Apotheken-NOT-dienst und Eigenverantwortung

    • (1) 19.01.09 - 09:27

      Hallo, liebe Urbianer und Urbianerinnen ,

      gestern schob ich Sonntagsdienst in der Apotheke #schwitz. Die Leute standen Schlange und wir waren am Abend fast restlos ausverkauft in Sachen Erkältungsmedikamente #schock. Bei den diensthabenden Ärzten war es genau so, bis zu 50 Leute in der Praxis #schock, fast alle NUR wegen Schnupfen, Husten und grippalem Infekt.

      Denkwürdig war allerdings, dass der Anteil der verschreibungspflichtigen, also WIRKLICH nötigen und UMGEHEND zu beliefernden Antibiotika schätzungsweise unter 5 % lag #aha.

      Dafür kamen zuhauf die grünen Rezepte über Halstabletten, Hustensäfte, Nasentropfen, allesamt frei verkäuflich und bequem während der regulären wöchentlichen Öffnungszeiten einer Apotheke in eigener Regie käuflich zu erwerben #aha, bezahlen muss man sie auf grünem Rezept sowieso selbst.

      Meine Frage : Wie sieht es in Euren Hausapotheken aus ? Sorgt Ihr, besonders wenn Ihr Kinder habt, die naturgemäß etliche Infekte im Jahr haben, EIGENVERANTWORTLICH entsprechend vor, damit Ihr jederzeit etwas zu greifen habt, wenn es los geht mit Schnupfen, Husten und Co , oder wartet Ihr auch zu und rennt dann im Akutfall am Sonntag in den Notdienst und verstopft die Arzt-Praxen , die eigentlich für die wirklichen Notfälle da sein sollten ?

      Meine Frage ist bewusst provokativ, denn wir wurden gestern mehr als einmal beschimpft #klatsch#aerger, weil irgendwann die Hustensäfte ausgingen und wir Leute in Apotheken 10 km entfernt schicken mussten - welche Unverschämtheit von uns #schock!

      Als ich vor 25 Jahren im Beruf anfing, hieß es in den Vorschriften für Notdienste, dass wir ausschließlich verpflichtet sind, dringend benötigte verschreibungspflichtige Medikamente auf Rezept abzugeben, hierfür war der NOT-dienst da und die Leute sorgten mit frei verkäuflichen Medis selber vor, ich erlebte damals kaum, dass jemand für einen banalen Hustensaft sonntags in die Apotheke rannte. Heute scheint vielen Leuten jegliche Eigenverantwortung zu fehlen - schließlich kommt eine dicke Erkältung nicht " über Nacht ", die Anzeichen ziehen sich über Tage hin und man kann weiß Gott Vorsorge treffen.

      Also, wie seht IHR das ?

      Gruß,
      Heike

      PS : Ich fragte eine Mutter, warum sie keinen Hustensaft in der Hausapotheke hat und sie antwortete , dass " man ja schließlich gerne erst einmal zuwartet !"
      Meine Antwort war : " Und was hat Ihr Kind jetzt davon, wenn ich Sie ohne Hustensaft weiter schicken muss , weil jeder meint, zuwarten zu müssen ???"
      Sie hatte keine Antwort ......

      • Hallo Heike,

        also wir gehören zu denen, die ihre Medizin im Internet günstiger kaufen. Das heißt wir haben den Vorrat und kaufen nur was wirklich schnell gebraucht wird.

        Gruß

        Chris

        • Hallo Chris,

          es ist Dein gutes Recht, im Internet zu kaufen und wenn Du damit Deine Hausapotheke in Schuss hältst, um so besser.

          Bei uns tauchen aber gerade im Notdienst die Leute auf, die sonst nur im Internet möglichst billig kaufen und für die die öffentlichen Apotheken nur dann gnoch gut sind, wenn man sonntags oder mitten in der Nacht etwas dringend braucht .

          Und gerade die pampen dann rum, wenn etwas nicht verfügbar ist oder wir durch die Notdienstklappe bedienen ( draußen ist es dann natürlich kälter als im Wohnzimmer am PC ).

          LG,
          Heike

          • Hallo!

            Ich habe nur Fiebersaft hier und den gebe ich auch nur im Notfall. Hustensaft gibts bei uns sowieso nicht einfach so. Dafür haben wir Zwiebeln, Knoblauch und Honig und das ist meiner Meinung nach besser als jeder Hustensaft. Wenn ich merke, das es nix bringt, geh ich zum Kinderarzt, da ich eifach so keine Medis kaufe und verpasse. Ich möchte es lieber abgesprochen haben.

