Nervosität/Anspannung bei Besuch - Schwitzen

    • (1) 02.12.18 - 07:02

      Ich bin mittlerweile verzweifelt und weiß nicht mehr wie ich damit umgehen soll.
      Kurz zur Vorgeschichte: Vor 4 Jahren war ich kurzzeitig 2x monatlich beim Psychologen weil erkannt wurde, dass ich auf Grund meines Perfektionismus an einer Stressstörung leide und Gefahr lief ins Burnout abzurutschen. Ich nahm 1 Jahr antidepressiva.
      Ich weiß nicht ob die Stresssache mit meinem aktuellen Problem zu tun hat - fand es wichtig zu erwähnen, aber mittlerweile Halse ich mir lange nicht mehr so viel Arbeit auf wie früher.

      Nun zum Problem heute:
      Kündigt sich Besuch an oder werden wir/ich eingeladen, bin ich den ganzen Tag über total angespannt. Leide an Hitzewellen und leichtem Schwitzen. Haben wir Freunde eingeladen, bin ich schon Stunden vorher total nervös, tigere durch die Wohnung und suche nach „Fehlern“ , die jemand kritisieren oder unauffällig wahrnehmen könnte. Ganz egal ob das gute Freunde sind oder eher flüchtige Bekannte.
      Was mich aber richtig belastet ist das Schwitzen, das auch anhält wenn der Besuch da ist oder ich eben dort bin.
      Es ist kein offensichtliches Schwitzen. Nur unter den Armen und durchaus im Intimbereich. Füße oder Gesicht sind bei mir NICHT betroffen.

      Erst gestern hatten wir Besuch von einem befreundeten Pärchen, den ich auch sehr genossen habe. Schöne Gespräche, vermeintlich entspanntes Teetrinken bei Lebkuchen und Plätzchen. Und TROTZDEM hab ich mir nach 1,5 Stunden heimlich ein neues Oberteil anziehen müssen weil es schon unangenehm roch. Bin ich denn innerlich so angespannt??
      Das gleiche passiert mir im Wartezimmer beim Arzt, beim Versicherungstermin oder ganz simpel beim Frühstücksbrunch mit Freunden.
      Ich bin eher untergewichtig und lebe gesund. Daran liegt das Schwitzen nicht.
      Vielleicht erkennt sich ja jemand wieder oder kann mir eine objektive Meinung dazu geben? Ich habe Sorge dass ich eine Art sozialphobie entwickelt hab und mich total fertig mach wenn andere Leute anwesend sind.

      Lg

      • Ich denke deine Probleme hängen mit deinem " Perfektionismus " zusammen.

        Folgender Satz macht es in meinen Augen deutlich:

        " tigere durch die Wohnung und suche nach „Fehlern“ , "


        Kann es sein das es auch der Perfektionismus ist der dir Probleme bereitet wenn du unter Leuten bist? Musst du dann auch perfekt sein und hast eventuell Angst das jemand irgendetwas finden könnte was an die nicht perfekt ist.


        Fg blaue-Rose

        (3) 02.12.18 - 10:24

        Ich neige auch zum sozialen Schwitzen, was gerade im Beruf unangenehm ist.
        Ganz davon ab, dass du an den Ursachen (deinem Perfektionismus, deiner Angst, nicht zu genügen) weiter arbeiten solltest, ggf. auch therapeutisch, schaff dir einen guten Antitranspriranten an. Sweat off oder Odaban an drei Abenden in Folge unter die Arme aufgetragen und du hast wochenlang Ruhe. Das zu wissen, ist eine große Beruhigung, nimmt viel Druck und irgendwann brauchst du das Zeug vielleicht gar nicht mehr, weil die Angst vorm Schwitzen als Ursache für das Schwitzen wegfällt.

        (4) 02.12.18 - 10:54

        "Kündigt sich Besuch an oder werden wir/ich eingeladen, bin ich den ganzen Tag über total angespannt. Leide an Hitzewellen und leichtem Schwitzen. Haben wir Freunde eingeladen, bin ich schon Stunden vorher total nervös, tigere durch die Wohnung und suche nach „Fehlern“ , die jemand kritisieren oder unauffällig wahrnehmen könnte. Ganz egal ob das gute Freunde sind oder eher flüchtige Bekannte."


        Hast du Verhaltenstherapeutisch daran gearbeitet - was du kann ich tun? damit es besser wird?

        oder hast du aufgearbeitet, verarbeitet, wo das ganze herkommt?

        Weißt du woher dein Perfektionismus kommt?
        Woher kommt diese Angst?


        Arbeitest du an den Symptomen (schwitzen, Unruhe, Fehler suchen), kann dir das zwar kurzzeitig helfen, behebt die Ursache aber eigentlich nicht.

        Bsp. ich machte früher immer alle Türen zu. Irgendwann habe ich es gelassen (viel Eigenüberwindung). Die Ursache hat sich den Weg gesucht und ich "musste" dann immer alle Lichtschalter ausmachen. Bis jemand meckerte, weil noch jemand im Raum war.

        Bei mir hat es sich irgendwann gegeben (oder ich habe Tics entwickelt, die mir selbst nicht mehr aufgefallen sind). Keine Ahnung.
        Als Kind hat es sich vielleicht auch verwachsen.

