Vegetarismus - Sinn und Unsinn?

    • (1) 15.04.08 - 20:11

      Hi ihr Lieben,

      ich hatte gerade eine Diskussion mit einem Freund, der Vegetarier ist.
      Ich selbst war eine zeitlang Veganer (u.a. wegen der damaligen BSE Krise), habe noch länger vegetarisch gelebt und bin mittlerweile wieder Fleischesser, wenn auch recht selten und dann nur Bio.

      Mein Freund sagte, dass jeder Vegetarier einen Unterschied macht und deshalb auch ganz oder gar nicht Veggie sein sollte.

      Mein Standpunkt ist, dass Hardlinertum in dieser Richtung nichts bringt weil es so wenige Vegetarier gibt, dass es im Grossen und Ganzen betrachtet kaum einen Unterschied macht, schon gar keinen sinnvollen. Lieber sollte man sich für artgerechte Tierhaltung einsetzen und auf diesem Wege etwas verändern.
      Ich selbst sehe auch nicht, was verwerflich daran ist, wenn ich zB im Restaurant bei einem Freund mal im Teller picke und ein Stückchen Fleisch probiere, wenn ich selbst etwas vegetarisches bestellt habe, was mein Vegetarierfreund aber schon verwerflich findet.

      Jetzt würde mich natürlich Eure Meinung zu dem Thema aber auch ganz besonders Fakten dazu interessieren.
      Weiss da jemand Näheres? Was bringt Vegetarismus dem Tier wirklich?

      Bin schon sehr gespannt auf eure Beiträge!

      • (2) 15.04.08 - 20:21

        Was bringt es dem Tier, wenn die Vegetarier den Viechern das ganze Futter wegfressen? #freu

        Spaß bei Seite. Bin selber kein Vegetarier, finde das persönlich aber durchaus gut und interessant. Ob es gesund ist oder zumindest gesünder, weiß ich aber nicht.

        Für die Tiere hat es eher keinen Wert, da Tiere ja nicht nur Ihres Fleisches wegen gehalten und geschlachtet werden, sondern auch wegen ihres Fells und ihrer Federn. Na und wenn Du weißt, wie Kleber oder Kosmetikprodukte hergestellt werden... ;-)

        (3) 15.04.08 - 20:35

        Hi,

        ich bin selbst ein Vegetarier seit ich 12 bin, also seit 8 Jahren. Es ging damals in der Schule um Tierhaltung usw. Außerdem war mein Bruder auch vegetarier und ich hab es ihm nachgemacht ;).
        Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, Fleisch oder Fisch zu essen.
        Mir ist klar, dass wegen mir nicht weniger Tiere geschlachtet werden. Natürlich finde ich das auch schrecklich aber mir schmeckt es einfach nicht mehr.

        Lg Katja

        (4) 15.04.08 - 20:52

        Hi,

        ich kann Menschen verstehen die kein Fleisch essen.
        Ich finde es aber übertrieben auch auf alle Produkte zu verzichten, die aus Milch sind oder sonst in irgendeiner Form vom Tier.

        Ich bin auch nicht der riesen große Fleisch Esser. Nur leider gibt es die super leckere Soße zum Braten nun mal nicht ohne dieses Stück Fleisch drinnen. Oder ne Frikadelle.

        Ich esse auch keine Berge Wurst aber Salami oder Geldwurst schon mal ganz gerne.

        Wie gesagt ich stopfe mich nicht mit Fleisch und Wurst voll aber ganz darauf verzichten kann ich nicht, weil ich halt manche Sachen schon gerne Essen.

        LG Dany



      • (5) 15.04.08 - 21:11

        Hallo

        Ich- für mich- esse gerne Fleisch.
        Was Vegetarier der Tierwelt nun bringen oder nicht kann ich nicht beurteilen.

