Ist das evtl Burnout?

    • (1) 17.01.19 - 14:32
      Inaktiv

      Hall ihr Lieben,
      Lange habe ich mich gegen diesen Begriff gewehrt - hat er doch mein Leben komplett auf den Kopf gestellt!
      Ich versuche mal eine lange Geschichte in einer Kurzversion verständlich zu schreiben.

      Ich bin 45, 18 Jahre glücklich verheiratet, habe 3 Kinder (14,13,8) und einen Hund. Ich arbeite Vollzeit als Lehrerin.

      Im Mai 2017 ist mein Mann mit Burnout zusammengebrochen, er könnte einfach nicht mehr zur Arbeit gehen. Nachdem er sich 6 Wochen eingeredet hat, dass es wieder wird, stand dann im Juli fest: er muss zum Psychiater. Der hat dann eine schwere Angsstörung und Depression festgestellt. Im September musste mein Mann dann aus der Praxis heraus direkt in eine Klinik. Dort war er dann bis April 2018 vollstationär.

      Im Oktober 2017 wurden bei meinem Mittleren Depressionen festgestellt, die er mit einer ambulanten Therapie mittlerweile überwunden hat.
      Meine Älteste ist im Januar 2018 schulunfähig in eine Psychiatrie gekommen aufgrund einer schweren Angststörung und mittelgradiger Depression. Sie war dann zeitgleich mit meinem Mann weg.
      Im März 2018 hat sie einen Suizidversuch unternommen.

      So, nun sind alle wieder zu Hause, ich meistere den Therapiealltag und meinen Job.
      Alle sind auf dem Weg der Besserung.
      Aber ich kann mich nicht freuen.
      Eigentlich müsste ich Tänze aufführen, aber es gelingt mir nicht. Ich bin seit 2-3 Wochen richtig kaputt und ausgelaugt. Ich könnte den ganzen Tag auf dem Sofa verbringen (tu ich aber nicht).
      Meine größte Angst ist es, auch noch weg zu kippen und den Kindern keine Stütze mehr sein zu können. (Der Jüngste hat Einschlafprobleme und ADHS).

      Kennt ihr so ein Gefühl auch? Meint ihr in ein paar Tagen ist es besser?
      Ich hoffe es sehr

      LG Anja

      • (2) 17.01.19 - 16:21

        klingt angestrengt und erdrückt von viel Geschichten und Verantwortungsgefühl von anderen ... und zusätzlich noch den Mama-Job machen.

        Suche Dir Inseln, ein Hobby, etwas, das Dich ausgleicht... -- und nein: es ist nicht noch eine weitere Tätigkeit am Tag, sondern eine, die Dir hilft, den Rest vom Tag ausgeglichender hinzunehmen... --- das sage ihc mir regelmässig, wenn ich wieder meine, vor lauter Hamsterrädchen mein Yoga zu vernachlässigen...

        Sei weiter hellhöhrig auf Dich und wie es Dir geht, -- und versuche, Dich auszugleichen... -- das packst Du schon .... steht jetzt auf, schalt youtube an und mache mal eine Folge Yoga mit Adriene oder Mady Morrisson, ... die zwei sind so positiv... -- mach es einfach ... -- ein Teppich reicht *g* ....

        mir geht es gerade auch nicht besonders, weil ich zu viele Hamster-Rädchen habe ... aber ich erkenne die Zusammenhänge und das ist schonmal gut ... .versuche Du das auch... --- und klar: wenn du irgendwann meinst, es wird zu viel, -- dann reduziere ... oder geh ebenfalls zum Doc ... ---

        alles gute....

