Nach Schlaganfall ins Pflegeheim? (lang)

    • (1) 01.10.08 - 11:58

      Hallo,

      Freitagnachmittag hatte meine Schwiegermutter einen leichten Schlaganfall, sie kam ins KH und bis Sonntagabend ging es ihr den Umständen entsprechend wieder recht gut.
      Dann bekam sie Sonntagabend den zweiten Schlag.Der war schon heftiger , linkes Auge und Mundwinkel , sowie der linke Arm ist betroffen.Zur Zeit ist sie auch noch recht verwirrt und haluziniert zeitweise.
      Die Ärzte sagen zwar, es kann sich noch einiges ändern, schließen aber auch einen dritten Schlag nicht aus.
      Vor dem Anfall war meine Schwiegermutter auch schon körperlich nicht fit, es fing im März an, mit zweimal dreiwöchigen KH-Aufenthalten, sie hatte Schmerzen im rechten Bein und ging sehr gebückt, leider konnte man keine richtige Diagnose finden. Sie ging seitdem nicht mehr viel raus, auch nicht unter Leute und musste einen Rollator benutzen.Auch ließ die Körperhygiene zu wünschen übrig.Im Haushalt konnte sie auch nichts mehr machen, das übernehme ich und eine Putzhilfe zur Zeit. Essen bekommt sie gebracht und am WE isst sie bei uns.Sie lebt alleine in einem Haus.
      Nun machen wir uns natürlich Gedanken, ob sie jetzt auch noch in der Lage sein wird, alleine zu wohnen? Oder ob es besser ist, einen Pflegeplatz für sie zu suchen? Aber wie sieht es da mit den Finanzen aus? Sie bekommt eine minimale Rente, und eigentlich tragen wir ihren Lebensunterhalt, Versicherung Haus , Heizkosten usw. An wen kann man sich wenden,wenn man hierüber Informationen haben möchte? Wir hatten bereits einen Antrag auf Pflegestufe gestellt, der aber abgelehnt wurde, weil ein paar Minuten an der Grundpflege fehlten. Allerdings wurden Mittel für eine Haushaltshilfe bewilligt. Da ich noch in der Frist des Widerspruchs bin, habe ich diesen jetzt, nach dem Schlaganfall mal vorsorglich eingereicht.
      Allerdings geht es nicht nur um das Finanzielle, denn ein Pflegedienst ist ja auch nur ein paar Minuten anwesend, mein Mann überlegte auch schon, eine Pflegerin einzustellen, die dann bei meiner Schwiegermutter wohnt.
      Wenn die Kinder für ihre Eltern das Pflegeheim oder die Pflegerin mitbezahlen müssen, kann es dann sein, das dann deren Einfamilienhaus usw. gefährdet ist? Wie sieht es mit Krediten aus, die die Kinder haben und die zum Lebensunterhalt notwendig sind? Werden diese auch berücksichtigt?
      Sollten wir uns jetzt schon mal informieren, was Pflegeheim oder Pflegerin angeht? Sorry, Fragen über Fragen, aber die gehen mir natürlich jetzt nur so im Kopf rum.
      Danke fürs Lesen
      Bea

      • (2) 01.10.08 - 12:14

        Hallo,

        geh los und sieh dir Pflegeheime an.

        Es gibt Menschen, die ins Pflegeheim ziehen und dort wieder fit gemacht werden. Einige von ihnen wohnen wieder alleine.

        Was die Finanzen angeht, so wird man dir im Pflegeheim genau sagen können, was auf dich zukommt oder dir die entsprechenden kompetenten Ansprechpartner nennen.

