Krankenhaus achtet nicht auf Tabletten Einnahme

    • (1) 22.03.19 - 13:43

      Meine Mutter ist mit 85 und Lungenentzündung im kh
      Sie benötigt ein Antibiotikum. Man sagte sie erhält es über die Vene als ich sagte zu Hause vergaß sie die Einnahme. Nun komm ich heute morgen und seh die Tablette die sie hätte abends nehmen sollen. Die Schwester sagte nur ja sie nimmt die nun mit das es nicht doppelt gegeben wird und das wars. Mich ärgert es. Auch das meine Mama fettige Haare hat und nicht geduscht wird. Ich wollte es heute mit ihr tun aber da hätte sie gerade Infusionen hängen. Und ich habe eine Anfahrt von 40 km und nachm zwei Kinder zu versorgen. Bin ich überempfindlich?

      • Bei den zahlreichen Krankenhausaufenthalten meines Mannes bin ich nicht umsonst von 8.00 bis 19.00 Uhr bei ihm geblieben. Die Stationen sind oft hoffnungslos unterbesetzt, die Schwestern sind keine Altenpflegerinnen - und haben doch von schwer Dementen bis nur leicht Verwirrten bis hin zu Vollpflegefällen alles zu versorgen, meist auf den Inneren Stationen.
        Es kann gut sein, dass sie eben keine Zeit haben, alle Patienten daran zu erinnern, die Tabletten zu nehmen genauso wenig wie sie Zeit haben, zu beaufsichtigen, dass alle essen - es geht einfach nicht.
        Allerdings auf eine ordentliche Körperpflege kannst Du schon bestehen, da musst Du eben mal mit den Schwestern reden. Als mein Mann immer schwächer wurde, habe ich mir auch nicht zugetraut, ihn alleine in die Dusche zu bringen, bat dann einen Pfleger dazu und das klappte auch fast immer recht schnell.
        Wenn Du soviel vom Krankenhausalltag mitbekommst wie ich in den letzten 2 Jahren des Lebens meines Mannes, hast Du für viel Verständnis.
        LG Moni

        • Danke moni macht mich sehr traurig das es wohl tatsächlich so ist - arbeiten am Limit und das am Menschen -für mich sind jede Tätigkeiten in der Pflege total schlecht bewertet und bezahlt und das wirkt sich dann wohl auch auf die Qualität des Personals aus bzw den Fachkräftemangel.

      Dass die Tabletteneinnahme so wenig geprüft wird geht gar nicht in einem Krankenhaus.

      Duschen und Haarewaschen gehören meiner Erfahrung nach aber eher nicht zu einem eher kurzen Aufenthalt, das wird auch in vielen Heimen nur einmal pro Woche gemacht. Zumal sie alt ist und eine Lungenentzündung hat, die Kraft die das Duschen kostet braucht sie doch eher für die Genesung...

    Das mit der Medikation kann und muss ein Krankenhaus leisten, zur Not nimm Kontakt zur Stationsleitung auf.

    Bezüglich der Dusche: ich glaube, im Falle einer Lungenentzündung reicht auch mal eine gründliche Wäsche als Körperpflege. Gegen die fettigen Haare hilft dann auch mal Trockenshampoo.

    Lg PoKe

Hallo,

die Häuser arbeiten bei bestimmten Dingen individuell, daher kann man meistens nur für sein Haus sprechen, außer sie gehören zu einem Konzern.

Ich arbeite als Logopädin in einer geriatrischen Rehaklinik, sicherlich sollen die Patienten die größtmögliche Selbständigkeit und Selbstbestimmung haben. Bemerken wir, dass die Medikamente nicht eingenommen werden, fragen wir nach warum, wieso, weshalb werden die Medikamente nicht genommen. Ist es "schlichtes" vergessen, werden die Medikamente unter Aufsicht eingenommen, dies wird in der Kurve vermerkt. Steckt da mehr dahinter, forschen wir nach.

Das Thema Hygiene ist ein anderes, selbstverständlich wird sich bemüht eine aktivierende Pflege durchgeführt. Kann ein Patient sich nicht selbständig waschen, wird er gewaschen. Hilfe beim Toilettengang usw. wird selbstverständlich gemacht, regelmäßiges morgendliches duschen eher nicht. Auch auf Wunsch werden unsere Patienten geduscht, jedoch wie es in die Schicht passt und nicht zu vergessen wie der Allgemeinzustand des Einzelnen ist. Ältere geschwächte Patienten sind nach dem Duschen z. T. so erschöpft, dass sie ihr Frühstück nicht mehr selbständig einnehmen können oder erst einmal in den Tiefschlaf fallen.

