Zahnersatz

    • (1) 18.10.18 - 06:52

      Hallo,
      vielleicht gibt es ja jemanden unter euch, der sich da ein bisschen auskennt.

      Ich habe eine Zahntaschenentzündung, die nicht in den Griff zu bekommen ist und der Zahn soll jetzt raus. Nebendran ist ein gesunder Zahn und eine komplizierte Brücke. Nun sagt meine Zahnärztin, dass nur ein Impflantat oder eine kompliziert verankerte Protese in Frage kommt.

      Ich möchte auf keinen Fall ein Implantat und auch so viel Drahtzeug nicht im Mund. Eine Zahnlücke will ich aber auch nicht haben.

      Gibt es da wirklich keine Möglihkeit, zB eine Protese, die man morgens anklebt und halt abends wieder rausmacht?

      Ich bin einfach unsicher ob mir dort alle Möglichkeiten aufgezeigt wurden, denn ich habe das Gefühl, dass man in der Praxis doch sehr aufs Implantat fixiert ist, weil das das Spezialgebiet der Praxis ist. Ausserdem passiert es mir als Privatversicherte öfters, dass mir mehr Dinge aufgequatscht werden, als notwendig.

      LG S.

      • (2) 18.10.18 - 07:01

        Wende Dich an die nächste Uni-Zahnklinik! Habe bis jetzt nur gute Erfahrungen damit gemacht. Die sind nicht auf Profit aus, forschen und sind immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft! und geh dahin, bevor der Zahn gezogen wurde! Vielleicht haben die noch ganz andere Ideen. Auch wenn die Fahrt länger ist und die Behandlung länger dauert, es lohnt sich.

      Eine Entzündung, die nicht in den Griff zu bekommen ist? Und was soll die Ursache davon sein? Der Zahn?

      Wenn entzündliche Prozesse im Mund nicht in den Griff zu bekommen sind, dann sehe ich da Probleme beim Implantat. Da muss man doch erst mal erkennen, wo die Ursache liegt.

      • Scheinbar sitzen die Bakterien am Zahn (der bereits eine Wurzelspitzenresektion hinter sich hat). Mein eigentlicher Zahnarzt, der leider krank wurde und dann ganz aufgehört hat, wollte die Zahntasche aufschneiden, die Zahntasche aufwändig säubern, den Zahn abschleifen (oder polieren), damit die Bakterien keine Schlupflöcher mehr haben und dann nach einem Abstrich mit einem Antibiotikum behandeln. Über Zahnersatz habe ich mit ihm leider damals noch nicht gesprochen.
        Ich war noch beim Paradontologen, der will jetzt eine Art MRT vom Zahn machen lassen, weil er vermutet dass der Zahn einen Seitenkanal hat, der nicht gereinigt wurde und da drin die Bakterien sitzen. Wenn das so wäre, könnte man evtl den Zahn nochmal aufmachen nochmal reinigen. Erfolgsgarantie fraglich

        Irgendwie habe ich aber die Nase voll und würde das Ding gerne einfach raushaben. Vielleicht auch deswegen weil ich noch keinen neuen Zahnarzt, dem ich vertraue, gefunden habe. Deswegen frage ich was für Zahnersatzmöglichkeiten es gibt, die vielleiht nicht so verbreitet sind, aber mit denen ich mich anfreunden kann.

    Ich würde mir an Deiner Stelle auf jeden Fall noch eine (oder zwei) andere ärztliche Fachmeinungen einholen, bevor ich mir einen Zahn ziehen lasse!
    Hier im Internet medizinische Laien zu befragen, bringt Dich nicht weiter.

    • Ich war schon bei mehr als zwei Zahnärzten deswegen.

      • Und alle sagen das gleiche?

        • Naja bisher haben alle direkt vom Implantat geredet, was ich meist sofort abgelehnt und den Fokus auf den Erhalt des Zahns gelenkt habe.

          So langsam verabschiede ich mich aber von ihm und die letzten beiden Zahnärzte habe ich zu Alternativen befragt und bekam eben nur die Version mit der verdrahteten Protese.

          Ich verspreche mir von einer weiteren Meinung mehr, wenn ich selbst mit ein paar Varianten von Zahnersatz im Gepäck komme. Und solange ich mir nicht die Zähne von einem Laien behandeln lasse, kann ich mir vorstellen, dass es da durchaus Ideen geben könnte, weil der ein oder andere hier vielleicht ein seltenes Exemplar von Zahnarzt hat, der sich nicht allzusehr auf Implantate versteift.

          • (10) 18.10.18 - 18:19

            Mit Entzündungen bei (wurzelbehandelten) Zähnen ist nicht zu spaßen. Da sollte man schon was tun. Das kann sonst übel enden - Beispiele könnte ich jetzt einige nennen.

            Die Lücke muss idR geschlossen werden, weil sich sonst die übrigen Zähne verschieben und keinen Gegenbiß mehr haben.
            Prothesen müssen irgendwie angeklammert werden, außer man hat alle Zähne schon raus und dann kann die komplette Prothese am Gaumen bzw. auf dem was übrig ist, mit einer Haftcreme angeklebt werden. Das stelle ich mir nicht lustig vor. (Sorry wenn ich das laienhaft beschreibe.).

