Burnout/Erschöpfungsdepression - Erfahrungen gesucht/Wann zurück in den Job?

Ich bin auf der Suche nach Erfahrungsberichten zum Thema Burnout/Erschöpfungsdepression.

Ich habe bereits vor Jahren während des Studiums gemerkt, dass ich deutlich über meinen Energiereserven lebe.
Mit dem Berufseinstieg wurde es schlimmer. Ich saß oft weinend vor Erschöpfung und Überforderung im Büro und wollte mich nach Feierabend nur im Bett zusammenrollen. Aus Angst den Anschluss zu verlieren, habe ich weiter gemacht. Überstunden, für alle ein offenes Ohr, Freundschaften, Beziehung, Ehrenamt, Hobbys ... Alles in mir hat laut "Stopp" gerufen und ich habe immer gehofft, dass endlich jemand sieht wie es mir wirklich geht und mir hilft anzuhalten. Leider haben alle nur die Fassade gesehen, die ich eisern aufrecht erhalten habe.
Vor zwei Jahren gab es ein sehr einschneidendes und traumatisches Ereignis in meinem Leben. Ab dann ging es nochmals rapide bergab. Massive Schlafstörungen, Panikattacken, Entscheidungsunfähigkeit, krasse innere Anspannung und emotionale Taubheit. Irgendwie habe ich es geschafft noch fast 1,5 Jahre den Kopf über Wasser zu halten (ich weiß bis heute nicht, wie das ging), bis mein Körper mich abgeschaltet hat.
Seit Februar bin ich krank geschrieben. Habe 10 Wochen Klinik (Teilstationär) hinter mir und bin nun wieder zuhause. Leider geht es mir kaum besser. Die Schlafstörungen sind weniger geworden, aber die heftige innere Anspannung ist weiterhin da und zerreißt mich an manchen Tagen fast. Ich konnte aus der Klinikzeit kaum Werkzeuge für mich mitnehmen und fühle mich sehr verloren. Ich bin zwar weiterhin therapeutisch angebunden, aber gerade komplett ohne Perspektive, wann ich mit einer Besserung rechnen kann und insbesondere auch, wann eine Rückkehr in den Job realistisch ist.

Wie ist das bei euch gelaufen? Hat euch ein Klinikaufenthalt geholfen? Wie lange habt ihr gebraucht, bis ihr euch deutlich stabiler gefühlt habt? Nach wie vielen Wochen/Monaten Krankschreibung konntet ihr in den Beruf zurück?

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Hallo 🙂 ich möchte mal von mir erzählen 2021 wurde ich krank . Ich bekam eine Angst und Panikstörung ich war am Ende konnte mich nicht mehr um meine Familie kümmern . Dazu kam das ich auch viele Schicksalsschläge erlebt habe 😪 2022 war ich 12 Wochen stationär in der Klinik und anschließend noch für 9 Wochen in der Tagesklinik . Damit war ich dann im September fertig und ich merkte ich brauche einfach noch Zeit mich wieder in den Alltag rein zu finden und mich einige Sachen noch stellen musste . Ich habe mir einen Therapeuten gesucht um Weiter an allem zu arbeiten .2023 merkte ich das ich gerne von vorne anfangen wollte . Also suchte ich mir einen neuen Job es hat gedauert bis ich was gefunden habe . Seit April arbeite ich wieder und war über 2 Jahre zuhause . Ich glaube die Entscheidung wann man sich sich wieder bereit fühlt ist individuell jeder Person geht es anders. Ich habe mich nach einem 1 3/4 Jahr erst wieder bereit gefühlt 😊 ich hoffe dir geht es bald besser und es geht wieder bergauf bei dir 😊

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Du hast zu lange über dein Limit gearbeitet. Möchtest du nicht erstmal halbwegs gesund werden, bevor du wieder an das Arbeiten denkst?! Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Du hast nur die eine Gesundheit!. Lg und gute Besserung

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Da du viele Jahre gebraucht hast, bis du aufgehört hast über deine Grenzen zu gehen, braucht es Jahre, bis du wieder stabil bist. Ob du in der Zeit schon langsam wieder etwas arbeiten kannst, zeigt die Zeit.
Du könntest zusätzlich noch eine psychosomatische Reha beantragen, da geht es mehr um praktische Skills, was du tun kannst.

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Guten Morgen Notstromminus10,

Was bringt dich dazu, die Frage nach deinem Wiedereinstieg in den Beruf in den Vordergrund zu stellen?

Du schilderst deine heftige Geschichte mit chronischer Überforderung seit dem Studium. Hinzu kam ein "einschneidendes und traumatisches" Erlebnis. Das Alles mündete in eine Erschöpfungsdepression, Panikattacken und "krasse innere Anspannung".
Du sagst, trotz längerer Therapie konntest du kaum "Werkzeuge" aus der Behandlung mitnehmen.

Das empfinde ich in die Richtung, vielleicht bis du innerlich noch nicht völlig bereit, dich einem Therapeuten zu öffnen und die besagten Werkzeuge an dir auch anzuwenden.
Für mich klammerst du dich - trotz deiner heftigen Schilderung deiner Erkrankung - sehr an deine Jobperspektive.

Hast du daran gedacht, das könnte vielleicht die falsche Perspektive für dich sein? Was könnte denn sonst eine Perspektive für dich sein?
Welchen Weg möchtest du in Zukunft gehen ohne dich zu überfordern?
Was ist dir wichtig in deinem Leben?

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Ich denke es ist sehr individuell, wie lange man braucht um zu verstehen, was man ändern kann um nicht über seine Energiereserven hinaus zu leben.
Da kann ich eine Verhaltenstherapie empfehlen, falls du nicht schon in der Richtung versorgt bist.

Viele Kliniken ermöglichen einen Aufenthalt alle drei Monate, eventuell kannst du das nochmal wahrnehmen.

Leider wird es nicht mehr so wie vor der Erkrankung...und Veränderungen brauchen Zeit. Man hat sich jahrelang an Strukturen gewöhnt, die zu viel Energie geraubt haben...

Ich wünsche dir weiter eine gute Besserung und die passende Unterstützung!