Verunglückter Motorradfahrer - Helm abnehmen?

    • (1) 19.10.08 - 15:24

      Hallo zusammen,

      seit einigen Wochen diskutieren wir über dieses Thema.
      Ein Bekannter von uns hat einen Motorradfahrer totgefahren. Wie es dazu kam und wer Schuld hat, darüber möchte ich nicht reden.

      Die Sache ist die:
      Ein anderer Bekannter war bei dem Unfall dabei und hat dem Motorradfahrer den Helm abgenommen. Der Motorradfahrer hatte einen Genickbruch und ist noch an der Unfallstelle gestorben.

      Ich habe vor 9 Jahren in der Fahrschule gelernt, dass man auf keinen Fall den Helm abnehmen darf. Unser Bekannter sagt, dass das mittlerweile überholt sei und man den Helm abnehmen soll!!!

      Meine Mutter und ich haben schon in Erwägung gezogen, dass es unter Umständen sogar sein könnte, dass der Motorradfahrer den Genickbruch auch durch das Helmabnehmen bekommen haben könnte.

      Wie seht ihr das?

      Danke, Gruß Lena

      • (2) 19.10.08 - 15:30

        Hallo Lena,

        ich meine es war so, dass man ihn abnehmen soll, und es jetzt nicht mehr so ist. Drauflassen!

        Desweiteren kann man durch Abnehmen des Helmes sicherlich kein Genick brechen.

        Aber dadurch kann ein Bruch natürlich verschoben oder so werden, also verschlimmert.

        Ich würd ihn definitiv drauf lassen!

        LG Mel
        (Tut mir leid für deinen Bekannten!)

        • "Desweiteren kann man durch Abnehmen des Helmes sicherlich kein Genick brechen."

          Das Genick kann man ihm sicher nicht brechen. Aber wenn es schon gebrochen ist und man den Helm einfach so runter zieht, dann wird der Motorradfahrer wohl sterben.

            • Aber woher soll man das vorher wissen?! Ich glaube, ich würde den Helm lieber auf lassen und schnellstens den Notarzt rufen. Denn wenn jemand auch noch durch meine erste Hilfe sterben würde, würde ich meines Lebens nicht mehr froh werden. Andererseits, was ist, wenn der Motorradfahrer bewusstlos ist, dann muss man den Helm ja abnehmen. Sowas ist wirklich eine verzwickte Situation.

              (6) 19.10.08 - 19:46

              Hey rosali,

              definitiv JA!

              Durch das Herunterziehen des Helms verschlimmert man einen - vielleicht sonst zu rettenden- Bruch.

              Egal ob man es laut Rettungskurs "richtig" oder "falsch" macht.

              LG Mel

      (8) 19.10.08 - 15:35

      Für meinen Bekannten tut es mir definitiv nicht leid. Danke für deine Antwort..

(9) 19.10.08 - 15:30

Hallo Lena,

ich habe in der Fahrschule (1999) gelernt, dass man den Helm abnehmen soll, und zwar gibt es da eine besondere Technik, die man nur zu zweit durchführen kann/soll.

LG
Kira

Habe ich auch schon oft gehört, dass das Helm abnehmen bei einem Genickbruch tödlich ausgehen kann, für den Motorradfahrer.
Im Erste-Hilfe-Kurs habe ich jedoch gelernt, wie man zu zweit einem verletzten Zweiradfahrer den Helm abnimmt.
Stellt sich halt leider nach wie vor die Frage, wie man vorher wissen soll, ob der verunglückte Fahrer jetzt einen Genickbruch hat oder nicht. Denn auch wenn ihm zwei Personen den Helm abnehmen ist die Frage, ob das dann so gut ist. #kratz
Kann hier mal ein Arzt oder Sanitäter antworten? #schock#schein:-D

  • Zu zweit ist vielleicht noch etwas anderes, das habe ich auch mal gelernt. Der Eine geht mit den Händen rein usw. Aber unser Bekannter hat den Helm allein abgenommen!!

    • ja, uns wurde halt im Kurs gesagt, dass man immer nur zu zweit den Helm abnehmen soll. Einer nimmt ihn ab und der andere muss dabei den Nacken stützen. Aber soll ich euch mal was sagen, ich hoffe, dass ich nie in so einer Situation sein werde. Man muss zwar erste Hilfe leisten. Aber lieber rufe ich sofort den Notarzt und hole andere Leute zu Hilfe, bevor ich einen folgenschweren Fehler begehe. Ich bin froh, dass ich noch nie einen Unfall miterleben musste, um dort erste Hilfe zu leisten.