        Hi,
        Also ich denke nicht, dass du Sorgen haben musst, dass dir das selbe passiert wie deinem Mann.
        Dein Mann hatte eine schwere Depression und die Anzeichen dafür auch nicht erkannt im Vorfeld.
        So wie du das beschreibst, bist du einfach stark erschöpft. Und das ist auch ganz normal, dass man in so einem Zustand und solchen Umständen erschöpft ist.
        Depressiv wirkst du für mich jetzt nicht.
        Zudem suchst du ja jetzt schon quasi Hilfe, du reflektierst dich selbst und bist wachsam. All das sind gut Voraussetzungen dafür, dass du nie den Boden unter den Füßen verlierst.
        Du darfst müde und ausgepowert sein. Wichtig ist, dass du dir kleine Erholungsphasen und Belohnungen schaffst. Sei es der Frisörbesuch, Joggen, Sauna etc. Grundsätzlich würde ich dir stark dazu raten, Sport zu treiben. Es ist erwiesen, dass dies positive Auswirkungen auf die Psyche hat. Du baust damit stresshormone ab und schüttest Glückshormone aus. Du wirst dabei noch fit und fühlst dich gut.
        Vielleicht kannst du deinen Mann mit einbinden?
        Alles gute!

        (4) 17.01.19 - 19:32

        Ui, das ist ja wirklich der Horror bei euch #zitter.

        Dass du völlig fertig bist, kann ich total verstehen.

        Kannst du mal ein Wochenende in ein Wellnesshotel verschwinden?

        Ich glaube auch, dass du nur erschöpft bist und so eine Woche krank melden und auf dem Sofa verbringen klingt gar nicht so blöd.

        Ich wünsche dir alles Gute!

        PS: Habe nur ein Kind mit solchen Problemen und einen glücklicherweise Ex-Mann, der gerade in der Klinik war, und ich bin auch fertig, aber wenn ich mir das gleich mit mehreren Familienmitgliedern vorstelle und auch noch so lange alleine mit Kids, würde ich durchdrehen

      • (5) 18.01.19 - 09:09

        " Ich könnte den ganzen Tag auf dem Sofa verbringen (tu ich aber nicht)."

        Das ist ein Fehler. Tue das. In Phasen, in denen ich mich ausgelaugt fühle, mache ich ganz bewusst Pause, wo es geht. Akkus müssen ja auch wieder aufladen. Und deine erst Recht, denn du hast da ja wirklich einiges stemmen müssen und ich hoffe sehr, sehr für dich, dass jetzt alle wirklich auf dem Weg der Besserung sind.

        Es ist doch häufig so, dass man erst dann selbst zusammenbricht, wenn der Stress vorbei ist: Man hat wochen-, monate-, so sogar jahrelang funktioniert, man stand unter Cortisol und Adrenalin, und wenn der Körper endlich runterfahren kann, bämm, haut es einen von den Beinen. Also: Leg dich hin, hör auf deinen Körper, mach Pause. Läute mal vier Wochen "Ich-Zeit" ein. Mach dir eine Art "Bucket-List" "Dinge, die ich gerne tun würde und mir bislang nicht gegönnt habe". Lass dich krank schreiben. Geh zur Massage, fahr ein Wochenende allein an die Nordsee, kauf dir jeden Tag ein Stück Torte, mach Mittagsschlaf, kauf dir ein schickes Teil, meditiere... Spann andere Leute ein, dass sie mal für eine Zeit das Kommando übernehmen.

        Man kann natürlich warten, bis man wirklich nicht mehr aufstehen kann, aber das muss doch nicht sein, oder? Pass auf dich auf.

        (6) 20.01.19 - 17:46

        Bei der Menge, die du um die Ohren hast, könnte es Burn out sein oder der Weg zum Burn out werden.

        Bevor du zusammenbrichst, kannst du dir selbst Hilfe suchen.

        Therapie für dich, um das Verarbeiten zu können, was bei euch los ist.

        Beratung für pflegende Angehörige. Was BRAUCHST DU?
        Um für andere da sein zu können, musst du auch für dich, zuerst für dich selbst da sein.

        Hast du Freunde, Inseln?
        Trage DEINE Auszeiten auch in den Kalender. Trage dir selbst eine Stunde ein, die du für DICH zum Kraft tanken nutzt.

        Sprich ggf. mit deinem Hausarzt. Dann ist er vorbereitet oder kann dich unterstützen.
        Blutwerte auch checken lassen.

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