Wie vorgehen bei Verdacht auf Diebstahl...

    • (1) 08.10.08 - 10:39

      Hi Leute,

      ich frage das hier mal im Allgemeinen, weils ja keine spezifische Altersgruppe etc. betrifft und irgendwie auch nicht ins Familienleben passt. Falls anderes Forum besser, bitte dahin verschieben!!

      Heute wurden die Kindergärtnerin und ich von unserem Nachbarn (wir trafen uns im KiGa) zu einem Problem befragt. Er vermisst 100 Euro aus seinem Geldbeutel, den er in seiner Wohnung hat liegen lassen. Sein Sohn ist knapp vier - scheidet wohl aus, zumal dann ja ständig Geld wegkäme :-). Aber er verdächtigt den Nachbarsjungen, 11 Jahre alt. Grund: Es kamen schon mal 20 Euro abhanden, als der Junge alleine im Haus war (alleine soll heißen, dass er halt mal kurz rein ist um sich etwas zu Trinken zu holen, man denkt da ja nichts Böses bei). Und auch die 100 Euro waren weg, als der Bub unbeaufsichtigt in der Wohnung war. Sie sind mit der Mutter befreundet, die ein KiGa-Kind im Alter des Sohnes vom Nachbarn hat, und so hilft man sich gegenseitig beim Abholen der Kinder, oder die spielen miteinander und dann kommt der ältere eben mit.

      Nachdem mein Nachbar und seine Frau lange überlegt hatten, wohin das Geld hätte verschwinden können und sich gegenseitig gefragt haben, ist ihnen oben geschilderter Umstand eingefallen. Sie sind sich allerdings nicht sicher, klar. Man zweifelt erst einmal an sich selbst, ob man das Geld nicht verloren hat etc. Aber unwahrscheinlich, der Geldschein steckte schon seit mind. 4 Monaten in der Geldbörse so als Notfallschein und war dann weg, als die Geldbörse zufällig auf dem Schrank lag und gleichzeitig der Junge im Haus. Der Verdacht drängt sich auf.

      Jetzt ist guter Rat teuer... Den Jungen direkt darauf ansprechen? Nun, dann wird er garantiert leugnen. Beweise gibt es keine. Die Kindergärtnerin meinte, den Geldverlust im Gespräch erwähnen und einen Finderlohn versprechen (naja, 100 Euro zurück und dafür einen Finderlohn, dessen Höhe man allerdings nicht sagt, ausloben ist meiner Meinung nach unlogisch, zumal wenn der Junge das Geld bereits ausgegeben hat). Ich meinte, bei Gelegenheit die Mutter fragen, ob sich der Bub in letzter Zeit neue Sachen gekauft hat. Ach ja, fällt mir ein, der Nachbar erwähnte noch, dass der Junge bei einer anderen Gelegenheit, früher, erzählte, dass er Geld "gefunden" hätte. Das war auch einer der Gründe, warum mein Nachbar ins Grübeln kam, weil, ziemlich unwahrscheinlich, dass man einfach so Geld auf der Straße findet. Gut, möglich ist es natürlich, aber halt ein komischer Zufall in dem Zusammenhang, finden wir.

      Eine ziemlich ungute Situation.... WENN der 11jährige lange Finger macht, sollte man das so schnell wie möglich unterbinden, wer weiß, wohin das sonst noch führt. Die Hemschwelle wird ja immer geringer. Jetzt könnte man dem evtl. noch gegensteuern. Ich habe jetzt nicht gefragt, in welcher finanziellen Situation sich seine Mutter/Eltern (ich weiß gar nicht, ob seine Mutter alleinerziehend ist oder er ein "intaktes" Elternhaus hat) befinden. Dass der Bub sich, um "mithalten" zu können, auf diesem Wege seine Spielsachen-Wünsche erfüllt. Die Mutter darauf ansprechen, hm, schwierig, meinte mein Nachbar - wegen der gegenseitigen Hilfe die man sich gibt und dann einer vielleicht unberechtigten Verdächtigung. Kanns ein dass die Mutter aus allen Wolken fällt und abstreitet, dass ihr Kind so etwas macht - wäre menschlich verständlich. Ich kenne die Frau ja nicht und weiß daher nicht, wie sie reagieren würde. ICH würde das z. B. nicht "in den falschen Hals bekommen" sondern bei meinem Kind hinterfragen, schauen ob es neue Dinge besitzt usw. (muss ja nicht unbedingt auffallen - wenn z. B. behauptet wird, dass man die Spielfiguren geschenkt bekommen hat). Aber jeder Mensch ist anders gestrickt.

      Hat jemand von Euch vielleicht noch Ideen, wie man diese für alle Seiten unschöne Sache einigermaßen "gut" lösen könnte?

