Reizblase? Blasenschmerzen nach Blasenenzündungen

Hallo zusammen,

ich habe hier jetzt des Öfteren von diesem Thema gelesen. Leider kann ich nichts mehr kommentieren und eröffne deswegen ein neuen Beitrag.


Ich bin weiblich und 25 Jahre alt. Seit ich ca. 14 Jahre alt bin, habe ich immer wieder mit Blasenenzündungen zu kämpfen, die durch Antibiotika immer gut behandelbar waren. 2019 traf es mich wieder. Diesmal verschwand jedoch zwar die Entzündung, die Symptome allerdings nicht. Ständiger, durchgängiger Harndrang, kaum oder kurzes Erleichterung Gefühl. Es fühlte sich so an "als würde Urin in der Harnröhre festhängen", als könnte ich die Blase nicht entleeren. Die Folge waren mehrere Krankenhausbesuche mit mehreren Blasenspiegelungen, Urodynamiken. Auch ein MRT von der Blase wurde gemacht. Immer ohne Befund. Mir wurde Spasmex verschrieben. Das hat bei mir Harnverhalt ausgelöst. 7 Monate lang blieb dieses Gefühl bis ich die Pille abgesetzt und auf die Kupferspirale gewechselt habe. Dann verschwanden alle Beschwerden. In der Zwischenzeit habe ich mich impfen lassen und war zwei Jahre lang beschwerdefrei. Bis jetzt. Ich hatte wieder eine Blasenentzündung, die mit drei Antibiotika behandelt wurde, da die ersten beiden nicht geholfen haben. Leider sind auch jetzt die Symptome immer noch da. Ich habe ein ständiges Brennen im Unterleib und muss alle 20 Minuten Wasserlassen. Je mehr ich trinke, desto schlimmer wird es. Während meiner Periode waren allerdings keinerlei Beschwerden da. Eine Entzündung ist nun nicht mehr nachweisbar. Ich bin nun etwas hilflos und habe keine Lebensfreude mehr. Die Pille kann ich nicht mehr absetzen...der alte vermutete Grund ist also nicht mehr da..

Vielleicht lesen dies ja diejenigen, die hier schon Mal ein ähnliches Problem dargestellt haben und können mir sagen, ob es ihnen besser geht und vor allem wodurch ...ich schlafe kaum noch und bin echt am Ende.

Liebe Grüße

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Wenn du sagst, du habest dich impfen lassen, meinst du dann die Strovac-Impfung?

Was sind Auslöser deiner Blasenentzündungen? Geschlechtsverkehr? Zyklusphasen?

Wo genau tut es weh? Kannst du die Beschwerden eingrenzen? In der Blase, am Harnröhrenausgang, im Harnleiter?

Ich kann ein Lied von deinen Beschwerden singen, war aber lange beschwerdefrei und krieg's jetzt wenigstens hin, dass es beschwerdefreie Episoden gibt. Ich hab auch keinen Rat, sondern ein Sammelsurium an Dingen, die mir helfen.

Ich strebe aber gerade noch ne weitere Untersuchung an, ob eine Fehlbesiedlung meiner Vaginalflora vorliegt und ich in den hier beschriebenen Kreislauf reingerate:
https://www.mikrooek.de/labordiagnostik/fuer-aerzte-und-therapeuten/neues-aus-dem-labor/cystitischeck/

Was bei dir eine Option sein könnte, ist der Aufbau deiner Blasenschleimhaut. Es gibt da Therapien mit Hyaluron. Das was du hast, nennt man ja interstitielle Blasenentzündung, Beschwerden, ohne bakteriellen Befund. Das nimmt zumindest der Wald- und Wiesenhausarzt nicht Ernst. Da ist nix, also kann es nicht weh tun....

Mein aufrichtiges Beileid. Google mal bei den Ernährungsdocs... die haben ne Folge zum Krankheitsbild. Mit Ernährung (gluten- und zuckerfrei) komm ich schon mal weiter...

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Ja, ich meine die Strovac-Impfung.

Die Symptome schwanken von Tag zu Tag. Das Brennen würde ich hauptsächlich in der Blase lokalisieren, allerdings ebenfalls im Unterleib (Bereich Gebärmutter und Eierstöcke). Es gibt Tage, da laufe ich alle 15 Minuten auf Toilette. Es gibt aber auch solche, da geht es auch mal 1-2 Stunden gut. Das Brennen allerdings verschwindet nie.

Ich weiß nicht genau, was der Auslöser ist. Nach meinen Beobachtungen ist es vor allem die Unterkühlung, obwohl ich mich echt immer gut schütze. Ich fahre Fahrrad, ein kleines Windchen weht und zack...Geschlechtsverkehr spielt vielleicht auch eine Rolle. Ist gut möglich.

Komisch finde ich, dass ich 3 Jahre lang komplett beschwerdefrei war. Ich hatte zwar mehr Harndrang als mein Umfeld, aber es hat mich nicht eingeschränkt und war noch völlig "normal'. Ich hatte dann Weihnachten wieder eine Entzündung, die ist aber, wie gewohnt, durch Antibiotikum abgeklungen und dann war auch gut. Nur jetzt ist es irgendwie wieder da

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H. Insgesamt hatte ich 13-15 Stück. Die letzten 5 gingen nur mit 2 verschiedenen Antibiotika weg.
Ich habe nun immer in der 2. Zyklushälfte eine Blasenentzündung ohne Viren. Sobald etwas nur leicht meine Blase angreift oder sich zyklisch verändert habe ich es.

