Freundin gibt Kind ständig Antibiotikum

Hallo Zusammen. Ich lese hier schon seit Jahren mit, aber heute muss und möchte ich nun selbst einmal aktiv um Rat fragen. Werde ich vielleicht in Zukunft auch öfter mal machen. Mir liegt seit Wochen ein Thema am Herzen, welches ich bei meiner Freundin ansprechen möchte, aber nicht weiß wie ich es formulieren soll. Meine Freundin ist sehr sensibel und nimmt konstruktive Kritik sehr persönlich. Ich möchte auf keinen Fall ihre Gefühle verletzen, aber dieses Thema ist mir so wichtig, dass ich doch gerne etwas sagen möchte. Da ich Psychologie studiert habe sollte man meinen, dass es mir leicht fallen müsste, aber das ist leider in Bezug auf meine Freundin nicht der Fall.
Wie in der Überschrift zu erkennen, geht es um das Thema Antibiotikum. Und zwar wird die Tochter meiner Freundin in ein paar Wochen vier Jahre alt. Sie ist häufig krank und wird eigentlich garnicht mehr richtig gesund. Ihre Tochter bekommt ständig Antibiotika bei jeder Erkrankung. Selbst bei Erkrankungen die überhaupt nicht für ein Antibiotikum indiziert sind. In diesem Jahr hat sie bereits das sechste Antibiotikum bekommen und insgesamt seit Geburt, nun das 29. Antibiotikum. Nun wird also die Tochter garnicht mehr gesund und bekommt direkt das 7. Antibiotikum für dieses Jahr. Ich bin der Meinung, dass der Gesundheitszustand der Tochter mit der häufigen Einnahme der Antibiotika zu tun hat. Meine Freundin macht auch keine Darmaufbaukur, weil die Kinderärztin das nicht empfiehlt. Wir haben eine gemeinsame Freundin, die Ärztin ist. Diese hat bereits versucht meine Freundin zu sensibilisieren, jedoch ohne Erfolg. Ich selbst habe mal
von meiner Kinderärztin gesprochen, die auch bei jeder Kleinigkeit Antibiotikum verschreibt ohne einen Abstrich zu machen. Ich habe dann erwähnt, dass ich das Antibiotikum dann einfach nicht gebe, damit es wirkt wenn es wirklich mal zwingend erforderlich wird. Das hat meine Freundin verstanden, konnte jedoch keinen Bezug zu ihrem Verhalten herstellen. Nun meine Frage. Wie könnte ich dieses Thema gut platzieren ohne die Gefühle meiner Freundin zu verletzen? Ich möchte nicht, dass sie aus meinen Worten interpretieren kann, dass sie eine schlechte Mutter sei. Soll ich es überhaupt ansprechen oder ist das anmaßend? Ich ärgere mich auch so über diese Kinderärztin, die einfach immer wieder bei jeder noch seinen kleinen Erkältung Antibiotikum verschreibt.

Vielen Dank fürs Lesen und Zuhören.
Liebe Grüße Merle

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Hältst du sie denn für eine schlechte Mutter? Das kann man nämlich bei deinem Geschriebenen schon denken, weil du schreibst, dass du selbst ein Antibiotikum einfach nicht geben würdest, obwohl deine Ärztin es verschreibt. Du würdest also auch von deiner Freundin erwarten, dass sie sich gegen den Rat ihres Arztes stellt und etwas Verschriebenes einfach nicht gibt?
Wenn du so über sie denkst, wird sie es auch raushören, egal wie du es verpackst. Also arbeite zunächst lieber an deiner Einstellung. Sie vertraut der Meinung ihres Arztes, der ja Fachmann ist. Da ist doch nichts verwerfliches dran. Die meisten Menschen würden sich wohl nicht zutrauen, mehr Ahnung als ihr Arzt zu haben.
Was du stattdessen machen könntest, ist vielleicht, Sorge oder Mitgefühl wegen des Gesundheitszustandes des Kindes auszudrücken. Dann fragen, ob der Arzt mal etwas anderes probiert hat und falls es tatsächlich immer nur um Antibiotika geht, könntest du sie ermuntern, sich mal bei einem anderen Arzt eine Zweitmeinung zu holen.
Wenn sie das dann aber ablehnt, fände ich es anmaßend, weiter zu bohren. Halte das Thema dann am besten aus eurer Freundschaft raus.

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Hallo Merle, oh wow schon 29 Mal Antibiotikum, das ist aber wirklich krass. Es gibt Ärzte, die verschreiben einfach dauernd Antibiotikum, wie unser alter Kinderarzt und dann Ärzte, wie unser neuer Kinderarzt, der Antibiotikum eigentlich so gut wie gar nicht verschreibt, auch wenn es mal nötig ist.

Wenn ihr sehr eng befreundet seid, würde ich es ansprechen, ohne viel TamTam, du bist ja Psychologin und kannst es bestimmt sehr wohlwollend verpacken, ohne dass sie sich persönlich angegriffen fühlt ✊die Häufigkeit ist einfach sehr auffällig- ist die Tochter wirklich so viel krank?
LG

Bearbeitet von pusteblume3383
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Die Tochter ist tatsächlich ständig krank, aber es sind oft eher Viruserkrankungen oder eben mal Erkältungen. Es waren auch mal Mittelohrentzündung oder Bindehautentzündung dabei, aber meistens eher Husten und Schnupfen.
Ich weiß tatsächlich in diesem Fall nicht so gut wie ich es ansprechen kann. Ich bin ein sehr direkter Mensch und will meine Freundin nicht verletzen. Vielleicht mache ich mir auch nur zu viele Gedanken

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In Bezug auf Resistenzen etc macht deine Freundin aber alles falsch.
Das Immunsystem des Kindes macht ja auch so einiges mit, kann mir kaum vorstellen, dass es eine gesunde bzw intakte Flora besitzt.
Ich würde es ansprechen, einfach Fakten darlegen, nicht für Viren geeignet etc, wenn sie dann eingeschnappt ist, naja muss wohl eine ziemlich anstrengende Persönlichkeit sein.

