Autismus - müssen Medikamente eingesetzt werden?

    • (1) 24.07.19 - 15:56

      Hallo,

      bei meiner Tochter wurde Autismus diagnostiziert. Wir hatten auch schon einen Termin bei einer Beratungsstelle, wo man uns verschiedene Therapiemöglichkeiten aufgezeigt hat. Die meisten finde ich total super, da dort der Fokus auf Förderung und spielerische Therapien gelegt ist.

      Was mich aber etwas stört, ist die Tatsache, dass die Ärztin ihr auch Medikamente verabreichen will. Ist das immer notwendig? Oder geht das auch anders?

      Vielleicht hatte jemand schon einen solchen Fall. Würde mich sehr über Erfahrungsaustausch freuen!

      • Wie ihr vermutlich gemerkt habt, gibt es ziemlich viel im Angebot bezüglich Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten bei autistischen Kindern. Wie stark ausgeprägt ist es bei deiner Tochter? Denn ich würde immer vorsichtig sein, wenn es um Medikamenteneinnahmen geht. Das finde ich auch bei ADHS sehr fragwürdig, ob man jedem Kind sofort Tabletten geben muss. Man kann es immerhin mit alternativen Behandlungsmöglichkeiten zuerst versuchen. Würde daher von den Medikamenten erstmal die Finger von lassen. Gibt es nicht evt. irgendwelche natürlichen Mittel?

        Hol dir am besten noch eine zweite, oder gar noch eine dritte ärztliche Meinung ein.

        • Ich gehe mit dir einig, dass nicht immer gleich "zu Chemie" gegriffen werden muss.

          Aber Autismus ist ohnehin kein Grund Medikamente zu nehmen, weder schulmedizinische noch Naturheilkundliche. Autismus ist zudem auch nicht heilbar/behandelbar, zum Glück.
          Einzig Therapien die dem Zweck dienen, dass der autistische Mensch lernt sich in der von Nichtautisten dominierten Welt zurechtzufinden ergeben Sinn.

      Mein Sohn nimmt abends Tabletten,damit er zur Ruhe kommt und besser ein-und durchschlafen kann.Aber das muss man natürlich nicht,wenn es auch ohne geht.
      Und wurde das vorgeschlagen nachdem ich berichtet habe,wie schwer es ihm fällt.
      LG Julia

    • (5) 24.07.19 - 17:54

      Hallo,

      ich bin keine Expertin, aber eine Freundin von mir hat probiert, ihrem autistischen Sohn (13) Medikamente zu geben und die wirkten entweder gar nicht, oder der Junge hatte nur die Nebenwirkungen davon.
      Das Thema Medikamente scheint bei Autisten allgemein schwieriger zu sein, als z.B. bei ADHS-Kindern.

      Ich würde Euch raten, ein spezielles Autismus-Zentrum zu konsultieren und nicht irgendeine andere Stelle. Die wissen häufig zu wenig über Autismus, um kompetent zu beraten.

      LG

      Heike

      Guten Nachmittag,

      ich finde den Rat mit der zweiten Meinung ganz gut. Man sollte bei so schwierigen Fällen nicht immer nur die Meinung von einem Arzt glauben, sondern sich mehrere Meinungen einholen. Zudem finde ich, dass man Kindern nicht immer sofort Medikamente verabreichen muss, v.a. wenn es sich nicht so um größere körperliche Beschwerden handelt.

      Gibt ja auch genug alternative Behandlungsmöglichkeiten. Hast du schon mal von Colostrum gehört? Das wird z. B. bei Anzeichen von Autismus angewendet. Wie alt ist deine Tochter denn? Bei Kleinkindern dosiert man einen Teelöffel davon täglich. Ist natürlich und gesund, im Gegensatz zu Medikamenten. Kannst dich dazu hier weiter informieren: https://vicosan.de/

      LG

      • Ich verstehe nicht, weshalb man "Anzeichen von Autismus" mit irgendwelchen Mittelchen behandeln will, als ob es sich um Warzen, Husten oder was auch immer handeln würde.

        Zeig mir den Autist, der lieber nichtautistisch sein möchte.....

    Was für Medikamente und aus welchem Grund?
    Autismus lässt sich nicht medikamentös behandeln, das wäre wie wenn man gegen blonde Haare Tabletten verschrieben bekäme.
    Aber bei Autisten kann es genau wie bei Nichtautisten Gründe geben Medikamente zu nehmen.
    Übrigens: unendlich viele Wirkstoffe von Paracetamol zu Lokalanästhesien wirken bei Autisten paradox. Viel Spass wenn sich ein Arzt damit nicht auskennt.

