Psychosomatik: Seid ihr auch so empfindlich?

Hey Leute, mal ne Frage:
Ich hab das Gefühl, je älter ich werde, desto empfänglicher bin ich für psychosomatische Beschwerden. Kennt ihr das auch und was macht ihr dagegen?
Mein Mann sagt immer, ich soll einfach nicht so viel nachdenken. Haha... :-( leichter gesagt als getan.
Ich sehe/fühle in jedem Ziepen und Zwacken gleich was schlimmes...könnt mich da richtig reinsteigern.

Habt ihr Tipps?

Eine von sich selbst genervte Laboe :-(

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Ich habe mit dem Thema gerade auch zu tun

Was ich bisher weiß ist, dass Akzeptanz viel ausmacht. Also Situationen akzeptieren können, sich selbst akzeptieren können.
Ich habe da mbsr für mich entdeckt. Da gibt es auf youtube viele videos dzu.
Aber vorsicht: am Anfang wird erst mal alles schlimmer. Das ist normal.
Du lernst durch mbsr stärker wahrzunehmen, was gut für dich ist und was nicht.
Zumindest bei mir ist es jetzt so, dass ich punktuell ganz bestimmte Beschwerden bekomme, wenn ich in eine Stressituation gerate. Das hat den Vorteil, dass ich es gut zuordnen kann und den großteil der Zeit beschwerdearm bin. Ich kann jetzt auch gut sagen "ok, arm verkrampft, das ist ok, ich tu dann wärme drauf". Wichtig ist, dass das alles irgendeine Handhabbarkeit hat. Bei Erbrechen Kümmeltee, bei Durchfall zuckerfrei essen, bei Bauchkrämpfen Wärme. Bloß keine "richtigen" Medikamente, sonst mache ich ja noch mehr kaputt...
Schmerztagebuch hilft auch und ich strebe im Moment ne Psychosomatische Reha an, weiß aber nicht, was mich da erwartet. Hast du sowas schon mal versucht?

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Hallo Laboe,

es ist normal, wenn psychosomatische Beschwerden mit dem Älterwerden zunehmen / sich verfestigen. Wichtig wäre es, dass du den genauen Ursachen auf den Grund gehst. Das kann schmerzhaft sein, ist aber notwendig, um letztlich von dieser Last frei zu werden.

Nur durch Bewusstmachung der Ursachen ist eine Besserung, bis hin zu einem vollständigen "unnötig werden der Symptome" möglich. Du schreibst, dass es durch "zu viel Nachdenken" bei dir kommt. Ein erster Schritt wäre es, die negativen Gefühle zuzulassen und ihnen Raum zu geben, sie genau anzusehen und zuzuhören, was sie dir zu sagen haben, statt sie zu verdrängen.

Der Rat "denk nicht so viel nach" ist meist eher kontraproduktiv. Letztlich sind Gefühle auch "nur Gefühle" die sich wie das Wetter verändern, kommen und gehen. Wenn du dir das vergegenwärtigst, nimmst du die Angst vor negativen Gefühlen ein wenig aus dem Spiel.

Ich hoffe, dass ich dir ein wenig helfen konnte.

Viele Grüße
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Frank Schürmann / Systemischer Coach und Famliensteller / https://www.schuermann-solutions.com/