            Daher - NEIN wir haben keinen Hustensaft im Haus, aber wegen einem Hustensaft renne ich auch nicht in die Notapotheke, da man nach 17 Uhr ja sowieso keinen Hustenlöser nehmen darf ;-) !

            LG Sabine

      hallo!

      ich habe zur not hier:

      zäpfchen/saft
      hustensaft
      nasentropfen
      kopfschmerztabletten

      und nein,ich renne nicht zum notdienst!

      das hatte ich nur 1 mal gemacht,wegen eines dicken,blauen fingers!
      mein sohnemann (2 jahre) war gestürtzt.
      aber wegen einer erkältung war ich noch nie mit meinen kindern beim notdienst!

      lg nicole!

      • Hallo Nicole ,

        ein akut schmerzender, dicker, blauer Finger ist auch etwas völlig anderes - hätte ja auch gebrochen sein können.

        Schön, dass Du die wichtigsten Sachen für Eigenmedikation daheim hast !

        LG,
        Heike

    Du hast volkommen Recht!
    Ich kann auch nicht verstehen, warum die Leute sich nicht rechtzeitig mit den nötigsten Medikamenten versorgen. Ein Husten oder Schnupfen ist doch kein Notfall, da muß man nicht in die Notfallapotheke und auch nicht zum Notarzt.

    Notfall ist für mich: "Kopf unterm Arm" und keine Erkältung.
    Die Leute schaffen es doch auch, sich die Woche über mit Lebensmitteln zu versorgen - warum nicht auch mit Medikamenten?

    • Hallo Aggie,

      das hast Du sehr treffend gesagt, besonders Dein Hinweis, dass man sich ja auch zum Wochenende mit Lebensmitteln versorgt, ist soooo richtig. Und da stehen die Leute klaglos eine halbe Stunde an der Fleischtheke oder beim Bäcker an, während sie im Notdienst zu maulen anfangen, wenn sie mal 10 Minuten warten müssen, weil wir eventuell Arzneimittel austauschen müssen, damit wir überhaupt noch lieferfähig sind und erst einmal die Wirkstoffgleichheit etc. überprüfen müssen.

      Verkehrte Welt !

      LG,
      Heike

      • Ich habe meine Mutter mal Sonntags zum Notarzt gebracht - mit einer gebrochenen Hand!
        Wir mußten dort 5 Stunden im kalten Flur warten, ehe sie endlich behandelt wurde.
        Also ehrlich, mit einer Erkältung lege ich mich lieber ins warme Bett oder auf die Couch! Am Montag ist der Schnupfen ja immer noch da und da kann ich dann in Ruhe zum Hausarzt gehen.

        Früher dachte ich mmer, daß Apotheken den Notdienst auch wirklich nur für Notfälle betreiben. Also wenn man ein lebenswichtiges Medikament benötigt. Wenn man nur so'n Kleinkram will, daß sie einen das garnicht verkaufen.

        Kosten Medikamente im Notdienst nicht mehr?
        Ist es lt. Ladenschlußgesetz überhaupt erlaubt, an Sonntagen zu verkaufen, was nicht lebensnotwendig ist?

        • Wer soll denn bitte entscheiden, was lebensnotwendig ist und was nicht?

          • Ein gesunder Menschenvertsand hilft. Eine Erkaeltung bei einem Erwachsenen ist nicht lebensbedrohlich oder siehst Du das anders?

            • Die meisten Leute sind ja nicht mal im Stande eine Erkältung von einer Influenza zu unterscheiden und die kann durchaus lebenbedrohlich sein!

              Ich würde mich als Apotheker jedenfalls nicht der Gefahr aussetzen, der unterlassenen Hilfeleistung bezichtigt zu werden.

              • ??

                Sie hat doch offensichtlich keinem Kunden irgendwas verwehrt, sondern alle bedient.
                Sie stellt nur in Frage ob das sein muss, das man wegen jedem Quark in den Notfalldienst kommen muss.
                Bei einer richtigen Influenza nuetzt auch das Nasenspray nichts mehr und man sollte bei Bedenken ins Krankenhaus und nicht in die Notfallapotheke.


    Leider kann sich nicht jeder, in der Woche mit Lebensmitteln versorgen!!!

    Es múß noch Sonntags und Nachts (um 22Uhr) eingekauft werden.....

    • Man muß natürlich auch ein bißchen wollen!

      Als es noch andere Ladenöffnungszeiten gab, war es auch möglich, sich in der Woche mit Lebensmitteln zu versorgen bzw. sie besorgen zu lassen.

      Manche erweitern Öffnungszeiten, andere schränken sie ein. Die Post bei uns im Ort hat Mo.-Fr von 10.00-12.00Uhr und von 13.00-15.00Uhr geöffnet. Theoretisch unerreichbar für arbeitende Bevölkerung. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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