        Bei so größeren Sachen, die dich tatsächlich beeinträchtigen, wäre interessant, woher die Ursache kommt!


        Bei einigen (nicht allen, aber doch den meisten) Perfektionisten, die ich kenne - die selbst davon wissen - es selbst für sich störend empfinden - liegt die Ursache in der Kindheit.
        Den Eltern nie genug gewesen zu sein, sehr strenge Eltern - oder auch Messi in der Herkunftsfamilie und Scham, Scham der Eltern
        Erziehung (weil die eigenen Eltern oder Großeltern missbraucht wurden oder mit dem Spruch "was die Leute denken" aufgezogen wurden und das mit jeder Generation weitergegeben haben. Den Stress auf deren Kinder so übertragen haben, dass die Kinder und Enkelkind das so sehr übernehmen und verinnerlicht haben.

        Meine Mutter war Perfektionistin. Vielleicht kam auch daher der Tic mit den Türen oder Lichtschaltern. Es musste immer alles perfekt sein. Irgendwann verautomatisiert man das als Kind. Es ist stressig das umzusetzen - zu hinterfragen aber auch.
        Als Erwachsene liebe ich es unperfekt (ohne ins Gegenteil zu verfallen). ich protestiere nicht mehr dagegen, sondern ich nehme mich so an, wie ich bin. UNperfekt.
        Was gar nicht so einfach war, das zu lernen. Die Erwartugn von außen, ich müsse perfekt sein, damit meine Mutter zu frieden ist, wurde mir immer wieder aufgehalst. Von denjenigen, die selbst nicht hinterfragen, sondern den scheinbar einfachsten Weg gehen. Sich der Erziehung fügen und andere in die Form zu pressen.


        Daher die Frage: wie geht es dir innerlich?
        nicht nur beim Schwitzen (Symptom), sondern bei dem was dahinter steckt.

        Was treibt dich an?
        Warum treibt es dich an?

        Da vielleicht noch mal therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

        • (5) 04.12.18 - 14:27

          Hallo,
          Wenn man lang genug sucht, findet man bestimmt immer irgendwas aus der Kindheit, was als Grund herhalten kann.
          Vielleicht war es aber auch die Pubertät oder falsche Freunde oder man hat einfach einen Spleen.

          Und so mancher psychisch Angeschlagene verbringt lieber viel Zeit mit der Suche nach dem Grund, anstatt sich jetzt darum zu kümmern, wie man mit der jeweiligen Eigenart im Leben umgehen kann.

          Bitte nicht falsch verstehen, schön, wenn man für sich einen Grund gefunden hat und es einem bei der Bewältigung hilft.
          Aber für ein glücklich sein heute ist das Finden eines Grundes in der Vergangenheit nicht notwendig.

          • (6) 04.12.18 - 15:24

            "Aber für ein glücklich sein heute ist das Finden eines Grundes in der Vergangenheit nicht notwendig. "

            Mal ja mal nein.

            Ich kenne einige, die sich über Jahre durch Therapien, Verhaltenstherapien etc. gequält haben und erst mit Grund endlich zack wussten, das war es und dann die Therapie darauf aufbauend gemacht haben und diese hat dann wirklich was gebracht.

            Ja, es gibt auch Möglichkeiten ohne den Grund zu kennen und SUCHEN bringt nichts.

            Wenn ich die Frage stelle, dann nicht um zu suchen! Sondern ob spontan etwas einfällt, was man für "banal" "nicht wichtig" oder verdrängend hält.
            Bspw. kenne ich einige, die starke Gewalterfahrungen erlitten haben und diese als banal oder verdient abtun. Sie machten Therapien an ihrem Verhalten, an den Symptomen und sonstiges. Sie wollten sich nicht eingestehen, dass sie Gewalt die Ursache war, sondern gaben sich selbst die Schuld an der erfahrenen Gewalt und somit auch kein Grund/ kein Recht, sich in dem Punkt helfen zu lassen. Nur an den Symptomen.


            Von daher.... wenn es etwas gibt, das einem aufleuchtet, würde ich daran ansetzen.
            Suchen würde ich auch nicht machen.

            Auch eigene Verhaltensweisen oder Situationen reflektieren: WANN tritt es auf? Wie stark tritt es auf? Wann z.B. gar nicht.

      Warum sollte dein Körper nicht schwitzen dürfen? Warum musst du *heimlich* ein neues T-Shirt anziehen? Man schwitzt, man friert, alles normale Vorgänge eigentlich. Man darf auch mal ein wenig riechen. Dafür gibts ja Deos.

      Ich würde dir empfehlen, psychotherapeutische Hilfe zu holen, bis die Probleme mit dem Perfektionismus erträglicher werden. Einfach, damit du nicht von dem Zwang krank wirst.

      ´Das Problem liegt ja tief im Inneren der Seele. "Ich bin nur gut, wenn ich perfekt bin!"

      (8) 04.12.18 - 10:04

      Ich kenne das Problem. Hab das selbe hab grad.ein Beitrag geschrieben mit meinen Verlustängsten...Weil ich Mediamarkt bräuchte...sber das mit dem rumieren und gästen hab ich genau das sselbe...leider hab ich keine Lösung...ich entblöse mich halt dann immer sitz dann im t shirt da wenn dje anderen frieren..aber so ist es leider...

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