Über alles wird heute eigentlich Buch geführt in der Pflege, dies ist die zeitraubende Büroarbeit die die Zeit am Patienten nimmt.

Nimm dir Zeit und rede mit den Schwestern und Pflegern in einer ruhigen Minute. Sprich deine Bedenken an, vermeide jedoch einen befehlenden und anklagenden Ton.


Alles Gute für deine Mutter.


LG Reina

(10) 23.03.19 - 01:45

Wenn du mal ne Lungenentzündung hast, weißt du, wie elendig man sich fühlt. Sorry, aber da hat man keinen Bock zu duschen und schon gar nicht in dem Alter.

Hast du gefragt, was für eine Tablette es war? Vielleicht wollte deine Mutter sie nicht nehmen?
Es wird niemand ohne einen Richter gezwungen Medikamente zu nehmen.

Ich bin Pflegefachkraft und kann dir wirklich sagen, dass in unserem Bereich ein massiver Fachkraftmangel besteht, wir schaffen es tatsächlich kaum noch, wirklich allem gerecht zu werden... Wir sind auch nur Menschen, keine Maschinen, keine Roboter, keine Heiligen... Die Stationen sind in der Regel auch oftmals überbelegt, man ist früh wie spät oftmals nur zu zweit, wenn da noch krankheitsbedingt einer ausfällt, kannst du dir ausrechnen, dass das nicht aufgeht...

Dass auf Medikamentengabe nicht geachtet wird, ist natürlich unschön, aber vielleicht war das eine einmalige Situation und es wird nun vermehrt drauf geschaut... Dumm gelaufen, aber kann wirklich passieren... Kommt das öfter vor, würde ich mich ans Beschwerdemanagement wenden, denn es darf einfach nicht öfter passieren...

Dass deine Mutter nicht geduscht wurde, ist vermutlich dem Personalmangel geschuldet, vielleicht auch in Verbindung mit der Diagnose... Es ist bei Lungenentzündung nicht grade förderlich, irgendwo mit nassen Haaren rumzuliegen, für Waschen/Fönen/Legen wiederum bleibt einfach keine Zeit...

Natürlich würden wir auch gerne anders arbeiten, keine Frage... Auch uns passen die Zustände in unserem beruflichen Umfeld nicht wirklich, aber wir haben es nicht in der Hand... Es herrscht nun mal Fachkraftmangel und dieser wird auch in den nächsten Jahren nicht aufzufangen sein, der Beruf ist einfach unattraktiv geworden, so wichtig er auch ist...

Frage doch einfach mal, wann es am besten passen würde, dass du deine Mutter evtl duschst, sag, wann es dir am besten passt... Einfach mal in den Dialog treten mit dem Pflegepersonal, nachfragen, Hilfe anbieten, das tut nicht weh, erleichtert uns aber die Arbeit enorm... Dann kann das vielleicht an dem Tag direkt geplant werden, dass dann eben keine Infusion hängt und dir jemand beim Transfer zur Seite stehen kann, falls der Bedarf da ist... Glaub mir, sowas kommt besser als eine direkte Konfrontation...

LG

Ich weiß, dass es passiert, dass Medikamente vergessen werden, Einnahme nicht überwacht, etc...
Wenn Du ausschließen kannst, dass die Medikamenteneinnahme nicht verweigert wurde, beschwere dich. Bei Stationsleitung, Pflegedienstleitung, Pflegedirektion oder Qualitätsmanagement. Vielleicht auch bei der Krankenkasse, Medikamentengabe wird dem Krankenhaus als Leistung ja auch bezahlt, gerade wenn es das therapiebestimmende Medikament ist. Passiert das wiederholt, ist die Sinnhaftigkeit des Krankenhausaufenthaltes für die Krankenkasse fragwürdig.

  • ich gehe davon aus, daß es nicht verweigert wurde, denn sie will ja selber wieder gesund werden. Ich hoffe, es klappt ab sofort besser, ansonsten wird mir nur eine Beschwerde bleiben. Danke Dir.

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