Burnout die Zweite?

Guten Abend!
Was soll ich tun???
Kurzfassung: zwei Wochenbettdepressionen gehabt und 2019 beruflich Burnout (Lehrerin, war ein halbes Jahr krankgeschrieben und habe die Schule gewechselt).
Seit ungefähr Ende März geht es mir stetig schlechter. Die letzten zwei Wochen waren dann richtig schlimm. Ich habe mich nur noch irgendwie zur Schule geschleppt.
Nun rät meine Therapeutin, mich erneut krankschreiben zu lassen. Ich habe Angst, dass ich dadurch wieder richtig abrutsche.
Andererseits habe ich genau die gleiche Angst, wenn ich mich Montag wieder in die Schule quäle. Ich möchte so gern den Job wechseln. Aber das ist als Lehrerin gar nicht einfach... was soll ich machen? Montag zur Schule gehen und hoffen, dass der Alltag mich stabilisiert oder krankschreiben lassen und hoffen, dass ich durch die ungewohnt freie Zeit, in der ich oft nicht weiß, was ich machen soll (Unruhezustände, Angststörung), nicht noch weiter abrutsche, weil ich mich dann erst recht krank fühle und erneut gescheitert bin...

Über Gedanken und Anregungen freue ich mich!

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Hey,
ich bin auch Lehrerin und mir geht es gerade ein bisschen ähnlich, wobei ich den Job an sich wirklich unglaublich gerne mache. Bei mir ist es eher ein Mobbing gewesen. V.a. im Ref in meinem Seminar. Es gab da Kolleginnen, die unkontrolliert und fortwährend ganz mies über mich geredet haben. Ich dachte immer, ich stehe da drüber und kann das verdrängen aber durch die Umstellung mit Kind hat mich das alles eingeholt und mich auch in eine schlimme psychische Krise gestürzt. Statt meine Eltetnzeit zu genießen, denke ich ständig nach, wie es danach weiter geht. Bleiben oder die Schule bzw. Gleich den Landkreis wechseln oder ist das dann ein Aufgeben meinerseits?
Wie ist es denn bei dir? Geht es wirklich um den Job, die Schüler und das Unterrichten oder sind es auch eher andere Faktoren, die den Job für dich so mies machen? Hat der Schulwechsel irgendwas damals gebracht? Bist du in Therapie? Wege, was anderes zu machen, gibt es schon. Nur nicht mit den Arbeitszeiten, dem Verdienst und der Sicherheit... Welche Fächer hast du denn studiert?

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Danke für deine Antwort!
Ja, ich weiß, dass es vielen Lehrern so geht.
Ich weiß eigentlich seit dem Studium, dass ich falsch in dem Job bin. Ich habe immer mal wieder Alternativen erwogen, aber dann immer einen Rückzieher gemacht. :(
Ich bin in Therapie.
Der Schulwechsel war insofern gut, weil ich von einer Brennpunktschule weg bin. Aber nun bin ich wieder in diese Krise gerutscht und weiß gar nicht genau, warum. An der neuen Schule sind es eher die Kollegen, die mich Kraft kosten. Ich vermute, dass die jahrelange Arbeit in einem Beruf, den ich eigentlich nie wollte. Ich bin allerdings eine gute Lehrerin und bekomme immer positives Feedback. Das macht es noch schwerer, weil keiner meinen Wunsch nach Veränderung so richtig verstehen kann.

Meine Frage ist heute konkret eher: soll ich morgen in die Schule gehen und hoffen, dass ich dadurch und den Alltag und die Beschäftigung nicht weiter in eine Depression abrutsche oder soll ich mich krankschreiben lassen und hoffen, dass ich mich erstmal wieder stabilere?

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Das ist allerdings schwierig, da man meist bei einer Depressionen rät, weiter zu arbeiten wegen der Tagesstruktur, die Halt gibt.
Vielleicht versuchst du erst mal das Weiterarbeiten und überlegst dir, wo deine Grenze ist, was passieren muss, damit du nicht mehr arbeiten kannst.
Was empfielt denn deine Therapeutin? Vielleicht wäre ein tagesstationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik was für dich? Da hast du Tagesstruktur und intensive Therapien, um zügig wieder stabiler zu werden?