Ich würde gerne mal Eure Meinung hören! Beschneidung

    • (1) 14.07.08 - 10:48

      Auf dieses Thema bin ich durch eine Diskussion in "Medizin und Gesundheit" gekommen und habe in meinem Beitrag vielleicht auch etwas überreagiert....
      Jedenfalls war das der Anlaß, mit meinem Mann(Moslem) über dieses Thema zu diskutieren und ich war ziemlich erstaunt, wie sehr jeder an seinen eigenen Vorstellungen hängt.
      Ich bin absoluter Gegner dieser Praktik, weil ich finde, daß Religion eine Privatsache ist und ich kein Recht habe, mein Kind vorsätzlich zu verletzen.Das Argument, daß man "den Zipfel" nicht brauche, kann ich nicht gelten lassen, weil man auch nicht unbedingt Ohrläppchen braucht und auch unter Fingernägeln sammelt sich Schmutz, aber es käme wohl niemand auf die Idee, sie zu entfernen.Und fließendes Wasser ist heute auch kein Privileg mehr.....Außerdem ist jedes Zeichen einer Zugehörigkeit zu einer Gruppe auch gleichzeitig die Ausgrenzung anderer- eben der Ungläubigen und das wären in diesem Fall ich und meine Familie....
      Und was ist das für eine "Mitgliedschaft"? Religiöse Ansichten können sich ändern im Laufe eines Lebens, aber es wächst nichts nach.
      Aus der Kirche kann man im Bedarfsfall austreten und sein Kreuz andersherum aufhängen. Ich stelle mir einen Telefonanbieter vor, der mir- wie mir in diesem Augenblick scheint- zu besten Konditionen einen lebenslangen Vertrag unter die Nase hält und den ich für meine Kinder gleich noch mit unterschreiben muß......Nein, danke!
      Mein Mann ist der Ansicht, daß ich und andere nur dagegen wäre, weil es mit Schmerz verbunden sei und andere Kulturen eben andere Prinzipien hätten und es Menschen mit Tellerlippen oder extrem langen Hälsen gäbe und niemand sich wagen würde, diese Kulturen deswegen anzugreifen.Bei ihnen würde man das als Teil ihrer kulturellen Identität betrachten.
      Ich finde jedoch, daß man all diese Modifikationen des Körpers demjenigen überlassen sollte, dem er gehört- nämlich dem Kind. Und wenn mein Sohn sich irgendwann einmal beschneiden lassen möchte, soll er es tun. Mein Herz hängt nicht an seiner Vorhaut(hihi!), aber ich werde das bestimmt nicht forcieren, weil es möglicherweise irgendwann einmal irgendwelchen Frauen besser gefallen könnte.Das ist nicht meine Aufgabe. Er ist gesund und ich finde seinen Körper völlig in Ordnung- so wie er ist.(Auch noch ein Aspekt: Wie undankbar der Natur gegenüber! Man hat einen gesunden Körper und schnippelt um ihn weiter zu verbessern daran herum....).
      Es wäre mal interessant zu erfahren, wie Ihr das alles seht!

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      • Hallo Julia,

        ich gratuliere dir zu deiner gesunden Einstellung!
        Für mich ist es im Grunde Körperverletzung an einem Menschen, für den man besondere Verantwortung hat, ihn zu schützen und zu behüten.
        Genaugenommen ist es das Ohrlochstechen auch!

        Grüße,

        S.

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        • Das habe ich auch als Argument angeführt. Und interessanterweise würde mein Mann es unseren Kindern verbieten, sich piercen oder tätowieren zu lassen und er stellt auch niemanden ein, der solchen Körperschmuck im sichtbaren Bereich trägt.Er findet mein Bauchnabelpiercing, das ich mir vor gaaaaanz langer Zeit habe machen lassen, als "Verschandelung" meines Körpers. (Heute kann ich das selber nicht mehr verstehen)Meiner Tochter würde ich nie Ohrlöcher stechen lassen.

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      Hi Julia..
      Find ich ja mal total mutig, so ein Thema aufzugreifen..
      Man wird diese Traditionen eines Glaubens nicht einfach so abstellen können, aber man sollte sich wirklich klarmachen, dass eine Beschneidung 'Körperverletzung' ist..