      Wir haben die Möglichkeit erörtert, nochmal einen markierten Geldschein liegen zu lassen um zu sehen, ob der Junge dann wieder zugreift? Ich weiß nicht, ob das psychologisch klug ist.

      Wir sind am #kratz#kratz#kratz.

      Habt ihr Ratschläge? Wie gesagt, direkt Fragen wird schlecht helfen. Der Bub wird dann wohl (falls er es denn war) nicht mehr beim Nachbarn zugreifen, aber wahrscheinlich, wenn der erste Schrecken verflogen ist, woanders.

      LG und schon mal Danke.
      Gael

      PS: Habe vergessen zu erwähnen, dass der Nachbar erzählt hat, dass irgendwann auch einmal offen da liegendes Wechselklimpergeld weg war, aber er ist sich nicht 100% sicher, ob damals der Junge ebenfalls zu Besuch war.

      • (2) 08.10.08 - 11:27

        Das ist eine schwere Anschuldigung, mit der man sehr sehr vorsichtig sein sollte.

        Der Verdacht, dass der Junge das Geld genommen hat, liegt durchaus nahe...aber man kann es halt nicht beweisen.

        Meine Vorgehensweise wäre in so einem Fall wahrscheinlich folgende: ich würde nochmal irgendwo gut sichtbar Geld deponieren (müssen ja nicht gerade 100 Euro sein), wenn das Bürschchen im Haus ist und dann ggf gezielt aber unauffällig beobachten, ob er es sich einsteckt. Ist die Kohle dann wieder weg und kann es definitiv niemand anderer gewesen sein (für den Fall, dass man ihn nicht inflagranti ertappt hat), ist die Sache ja eigentlich klar.

        VORHER würde ich weder die Mutter noch den Jungen damit konfrontieren.

      Köder auslegen, beobachten und dem Bürschchen hinterher ordentlich den Arsch versohlen und die Ohren langziehen. Und die Eltern informieren. Man, sowas wäre mir nie eingefallen als Kind. Ich würde mich totschämen, wenn man mich beim Klauen erwischt...

    (8) 08.10.08 - 12:50

    Das beste ist, der Nachbar schreibt seine 100 € in den Wind und passt bein nächsten mal besser auf sein Geld auf.

    Meine Geldbörse lege ich zuhause immer in eine Schublade. ( Wir haben oft Besuch im Haus ).
    Alles über 100 € kommt in den Safe.

    Wenn wir auf unsere Sachen besser aufpassen würden, würde auch nicht so viel geklaut.

    East

    • (9) 08.10.08 - 13:16

      Hi,

      im Prinzip hast du Recht.

      Aber in meinem (!) Haus muss ich nicht alles verstecken müssen, finde ich. Und wer vergißt nicht einmal, die Geldbörse in die Schublade zu legen? Meine lag auch schon öfters auf dem Tisch oder auf dem Board. Und gegenüber einem 11jährigen Kind von Freunden ist man doch eigentlich arglos. ICH habe und hätte - egal in welchem Alter - nie jemanden bestohlen, und ich denke, das gilt für die große Mehrheit! Und es ist irgendwie auch der falsche Weg meine ich - jemand der es darauf anlegt, wird nicht vor Schubladen halt machen. Und alle gleich vornherein als Diebe zu verdächtigen, alles wegsperren, kanns ja irgendwo nicht sein.

      Naja, es ist passiert. Es geht primär ja auch nicht um das Geld an sich, sondern darum, falls der Junge das war (wie gesagt, wir VERMUTEN es, aber sicher wissen...), dass da frühzeitig etwas unternommen wird.

      LG
      Gael


      • (10) 09.10.08 - 12:55

        Hallo!
        Natürlich muss man auch ein gewisses Vertrauen in seine Umgebung haben.
        Mein Beitrag zielt auch auf andere Situationen.
        Wie oft sehe ich, dass:
        ältere Damen ihre Geldbörse im Supermarkt in der offenen Tasche haben
        Handys, MP 3 Player offen im Auto rumliegen
        Wertvolle Gegenstände, Schmuck, in offen zugänglichen Umkleideräumen liegen
        usw.
        ... und führe mich nicht in Versuchung.

        Grüße,
        East

        • (11) 10.10.08 - 11:00

          Hallo East,

          ja, da kann ich dir wirklich 100 % zustimmen! Es ist oft erschreckend, wie leichtsinnig die Leute sind - ich habe mir schon ab und an gedacht, wenn ich ein Dieb wäre, würde ich jetzt zulangen... wie du sagst. Gelegenheit macht Diebe.

          Dir jetzt ein hoffentlich diebstahlfreies WE!! :-)

          Liebe Grüße
          Gael

    (12) 21.10.08 - 18:53

    Hallo East,

    so gings weiter, falls es dich interessiert:

    http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=45&tid=1728032

    LG
    Gael

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