        LG Marion

        Hallo

        Also wenn ihre Rente, ihr Vermögen und das, was die Pflegekasse zahlt nicht reicht, werden die Kinder herangezogen. Aber da ein Eigenheim vorhanden ist, kann es auch passieren, das das erst verkauft werden muss um die Kosten zu decken.Wenn das dann aufgebracuht ist, kommen die kInder ins Spiel. Alles was an Vermögen das ist, bis auf 2600 Euro muss eingesetzt werden.
        Haben das mit meiner Oma auch durch. nur da keine Kinder da sind und auch kein Vermögen da war, zahlt das Sozialamt einen Teil. Meine Oma hat allerdings eine gute Witwenrente und ihre eigene.
        Ich als Enkeltochter muss nichts zahlen.

        Bianca

        (4) 01.10.08 - 12:42

        Hallo Bea

        Pflegeheime sind schweineteuer. Da ist es wirklich besser, wenn ihr eine Kraft findet, die im Haus wohnt.
        Auch die Pflegedienste sind teuer. Mein Vater hat momentan Pflegestufe 3, wird von meiner Mutter versorgt-------und der Pflegedienst bekommt für 2x täglich (je 1/2-1 Std.) ca 1400 Euro monatlich.


        Falls deine SM ins Heim geht, werden eure Kredite natürlich berücksichtigt------auch dass ihr Kinder habt und wieviele Kinder deine SM hat, die zur Zahlung herangezogen werden können.

        Mein Schwager zahlt für seine Mutter ca 350 Euro. Er ist aber gut betucht---------beide arbeiten und sind Kinderlos.


        Eva

      • (5) 01.10.08 - 12:58

        Hallo Bea,

        wir haben das selbe vor 3 Jahren mit meinem Vater durchgemacht, wobei bei ihm eine Pflege im eigenen Haushalt von vornherein ausgeschlossen werden musste. Mein Vater war nach seinem 3. Schlaganfall nicht Sitzstabil (inzwischen sitzt er Gott sei Dank im Rollstuhl, ist aber halbseitig gelähmt und kann sich nur schwer selbst fortbewegen, geschweige denn alleine die Toilette benutzen oder dergleichen), konnte sich (bzw. kann sich bis heute) nicht artikulieren, da er unter einer starken Wortfindungsstörung leidet, etc.

        Ich kann dir nur dringend raten dich an eine soziale Beratungsstelle (Caritas o. ä.) zu wenden. Teilweise haben auch die Reha-Einrichtungen solche Beratungsstellen. Ansonsten ist es sicher ratsam, eine (evtl. vorübergehende) Betreuung einzurichten. Hierzu kann euch das Krankenhaus beraten bzw. das zuständige Amtsgericht. Wir haben damals für meinen Vater sofort eine Pflegeplatz gesucht und auch relativ zeitnah (2 Wochen) gefunden. Haben sofort bei der Krankenkasse Antrag auf Pflegestufe gestellt (Ich würde in eurem Fall einfach mal mit der Krankenkasse telefonieren, wie ihr euch verhalten sollt). Desweiteren haben wir uns zur Finanzierung zunächst an das Sozialamt gewandt, welches auch völlig unproblematisch erst einmal eingesprungen ist und den Heimplatz bezahlt hat. Es wurden dann unser aller Finanzen (meine Mutter, mein Bruder, meine Oma und ich) überprüft und eventuelle "Selbstbeteiligungen" ausgerechnet. Haben dann auch noch Rentenantrag gestellt aufgrund Erwerbsunfähigkeit, weiß aber nicht wie das in eurem Fall ist, da Sie ja schon Rentnerin ist.

        Inzwischen trägt sich die Pflegeeinrichtung durch Pflegegeld (Stufe 2) und Rente.

        Puh, war jetzt doch ziemlich viel. Wenn du Fragen hast, schreib mir ruhig eine PN.

        Aber wie gesagt, am besten wende dich an die Caritas oder was es da noch so gibt. Hätte ich auch gemacht, hätte ich damals gewusst, dass das geht. Hätte uns sicher vieles einfacher gemacht, da wir damals ebenfalls plötzlich dastanden und überhaupt keine Ahnung hatten, wie es weiter gehen soll.

        Ich wünsch euch alles Gute.

        Liebe Grüße

        Kathrin

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