        ABER:
        Für mich wirkt es unheimlich unglaubwürdig, wenn Menschen wegen den armen Tieren kein Fleisch essen, dann aber Lederhandtaschen tragen und prinzipiell Lederschuhe tragen (die eben zu 98% garantiert nicht aus artgerechter Tierhaltung stammen )

        Von daher schau ich einem Verfechter in diesem Punkt auf die Füße und frag da immer mal interessiert nach, ob das gehäutete und getragene Tier denn nicht gelitten hat und warum der Rest nicht auch gegessen werden sollte.
        TOT ist es nunmal dank der Lederschuhe sowieso ....

        Wenn man sich ganz hart daran hält und alles berücksichtigt ok, aber solch "harte", disziplinierte Zeitgenossen gibt es nunmal sehr sehr selten.
        Wenn deinen Freund/Bekannten ein Fleisch- Naschen stört, frag mal nach seiner Geldbörse oder seinen Schuhen und wirf ihm also dasselbe vor ;-)


        LG
        schnuti

        (6) 15.04.08 - 21:28

        Bin schon immer vegetarisch und lebe jetzt vegan und will mal rohköstlerin werden - irgendwann ;-)

        Aber ich finde auch, wenn man Vegetarier ist, dann richtig. Mal eben Fleisch essen könnte ich nicht!

        zur Frage Sinn oder Unsinn: SINN ;-) logo #huepf

      • (7) 16.04.08 - 09:25



        Ich lebe seit zehn Jahren vegetarisch und natürlich macht das Sinn - hochgerechnet sind das ja einige Tiere, die ich NICHT gegessen habe und einige Menschen, die ich zumindest zum Kauf von Biofleisch überzeugen konnte.

        Ich bin kein Fundamentalist, aber ich würde meinem Mann ( der isst Fleisch) nie so ein Fabrikfleisch von vorher ordentlich gequälten Tieren kaufen. Baterrieeier gibts bei uns natürlich auch nicht.

        Es gibt übrigens gar nicht wenige Vegetarier - in meinem Bekanntenkreis allein vier Stück - und die sind das nicht durch mich geworden.

        Ich käme allerdings auch nicht auf die Idee, beim Kollegen zu probieren - ich esse eben KEIN Fleisch.

        Und vermisse nichts - im Gegenteil - ein ruhiges Gewissen ist mir wichtiger.

        LG, katzz

        (8) 16.04.08 - 09:33

        Ich denke, es ist prinzipiell ein guter Ansatz, möglichst wenig Tiere auf dem Gewissen zu haben.

        Nur leider ist Agrarwirtschaft auch nicht gerade tierlieb.
        Das geht von der Brandrodung mit zahllosen toten Tieren über verhungerte Hamster (weil zu zeitig gemäht wird und nix für sie übrig bleibt) und geshredderte Häschen und Rehkitze (weil die sitzen bleiben, wenn der Mähdrescher kommt) und verblutete Nager und andere Tiere (weil sie in irgendeinem Speicher Rattengift gefressen haben).

        Ich denke, es ist gut, nur Fleisch aus artgerechter Haltung zu essen. Leider hab ich mich da nicht völlig im Griff.


        liebe Grüße
        halbnomadin

        (9) 16.04.08 - 11:32

        Vorweg: Ich esse für mein Leben gerne ein leckeres Stück Fleisch.

        Meine Tochter ist Vegetarierin seit ihrem 6. Lebensjahr.
        Da hat sie für sich entschieden: "Wer Tiere liebt, isst sie nicht."

        Da ist was dran, wenn man sich die heutige Tierhaltung ansieht. Ich glaube auch nicht, dass durch verbesserte Tierschutzgesetze eine deutliche Verbesserung für "Nutzvieh" eintreten würde. Das zeigt der Blick in die nahe und weitere Vergangenheit.

        Zurück zu meiner Tochter - natürlich macht man sich Gedanken um ihre ausgewogene Ernährung, zumal sie auch noch ein Mäkelesser ist. Aber ich denke, man ist auch ohne Fleisch überlebensfähig. Ich aber frage mich ganz subjektiv: Ist man ganz ohne Fleisch auch noch genussfähig? ;-)

        (10) 16.04.08 - 12:19

        Ich habe mich vor zwei Jahren entschieden, kein Fleisch mehr zu essen, einfach weil ich es nicht mehr mag. Ich finde es einfach eklig, fertig!

