Wer hat selbst schon ein Organ gespendet oder bei wem hat im engsten Umkreis schon mal jemand eine Organspende erhalten?

    • (1) 04.11.18 - 22:35
      Inaktiv

      Hallo zusammen!

      In Anlehnung an eine Frage zur Organspende im Forum Familienleben habe ich mir selbst nochmal gründlich Gedanken dazu gemacht, wie ich das weiterhin handhaben möchte. Dabei ist mir bewusst geworden, dass in meinem engsten Umkreis zweimal die Notwendigkeit eines neuen Organs aufgetreten ist und beide Male kein Organ da war. Beim einen Fall gab es die Zusage und den OP-Termin, der dann abgesagt wurde, die Person ist kurz darauf verstorben. Es hieß, der Spender sei aus der Hirntod-Situation wieder ins Leben zurück gekehrt. Beim anderen Fall gab es kein Organ, die Person hat noch etwas länger gelebt und ist dann ebenfalls verstorben. Ich war bei beiden Fällen noch recht jung und habe mal wieder Fragen dazu in der Familie gestellt. Die Beteiligten wollen darüber nicht reden und ein Kommentar war, man müsste viel Geld haben oder die richtigen Beziehungen, sonst hätte man als normaler Mensch und Kassenpatient keine Chance.
      Ich tue mich richtig, richtig schwer damit, eine Haltung zu entwickeln. Bisher wollte ich nur Spenderin für meine Familie (Mann, Kinder und meine Geschwister) sein.

      Falls jemand mit wirklich erlebten Fällen etwas Licht ins Dunkel bringen kann, wäre ich dankbar.

      Judith

      • (2) 04.11.18 - 23:09

        Hallo, habe zu dem anderen Thread ebenfalls schon geantwortet.

        Meine Mutter hat dieses Jahr ein spenderherz bekommen, Wartezeit im Durchschnitt 4 Jahre. Meine Mutter hat sage in schreibe nur 2!!!wochen gewartet.
        Ich sage sie hatte einfach nur wahnsinniges Glück und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort 😊 im Übrigen hatte sie letzten Dezember laut Arzt noch ein Jahr zu leben.

        Ein klares JA zur Organspende 👍🏼😊

        Ohne Ihren Organspender wäre sie vermutlich nicht mehr am Leben.

        Liebe Grüße

        (3) 05.11.18 - 11:10

        Hallo,

        ich habe selber vor 14 Jahren, im Alter von 19, eine neue Lunge bekommen.
        Ohne die Transplantation wäre ich also schon lange tot.

        Es gibt die Organisation Eurotransplant, die für Deutschland und einige andere Länder die Organvergabe zentral regelt. Sitz ist in den Niederlanden. Die bekommen nur die relevanten medizinischen Daten und schauen dann, welches Organ zu welchem Empfänger am besten passt.
        Auch bei Nieren, die ja auch noch lebend gespendet werden können, wird sehr streng darauf geachtet, dass Spender und Empfänger neben allen medizinischen auch privat eine sehr enge Beziehung haben, also ja meistens die engsten Familienangehörige. Da kann man sich nicht einfach eine Niere kaufen.

        LG Sophie

        (4) 05.11.18 - 12:22

        In unserem Bekanntenkreis ist der Fall zwar noch nicht eingetreten, aber wir haben einen Freund der nierenkrank ist und auf ein Organ wartet.

        Man darf sich die Warteliste nicht als eine starre Reihenfolge vorstellen. Unser Freund geht seit 12 Jahren zur Dialyse und es geht ihm ziemlich gut damit. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in naher Zukunft eine neue Niere bekommt auch eher gering. Es sei denn, es taucht ein Spenderorgan auf, das 100% perfekt zu ihm passt. Dann wird er das bekommen.

        Ist bei einem Patienten die Dringlichkeit einer Transplantation größer, weil sein Zustand bereits lebensbedrohlich ist, dann bekommt er auch ein Organ, bei dem weniger "Verträglichkeitsparameter" übereinstimmen. Dafür besteht dann ein größeres Risiko der Abstoßung. Diese kann auch langsam verlaufen und nach ein paar Jahren ist wieder eine Transplantation nötig.

        Trotzdem kann es eben auch sein, wie es wohl in den von dir geschilderten Fällen war, dass kein Organ zur Verfügung steht, welches auch nur annähernd passt. Je weniger Menschen bereit sind nach ihrem Tod Organe zu spenden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass für die Betroffenen passende Organe gefunden werden.

        Wie ja bereits geschrieben wurde, wird die Organvergabe zentral über Eurotransplant gesteuert. Da gibt es keine Bevorzugung von Privatpatienten oder Ähnliches.

      • (5) 05.11.18 - 18:21

        Ich kenne mehrere Leute gut.

        Ein Freund von meinem Wohnort hat mit 1,5 Jahren ein Spenderherz bekommen. Eine Bekannte von uns eine Niere, mit der sie leider nicht mehr lange gelebt hat. Mein ehemaliger Chef zweimal eine Niere und eine Kollegin hat seit ca. 30 Jahren eine Spenderleber.

        Das sind nur die, von denen ich es weiß und die mir spontan einfallen.

        Vg

        (6) 05.11.18 - 21:44

        Von einer Freundin der Sohn kam ohne funktionierende Leber auf die Welt. Wenige Tage nach der Geburt bekam er eine neue Leber. Jetzt ist er 7 Jahre alt und ein ganz normaler Junge...
        Ansonsten kenne ich ein paar Patienten, die ein Organ bekommen haben. Ganz normale Kassenpatienten.
        Für mich gehört die Organspende ganz selbstverständlich zum Leben und Sterben dazu.

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