, und daher kommen die Spätschäden. Esfängt in den kleinen Gefäßen an - Nieren, Augenhintergrund, Zehen, bei Männern auch die Durchblutung der Geschlechtsorgane - und so ganz auf die Dauer können die kaputt gehen.
          Deswegen muss man die Werte eben ein wenig im Auge behalten und bei Bedarf gegensteuern. Es reicht halt nicht, nur ein paar Wochen Diät zu halten, und eine Ernährungsumstellung, die er dann auf Dauer doch nicht durchhält wenn der erste Schock vorbei ist, hilft wenig. Man muss einen dauerhaften Weg finden, und wirklich dran bleiben - ohne sich zu quälen, und das darf auch heißen, dass er auch mal wieder Kuchen isst oder Chips. Schließlich will er Jahrzehnte so leben, nicht sich quälen.

          Also sucht einen Arzt, der alle drei Monate nach den Langzeitwerten schaut und seine Tagesprofile kontrolliert. Wenn Diät alleine nicht (mehr) hilft, dann eben Tabletten. Und wenn er seine Werte dauerhaft in einem vernünftigen Bereich halten kann, kann er die Spätschäden rauszögern, bis er vorher an was ganz anderem stirbt. mein Vater ist nach 35 Jahren Diabetes ohne Folgeschäden vom Diabetes her gestorben an Demenz, die damit nichts zu tun hatte. Aber er hat noch gesehen, hatte beide Füße und alle Zehen, die Nieren haben problemlos funktioniert.

          Das schlimmste ist eigentlich die Erblichkeit, soll heißen, wenn ihr Kinder habt, haben die auch ein deutlich erhöhtes Risiko für Diabetes.

      ps. heute ist der 4 tage der umstellung. mit allen gesunden essens, trinkweisen. heute hatte er aber 2, 15 stunden nach dem essen ( vollkornnudeln, mit gemüse, und 2 vollkornbrote ) einen wert von 201. schon wieder etwas hoch...wo er gestern noch bei 164 mg bei 2 std danach war...

      aber vielleicht braucht es noch geduld, mehr geduld, um längerfristigen erfolg zu sehen...

      ende juli geht er nochmal zum arzt, aber nur auf seinem wunsch hin, das protokoll gegenzusehen. was macht der arzt wenn die werte zb nie wirklich unter 140 gehen. bekommt er dann doch schon unterstützend medikamente?

      • (9) 14.07.18 - 10:57

        HI

        wiegt ihr momentan die Portionen ab oder ist das nur Augenmaß?

        "Eine Portion Nudeln" sind im Rohzustand 80g (was meiner Meinung nach sehr wenig ist) ... gekocht kamen da bei mir ungefähr 200g raus ... und wenn ich mein Essen nicht wiegen muss - dann sind meine Portionen meist deutlich größer als während meiner Schwangerschaftsdiabetes-Zeit.

        Oder auch "Vollkornbrot" ... Du / Ihr müsst das "Kleingedruckte" lesen - nur weil was "Vollkornbrot" heißt, muss das nicht heißen das es wenig KH hat ... je nachdem wo Ihr es kauft ist da an haufen "Zucker" zum dunkelfärben drin!

        In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich eine einzigste Brotsorte die funktioniert hat - selbst das pure Roggenbrot vom Bäcker ging nicht so gut :-(

        Und wegen der Frage ob man es merkt -- wenn Du merkst das Du "Zucker" hast, dann ist es viel zu spät!

        Nur mal so zum vergleich,
        bei Schwangerschaftsdiabetes soll der 1h Wert unter 140 sein ... bei nem "normalen" Diabetiker wird da keiner was sagen wenn der Wert 150 ist ... es sind leider 2 komplette Welten mit den Grenzen, die auch meine Ernährungsberaterin nicht nachvollziehen kann, weil auch ein kontinuierlicher BZ von 160 oder 180 kann schon die Langzeitschäden verursachen (Wundheilungsstörungen, Gefäßschäden, Minderdurchblutungen - egal ob Augengefäße, Herz oder Füße ... durch ne schlechtere Versorgung der Gefäße bekommt man leichter eine Niereninsuffiziens ... das alles merkt man aber selber nur wenn es deutlich zu spät ist)


        http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/diabetes-spaetfolgen-was-der-hohe-blutzucker-im-koerper-ausloest-a-944160.html

        Tückisch ist allerdings: Es können etwa zehn Jahre zwischen dem Auftreten von höheren, aber noch nicht diabetischen Blutzuckerwerten (ab 100 mg/dl) bis zu einem Typ-2-Diabetes vergehen. Die Blutgefäße sind daher oft schon bei der Diagnosestellung geschädigt.

        VG

        Ganz wichtig ist Bewegung! Zweimal pro Woche 45 Minuten wirklich bewegen.

        Und natürlich braucht ihr noch mehr Geduld, das ist nicht über Nacht gekommen und geht auch nicht über Nacht wieder weg.
        Über Nacht geht jetzt aber auch nichts kaputt, also macht euch nicht zu verrückt. Wenn sich der Wert gar nicht gebessert hat könnte man auch mit Metformin anfangen und nach der Gewichtsabnahme wieder aufhören.

        Am besten dein Mann lässt sich ins DMP für Diabetes einschreiben dann wird eh alle drei Monate der Langzeitwert kontrolliert und ggf. nach Folgeschäden gesucht.

Hallo,
vielleicht mal eines zur Erklärung: bei deinem Mann ist nichts kaputt. Die insulinproduzierenden Zellen sind bei Beginn eines Typ 2 Diabetes nicht zerstört. Der Körper hat eine Resistenz gebildet, heißt, er benötigt immer mehr Insulin, um die gleiche Menge an Kohlenhydraten zu verstoffwechseln. Am Anfang schaffen die Zellen diesen Mehrbedarf abzudecken, aber irgendwann reicht das Insulin, das die Bauchspeicheldrüse produzieren kann nicht mehr aus, die Kohlenhydrate können nicht mehr ausreichend verstoffwechselt werden und der Blutzucker steigt. Die produzierenden Zellen arbeiten auf Hochtouren. Kommen nun eine Ernährungsumstellung, Bewegungssteigerung und/oder Gewichtsreduktion als Faktoren, die die Resistenz durchbrechen können ins Spiel, benötigt der Körper wieder weniger Insulin, die Zellen laufen nicht mehr am Limit und können sich erholen. Eben weil sie nicht kaputt sind.
Einmal Diabetiker - immer Diabetiker stimmt aber trotz dann eventuell wieder perfekter Blutzuckerwerte, denn sinkt das Bewegungslevel wieder, steigt das Gewicht oder kommen die alten Ernährungsgewohnheiten zurück, beginnt der Kreislauf wieder von vorn.

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