      Wenn es bei einem Baby gemacht wird, wird es sich später nicht mehr dran erinnern - zumindest, wenns ein Junge ist/ war.. Ich selber bin aus religiösen Gründen als Baby beschnitten worden, aber nur ein Elternteil von mir war gläubig und ich bins heute nicht.. Ich sag einfach mal, dass ich als Mann keine Probleme hab und auch kein 'Trauma' erlitt oder so.. Ich weiss es einfach nicht mehr und es ist alles 'normal' so.. Demnach hat meine Einstellung sicher nichts mit 'Angst vor Schmerz' zu tun..
      Dazu sag ich aber trotzdem, dass jeglicher Eingriff eine Gefahr birgt und dass es aus gesundheitlichen Gründen (Pimose) ok ist - aber nicht aus Gründen des Glaubens heraus..

      Allerdings werden in einigen Regionen dieser Welt Beschneidungen auch bei Frauen gemacht, die danach keine 'Gefühle' mehr haben ihr Leben lang und meist sind die Mädchen dann auch schon älter - alt genug, um ein Trauma fürs Leben mitzukriegen.. Ausserdem gibts meist Probleme, wenn sie älter sind (beim Kinderkriegen allerspätestens)..
      Da ist es also wirklich eine 'Verstümmelung' des Körpers..
      Da gibt es auch keinerlei gesundheitliche Gründe für..

      Ich denke, hier wird das auch nicht legal 'einfach so' gemacht.. Man muss für ein Piercing ja schon 18 Jahre alt sein, wenn mans ohne Einverständnis der Eltern haben möchte.. Und man hat echte Probleme, wenn man seinem Hund die Ohren kupiert..

      Und wenn man so Argumente hört wie: 'Es ist reiner und sauberer so' dann hast du recht mit deiner Meinung: 'Dann müssten auch z.B. die Fingernägel weg..' ..

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    • Besser hätte ich es auch nicht formulieren können!

      Es ist bemerkenswert, dass gerade beim Thema Beschneidung mit anderem Maß gemessen wird als bei anderen "Körperveränderungen".

      Solange es nicht medizinisch nötig ist, lasse ich nichts am Körper meiner Kinder verändern, was unumkehbar ist.

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      also mein ex mann kommt auch aus einem südländischem land,wo beschneidung normal ist.
      er wollte auch das unsre söhne beschnitten werden,ich hab mich dagegen gestellt.
      nur aus medizinischen gründen hätte ich zugestimmt,sonst nicht.
      wir sind ja heut zum glück geschieden.
      aber ohrringe haben meine söhne;-)
      aber das ist auch gewollt von den jungs,und sie wurden nicht dazu gezwungen.

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    • Hi Julia,

      obwohl ich anderer meinung bin als du, kann ich deine Meinung verstehen und gelten lassen.
      Mein Mann ist auch Muslim und unser Sohn wird es auch und natürlich wird er auch beschnitten.
      Wieso bezeichnest du dich und deine Familie als "Ungläubige"? Seid ihr konfessionslos? Soweit ich weiß hätte er eine Ungläubige garnicht heiraten dürfen, wenn man es ganz genau mit der Religion nimmt... mhm#kratz
      Ich bin Christin. Ich habe keinerlei Probleme mit Beschneidung, sogar in meiner Familie sind einige Männer beschnitten (und das sind keine Muslime).

      Ich persönlich kenne keinen Mann, der sich seine Vorhaut unbedingt zurückwünscht. ganz ehrlich nicht. Habe zwar schon von welchen gehört, aber persönlich hat sich diesbezüglich noch niemand an mich gewandt.

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      • Hallo

        aber ich kenne Jemand persönlich welcher seiner Vorhaut hinterher trauert! Nämlich meinen Mann.

        Er wurde als 3 Tage alter Saügling beschnitten. Und obwohl jetzt viele sagen, er kann ja nix vermissen, was er gar nicht kennt ist es dennoch so!

        Er hatte schon als Kind ständig Probleme damit. Harnwegsentzündungen wegen der größeren Gefahr, dass Keime in die Harnröhre besser gelangen können. Und als Jugendlicher bestanden seine ersten sexuellen Erfahrungen (sprich Selbstbefriedingung) aus Schmerzen. Er wusste zwars das er durch Reibung stimulieren kann aber ohne Vorhaut "flutscht" da halt nix.

