Inkassoverfahren bei VORkasse?

    • (1) 12.02.09 - 10:47

      Hallo zusammen,

      Frage lautet wiefolgt:

      Kann man für eine Vorkassebestellung Mahnungen und Inkassobescheide bekommen?

      Mein Mann hatte über ebay was bestellt, auf ich sag mal EIN Konto überwiesen und das Geld kam wieder zurück.

      Mein Mann hat diesen Sachverhalt erklärt und wollte die Ware dann auch garnicht mehr haben.

      Nun kam in den letzten Tagen ein Schreiben von einem Inkassobüro, dass mein Mann doch bitte den Betrag zzgl Mahngebühren begleichen solle, sonst würde ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werden.

      Mein Mann hat schriftlich nie Mahnungen erhalten, wenn per e-mail (im Spamfilter?) #gruebel

      Er will auf jeden Fall bei der Verbraucherzentrale noch nachfragen, aber richtig kann das doch nicht sein, oder???

      Lieben Gruß

      Sabrina mit Luna 4.7.06 und Yara 4.7.08

      • Warum kam denn das Geld zurück? Die Bank gibt doch eine Begründung. Lag der Fehler bei Euch oder bei den Kontoangaben des Verkäufers?

        Rein aus meinem Bauchgefühl heraus, würde ich sagen, Dein Mann ist einen gültigen Kaufvertrag eingegangen und hat die Rechnung zu begleichen. Ob das allerdings wirklich so ist, kann ich nicht sagen.

        Bin gespannt, was die Verbraucherzentrale dazu sagt.

        Wäre schön, wenn Du darüber hier berichten würdest.

        (3) 12.02.09 - 10:52

        Naja, prinzipiell hat er ja einen Kaufvertrag abgeschlossen. Aber wenn der Verkäufer gewerblich ist, habt ihr ja ein Widerrufsrecht von 30 Tagen.

        Ist die Ware denn an euch verschickt worden?

        • (4) 12.02.09 - 11:54

          Hallo,

          bei gewerblichen Verkäufern hat man normalerweise ein 14-tägiges Widerrufsrecht bzw. in bestimmten Fällen (über ebay z.Bsp.) ein 1-monatiges.

      Hallo,

      Fakt ist doch schlicht und einfach, dass Dein Mann nicht bezahlt hat. Einfach zu sagen, ich will die Ware dann doch nicht mehr, das geht nicht.

      Desweiteren besteht keine Pflicht, Mahnungen zu versenden. Das wäre lediglich ein nettes Zeichen des Verkäufers gewesen, aber keineswegs ein Muss.

      Bei der Verbraucherzentrale könnt ihr gerne nachfragen, die werden euch aber auch sagen, dass ihr selber schuld sein.

      Ich würde versuchen, mich mit dem Verkäufer persönlich in Verbindung zu setzen und die Sache mit ihm schnellstmöglich klären.

      Gruß, Carsta

      • "...Desweiteren besteht keine Pflicht, Mahnungen zu versenden. Das wäre lediglich ein nettes Zeichen des Verkäufers gewesen, aber keineswegs ein Muss..."

        Ist Dir bekannt, dass eine Mahnung Voraussetzung für einen Verzug sein kann?

        Und Kosten der Rechtsverfolgung werden erst bei Verzug erstellt.

        • (8) 12.02.09 - 12:24

          Hallo,

          sie kann eine Voraussetzung sein aber sie muss keine sein § 286 BGB.

          • (9) 12.02.09 - 13:00

            Deshalb ja auch kann.

            Aus dem Stammbeitrag ist aber nicht ersichtlich, weshalb eine Mahnung entbehrlich gewesen sein soll.

            Und die Behauptung, dass diese eine Mahnung nie notwendig sei ist schlichtweg falsch.

            • (10) 12.02.09 - 13:45

              Nein, sie ist richtig.

              Weder vor der Erhebung einer Klage, noch vor der Beantragung eines Mahnbescheids gibt es eine Pflicht, den Schuldner vorher abzumahnen. Auch ohne Mahnung sind Klage und Mahnbescheid vollkommen wirksam.

              Lediglich unter prozessualen Gesichtspunkten ist eine Mahnung vor der Antragstellung bzw. Klageerhebung empfehlenswert (nicht verpflichtend). Fordert man vorgerichtlich nämlich nicht zur Leistung auf, so geht man das Risiko ein, dass der Schuldner sofort anerkennt, mit der Folge, dass man als Gläubiger die Kosten der Verfahrens zu tragen hat (§ 93 ZPO). Das hat aber keinerlei Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Mahnbescheids.



              Ich hab das schon einmal zu spüren bekommen...

              • (11) 12.02.09 - 14:25

                "...Weder vor der Erhebung einer Klage, noch vor der Beantragung eines Mahnbescheids gibt es eine Pflicht, den Schuldner vorher abzumahnen. Auch ohne Mahnung sind Klage und Mahnbescheid vollkommen wirksam..."

                Dies ist richtig. Es geht hier aber um die Kosten des Inkassobüros etc.

                Ein Anspruch auf Zahlung dieser Kosten ist aber nur möglich, wenn man bereits in Verzug ist.

                Die Posterin geht aber davon aus, dass eine Mahnung nicht notwendig sei und der Anspruch gerechtfertigt wäre.

                Ich habe bis jetzt aber dem Ausgangsbeitrag nicht entnehmen können, dass bei der Einschaltung des Inkassobüros der Käufer in Verzug war.

                Ein Anspruch auf Erstattung der Inkassokosten ist also nicht gegeben.

