Haftung des Arztes nach OP

Hallo!

Vielleicht gibt es hier die ein oder anderen Mitgliederinnen, die sich mit Haftung von Ärzten nach einer OP auskennen.

Ausgangspunkt:

Notwendige Routine-OP, Aufklärung ist erfolgt, Aufklärungsbogen unterschrieben - was bleibt einem auch anderes übrig. Im Aufklärungsbogen stand eine sehr seltene Komplikation, durch Versagen der Ärzte, der OP. Der Aufklärungsbogen MUSSTE unterschrieben werden, da es sonst nicht zur notwendigen OP (vom Arzt angeraten) kam. Nach der OP ist genau diese Komplikation und neue Erkrankung aufgetreten. Die neue Erkrankung ist chronisch und mit extremen Schmerzen verbunden. Sie wirkt sich psychisch und mental so auf den Patienten aus, dass teilweise kein Lebensmut mehr besteht. Durch regelmäßige KH-Besuche zur Schmerztherapie ist die komplette Familie, inkl. der Arbeitssituation des Ehepartners und damit die ganze finanzielle Situation der Familie belastet und gestört. Die Krankheit ist irreparabel.

Frage: kann das Krankenhaus oder der Arzt trotz dessen, dass der Aufklärungsbogen unterschrieben worden ist, haftbar gemacht werden? Man wurde ja genötigt ihn zu unterschreiben, da sonst keine Behandlung stattfinden hätte können.

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"Im Aufklärungsbogen stand eine sehr seltene Komplikation, durch Versagen der Ärzte, der OP."

Was bedeutet das? Im Aufklärungsbogen steht drin, dass diese Komplikation auftritt wenn der Arzt versagt? Sicher nicht...! Vermutlich ist diese Komplikation die seltene Folge dieser Operation die sich trotz aller Sorgfalt und Vorsicht nicht immer verhindern lässt?

Wenn die Komplikation auf einem Behandlungsfehler beruht, wirst du den Arzt ggf. haftbar machen können. Dafür solltest du dann aber einen langen Atem haben.

Alles Gute #klee

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Das würde ich von einem Fachanwalt prüfen lassen. Pauschal kann hier wohl keiner was dazu sagen.

Man muss diesen Bogen ja unterschrieben, damit der Arzt/Krankenhaus eben nicht haften müssen. Du müsstest wahrscheinlich grobe Fahrlässigkeit nachweisen die zu dieser Komplikation geführt hat damit das KH/Arzt haftet.

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https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/verdacht-auf-behandlungsfehler-das-muessen-sie-wissen-12121

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Du kannst dich auch an die Schlichtungsstelle der KV wenden.
Diese Aufklärungsbögen sind ja nicht umsonst. Komplikationen können auftreten und müssen natürlich alle aufgeklärt werden. Derjenige, der unterschreibt, erklärt sich mit der OP einverstanden, er hätte die OP ja nicht machen lassen müssen. Was andereres ist es bei lebensbedrohlichen Zuständen. Da kann man manchmal nicht mehr unterschreiben.
Es gibt nunmal keine Garantie auf Komplikationsfreiheit!
Einen Behandlungsfehler musst du nachweisen, dazu brauchst du einen Gutachter. Dazu kannst du dich auch an die Krankenkasse wenden.

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Bitte wende dich an deine Krankenkasse, dort wird geprüft ob der Fall zum Gutachter geht. Dort wird dann ein Gutachten gemacht, auch die Krankenkasse hat Interesse daran das prüfen zu lassen.
In meinem Fall läuft gerade ein Gutachten nachdem ich durch, vermutlich, ärztlichen Fehler kein normales Leben mehr führen kann.

Du kannst auch erstmal die unabhängige Patientenberatung involvieren. Dort bekommst du kostenlos telefonische Beratung, ich bekam sogar nen Telefonberatungstermin mit einem Anwalt.

Alles!!! an Unterlagen ordnen, jedes Röntgen, CT Mrt und weitere Befunde. Unbedingt in der Klinik deine Unterlagen anfordern sowie den OP Bericht.

Wenn das alles erstmal vom MDK zusammengetragen werden muss, dauert alles nur umso länger.

Viel Erfolg

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Hallo, wenn genau diese Komplikation auch im Aufklärungsbogen aufgeführt war und du diesen unterschrieben hast, wirst du keine Chance vor Gericht haben. mit diesen Aufklärubgsbögen sichern die Ärzte sich ab, es ist egal, dass man diesen Bogen unterschreiben MUSS um überhaupt operiert zu werden. So ist es ja überall und bei jeder OP. Du wusstest um das Risiko und hast unterschrieben, das ist das einzige was im Falle eines Rechtsstreits zählt.

Anders verhält es sich wenn du einen Behandlungsfehler nachweisen kannst. dies ist aber sehr sehr schwer in der Regel. In dem Fall brauchst du einen guten Anwalt im Medizinrecht. So ein Verfahren ist auch sehr langwierig, weil mehrere Gutachten angefordert werden usw. befinde mich gerade auch in so einem Rechtsstreit seit fast 2 Jahren.

Alles Gute