        Auch heute noch ist sein Penis oft rissig und spröde. Die Natur hatte schon seinen Grund dem Mann eine Vorhaut zu geben! Harnröhre und Eichel sind sehr empfindlich. Die Vorhaut ohne Grund zu entfernen ist in keinster Weise natürlich vorgesehen!

        Das sind meine Erfahrungen damit. Jeder wirds dir anders sagen können. Aber allein dieses Beispiel hat mir gerreicht, meinen Sohn die Entscheidung selbst zu überlassen. Er kann später gerne Moslem, Jude oder sonstiger Religion beitreten und sich in Folge dessen Taufen und oder beschneiden lassen.

        Grüßle
        Sylvia

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        Dein Sohn wird auch Moslem? Das weißt dujetzt schon, an was er später mal glauben will? Ihr könnt vielleicht versuchen ihn in diese Richtung hinzuerziehen, aber eine Garantie gibt es dafür mit Sicherheit nicht.

        Davon abgesehen ist die Beschneidung kein Kriterium für die Zugehörigkeit der moslemischen Glaubensgemeinschaft. Es ist keine Pflicht an sich herumschneiden zu lassen.

        LG Denise

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        • Hallo,

          ein Kind dass in einer Glaubensgemeinschaft aufwächst und vom ersten Tag an mitbekommt dass es dazu gehört, der wird auch später nicht bedauern von seinen Eltern beschnitten worden zu sein...

          Der Glaube prägt eine Erziehung und ich kenne bis jetzt keinen Muslim der sich als 13-14 jähriger dafür geschämt hat beschnitten worden zu sein...
          Sollte dass trotzdem mal vorkommen, dann höchstens weil unbeschnittene gleichaltrige sich lustig drüber machen.

          LG

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      Hmmmm.....Es heißt doch"Glaube". Was jemand glaubt, ist alleine in SEINEM Kopf oder Herzen.Das kann man doch nicht festlegen..Interessanterweise schreien alle immer laut auf, wenn es um die Zeugen Jehovas und deren Beeinflussung ihrer Kinder geht....
      Nur weil ein paar Religionen älter sind, mehr Mitglieder haben oder ihre Verbreitung (und damit ihre Riten) aggressiver in dieser Welt Verbreitung gefunden haben(ich denke da an Judentum, Christentum und Islam), heißt das ja nun nicht automatisch, daß da etwas Gutes oder Richtiges dran sein muß, oder?
      Vielleicht sollte man sich langsam auch in diesem Punkt an die Neuzeit anpassen.Genauso wie ich als Christin nicht daran glaube, daß der Papst Stellvertreter Gottes auf Erden ist(eine für mich absurde Idee), glaube ich nicht, daß ein Stück Haut irgendwas mit Glauben zu tun hat.
      Ich selber bin katholisch getauft, mein Vater war bis zu seinem Austritt evangelisch, mein Bruder bis zu seinem Austritt katholisch, es gibt auch jüdische Vorfahren- also sehr gemischt und damit im Sinne des Islam nicht ungläubig. Aber eine Beschneidung teilt dann eben die Männer und Jungen in zwei Sorten ein-mit und ohne. Um es mal an einem blöden Beispiel zu verdeutlichen: Wenn ich festlege, daß alle Rechtgläubigen, mit dem linken Bein humpeln, werden die Nichthumpler zu Außenseitern.Es ist eben eine Form von Spaltung...
      Es gibt nur einen Mann, den ich kenne, der damit Probleme
      hatte, aber was ist, wenn es ausgerechnet das eigene Kind ist!?



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      Du bist sehr verbort und stur. Viel Glück damit in Deinem weiteren Leben!

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      • Hallo,
        verbohrt und stur sind alle Leute welche die Vorhautbeschneidung bei ihren Söhnen nicht praktizieren, aber auch nicht anerkennen können dass andere Leute es machen.

        Leben und leben lassen, aber das scheint manchen echt zuviel zu sein.

        Frei nach dem Motto" denkst du so wie ich bist du ganz toll, hast du ne andere Meinung als ich biste stur und verbohrt"....

        Ganz toll, Apllaus!!!
        Ich wünsche dir mit deiner Einstellung weiterhin viel Glück im Leben.


        Selma

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