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Rate deiner Freundin doch zu einer Mutter Kind Kur ( an der See). Kinder sind in dem Alter Dauerkrank. Meine Tochter auch, sie wird im September 4. Sie hat noch nie Antibiotikum genommen. Bevor das ansteht, wird ein Abstrich gemacht und gesehen, ob es überhaupt was bringt.
Was hat sie denn für einen Kinderarzt? Oder nimmt sie einfach angebrochene Flaschen weiter? Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur ein Kinderarzt immer wieder das Rezeptbuch raus holt. Wechselt sie die Ärzte?

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tja. -- wenn der Arzt das verschreibt, dann glaubt man ihm. -- also aus Sicht Deiner Freundin. --

Das ist wie beim Imfpen: es gibt unterschiedliche Meinungen. -- so auch bei den Ärzten was das Antiobiotika angeht.
Ich glaube nicht, dass Du da mehr Gewicht hast, als der Arzt, dem sie vertraut und ein Medikament aufschreibt. -- sehr schwierig.
Ist sie für Fakten und Artikel aus dem netz empfänglich? -- also in Richtung: je mehr AB man verschreibt, umso widerstandsloser wird der Körper und es wirkt nicht mehr? -- vielleicht kommt du ihr mit Fakten bei.
Letzendlich ist man doch bei einem Arzt, damit der einem sagt, was richtig ist. -- sehr schwer als Freundin da mehr Einfluss auszuüben.... eventuell über Fakten.

Ich bin da eher das Gegenteil -- ich war, als die Klkeinkinder / Kindergartenkinder krank waren so gut wie nie beim Arzt, schon gar nicht wegen Erkältungen... das wurde immer selber kuriert -- somit ergab sich die Situation gar nicht, dass sie zu viel Medikamente verschrieben bekommen hätten. Tatsächlich bin in der Meinung, dass sie deshalb nie krank werden bis heute (beide inzwischen Teenies und vielleicht 1 mal im Jahr krank und das schon immer --- und dann angesteckt, statt verkältet). -- aber ob solche Fakten Deiner Freundin gegenüber helfen? hm... sie vertraut dem Kinderarzt und denkt, das ist gut so.

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So was gabs schon immer.

Ich verstehe dich da gut, aber da gibt es einfach verschiedene Meinnugen und das muss man auch akzeptieren. Du kannst durchaus einmal gut formuliert deine Meinung äußern, aber dann lass es auf sich beruhen. Gerade auch weil eure gemeinsame Freundin das auch schon angesprochen hat.

Aber dann lass es bitte gut sein. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Freundin, die ständig versucht ihre Meinung durchzusetzen. Entweder sie nimmt sich deinen Rat zu Herzen oder sie geht einen anderen Weg und hört auf ihre Kinderärztin.

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Ich habe leider noch nicht heraus gefunden wie ich einen allgemeinen Beitrag zu einem Thread schreiben kann, deshalb nochmal hier.

Vielen Dank für Eure Antworten. Ich konnte für mich eine gute Idee mitnehmen wie ich damit umgehe und ob und wie ich es anspreche. Deshalb ist so ein Blick von außen einfach wertvoll.

Meine Freundin ist übrigens überhaupt keine anstrengende Persönlichkeit und eine tolle liebevolle Mama.

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Ich würde es versuchen mit:
Hey Lisa, Emma wird ja gar nicht mehr gesund, die rutscht ja von einem Infekt in den nächsten. Hast du schonmal darüber nachgedacht den Kinderarzt zu wechseln? Vielleicht hat ein anderer Arzt ja andere Ansätze. Vielleicht würde euch ja auch eine Mutter-Kind-Kur gut tun, um mal eine Weile den Kita-Keimen zu entkommen und dann gesund in das restliche Jahr zu starten.

Vielleicht verschreibt der neue Arzt dann ja auch nicht wegen jedem Mist ein Antibiotikum. Wobei man ja auch nicht weiß, inwiefern es verschrieben wurde. Also ich habe auch schon Rezepte vorsichtshalber mitbekommen und konnte dann selbst entscheiden. Kann natürlich auch am medizinischen Background liegen, ich weiß ja nicht, wie unsere KiA Praxis das bei anderen handhabt.

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Ich würde grundsätzlich niemandem raten, verschriebene Medikamente nicht oder anders dosiert zu verabreichen, zumal du ja offensichtlich nicht vom Fach bist und die Untersuchung nicht selbst durchgeführt hast. An deiner Stelle würde ich allenfalls anraten, eine zweite Meinung einzuholen. Aber sicher nicht einfach behaupten, dass es besser wäre, ein verschriebenes Medikament nicht zu nehmen.

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Hey!

Ich würde nicht an ihr kritteln, sondern ihr einen Arztwechsel empfehlen. Nicht sie als Mutter handelt falsch, sondern der verschreibende Arzt.

Liebe Grüße
Schoko