Verzweifelt: Mutter-Kind-Kur zum zweiten Mal abgelehnt

    • (1) 20.01.19 - 17:44

      Hallo Ihr Lieben,
      im Oktober habe ich bei TK eine Mutter-Kind-Kur für meinen Dreijährigen Sohn und mich beantragt. Ich hatte ein sehr anstrengendes Jahr mit Hausbau und sehr vielen Problemen. Mussten gegen Baufirma klagen, selber sehr viel auf der Baustelle gearbeitet, da wir es sonst nicht bezahlen konnten. Mein Mann und ich haben Jobs, die nicht unanstrengend sind. Ich hatte einfach keine Zeit für mich, war gereizt, auch meinem Kind gegenüber. Obwohl mir bewusst war, dass er am allerwenigsten dafür hat. Ich habe bei der Krankenkasse zusammen mit dem Kurantrag einen sehr persönlichen Brief über meine Situation geschickt. Nicht mal eine Woche später kam die Ablehnung... Laut Krankenkasse liegt bei mir keine psychosoziale Belastung vor und eine Kur zahlen die nur, wenn ich krank durch Kindererziehung bin oder in absehbarer Zeit werde. Daraufhin habe ich einen Widerspruch eingelegt. Ich hatte nach der Geburt mit Depressionen zu kämpfen, habe eine Psychotherapie gemacht und antidepressiva eingenommen. Die Krankenkasse hat MDK beauftragt und die Kur ist zum zweiten Mal abgelehnt worden. Jetzt bin ich für die Krankenkasse schwer depressiv und eine kurative Maßnahme würde nix bringen, nur eine stationäre psychiatrische Behandlung oder Mutter-Kind-Rehabilitation (damit wollen die mich an die Rentenkasse abgeben). Ich bin echt enttäuscht und traurig, habe wirklich nicht mit Ablehnung gerechnet, vor allen nach dem Widerspruch. Habe jetzt drei Wochen Zeit mich zur Ablehnung zu äußern. Weiß nicht, was ich sonst machen kann. Ich würde eventuell einen Rechtsanwalt kontaktieren. Hatte jemand von euch ähnliche Erfahrungen und kann mir Tipps geben?

      • (2) 20.01.19 - 18:08

        Hi!

        Oh je, das tut mir leid. Tatsächlich ist es eine Gradwanderung, was man in so einen Antrag reinschreibt. Es darf nicht zu viel sein und nicht zu wenig.
        Warst du bei einer Beratungsstelle?

        Du solltest dringend dich informieren, was die "richtigen" Gründe sind.
        Also
        - Aufbau einer positiven Mutter Kind Interaktion
        - Zeit, die im Alltag für das Kind fehlt
        - grundsätzlich Erschöpfungszustände
        - Rückenschmerzen, Kopfschmerzen
        - Verbesserung von Hauterkrankungen, Atemwegserkrankungen
        - Partnerprobleme

        Aber nicht
        - Depression
        - Burn Out
        - Suizidgedanken
        - Essstörungen
        - usw.

        Alle psychosomatischen Erkrankungen gehören nicht in das Behandlungsrepertoire einer Mutter-Kind- Klinik.

        Du hast jetzt 2 oder 3 Optionen.
        Du beantragst die psychosomatische Reha. Vorteil ist, die Krankenkasse hat es bereits durch den MDK empfohlen und diese Maßnahme ist ebenfalls mit Kind möglich. Außerdem ist diese länger (6 Wochen plus Verlängerung).
        Gibt da auch schöne Häuser. Google mal "Psychosomatische Reha mit Kind".

        Alternativ nimmst du Stellung, dass der MDK offenbar Dinge zu dramatisch bewertet hat und du die Depression bereits bearbeitet hast, lediglich die Gefahr siehst, dass diese wiederkommt und du dafür präventiv zur Kur möchtest.

        Ansonsten kannst du jederzeit einen neuen (besser formulierten) Antrag stellen. Wobei man natürlich deine Akte berücksichtigen wird.
        Dafür würde ich etwas Zeit verstreichen lassen und angeben, dass du ganz viel ambulant versucht hast (Sport, Coaching, Massagen, Urlaub...), es dir besser geht, aber immer noch Behandlungsbedarf besteht.

        Ihr könntet auch einen Antrag für deinen Mann stellen und du fährst als Begleitperson mit (geht z.B im Hänslehof). Sollte dein Kind kränklich sein könntest du auch als Begleitperson für dein Kind mitfahren.

