Haushaltshilfe für ältere Menschen?

    • (1) 24.08.18 - 05:49

      Hallo ihr Lieben!

      Ich werde im Netz leider nicht fündig, vielleicht könnt ihr mir helfen. Folgendes Problem:
      Meine Mum ist 62, Diabetikerin, hat Asthma und eine Lungenfibrose. Sie kann kaum noch laufen, schleppt sich aber unter Schmerzen zur Arbeit. Das ist aber nicht Thema, sie lässt sich davon nicht abbringen.

      Was sie allerdings nicht mehr schafft ist ihr eigener Haushalt. Meine Schwester und ich waren sehr geschockt als wir mal bei ihr waren. Wir wohnen leider weiter weg und können sie daher nicht unterstützen dabei.

      Gibt es Haushaltshilfen über die Krankenkasse auch für ältere Menschen die noch im Berufsleben stehen? Ich finde nur was für akut Kranke und Verletzte.

      Sie kann es leider nicht selbst finanzieren, sie ist in der Altenpflege und hat wenig Einkommen, meine Schwester und ich können sie leider auch nicht unterstützen.

      Wisst ihr ob es sowas gibt? Ist ja sicher kein seltener Fall.

      LG und einen schönen Tag für Euch
      Sunny

      • Ich befürchte dafür gibt es keine staatliche oder andere Unterstützung von außen.
        Auch in der Altenpflege gibts den Mindestlohn. Wenn das unter dem Existenzminimum ist, dann gibts Aufstockung durch Harz_IV.
        Eine Haushaltshilfe, ein paar Stunden pro Woche kostet vielleicht 50 €. Wenn jeder von euch 15€ pro Woche dazulegt, dann schafft ihr das in Eigenverantwortung. Oder ihr geht sie einfach regelmäßig besuchen und putzt bei ihr. Das würde doch ihrer Gesundheit am meisten guttun - Zuwendung.

        • Wir wohnen leider mehrere hundert Kilometer von ihr weg. Da ich alleinerziehend bin und auch jeden Cent 3 mal umdrehen muss kann ich da finanziell auch nix machen, meine Schwester genauso.
          Sie nimmt den Tag über Schmerzmittel damit sie überhaupt arbeiten kann, alles andere schafft sie nicht. Hartz 4 bekommt sie nicht, da ist sie knapp drüber.

      Ich denk das wird schwierig. Deine Mutter arbeitet in der Altenpflege, kann aber ihren eigenen Haushalt nicht halten. Das klingt eigenartig, das musst du zugeben, oder? Meine Schwiegermutter ist 94 Jahre alt und fit wie man es in dem Alter ist. Sie hat keinen Pflegegrad und keinerlei Erkrankungen. Dennoch fällt es ihr schwer den Haushalt zu meistern, was wie ich finde in dem Alter so sein darf. Den Haushalt sowie ihre Einkäufe übernimmt die Familie abwechselnd. Es findet sich immer jemand der mal einen Nachmittag gründlich sauber macht und ihr den Einkauf bringt. Wenn das partout nicht ginge müsse sie sich jemanden suchen und denjenigen dafür bezahlen.

      • Ja, ist eigenartig. Sie bombt sich den ganzen Tag mit Schmerzmittel voll damit sie überhaupt arbeiten kann.
        Wir würden ihr gerne helfen, wohnen aber mehrere Hundert Kilometer entfernt. Man sieht sich nur zu den Festen, aber dann halt nie bei ihr. Freunde hat sie auch nicht, sie lebt ganz zurück gezogen. Sie will so lang wie möglich arbeiten, ist ja das einzige was sie hat an Kontakten.

        Ist echt schwierig.

        • Ihr könntet euch ja mal von der Charitas oder DRK beraten lassen welche Möglichkeiten es gibt. Ich denk aber von der Krankenkasse gibt es nix, wie gesagt sie arbeitet ja sogar noch. Es ist mir schleierhaft wie sie ihren Job ausüben kann, aber zu Hause geht alles unter. Sonst kann ich nur den Tip geben sich privat jemanden zu suchen der ihr unter die Arme greift.

          • Mir ist es auch schleierhaft wie sie es packt, ich hab aber auch Angst davor was passiert wenn sie es nicht mehr packt. Dann sitzt sie ja nur noch allein daheim. Da wird sie große Probleme kriegen denke ich.

    (8) 24.08.18 - 13:08

    Hallo,

    leider wird es eine Unterstützung seitens der Krankenkasse nicht geben.
    Eine Haushaltshilfe ist, soweit ich informiert bin, eigentlich für den Notfall gedacht. Nicht Dauerhaft.

    Zudem widerspricht sich die Bedürftigkeit. Auf der einen Seite geht deine Mutter wohl keiner leichten Beschäftigung nach, auf der anderen Seite benötigt sie Hilfe im Haushalt...

    Wie sieht denn deine Mutter das Problem mit dem Haushalt? So wie du schreibst, wart ihr , also du und deine Schwester, geschockt.
    Deine Mutter auch?
    Vielleicht sieht deine Mutter es gar nicht so "eng" mit dem Haushalt wie ihr. Ist ja jetzt nichts ungewöhnliches das "Haushalt" unterschiedlich bewertet wird.
    Ist es jetzt ein Umstand der unbedingt geändert werden muß, oder kann deine Mutter damit gut leben? Dann könnte man es dabei belassen, finde ich.
    Sie ist bestimmt nicht die Einzige, die von der Arbeit kommend sich einfach nur noch ausruhen möchte.
    Krankheit hin oder her...ein aufraffen fällt sehr vielen dann schwer. Gerade wenn man vielleicht auch nur noch allein zu Hause ist.

