Überfordert mit dem Verhalten anderer / mir geht es mies

    • (1) 24.03.19 - 22:23

      Hallo,

      ich habe ein starkes Gefühl der inneren Unruhe und fühle mich auch mit allem überfordert. Mir wird manchmal auch in gewissen Situationen schlecht und schwindelig. Außerdem fühle ich fast permanent eine Niedergeschlagenheit.

      Ich bin vor 3,5 Monaten zum ersten Mal Mutter geworden und ich fühle mich irgendwie total überrannt.
      Dabei funktioniert mit unserem Kind selbst alles bestens, es ist so lieb, schläft gut, das Stillen klappt einwandfrei.

      Trotzdem kommt jeder ungefragt mit Tipps und Ratschlägen an, ich werde Sachen gefragt oder darauf aufmerksam gemacht... warum ist ein Kind Anlass dass man sich in fremde Angelegenheiten einmischen darf wenn es dem Kind doch gut geht?

      Ich bekomme zudem von allen Seiten gesagt, ich solle mir ein dickeres Fell zulegen und das würde ich auch gerne, aber es funktioniert nicht.

      Mit meinem Mann habe ich natürlich auch bereits gesprochen und er verstand mich nur bis zu einem gewissen Punkt (sag doch wenn dir etwas nicht passt und ansonsten hör einfach weg). Nur jetzt ist er immer irgendwie genervt wenn ich anschneide, wann und warum es mir nicht gut geht.

      Ich empfinde eigentlich alles und jeden als übergriffig, man will mich belehren und macht einfach wie man es selbst als richtig ansieht.

      Ich merke, dass ich langsam aber sicher an allem zebreche, denn ich habe mittlerweile regelrecht Angst auf andere zu treffen und ganz schlimm ist es bei unvermeidbaren Treffen mit der Familie.

      Ich traue mich auch kaum noch unter Leute zu gehen, überall hagelt es Kommentare wie ich was zu machen habe, auch von Freunden.

      Ich kann das alles einfach nicht gelassen hinnehmen und bin hinterher furchtbar aufgewühlt, auch über die Tatsache, dass jeder einfach meine Grenzen überschreitet.
      Natürlich sage ich auch etwas, nur ist das bei den meisten einfach so üblich und ändern kann ich die Menschen ja nicht.

      Meine Mutter und ein paar gute Freundinnen verstehen mich und versuchen mich aufzubauen, dennoch "reicht" mir das nicht.

      Auf Anraten meiner Hebamme habe ich mit meiner Frauenärztin gesprochen und die hat mich auch an eine Psychotherapeutin weitergeleitet.

      Leider helfen mir die Gespräche auch nicht, denn dort gibt es nur "sie dürfen sich da nicht so reinsteigern" oder "sie müssen da durch".

      Natürlich kann mir hier auch niemand wirklich helfen, doch frage ich mich, was ich sonst noch tun könnte? Ich habe ja jetzt schon mit Fachleuten gesprochen und dühle mich nicht ernst genommen. Ich habe Angst, dass sich daraus so etwas wie eine Depression entwickelt. Ich könnte ja eigentlich so glücklich sein mit meinem tollen Kind und Mann!

      • (2) 24.03.19 - 22:55

        Hallo

        Erstmal tief durchatmen. Vertraue auf dein Gefühl. Die Zeit nach der Geburt ist eine Umstellung. Hormonel, emotional und sozial. Alles wird von jetzt an anders. Und es ist gekommen recht schlagartig. Gestern war man schwanger und heute hat man ein Kind mit allem was dazu gehört. Und im Gegensatz zu Schwangerschaft ist es kein vorübergehender Zustand. Und das ist nicht einfach. Du spürst instinktiv dass du andere als übergriffig empfindest. Dann vertraue auf dein Gefühl. Du darfst dich zurückziehen und dir soviel Zeit nehmen wie du brauchst.

        Nimm deinem Mann auch nicht übel falls er das nicht versteht. Für ihn ist diese Zeit auch eine Umstellung.

        Ich habe mal in den ersten Monaten mit meinem ersten Baby gelesen "der größte Feind einer Mutter sind andere Mütter" damals verstand ich es noch nicht. Inzwischen sage ich JA es ist leider so. Andere Mütter können der schlimmste Feind sein, aber auch die meiste Unterstützung geben, weil sie es verstehen. Such dir die Menschen die du in deine Nähe lassen willst bewusst aus. Nur solche die dir auch gut tun. Es darf und soll dir gut gehen.

        Alles Liebe

        Hallo,
        Bevor du alles auf die Psyche schiebst würde ich auf jeden Fall körperliche Ursachen ausschließen.
        Hast du schon ein großes Blutbild machen lassen? Gerade die Schilddrüse gerät nach einer Schwangerschaft manchmal aus dem Gleichgewicht und hat massive Auswirkungen auch im psychischen Bereich. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!
        Gute Besserung!

        Ich kann das alles total nachvollziehen und geh mittlerweile so weit das ich es zum Ausdruck bringe wenn meine Grenze erreicht ist - nicht immer schön für den Empfänger der Botschaft aber mir geht es dann besser damit. Wer das nicht aushält ist nicht richtig an meiner Seite. Klingt hart aber ich brauche keinen ungebetenen Rat.

      Versuche es doch mal mit Akzeptanz, dass die anderen so sind, wie sie sind.

    • Was sagt dein Arzt?

      Hormonewerte, Mangelerscheinungen (Eisen, Vitamine, sonstiges), Schilddrüsenwerte

      Was du im ersten Abschnitt beschreibst, kenne ich von mir. Jahre nach der Geburt. Einmal war es Eisenmangel, jetzt besteht Verdacht auf Hormonproblem, Schilddrüse oder Vitaminmangel. Nach langer Suche habe ich jetzt einen Arzt gefunden, der bereit ist Blutwerte zu testen.

      Je fertiger ich bin, desto weniger kann ich mit "banalen" Dingen im sozialen Umgang umgehen.
      Wenn es mir gut geht, stecke ich das irgendwie weg. Mal besser, mal schlechter. Auch größere :-[

      Wenn es mir nicht gut geht (körperlich), stecke ich nicht wirklich was weg. Babyzeitsprüche könnte ich jetzt so gar nicht ab.


      Babyspruchabgrenzungen habe hin und wieder hier schon einige geschrieben. Diese kann ich gerade nicht bei mir Abrufen (Müdigkeit).

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