    • Hallo, habe den Beitrag gerade zufällig gelesen und dazu eine Frage an dich: wie meintest du das mit den Medikamenten etc? Mein jüngster ist Asperger Autist und ich habe das von dir erwähnte schon vor langem an ihm festgestellt. Er reagiert nämlich sehr „unnormal“ auf z.B. Ibuprofen.
      Ist das bei den meisten Medikamenten dann ebenfalls so? Im Netz findet man leider zu wenig Infos dazu oder ich bin nur zu doof.

      Derzeit beschäftigt mich die Frage des impfens da es ja jetzt die Masernimpfpflicht gibt. Um ehrlich zu sein habe ich wahnsinnige Angst was das mit ihm macht. Ich bin kein Impfgegner, meine geoßen sind alle geimpft, aber bei ihm habe ich das bewusst erst mal gelassen. Nun komme ich aber nicht länger drum herum und ich weiß jetzt schon das unser Arzt das lapidar abtun wird mit den üblichen Aussagen. Aber wie gesagt mache ich mir dazu viele Gedanken und sorgen. Hast du Ahnung von der Materie bzw. Gibt es irgendwo Infos dazu im Internet?

      Ich würde mich über Rückmeldung sehr freuen.

      LG Saskia

      • Hi, da würde ich mich in Autismusforen etc umhören.

        Asperger ist nicht gleich Asperger, ähnliche Tendenzen kommen hier und da schon vor.

        Freunde mit Asperger Autismus reagieren unterschiedlich auf Medikamente. Manche so wie andere auch, manche eben anders.

        Bei mir mit ADHS ist es auch so. Da ist es wohl auch bei Koffein und co. Koffein macht mich müde, Baldrian putscht mich auf.
        Bei einem Kumpel ist das auch so (Asperger mit ADS).


        Kinderarzt, der sich da nicht so gut auskennt, würde ich nicht fragen.
        Kinderarzt, der sich auf ADS/ADHS bzw. Autismus spezialisiert hat oder einfach viel damit zu tun hat, würde ich schon fragen.

        Adressen evtl. über entsprechende Foren, welche Ärzte bei euch bezüglich darauf empfehlenswert sind und welche nicht.

        • Danke! Wie gesagt kenne ich bisher nur die Reaktion auf Ibuprofen und die ist eben gänzlich anders als bei den anderen Kindern die ich habe. Sonstige Erfahrungen mit Medikamenten haben wir bisher zum Glück nicht, da er außer Erkältung noch nix hatte.
          Hier in der Gegend wird das schwierig mit den Ärzten, es gibt wenige die wirklich auf das Thema spezialisiert sind. Im Autismus Forum habe ich kürzlich erst gelesen, da gibt es viele verschiedene Aussagen dazu, allerdings hilft mir das ja alles nichts, denn keiner weiß was oder wie das bei meinem Kind wirkt. Ich habe einfach Angst vor dem ganzen, was es mit ihm macht. Ob es etwas mit ihm macht etc. Das kann mir ja auch kein Arzt sagen. Schwierige Situation. Fühle mich von dem ganzen einfach unter Druck gesetzt das jetzt so Knall auf Fall entscheiden zu müssen...

          LG

Ist es nur Autimus oder noch etwas anderes?

Ich kenne keinen Autisten, der wegen Autismus Medikamente bekommt.

Jedoch Menschen, mit Autismus UND
- ADS/ADHS
- Herzerkrankungen
- sonstige erkrankungen

weswegen sie Medikamente bekommen. Hierbei wird die Autismusdiagnose mitberückstichtigt in Form von, dass es u.U. andere Wirkungen/Auswirkungen hat.


Autismus ist auch nicht heilbar.
ADHS auch nicht. Bei ADHS können Medikamente unterstützen um besser im Alltag klar zu kommen. Bei Autismus kenne ich es so nicht. Jedoch könnte ich mir vorstellen, dass es auf die Form und evtl. auf die Ursache ankommt (genetisch oder z.B. durch Sauerstoffmangel etc.)

Hallo,

NEIN, Medikamente MÜSSEN nicht eingesetzt werden. Autismus ist nicht behandelbar.

Medikamente können allerdings das Leben des Autisten mit Neurotypischen oder das seiner Umwelt mit ihm erleichtern. Ob das notwendig ist, ist individuell und liegt meiner Meinung nach absolut in der Entscheidung der Eltern.

Ich bin kein Freund von Medikamenten bei Autismus & Co. Aber es gibt einfach Situationen, an denen kommt man nicht drumrum. So habe ich kürzlich erstmals einem Elternpaar geraten ihren Autisten mit Medikation zu unterstützen. Sie wollten es aber unbedingt erst homöopathisch probieren, was ich eher kritisch gesehen habe. Ich finde Homöopathie zwar nicht verkehrt, dachte aber, dass man bei ihm eher einen "Hammer" braucht. Letztendlich wurde ich eines Besseren belehrt und, mit etwas zeitlicher Verzögerung, merkt man ihm die Veränderung deutlich an.

Alles GUte!
S.

Top Diskussionen anzeigen