    (13) 12.02.09 - 11:03

    Der gute Herr macht das gewerblich und nachdem das Geld zurück gekommen ist (keine Ahnung mehr warum #kratz) hat mein Mann ihm geschrieben, dass er vom Kaufvertrag zurücktritt.

    Das heißt: NEIN, mein Mann hat keine Ware erhalten!!!

    Mein Mann ist absolut einer, der sich um 10 Euro nicht anstellt, aber es kam nie eine Aufforderung oder Mail, dass er noch was bezahlen muss, es schien seit Ende September, dass die Sache mit dem Rücktritt vom Kaufvertrag (mein Mann hat diese Mail über Ebay verschickt und auch noch im Postausgang gespeichert) gegessen sei... und nun aus heiterem Himmel eine Inkassorechnung über 40Euro für einen 9Euro-Artikel #augen

    • Ein Rücktritt vom Kaufvertrag ist per email nicht gültig.

      Ein Rücktritt vom Kaufvertrag muss per Einschreiben mit Rückschein erfolgen und ist auch nur dann rechtskräftig wenn die Vorraussetzungen erfüllt sind.

      Ich nehme mal an, du hast den Rücktritt vom Kaufvertrag mit dem Wiederrufsrecht verwechselt.

      Nachzulesen auf : http://www.falle-internet.de/de/html/ap_rr_krucktr.php

      • "...Ein Rücktritt vom Kaufvertrag muss per Einschreiben mit Rückschein erfolgen..."

        "...Ein Rücktritt vom Kaufvertrag ist per email nicht gültig..."

        Beide Aussagen sind juristischer Nonsens.

        Mir scheint Du verwechselst Beweisprobleme mit Formvorschriften.


        • Mag sein, sie kann sich auch wenn es zu einem Streitfal kommt versuchen mit der Email durchzukämpfen, auch wenn sie beweisen kann, dass der Händler die email erhalten hat, bleibt immernoch die Frage ob sie überhaupt das Recht haben vom Vertrag zurück zu treten, denn das Gesetzliches Rücktrittsrecht kommt ja nur zum tragen bei mangelhafter oder nicht erfüllter vertraglicher Vereinbarung. Und diese wurde ja vom Käufer durch die nicht Zahlung nicht eingehalten, nicht vom Verkäufer. Dazu kommt das weder eine Frist gesetzt wurde oder eine Chace zur Nacherfüllung gegeben wurde.

          §323 (6) BGB Der Rücktritt ist ausgeschlossen, wenn der Gläubiger für den Umstand, der ihn zum Rücktritt berechtigen würde, allein oder weit überwiegend verantwortlich ist oder wenn der vom Schuldner nicht zu vertretende Umstand zu einer Zeit eintritt, zu welcher der Gläubiger im Verzug der Annahme ist.

          Es wurde ja anscheinend nicht beim Verkäufer nachgehakt ob die Bankverbindung evtl. falsch angegeben wurde oder sonstiges....

          Sie hätten sich auf ihr Wiederrufsrecht berufen können, aber ein Rücktritt stellt sich im Streitfall schwieriger dar.

          • Hallo,

            das stimmt aber nicht so ganz. Für Internet Geschäfte gelten andere Bedingungen.


            Widerrufs- und Rückgaberecht bei ebay


            1. Wer muss ein Widerrufsrecht einräumen?

            Das es grundsätzlich ein Widerrufs- und Rückgaberecht bei Verkäufen zwischen Unternehmern und Verbrauchern bei ebay gibt, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dennoch versuchen einige Gewerbetreibende die für sie nachteiligen Regelungen des möglichen Widerrufs- und Rückgaberecht gemäß § 312 d BGB durch gewählte Formulierungen in entsprechenden Widerrufsbelehrungen zu umgehen.



            Bei Verkäufen im Internetauktionshaus ebay handelt es sich um Fernabsatzverträge gemäß § 312 d BGB.



            Ist der Verkäufer Unternehmer im Sinne des § 14 BGB und der Käufer Verbraucher im Sinne des § 13 BGB besteht ein Widerrufs- und Rückgaberecht gemäß § 312 d BGB.



            Oftmals ist es gar nicht so leicht, festzustellen, ob der Verkäufer tatsächlich Unternehmer im Sinne des § 14 BGB ist. Die Einzelheiten haben wir einmal in einen gesonderten Beitrag beleuchtet . Jedenfalls wird sich aus der Tatsache, dass viele Transaktionen vorgenommen worden sind, noch nicht automatisch ergeben, dass der Verkäufer ein Unternehmer ist. Erfolgt der Verkauf durch eine Firma oder ist der Verkäufer Powerseller wird man eine Unternehmereigenschaft annehmen müssen.



            2.Wie lange ist die Widerrufsfrist?



            Da bei eBay entsprechend den gesetzlichen Vorschriften nicht vor Vertragsschluss in Textform über das Widerrufsrecht belehrt werden kann, beträgt die Widerrufsfrist nach gefestigter Rechtsprechung einen Monat.

            Quelle: Internet Recht Rostock.

            Einen Widerruf per Email ist übrigens absolut in Ordnung.

            LG Clara

(19) 12.02.09 - 14:29

Hast du evt. noch den Link?

(20) 14.02.09 - 12:50

Hallo nochmals, Verbraucherzentrale sagt, dass wir auf jeden Fall Kontakt aufnehmen sollen und den Ablauf schildern sollen. Das hat mein Mann jetzt getan aber hat sich entschlossen ohne weiteren Tammtamm das Geld zu überweisen - einfach, um Stress zu vermeiden #aerger

Lieben Gruß und besten Dank für eure Antworten

Sabrina

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