    Ich sehe das auch so, wenn eine Hilfe von euch als nötig erwiesen wird, ihr die wohl oder übel mit finanzieren müsst.

    Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht noch auf Hilfe von Ehrenamtlichen zurück zu greifen, sofern vorhanden. Bei uns gibt es solche Einrichtungen. Die "arbeiten" aber auch nur Temporär. Nicht dauerhaft...

    Eine weitere Möglichkeit wäre auch zu versuchen den Gesundheitszustand deiner Mutter zu verbessern..damit sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist.

    • (9) 24.08.18 - 15:37

      Es muss unbedingt was passieren, es geht nicht um ein bisschen Unordnung. Meine Schwester und ich haben 10 Stunden geschrubbt in einem Zimmer, Küchenzeile und Bad. Zum Schlafzimmer kamen wir nicht, wir hatten keine Kraft mehr.
      Nach Ehrenamtlichen werde ich mal schauen, ist aber sehr ländlich da, weiss nicht ob es da sowas gibt. Danke für den Tip.

Ich muss den anderen Recht geben. Aus der eigenen Familie kennen wir das auch, dass alte Menschen gerne je nach Typ auch einen Haushalt haben, wo uns die Haare zu Berge stehen. Aber das ist nicht nur bei alten Leuten so. Und dann kommt die Begründung, das Alter. Es war aber auch schon zu früheren Zeiten so gewesen, dass der Haushalt keinen so hohen Stellenwert hatte.

Ich kannte eine sehr betagte, ziemlich kranke Frau, die kaum noch gehen konnte, aber ihre kleine Wohnung war stets so sauber, dass man hätte vom Fußboden essen können. Alles blitzte nur so und es war unglaublich aufgeräumt. Ich weiß nicht wie sie das hinbekommen hat, aber wenn man wirklich will, hält man seinen Haushalt in Ordnung.

Vielleicht liegt es an der Psyche, vielleicht an den Kräften, vielleicht an der Überwindung. In solchen Zeiten sind eben die Familienangehörigen gefragt. Der Staat kann nicht für alles und jeden in jeder Lage aufkommen.

(11) 24.08.18 - 15:31

Frag mal bei verschiedenen Pflegestellen in ihrer Umgebung nach.

Was gibt es bei ihr in der Region. Was kostet es. Welche Voraussetzungen gibt es. Welche Tipps haben sie.

Auch wie ist es mit der Arbeitsfähigkeit. Es ist ja super, dass sie es noch kann. Aber was, wenn sie es mal nicht mehr kann? Wenn es dann sehr schnell geht?

Jetzt treibt sie ihr eigener Wille an, die Arbeit zu schaffen. Aber entweder schreit dann ihr Körper so Alarm, dass sie das Alarm nicht mehr übertönen kann und auch mit Wille nicht mehr dagegen ankommt
oder der Wille reicht nicht mehr aus, um dem zu trotzen

und dann geht es oft schneller, als man denkt, weil ein langsames ändern nicht mehr machbar ist.

Daher ist Vorbereitung ganz gut. Aktuell geht sie noch zur Arbeit. Aber vorbereitend: welche Möglichkeiten gibt es vor Ort.
Welche Tipps haben sie?
Auch im Punkt: wie findet man privat eine Haushaltshilfe, die zuverlässig ist?
Wie geht man verschiedene Punkte an?

Wie kann man die Mutter unterstützen, wenn sie mal nicht mehr kann?
Auch bei ihrem Krankheitsbild. Wie arbeitsfähig ist sie (weiterhin).
Mit gut eingestelltem Diabetis kann man ja vieles noch machen. Mit schlecht eingestelltem oder je nach anderen Symptomen in vielem aber doch nicht mehr arbeiten.

Was kann sie weiterhin in der Pflege tun, wenn sie das, was sie jetzt macht, nicht mehr kann?


Meine Eltern waren beide Diabetiker. Beide mit unterschiedlichem Verlauf.
Autofahren durften sie z.B. nur, wenn alles gut eingestellt war.

Je nach Verlauf konnten sie vieles selbst erledigen - oder eben auch nicht (mehr).

Regionale Pflegestellen haben uns da sehr geholfen, gut beraten und Tipps gegeben, was man wann, in welcher Situation, wie tun kann oder eben auch nicht.

  • (12) 24.08.18 - 15:43

    Danke für Deinen Rat. Ich werde mich mal mit den Pflegestellen in Verbindung setzen. Irgendwann gibt es wohl den großen Knall und sie kann sich gar nicht mehr selbst versorgen. In ein Heim oder so will sie partout nicht, da müssen wir uns eh schlau machen was es für Alternativen gibt. Von uns kann keine ihren Job aufgeben. Ich hab da echt Angst, vor allem jetzt wo ich weiß wie sie lebt.

Hi,

ihr könnt eine Pflegestufe für sie beantragen (oder sie soll das selber machen)--von dem Pflegegeld und der Entlastungsleistung (125 Euro) kann sie sich dann eine Putzhilfe nehmen.

lg

Top Diskussionen anzeigen