        Das heißt aber nicht, dass sich bei mir irgendein Nicht-Vegetarier rechtfertigen muss, dass er Fleisch isst. Ich bereite auch Fleisch für die Männer in meiner Familie zu.

        Ich bin es aber sowas von leid, dass ich mich ständig rechtfertigen muss, dass ich kein Fleisch esse. Von wegen man braucht Fleisch, du trägst auch Lederschuhe etc. pp.

        Kann das nicht jede(r) so handhaben, wie er/sie möchte???

        (11) 17.04.08 - 23:23

        Hi,

        ich bin auch im Rahmen der Schule mit ca. 11/12 Jahren auf das Thema gestoßen. Ich habe auch zuvor nie gerne Fleisch gegessen, als Kleinkind, wenn ich an der Wursttheke was bekommen habe, bin ich zwischen die Regale gelaufen und habe es meiner Mama zugesteckt ... nee, das wollte ich nicht haben ;-)

        Mittlerweile bin ich seit 16/17 Jahren strikte Vegetarierin, d.h. auch keine Gummibärchen, keine Soße die mit Fleischbrühe verlängert wurde, kein Fisch. Seit 5 Jahren gibt es bei mir Haushalt auch keinerlei tierische Produkte mehr und erst seit mein erstes Kind 2 ist gibt es hin und wieder Käse. Ansonsten essen wir aber auch mal eine Pizza ... also Käse gibt es schon :-)

        Mir ist egal, ob jemand strikt ist oder nicht, letztendlich sind ausschlaggebend dafür, was seine Motive auf den (teilweisen) Verzicht sind und die kann ich ihm ja nicht vorschreiben.
        Wie gesagt, ich fand Fleisch schon lange ekelhaft und habe als Teenie immer gemeint, ich könnte mir ja auch in meinen eigen Arm beißen ... je mehr ich über die Produktion wußte, desto klarer war mir, dass ich mich von tierischen Produkten - soweit es mir möglich ist, manchmal kommt die Schoki-Sucht - distanzieren möchte.
        Ich denke den Tieren oder der "Welt" hilft generell eine bewußte Einstellung zum Thema Konsum und Ernährung, ob man dann mal am Nachbarsteller probiert juckt nicht das Schwein, das dafür getötet wurde.

        Auf der anderen Seite ist für mich persönlich die Bio-Tierhaltung bei weitem nicht artgerecht, alles was Massentierhaltung darstellt ist für mich nicht artgerecht. Ich könnte mir also überhaupt nicht vorstellen Bio-Milch zu trinken, die ist nämlich für Kälbchen ... in ursprünglichen Konstellationen gab es vielleicht 5-10 Kühe und die Milch wurde früher frisch getrunken, vor der Seßhaftigkeit war das ja noch ganz anders, zudem finde ich selbst die Bio-Kühe bei uns in der Nähe nicht wirklich "glücklich" ... nein, ich kann gut und gesund leben, ohne dass 50 Kühe in einem Offenstall stehen und nachdem sie gekalbt haben die Kälbchen zur Amme kommen, damit die Mamas für 12 Monate gut Milch geben.

        Was im konventionellen Bereich der tierischen Lebensmittelindustrie abläuft ist für mich ein absolutes No-go und "fressen" kann man das abgepackte, gammelige Fleisch ja nur, weil man nicht eine Sekunde daran denkt was es ist und wie es "produziert" wurde, nein ich möchte kein Fleisch essen von einem Tier, das mit einem Tiertransporter irgendwohin gebracht wurde und dann ...

        Wenn schon Fleisch, dann wirklich regional, am besten vom Bauer nebenan oder das Fleisch direkt am Biohof abholen, der selber schlachtet.

        Aber wie andere essen geht mich nichts an, solange sie mich in Ruhe lassen ... für mich würde es nur nicht anders gehen, als ich es gerade handhabe.

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