Pflegeheim/Kosten

    • (1) 22.07.18 - 18:29

      Guten Abend,
      Ich bin gerade etwas ratlos und hoffe dass sich hier jemand auskennt.
      R. ist langjährige Alkoholikerin mit vielen Folgekrankheiten.
      R. machte einen erfolgreichen qualifizierten Entzug und konnte nach 2 Wochen nicht nach Hause entlassen werden weil R. sich "NOCH" nicht selber zu Hause versorgen kann.
      Sie wurde via Krankentransport nahtlos ins Pflegeheim gebracht.
      Veranlasst wurde das alles von der Sozialarbeiterin der Entzugklinik.
      MDK, Sozialamt,Pflegekasse, Krankenkasse wurden informiert. R. bezieht seit vielen Jahren Hartz 4 wegen vielen schweren Krankheiten.
      Das Pflegeheim teilte mir mit dass Dauerpflege beantragt wurde da keiner weiß wann R. wieder in der Lage sein wird sich selbst zu versorgen. (Schätzungsweise 10 Wochen werden zur Erholung benötigt)
      Was müssen die Angehörigen nun beachten? Und wer zahlt das Pflegeheim? Was passiert mit dem Geld Hartz 4?
      Die Angehörigen wurden nicht informiert und keiner weiß wo sich hingewendet werden muss/kann .
      Laut Einschätzungen der Sozialarbeiterin wird es mindestens Pflegegrad 3 werden.
      Kann jemand was dazu sagen?
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

      • (2) 22.07.18 - 19:19

        Hallo,

        das Pflegeheim will nun mal bezahlt werden. In der Regel von denen, die es in Anspruch nehmen.
        Kann derjenige, der das Pflegeheim in Anspruch nimmt es nicht selbst zahlen, springen dafür "Dritte" ein.
        Dies sind in erster Linie die Angehörigen wenn die Person um die es geht, kein eigenes Einkommen oder Vermögen hat... wie viel diejenigen dazu zahlen müßen, wird von den "Behörden" festgelegt, nachdem die Leistungsfähigkeit der Angehörigen geprüft wurde.
        Die Pflegeversicherung zahlt selber auch noch einen Teil dazu... wenn alles nicht ausreicht zahlt den Rest das Sozialamt.

        Ihr solltet also ersteinmal abwarten, welche "Behörde" euch anschreibt und um ein ausfüllen von zugesandten Formularen bittet.

        (3) 22.07.18 - 20:25

        Also ein Heim darf nicht einfach so ohne Betreuung oder Angehörige beschließen, dass jemand Zur Langzeitpflege bleiben sollt.

        Im Krankenhaus werden sie einen Eilantrag gestellt haben was den Pflegegrad angeht. Da wird es meistens vorläufig Grad 2, ein Heim darf dann aber seit 1.7.17 nach Grad 3 abrechnen.

        Das Harz IV wird dafür wohl verwendet werden müssen. Und was genau die Kurzzeitpflege und dann die Langzeitpflege kostet, ist nicht vom Pflegegrad abhängig (ab Grad 2), aber es ist von Heim zu Heim unterschiedlich. Meist zwischen 1300 und 1700 Euro Eigenanteil pro Monat.

        Falls du noch mehr Fragen hast, schreib mir gerne ne Nachricht, ich bin Pflegedienstleitung in einem Altenheim. 🤗

        • Danke für deine Antwort.
          Aber es geht doch nicht dass keine Miete mehr vom Amt bezahlt wird. Dann wäre R. ja obdachlos in ein paar Wochen.
          Wo können die Angehörigen sich denn nun hinwenden?
          Lieben Dank

          • (5) 22.07.18 - 22:56

            Sie können zunächst sich an die zuständige Pflegekasse wenden. Die ist auch dort, wo man krankenversichert ist. Also AOK, BKK etc.
            Dann können Sie denen auch mitteilen, dass sie das so nicht entschieden haben, sondern das Heim. Dann haben die dort nämlich ein Problem. Es sei denn die Dame hat halt einen gesetzlichen Betreuer, der das entschieden hat Oder sie kann eben noch selber für sich entscheiden. Aber dann muss sie halt auch selber schauen, wie sie das bezahlen kann.

            Je nach Pflegebedarf ist es aber meist günstiger ambulant sich einen Dienst 2x tgl kommen zu lassen.

              • (7) 22.07.18 - 23:11

                Auch bettlegerig ist ambulant möglich.

                Also klar kommt es auf die Auslastung des Dienstes dann an, aber als ich noch ambulant als Leitung gearbeitet habe, da hatten wir einige komplett bettlegerige Kunden.

                Wichtig ist aber, ob Frau R. Das auch wollte und jetzt noch dort bleiben will. Denn solange sie keine Demenz oder ähnliches hat, darf sie frei entscheiden, wo sie sein will.

                • Ja sie will unbedingt und ist dort überglücklich. Nur wer zahlt das und was ist mit den Hartz 4 Bezügen und ihrer Wohnung? Sie will dort ungefähr 8 Wochen bleiben und beantragt ist Dauerpflege

              Meine Schwester war jahrelang bettlägerig und hat ambulante Pflege bekommen. Die sind dreimal am Tag gekommen zum wenden, waschen, essen hinstellen.
              Kein Problem und meine Schwester durfte in ihrer Wohnung bleiben!

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