Irreversible Geburtsschäden

Hallo zusammen,

ich bin eigentlich eher stille Mitleserin in diesem Forum, suche nun aber vielleicht Frauen, die in der gleichen Situation sind.

Mein Sohn wird nächste Woche 2 Jahre alt und ich versuche seitdem alles, meinem körperlichen Zustand von vor der Geburt wieder nahe zu kommen. Die Geburt war am Ende sehr schwer, Geburtsstillstand und Zangengeburt.

Meine Frauenärztin hat direkt eine Scheidensenkung diagnostiziert, mein Beckenboden hat sich bei der Geburt gefühlt komplett verabschiedet.. und aber natürlich erstmal abgewartet wie sich alles zurückbildet. Ich habe Physio bekommen, habe kürzlich auch nochmal einen Rückbildungskurs mitgemacht und habe von meiner Ärztin auch den Emy Beckenbodentrainer verschrieben, den ich versuche 2 Mal die Woche zu nutzen. Es bleibt aber das Gefühl, dass etwas da ist wo es nicht hingehört (Fremdkörpergefühl, als würde ich gleich irgendwas gebären). Im Spiegel sieht man auch, dass der Scheideneingang dadurch komplett „zu“ ist.

Es belastet mich wirklich sehr. Das hat auch Auswirkungen darauf, dass ich Probleme mit Tampons etc. habe.

Heute hatte ich erneut einen Termin und es wurde nun ein irreversibler Geburtsschaden festgestellt. Ein Teil der Scheidenwand wurde wohl aus seiner ursprünglichen Form rausgerissen bei Geburt. Um eine OP komme ich wohl nicht drum herum, aber meine Ärztin möchte noch ca 10 Jahre warten, bis die Kinderplanung wirklich final abgeschlossen ist (ich bin 33 Jahre alt). Sie hat noch einige Ideen die wir ausprobieren.

Meine Frage: Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was hat euch im Alltag geholfen? Welche Sportart tut euch gut? Ich möchte einfach gerne wieder mit Sport und Ernährung zu einem Wohlfühl-Ich zurück.

Ich freue mich über eure Antworten.

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Hallo, vielleicht hilft dir meine Erfahrung.

Mein erster Sohn kam vor fünf Jahren zur Welt. Die Geburt war unglaublich schnell, innert drei Stunden war der Junge geboren. Auf seinem Weg raus hat er bei mir so ziemlich alles lädiert, was da im Weg stand.

Gerissener Muttermund, komplett abgelederte Scheideninnenwand (Darm wie auch Harnleiter waren freigelegt), Dammriss dritten Grades, die inneren Schamlippen waren fast vollständig abgerissen. Ein ziemliches Schlachtfeld. Ich wurde während einer langen und aufwendigen OP wieder zusammengeflickt und bereits bei der Nachkontrolle der Frauenärztin meinte diese, es schaue alles tipptopp aus, es sei perfekt verheilt.

Allerdings fühle es sich nicht so an. Geschlechtsverkehr war während des ersten Jahres sehr schmerzhaft, oft war sitzen oder gehen ebenfalls unangenehm. Ich verlor beim Niesen und Husten immer mal wieder kleine Mengen Urin.

Daraufhin hab ich mir eine Osteopathin gesucht, welche auf Frauenkörper spezialisiert ist. Sie richtet manuell "innerlich", was da bei einer Geburt so alles in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch sie meinte, optisch sei alles schick, allerdings hätten die geheilten Schleimwände nie wieder ihren Dienst aufgenommen. Also einfach wieder schön gewachsen und geheilt, aber keinerlei Stützfunktion mehr inne gehabt. Sie hat daraufhin die Verklebungen, Verhärtungen und Veränderungen im Gewebe gelöst und so wieder voll funktionsfähige Schleimhaut geschaffen. Bereits nach zwei Sitzungen war ich komplett schmerzfrei, kein Urinverlust mehr und mein Beckenboden wie auch alles andere funktioniert wieder so ziemlich wie vor der Geburt.

Das richten ist etwas unangenehm und manchmal auch schmerzhaft, aber sie hat mir extrem geholfen und mir meinen vorgeburtlichen Zustand zurückgegeben.

Ich wohne in der Schweiz und geb dir die Adresse gerne weiter, falls das für dich in Frage kommt.

Liebe Grüsse

Bearbeitet von ToTheMoonAndBack
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Ich danke dir sehr für deinen Tipp. An Osteopathie habe ich auch schon gedacht, durch deinen Beitrag habe ich gerade mal recherchiert und es gibt auch hier bei mir welche, die auf Frauenheilkunde (Beckenboden, Senkungen etc) spezialisiert sind. Ich werde es ausprobieren!!🙏🏼

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Hallo,
Vielleicht schaust du mal nach Cantienica-Training? Das ist ein Haltungs- und Beckenbodentraining, was sehr effektiv ist.
Übrr die Himeoage kann man Anbieter suchen. Notfalls gibt es inzwischen auch Bücher oder DVDs, glaube ich. Empfehlen würde ich dir allerdings einen Kurs mit direkter Betreuung oder auch Einzelstunden.

LG love

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Danke dir, davon habe ich noch gar nichts gehört und ich schaue es mir an 🙏🏼

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Es tut mir Leid zu hören was du durchmachst.

Ich bin ein großer Fan von Osteopathie mit vielen positiven Erfahrungen. Das vorweg.

Ich kenn ich mit irreversiblen geburtstaschäden nicht aus. Aber ich möchte dir von meiner Erfahrung berichten. Ich hatte auch Probleme mit meinem Beckenboden. Oft ist der beckenboden verkrampft und um das zu lösen können innere Massage helfen, sie entspannen und regen die Durchblutung an. Ich selber merke das nicht so, aber mein Mann sagt dass das Gewebe an manchen Stellen anfangs sehr hart war und inzwischen ist es wieder weich und so wie es sein soll. Ich hab auch seit dem keine Probleme mehr obwohl ich kein spezielles beckenboden Training machen ( ich achte natürlich schon drauf) und ich kann meine Kinder auch wieder tragen.

Ick drück dir Daumen dass du eine Lösung findest und es wieder besser wird.

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Danke für den Tipp!

Ich habe nun auch zeitnah einen Termin bei einer Osteopathin, die auf Frauenheilkunde spezialisiert ist.