Zöliakie bei 2jährigem Mädchen

    • (1) 03.03.19 - 12:03

      Hallo Ihr Lieben,

      bei meiner Tochter, 2einviertel Jahre, besteht der Verdacht auf Zöliakie. Der Kinderarzt kam aufgrund einer Gedeihstörung auf die Fährte. Laut Bluttest ist sie genetisch veranlagt, hat auch Antikörper, allerdings die Dünndarmbiopsie ergab keinen eindeutigen Befund. Jetzt sollen wir probeweise drei Monate glutenfrei ernähren.

      Meine Frage ist nun: Da meine Tochter keinerlei Beschwerden hat, kein Bauchweh, keinen Durchfall (nur seit ein paar Tagen reagiert sie plötzlich auf Milchprodukte), wie genau soll man es nehmen mit glutenfrei? Ich meine damit getrenntes Geschirr, Kochtöpfe, Kosmetika, müssen es wirklich ausschließlich Produkte sein, die das Glutenfrei-Zeichen haben, oder kann ich einfach normalen Reis etc. kaufen? Ich habe nächste Woche eine Diätberatung, möchte mich aber vorher schon schlau machen. Vielleicht hat jemand Erfahrungen?

      Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße

      Cygne

      • (2) 03.03.19 - 13:12

        Gute Energielieferanten für Betroffene sind Kartoffeln, Reis oder Bananen. Auch Trockenfrüchte und Nüsse sind von Natur aus glutenfrei, erläutert die Deutsche Zöliakie Gesellschaft.

        Das hab ich gefunden auf die Schnelle.

        Aber wichtig ist eben ein Extra Brett zum Schneiden etc.

        • (3) 03.03.19 - 16:33

          Danke für die Antwort. Ich hoffe, im KiGa kann das genau so akkurat durchgeführt werden...

          • Um sicherzugehen, ob es das such wirklich ist, wirst Du Dich strikt an alle Vorgaben halten müssen, besonders bei Zöliakie.
            Ich kenne keine Einrichtung, die das garantieren wird: daher geh bitte auf Nummer sicher und packe DU die Lebensmittel für Deine Tochter ab und lass es gar nicht darauf ankommen.
            Die Zöliakie-Kinder, die ich kenne, bringen selbst zubereitetes Essen von zu Hause mit.
            Produkte, die von Hause aus glutenfrei sind, kannst Du problemlos kaufen. Bei allen „verarbeiteten Produkten“ ist das Siegel wichtig, da sonst eine Kontamination über Spuren möglich ist!
            Sollte es Zöliakie sein, dann ist die Umstellung in dem Alter leichter, als später. Und ich kenne Leute, die keine bzw. wenig Probleme hatten, aber letztendlich sehr, sehr krank geworden sind, weil Sie die Diät nicht befolgt haben.

    (8) 03.03.19 - 16:48

    Wie streng ihr das tatsächlich durchführen müsst, werdet ihr mit der Zeit anhand der Werte herausbekommen. Viele Lebensmittel sind von Natur aus glutenfrei, ohne dieses Zeichen. Wende dich an eine Selbsthilfegruppe, Betroffene können dir am Besten helfen.

    • (9) 04.03.19 - 20:09

      Danke für die Antwort. Für den Moment will ich einfach zu viel auf einmal... Die Zeit wird es zeigen. Vielleicht ist es für alle die Chance, sich gesünder zu ernähren. LG

Sehr wichtig ist auf jeden Fall, ein eigener neuer unbenutzter Toaster für die Tochter. Das Brot muss in der Regel getoastet werden, da es sonst wirklich nicht lecker ist.

Und du musst sehr konsequent sein. Dass hat nichts mit der Höhe der Blutwerte zu tun. Wenn man Zöliakie hat, kann man sich mit Diätfehlern sehr schädigen, auch ohne Beschwerden zu haben. Du schädigst mit Diätfehlern permanent die Zotten im Dünndarm, daher auch die Gedeihstörung deiner Tochter. Die bilden sich dann zurück und können keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Im Gegensatz dazu haben Menschen mit Laktoseunverträglichkeit "nur" Bauchschmerzen, Durchfall oder so, sie schädigen sich aber nicht körperlich. Die könnten das m. E. lockerer sehen.

Ich habe, neben meinen Toaster, ein eigenes Brotbrett aus Holz (und da werde ich sehr böse, wenn andere das anfassen) und benutze ansonsten das normale Geschirr und Besteck, wird ja gut sauber in der Spülmaschine. Ich habe einen tollen Toaster, er ist flach, man legt das Brot drauf. Das ist deswegen toll, weil glutenfreies Brot nicht so stabil ist und man auch Brocken toasten kann und sie nicht aus dem Toaster fischen muss. https://www.amazon.de/Westfalia-Flach-Toaster-Br%C3%B6tchen-Brezel/dp/B018HY4WDQ zum Beispiel.

Du kannst normalen Reis kaufen, natürlich. Aldi und Lidl führen günstige glutenfreie Nudeln. Ansonsten lies gut die Zutaten. Es muss draufstehen, wenn was drin ist. Ich handhabe es so, dass ich das Produkt esse, wenn drauf steht, das Spuren enthalten sein können. Das Symbol steht nicht immer drauf, das kostet wohl auch Lizenzgebühren, manchmal steht es dann in Worten drauf. Wenn es nicht draufsteht, dass es gf ist, du aber in den Zutaten nichts finden kannst, dann ist es trotzdem erlaubt. Auf einem Joghurt muss es ja z. B. nicht draufstehen.

Kartoffeln pur sind natürlich auch immer erlaubt. Finger weg von Dinkel, egal was man dir erzählt, der enthält Gluten.

Du kannst im Prinzip alles normal kochen, du wirst dich wirklich dran gewöhnen. Saucen binden geht dann halt nicht mehr mit Mehl, aber Saucenbinder oder (Kartoffel- oder Mais-) Stärke geht. Ich benötige nur einen Extra-Topf wenn wir Nudeln essen. Dann gieße ich erst meine Nudeln durchs Sieb und dann die anderen.

Deine Tochter hat echt Glück, dass es jetzt schon gefunden wurde. Sie ist noch nicht so an den "normalen" Geschmack gewöhnt. Ich war schon 33 Jahre alt, als ich die Diagnose bekam.

Was meinst du mit glutenfreier Kosmetik? Bei einem Weizenprotein-Shampoo wüsste ich jetzt nicht, warum man das nicht benutzen sollte, es bleibt ja auf der Kopfhaut.

LG t

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