Suche Gleichgesinnte: Harnverhalt&Selbstkatheterismus

    • (1) 16.01.19 - 17:59

      Hallo zusammen,

      wie der Titel schon sagt, suche ich dringend Gleichgesinnte/Erfahrungen/Tipps bezüglich des Themas Harnverhalt.
      Ich habe vor zwei Wochen entbunden und kann seitdem nicht mehr eigenständig pinkeln. Der Harndrang ist da, aber irgendetwas verschließt die Harnröhre, so dass ich nicht Wasser lassen kann. Seit einer Woche lege ich mir selbst Katheter, aus dem einfachen Grund, weil ich es im Krankenhaus nicht mehr ausgehalten habe. Die Ärzte glauben, dass das Baby zu lange auf meiner Blase lag und es zu einer Überdehnung kam. Außer abwarten kann man wohl nix machen. Außerdem sei das Ganze sehr selten.
      Mir geht's deswegen logischerweise nicht wirklich gut. Mir fehlt es vor allem an Erfahrungsberichten, Menschen mit denen ich mich austauschen kann, aber leider findet sich zu diesem Thema fast gar nix.
      Mir geht das Ganze langsam sehr auf die Psyche. Zwar sagen alle Ärzte, dass das wieder wird, aber die Angst ist natürlich trotzdem präsent und das Schlimme ist auch, dass ich die Zeit mit meinem Baby dadurch nicht so genießen kann, wie ich es gerne würde...

      Ich freue mich auf Eure Antworten!

      • Hallo
        Also mit den Selbstkatheterisieren kann ich dir nicht dienen (wurde nur im KH 2 mal gemacht), aber kann dir doch ein bisschen von mir erzählen.
        Ich habe im November entbunden. Die Geburt dauerte 23 Stunden und war echt super schwierig.
        Nach der Entbindung konnte ich 1,5 Monate nicht richtig Wasser lassen. Wie bei dir, war der Druck zwar da, aber es ging einfach irgendwie nicht . Vom Gefühl her (schwer zu beschreiben) klemmte auch bei mir etwas ab. Ich musste mich hinstellen, damit ich überhaupt Wasser lassen konnte und ich stand ungelogen manchmal 20 Minuten, nebenbei ließ ich immer den Wasserhahn laufen.
        Es hieß immer, es wird besser etc. und tatsächlich jetzt merke ich gar nichts mehr davon. Es klappt wieder ganz normal.
        Geduld ist glaube ich wirklich ein "muss" bei dem Thema und starke Nerven.
        Ein sehr unangenehmes Thema und ich verstehe ich dich absolut, was deine Ängste angeht! Drücke dir die Daumen, dass es ganz schnell besser wird.
        Alles Gute

        • Hallo sibelo,

          vielen Dank für deine Antwort. Das heißt aber du konntest die 1,5 Monate schon eigenständig pinkeln, aber eben unter erschwerten Bedingungen?
          Ich hab manchmal schon gar keine Lust mehr mich auf die Toilette zu setzen. Das ist so frustrierend. Mein Arzt meinte, sein längster Fall war eine Frau, die 3 Monate nicht konnte. Auch nicht gerade aufbauend. Einerseits bin ich stolz, dass ich das mit den Einmalkathetern alleine hinbekomme, andererseits frage ich mich, warum zur Hölle ich das verdient habe. Es ist wie ein Albtraum, der nicht aufhören will.
          So, das Gejammere musste mal sein. Vielen Dank nochmal für deine Antwort und die aufbauenden Worte!

          • Ja, wie gesagt, ich kann dich da absolut verstehen... ich hatte irgendwann einfach nur noch leichte Panikzustände, wenn ich auf Toilette musste. Am Anfang schmerzte das auch noch so ekelhaft (durch mehrere Geburtsverletzungen) und dieses Rumgehampel mit dem Stehen bleiben und Wasserrauschen hören etc, hat einfach nur noch extrem genervt.
            Hast du es denn schon mal versucht ohne zu katheterisieren oder klappt das noch gar nicht?
            Wenn du dich auch evtl hinstellst? Wie gesagt, ich hatte ja auch das Gefühl, als ob das was abgeklemmt wird im Sitzen, im Stehen war diese "Blockade" nicht so extrem wie im Sitzen.

            • Das glaub ich dir gerne. Ich habe wenigstens immer im Hinterkopf, wenns nicht geht, dann katheterisiere ich eben wieder. Da hattest du ja viel mehr Druck. Also ja, ich versuche es immer wieder, versuche mir da aber so wenig Stress wie möglich zu machen. Meistens versuche ich es in der Badewanne oder unter der Dusche. Wenns dann aber nicht geht, versuche ich nicht extra länger zu probieren, sondern es einfach gut sein zu lassen. Ist wirklich schwierig, da ein gesundes Maß zu finden. Habe immer Angst, dass es mich einfach noch mehr frustriert, je länger ich es versuche.
              Ich versuche wirklich jeden Tag zu hoffen und stelle mir vor, was für eine unfassbare Last mit von den Schultern fallen würde. Leider kann ich den ein oder anderen Heulmoment nicht vermeiden. Das Einzige, was mir wirklich gut gelingt, ist, es nicht auf mein Baby zu projizieren und zu denken: "du bist der Grund, du bist Schuld." Trotzdem habe ich natürlich auch Panik, dass das einfach für immer so negativ in meinem Kopf bleibt, obwohl das grade eine der schönsten Zeiten meines Lebens sein sollte.

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