Verlustangst Familie

Hallo ihr Lieben,

Habt ihr auch Verlustängste? Ich habe es ab und an mal das ich angst habe mein Mann kommt nicht nach Hause weil ein Unfall oder so passiert ist. Ich habe mit meiner Mutter schon darüber geredet sie meinte als sie so jung war wie ich hatte sie das auch öfters, jetzt im Alter ist es weniger geworden.

Auf alle Fälle möchte ich auf etwas hinaus was mich gerade beunruhigt.
Mama,Papa,Opa,Oma wohnen in einem Haus, wir wohnen alle im selben Ort und sehen und auch jeden Tag eigt haben ein sehr gutes Familienverhältnis also. Nun möchten alle am Wochenende in die Schweiz fahren den Bruder von meinem Opa besuchen da er wahrscheinlich nicht mehr lange lebt und er ihn nochmal sehen möchte, verstehe ich voll und ganz.
Meine Oma sagte dann nur, nein wir fahren nicht alle zusammen ich bleibe zu Hause, meine Mama fragte wieso? Daraufhin sagte sie, wenn etwas passiert und wir haben einen Unfall sind wir Kinder also Meine Brüded und ich mit Familie alle alleine das will sie nicht.

Irgendwie lief es mir da kalt den Rücken runter. So als wüsste sie das etwas passiert. Jetzt kreisen meine Gedanken und ich hab echt angst das es irgendwie so eine Vorahnung ist. Ich finde es schön das wir so an uns denken aber ist das Zufall? Normalerweise beschäftigt mich sowas kurz und gut ist aber es verfolgt mich den ganzen Tag schon 😑

Hab ich einfach nur Angst oder hab ich schon nen psychischen Schaden das ich so schlimm denke 🤪 Ohh man, hab einfach angst es passiert nun wirklich was.

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Ich hab das auch. Es wurde im laufe der letzten Jahre immer schlimmer. Als ich letztes Jahr das dritte Kind bekommen habe, wurde es nochmal schlimmer.
Oft sind es Gedanken und Ängste, dass meinem Mann was passiert, den Großen irgendwas oder das unser jüngstes morgens nicht mehr aufwacht....
Die Vier sind das Wertvollste und Wichtigste, was ich habe.

In den letzten Jahren musste ich oft erfahren, wie hart und schnell das Schicksal zuschlagen kann. Dazu noch die anderen Verluste, weil Freundschaften für diese Ereignisse nicht stark genug waren und zu Bruch gingen. Menschen haben sich abgewendet oder ich habe den Kontakt abgebrochen, weil es nicht mehr ging.
Ich habe keine Freunde mehr, nur noch meine Familie. Dort ist der Kontakt zwar gut und wir sehen uns regelmäßig oder telefonieren aber ich fühle mich trotzdem alleine.
Ich denke, dass das alles Gründe für meine Verlustängte sind.
Inwieweit das noch gesund oder normal ist, weiß ich nicht.

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Wurde mal eine Ursache für die Ängste festgestellt?
Hatte deine Mutter mal ein Erlebnis? Hat sie es von ihrer Mutter übernommen? Haben sie es an dich weiter gegeben?
Hat deine Oma öfter mal Vorahnungen? Oder möchte sie selbst nicht, weil sie andere Ängste hat?

Ich selbst hatte auch schon Vorahnungen. Seltsamerweise bleibe ich dann eher ruhig und habe kaum Angst. Irgendwie so ein es ist eh nicht änderbar.
Bei Ängsten oder wenn jemand solche Ängste ausspricht, steckt mich das mehr an. Unruhe und so. Meistens ist dann nichts/passiert dann nichts. Weil es eher Ängste dahinter sind, als Ahnungen.
Solche Ängse kenne ich auch von Älteren. Das Beispiel deiner Oma von Älteren. Z.B. wenn dann nach und nach Kindheitstraumata hochkommen (Kriegszeiten/Nachkriegszeiten) wo die Angst ständig präsent war, jemanden nie wieder zu sehen, wo einen Teil der Familie bei sich behalten nicht selbstverständlich war. Manchmal auch von den Eltern weitergegeben an Kinder, die heute selbst Großeltern sind. Deren Kindheit noch von den Kriegs-Nachkriegsängsten derer Eltern gerpägt war.

Bevor du jetzt Panik schiebst (was ansteckend ist und dann Unruhe aufkommt und Unruhe zu Fahrlässigkeitsfehlern führen kann), würde ich noch mal in Ruhe mit ihr sprechen.
Wie schätzt sie es selbst ein?
Ist es mehr ihre Angst davor es könnte...
Fühlt es sich eher wie eine Vorahnung an?
Warum hat sie diese Angst?
Vielleicht verstehst du dann besser, was wirklich los ist. Dann kann selbst beruhigen. Aber auch nebenbei was über das Leben deiner Oma erfahren. Oder auch über dich: eigene Ängste, was dir so mitgegeben wurde im Leben, dich selbst besser versethen lernen.

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Dankeschön für deinen Text.

Heute Morgen geht es mir gedanklich schon etwas besser. Trotzdem bleibt noch ein seltsames Gefühl. Wir sind heute bei Mama und Oma und da rede ich mal mit ihr, ich denke das es keine Vorahnung ist, sie möchte nur nicht das wir alleine da stehen wenn wirklich was passieren sollte.

Ich meine es ist ein Unterschied ob ich 2 nahestehende Personen verliere oder 4 wenn wirklich etwas passieren sollte. Auf der anderen Seite habe ich zu meiner Mama gesagt, was will ich machen wenn es so wäre, dann würde es Gott so wollen warum auch immer ich könnte es nocht ändern.

Aber es schnürrt einem ja doch den Hals zu auf einmal 4 Familienmitglieder zu verlieren evtl.

Ich denke wir reden auf alle Fälle heute, vielen Dank dir ♥️

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Ich habe da eine ganz pragmatische Idee: Da deine Oma anscheinend auch diese Gedankengänge hat, kann es sich einfach auf dich übertragen hat. So etwas kann auch unbewußt von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Ein Beispiel aus meiner Familie: Sirenen, meine Eltern waren Kriegskinder. Meine Mutter hat zwar versucht das zu überspielen, wegen mir, aber Sirenen haben sie unsagbar getriggert. Als ich Kind war gab es ja noch häufig Probealarm (kalter Krieg und so). Ich sitze heute mit fast 50 Jahren da und mir laufen bei Sirenen kalte Schauer über den Rücken. Und hier auf dem Land gehen bei jedem Feuerwehreinsatz noch die Sirenen los. Ich bin gespannt, ob meine Tochter da auch was von abbekommt....fast 80 Jahre nach Kriegsende, wäre krass.