        Viel Erfolg!!

        • (3) 20.01.19 - 22:52

          Als Begleitperson für das Kind heißt das dann aber Kinderreha und es stehen ihr keine Therapien zu. Dazu muss das Kind eindeutig eine chronische Erkrankung haben.

          • (4) 21.01.19 - 07:10

            Jep.

            Da ich die Situation der TE nicht kenne, käme das zumindest theoretisch in Frage.
            Wobei die Erkrankung nicht zwingend chronisch sein muss.
            In einigen Kliniken finden Kinderrehas parallel zu Mutter-Kind-Kuren statt. Da kann die begleitende Mutter auch Anwendungen erhalten (was manchmal fast der bessere Deal ist, da die Mutter sich 10 Massagen vom Hausarzt kann verschreiben lassen, die Kurmütter standardmäßig nur 4 bekommen).

            Ich denke, dass die TE aber tatsächlich etwas anderes möchte als die Kinderreha. Daher hab ich das nicht mehr groß ausgeführt.

            Recht hast du natürlich.

      (5) 20.01.19 - 18:10

      Hast du den vom Arzt ausgefüllten Bogen geschickt? Meiner Erfahrung nach braucht es bei jeglicher Reha/Kur ein ärztliches Schreiben, auch beim Widerspruch.

      (6) 20.01.19 - 18:15

      Eine Mutter-Kind-Reha ist doch auch okay?

    • (7) 20.01.19 - 19:36

      Vielen Dank für eure Antworten. Ich habe tatsächlich viel zu viel in den Antrag geschrieben, so dass ich von der Krankenkasse für schwer depressiv und suizidal gehalten werde. Ich habe nichts gegen Reha mit dem Kind, aber ich denke, dass die Kostenübernahme bei Rentenversicherung wird nicht einfacher als bei Krankenkasse sein. Ich werde mich die Woche mit meinem Hausarzt beraten. Momentan habe ich ein ziemliches Tief und die Ablehnung trägt nicht unbedingt zur Lebebszufriedenheit bei. Der ganze Antragsverfahren und Widerspruch hat mir viel Kraft gekostet und ich habe mich insgeheim auf die Kur gefreut...

      (8) 20.01.19 - 20:03

      Du könntest die Krankenkasse wechseln und früher im Jahr mit Hilfe einer Mutter-Kind-Kurberatung einen neuen Antrag stellen.

      Lg,
      Fina

      (9) 20.01.19 - 22:50

      Hast du die Kur direkt bei der Krankenkasse beantragt, oder warst Du bei einer Beratungsstelle?
      Ich kann Dir nur raten: Wende Dich sofort an eine Beratungsstelle. Die wissen nämlich genau, wie es formuliert werden muss und was in den Gesetzestexten steht. Und die Krankenkassen wissen das auch genau und genehmigen dann die Kur meist doch noch.

      (10) 24.01.19 - 16:20

      Hi busja!
      Dasselbe hatte ich damals auch und man kann das nur vorm Sozialgericht einklagen. Brauchst also nicht zum Rechtsanwalt. Das habe ich aber nicht gemacht, sondern bin zum Müttergenesungswerk gegangen und die haben mit mir zusammen einen Antrag gestellt. Wichtig für die sind ja in der Tat die Indikationen. Ich hatte auch Depressionen und noch einige andere Sachen. Nimmst du noch Medikamente gegen Depressionen oder kann dir der Psychologe einen Bericht schreiben??? Wenn ja auf jeden Fall machen. Prompt wurde meine genehmigt. Geh zum Müttergenesungswerk, schilder denen deine Situation und lass dich beraten.
      Wieso wollen die dich abschieben auf die Rentenversicherung? Du hast ein dreijähriges Kind. Die stellen sich das alles immer so total easy vor mit Kind zuhause lassen beim Vater (falls der dafür Freizeit genehmigt bekommt oder Urlaub). Das ist es aber nicht. Bin auch bei der TK.

      Mein Tipp:Müttergenesungswerk!!!

      Gruß Diana

    (12) 24.01.19 - 23:36

    Und wieso möchtest Du keine stationäre Behandlung?
    Laut Deinem Post brauchst Du ja vielleicht tatsächlich mehr eine Maßnahme für Dich allein um wieder Boden unter die Füße zu bekommen?

    LG

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