      • Ich musste schon oft erste Hilfe leisten. Da war aber kein Motorradunfall dabei.

        Ich war froh da zu sein. Die Menschen waren froh, das ich da war und helfen konnte und nicht gewartet habe bis noch jemand dazu kommt.

        Ich wünsche mir, wenn mir etwas passiert, das an diesem Unfallort nicht solche Menschen wie du, als erster antreffen.

        danke für die Blumen! Ich bin kein Mensch der anderen beim Sterben zusieht. Also halte dich zurück. Es gibt nun mal auch Situationen, wo viele Menschen überfordert sind und bevor ich irgendeinen Fehler mache und dieser Mensch wegen mir stirbt, weil ich keine Ahnung habe, was ich tun soll, bitte ich lieber andere Verkehrsteilnehmer um Hilfe und rufe sofort den Notarzt!
        Es gibt auch Menschen, die bei einem schweren Unfall einfach weiterfahren, nicht mal den Notarzt anrufen. Erzähle das bitte diesen. Zu diesen Leuten gehöre ich garantiert nicht. Mein Onkel ist gestorben, weil kein Einziger angehalten hat, um ihm zu helfen. Also erzähl mir nicht so einen Schwachsinn.

        • Schwachsinn ist, wenn man irgenwdo liegen bleibt und einige Menschen vorbei fahren, nur weil die Angst haben nicht helfen zu können.

          Ich war am Leben und hatte Kinder dabei. Und wäre ich zu dem Zeitpunkt nicht so überfordert, hätte ich mir von jedem einzelnen die Nummer notiert und angezeigt. Und wäre ich gestorben, hätte ich diejenigen, als Geist nicht in Ruhe gelassen.


          Überdenk deine Einstellung. Mach noch einen Kurs um sicherer zu werden. Es kann passieren, das du alleine mit dem Verletzten bist und keiner ist da zu Helfen.

          • (22) 19.10.08 - 16:35

            Anzeigen? Wegen was? Unterlassener Hilfeleistung? Niemals! Wenn man den Notarzt ruft hat man alles getan, was man mindestens tun muss. Mehr wäre natürlich toll, aber man kann es von niemandem verlangen.
            Wenn man wegschaut, vorbeifährt, nichts tut.. Dann kannst du die Person anzeigen.

            • (23) 19.10.08 - 16:47

              Die sind vorbei gefahren.

              Einfach Notarzt rufen, wäre noch nicht alles. Wenn du alleine an der Unfallstelle bist, musst du dich vergewissern, wie es dem jenigen geht......und ja erste Hilfe leisten. Wenn man es aus *Angst, Panik* nicht macht, macht man sich strafbar.
              Wenn der Verletzte am leben bleibt, kann man von Glück reden, wenn er nicht anzeigt. Wenn der stirbt und es wird nachgewiesen, da man den nicht mal in stabile Seitenlage (die ihn wahrscheinlich am Leben erhalten hätte) gebracht hat, nur weil man panisch war......nun ja, dann hat man den Wurm an der Backe (Staatsanwalt).


              Kurs widerholen. Sicherer werden.

              • (24) 19.10.08 - 16:53

                Ich stimme Dir voll und ganz zu, außer in einem Punkt!

                Gesetzlich haben sie recht, den Notruf abzusetzen reicht aus, Dir wird dann kein Staatsanwalt was anhaben!

                ABER ein guter Notarzt macht Dich zu Schnecke!

                Beispiel: Mann bricht tot zusammen, seine zwei Freunde informieren Notarzt und RTW, bleiben bei dem Mann, tun aber nix!
                Rettungsdienst kommt, fängt mit der Reanimation an, erfolglos!
                Arzt nimmt sich die Zwei zur Brust und sagt ihnen ganz offen und ehrlich das ihr Freund eine gute Chance gehabt hätte wenn sie schon angefangen hätten ihn zu reanimieren!
                Trotz allem haben sie ihre Pflicht erfüllt, sie haben Hilfe geholt und damit erste Hilfe geleistet, so sieht es tatsächlich der Gesetzgeber!

                lg glu

                • (25) 19.10.08 - 16:56

                  Auch, wenn die Eltern des verstorbenen die anderen anzeigen?

                  Ich habe es anders in Erinnerung.#kratz Egal. Helfen sollte man. Und nicht nur sich damit abfinden "ich habe ja den Notarzt gerufen".

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