            Zahnimplantate finde ich persönlich auch nicht so einfach. Es braucht einige Eingriffe, bis man ein Implantat mal drin hat und das bedeutet, das Ding ist im Knochen fest verschraubt und eingewachsen, der Zahn ist dann nicht mehr durch Zahnfleisch abgepuffert, man hat weniger Gefühl in dem Implantat und die Pflege ist auch anders als bei anderen Zähnen. Bei Osteoporose kann auch ein Implantat sich lockern, genauso wenn es Entzündungen ums Implantat herum gibt. Teuer ist es auch. Meiner Meinung nach ist es aber die beste Lösung, besser als eine Brücke und besser als eine Prothese.

            • Vielen Dank für deine Einschätzung und Erklärung. Jetzt ist mir einiges klarer.

              Implantat muss auch irgendwann wieder raus, auch das scheint kein Spaß zu sein....

              Jetzt warte ich halt doch meinen MRT.Termin ab, vielleicht ist der Zahn ja zu retten. Und ja, ich will die Entzündung aus gutem Grund endlich loswerden.

              LG S.

              • Sich ein Implantat geben zu lassen, ist nicht mit einem Eingriff getan. Es sind mehrere z.T. aufwändige Termine.

                1. Entzündung bekämpfen (Antibiotikatherapie)
                2. Termin Wurzelentfernung (OP)
                3. nach einigen Wochen: Termin Implantant-OP (Schraube wird in Kieferknochen eingesetzt, Zahnfleisch über der Wunde zugenäht (OP)
                4. Termin Zahnfleischöffnung und Einbau eines Zwischenstücks
                5. Montage eines Zahnaufbaus (wie Krone)
                6. Nachkontrolle nach ca. 6 Wochen

                Kostenpunkt Eigenbeteilung rund 1500-2000 Euro pro Implantat.

                Nach den OPs ist man jeweils für einige Tage buchstäblich krank. Das empfinden die Patienten unterschiedlich. Es kann durchaus sein, dass ein Teil des Gesichts einige Tage dick geschwollen ist und tagelang noch leichte Blutungen auftreten. Natürlich hat man auch Schmerzen nach den OPs.

                Ein Nachbar hat sich gleichzeitig 2 Implantate setzen lassen, und fand das ganze gar kein Problem. Es hat sich allerdings bald ein Implantat entzündet und musste wieder entfernt werden. Das hab ich auch von einem Bekannten so gehört, ihm ist das auch passiert. Aber die Kieferchirurgen sagen, das sei sehr sehr selten. Mit Sicherheit kommt es auf die Kompetenz des Kieferchirurgen und auf den Gesundheitszustand des Patienten an. Gesunde Knochen und eine Ernährung die Entzündungen entgegenwirkt, begünstigen den Erfolg und können ein Implantat 20-30 J lang halten lassen. Poröse, schlecht heilende Knochen eignen sich nicht für Zahnimplantate.

                Da sind wir wieder beim Vitamin D, den Knochenhormon. Ohne einen guten Vitamin-D-Spiegel werden die vorhandenen Zähne mit der Zeit kaputt gehen und Implante Probleme bereiten.

(13) 20.10.18 - 23:12

Zuerst sollte die Ursache der Entzündung geklärt werden.
Wie man die Lücke schließt, kommt auch etwas auf die Befundsituation an - also welcher Zahn das wäre. Eventuell neue Brücke, Teleskoparbeit oder erstmal nur was provisorisches.
Letzteres gibt es mittlerweile auch ohne Metallklammern
http://www.microdental.com/valplast/
So kann die Wunde verheilen und du in Ruhe überlegen.

  • Oh, danke, auf so eine Antwort habe ich gewartet :-)

    Es ist glaube ich der 5er unten links, der 4er (oder eher alle 4er) ist aber in meiner Jugend gezogen worden, auf Anweisung des Kieferorthopäden.

    • Huhu, ich hatte vor 25 Jahren einen Fahrradunfall und infolge dessen ist jetzt ein, damals verstorbener 😂 ,Zahn gezogen geworden. Ich wollte gleich ein Implantat haben, hatte mich früher schon mal oberflächlich damit beschäftigt.

      Ich war weder nach dem Zahn ziehen, noch nach dem Implantat setzen krank. Klar siehst man nicht sehr schön aus, am Tag nachdem im Gesicht mit ner Bohrmaschine hantiert wurdewurde 😉 Aber ich war fit.

      Von der Reinigung her merke ich auch keinen Unterschied, was soll da anders sein? Kann ja kaum meinen Kieferknochen putzen 😬

      Meine Mutti hat schon kurz nach der Wende (1994/1995) ein Implantat bekommen, was ja bestimmt ne schlechtere Variante damals und sie hat es trotzdem noch problemlos drin. Mein Chirurg hat auch gesagt dass es ganz oft ewig drin bleiben kann. Bei mir eventuell nicht, weil ich noch sehr jung bin, aber werd ich sehen.

      Warum möchtest du kein Implantat?

      Achso, aber generell denke ich auch dass die Entzündung beseitigt und der Zahn erhalten bleiben sollte :)

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