Mir helfen dann auch nur allerlei Mittelchen um die Symptome zu lindern. Nehme regelmäßig D Manose, Cranberry, trinke viel und esse wenig Zucker, Blasentee (würg….)
Trotzdem renne ich 5 Tage lang jede Stunde 2-4x auf Toilette

Was mir aufgefallen ist… mit jeder Blasenentzündung hat sich der heilungsprozess verlängert. Zuletzt hatte ich 3 Monate dauerhaft die Fake Beschwerden. Habe dann noch eine Darm Aufbaukur gemacht und weiter eine Aufbau Kur für die scheide.

Dass dich das zermürbt kann ich absolut nachvollziehen. Ich wurde wie meine vorrrdnerin auch in Richtung Aufbaukur gehen und da ansetzen.

Alles Gute!

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Hallöchen,

auch die danke für deine ausführliche Antwort. Das finde ich sehr interessant. Damals dachte ich auch, dass es zyklisch bedingt ist. Werde ich nun mal drauf achten.

An den Kuren bin ich gerade dran. Mal sehen.

Sind deine Beschwerden denn nach den 3 Monaten "einfach so" abgeklungen?

Liebe Grüße

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Sie waren nicht plötzlich weg sondern es wurde langsam immer besser. Jetzt renne ich halt noch zyklisch bedingt auf Toilette, aber solange ich keine Bakterien bekomme und noch mal Antibiotika nehmen muss ist mir irgendwie alles recht…

Wobei ich nun schwanger bin und Angst habe, dass die Geburt mir alles wieder zerstört 🥺 oder ich während der SS eine Blasenentzündung bekomme.

Ich möchte das nie wieder mitmachen… gebe jetzt extra acht und werde diesen Sommer auch nicht baden gehen (😭)

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Hallo,

ich hatte mehrfach eine Blasenentzündung und irgendwann hatte ich das Gefühl, dieses Brennen geht gar nicht mehr weg. Es waren aber nie Bakterien nachweisbar.
Sobald eine Klimaanlage an ging oder ich nur leicht gefroren habe, hatte ich dieses Brennen.
Ich musste allerdings nicht häufiger Wasser lassen. Nur Brennen.

Nach gut 10 Jahren Suche hat ein Urologe die Vermutung angestellt, dass ich aus lauter Angst vor einer Blasenentzündung unbewusst immer den Beckenboden anspanne und dadurch wohl Reibung an der Harnröhre entstehen kann. Leider kann man dafür keine konkrete Diagnose stellen, Ist halt sowas wie Spannungskopfschmerz oder ein nervöser Magen bei Stress.

Aber da alle anderen Untersuchungen ohne Befund waren,hat mir allein diese Vermutung geholfen, um im wahrsten Sinne wieder entspannt zu werden. Und seitdem ist das Brennen verschwunden. Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung haben mir auch geholfen.

Es scheint nicht ganz auf Deine Symptome zuzugreifen, aber da viele Urologen nicht in diese Richtung denken, wollte ich zumindest auf die Möglichkeit hinweisen. Du kannst auch mal nach Verspannung Beckenboden googeln.

Viel Glück!

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Spannend!! Die längste schmerzfreie Episode (und die war wirlich lang, 15 Jahre!!!!) hatte ich nach einer Therapie durch eine Ostheopathin, die inwendig den Beckenboden behandelt hat.
Und jeder Gyn lobt seit jeher meinen ach so trainierten Beckenboden, vermutlich rührt das daher, weil ich den unbewusst permanent anspanne...
In die Richtung könnte ich eigentlich mal wieder weiterdenken und Entspannungsübungen machen. Ich leide nämlich momentan auch wieder so vor mich hin...

Die Ostheopathin wohnt mittlerweile leider zu weit weg...

Ich würde aber gerade bei Blasenproblemen niemals nie die psychosomatische Komponente unterschätzen!! Die Region hat ein ausgezeichnetes Schmerzgedächtnis, da reicht ein Minireiz und schon ist alles wieder verkrampft....

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Sorry, dass ich jetzt erst antworte.
Ich hätte das auch nie geglaubt. Es hieß von den Urologen immer, das sei dann wohl Kopfsache. Toll.
Erst als ich dann die sinnvolle Erklärung bekam, hat sich die Spannung wortwörtlich gelöst. Ich bin am Schluss echt durch sie Hölle gegangen, weil ich selbst im Hochsommer mit Socken, Schuhen, langen Ärmeln rumgerannt bin aus lauter Angst vor einer Blasenentzündung. An Liebesleben war auch nicht zu denken... Es war schlimm! Und allein die 10 Minuten Gespräch mit dem Arzt, der es mir so logisch erklären konnte, haben gereicht. Ab da war es vorbei.
Er konnte natürlich keine offizielle Diagnose stellen, aber er sagte, es deute alles darauf hin. Und offensichtlich war es so.
Deswegen sollte man das niemals unterschätzen! Ich hätte es vorher auch nicht geglaubt.
Der Beckenboden zählt übrigens wohl auch nicht mehr zum 'Bereich ' des Urologen. Deswegen hat keiner von denen sich vorher damit befasst. Mein Gynäkologe allerdings auch nicht. Man muss einfach Glück haben und den finden, der eine Idee hat!

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