Spätabtreibung....

    • (1) 23.02.09 - 17:14

      ...wußtet ihr, dass dies bis zur Geburt erlaubt ist??? (Mit entsprechenden Indikationen natürlich).

      In unserem Bekanntenkreis gibt es eine Schwangere, die ganz zu Beginn über eine Fruchtwasseruntersuchung nachgedacht hat.

      Ich fand den Gedanken, in der 20. Woche die SS von selber abzubrechen, weil etwas nicht oke ist, krass und wir diskutierten, wie lange man überhaupt abtreiben kann, wenn das Baby behindert ist!

      ECHT! BIS ZUR GEBURT!

      Über die Methoden will ich hier nichts schreiben; klingt aber alles irgendwie krass nach Mord!

      Ich meine, es geht nicht um die Kinder, die so heftige Missbildungen haben, dass sie eh nicht überleben würden. Sondern um überlebensfähige Kinder; die halt nicht 100% gesund sind.

      Traurig, echt......

      • Ich finde das zwar auch recht heftig, aber sorry was hat das in diesem Forum zu suchen? Kann ich nicht ganz nachvollziehen.

        (3) 23.02.09 - 17:34

        Also rechtlich gesehen darf man nach der 12. Woche nur abtreiben, wenn die Gesundheit der Mutter gefährdet ist (kann auch die psychische sein, wenn sie mit einem behinderten Kind nicht klarkäme). Und das geht logischerweise bis zur Geburt.

        Praktisch wird die Feindiagnostik aber bewußt gemacht, kurz bevor das Baby lebensfähig wäre, damit im Fall der Fälle eben nicht kurz vor ET noch abgetrieben wird.

        Also Kinder im Kindergartenalter zurückentwickeln und abtreiben halte ich aber für eine sehr überzogene Darstellung.

      • (5) 23.02.09 - 18:03

        Naja, spätestens im kindergartenalter ist es auf jeden Fall ZU spät #kratz
        Manche Postings sind doch echt merkwürdig.
        Ja, wusste ich und ja, das ist krass... und ein vielschichtiges Thema. Willst du das hier im Kindergartenforum diskutieren?
        lg
        raichu

        • (6) 23.02.09 - 18:15

          Icxh behaupte mal wenn jemand Postleizahl 49xxx hat, also Osnabrück und schreibt nordish by nature dann kann da schon was nicht stimmen.

          Dann ist ja nordish by nature schon ab Göttingen und Münster!

          Fazit: ich tippe auf Hormone oder leicht verpeilt.

          • (7) 23.02.09 - 18:30

            Ah ja, ich seh grad: 2 Doofe 1 Gedanke #cool

            Nee also man kann ja Nordish by Nature sein und dann umziehen? So würde ich das auffassen.
            Ich glaube, sie war einfach geschockt und wollte das loswerden...
            aber hier?#kratz

            Ich weiss auch nicht in welches Forum das passt? vielleicht Allgemeines?

      (10) 23.02.09 - 18:44

      ja das wusste ich. ich habe damals weit nach der 12. ssw erfahren - durch einen dummen zufall - dass unser baby fehlbildungen hat. wir wurden auch gefragt ob wir das baby austragen wollen oder nicht und ich habe mich dafür entschieden das baby zu behalten.
      damals wurde uns aber auch eine rosa brille aufgesetzt und gesagt dass das baby 2 wochen vorm termin geholt und dann sofort operiert wird und nach 2 wochen heilung darf das baby ohne probleme mit nach hause.

      bei der krankheit ist es so dass es sie in 2 ausführungen gibt, zu 50 % also schwerbehindert oder halt nicht

      heute bin ich froh dass ich es nicht getan habe...auch wenn die ersten jahre echt horror waren...

      "Sondern um überlebensfähige Kinder; die halt nicht 100% gesund sind."

      Naja, Mütter die so etwas tun, "nur " weil das Kind eine Behinderung haben wird.
      Wenn es denn wirklich erlaubt ist.

      Solche "Mütter" sind einfach nur zum kotzen.
      Alleine die Überlegung, ein behindertes Kind zu töten,Pfui!

      • (12) 23.02.09 - 21:35

        Zwischen Schwerstbehindert und nicht 100% gesund liegen aber Welten.
        Ich habe immer genau so gedacht wie du es hier schreibst.
        Ich wollte diese Entscheidung nicht treffen können/müssen und habe auf Feindiagnostik verzichtet.
        Letztens habe ich mich mal in "Frühes Ende" verirrt. Wenn man da mal ein paar Einzelschicksale liest, kann man das ganze etwas differenzierter sehen. Finde ich jedenfalls.
        lg

        "Solche "Mütter" sind einfach nur zum kotzen.
        Alleine die Überlegung, ein behindertes Kind zu töten,Pfui! "

        Deine Ausage ist Pfui ! Aber hoch zehn. Kennst Du "solche Mütter" ? Hast Du schonmal den Schmerz in ihren Augen gesehen ? Wie kannst Du es wagen so abwertent zu urteilen ? Hast Du Dich mit diesem Thema schonmal auseinandersetzen müssen und weißt Du überhaupt wie schwer so eine Entscheidung ist ?

        Eine Bekannte von mir weiß das alles. Sie hat in der 19.SSW gesagt bekommen, dass ihr Baby wohl behindert sein wird, aber man kann nicht sagen was genau und wie schwer die Behinderung sein wird.

        Sie war in zwei Spezialkliniken und bei drei verschieden Spezialisten. Sie hat sich dazu entschieden das Kind zubekommen..aber sie weiß absolut nicht was auf sie zukommt. Obwohl sie mit dem Gedanken spielte ihr heißersehntes Baby nicht zubekommen, habe ich einen riesen Respekt vor ihr.

        Meine beste Freundin hat in der 23.SSW ihr Baby still zur Welt bringen müssen. Lina hatte zwei Kiefer-Lippen-Gaumen-Spalten, zwei Klumpfüße und Fehlbildungen an den Fingern....und ? Ihre Mutter hätte alles dafür gegeben sie lebend bei sich zuhaben.

        Ich bete das mein Baby gesund sein wird, den ich möchte nicht vor dieser schweren und schlimmen Entscheidung stehen.

        Solche Mütter sind keine Mörderinnen, sondern arme Frauen, die die schwerste Entscheidung in ihrem Leben treffen müssen und damit auch leben müssen !


        • Mein Sohn ist schwerbehindert durch einen Sauerstoffmangel bei der Geburt.
          Er kann nicht laufen,stehen und nicht frei sitzten. Er wird bald 6 und braucht noch Windeln hat chronische Verstopfung und... und... und...

          Ich weiß was es bedeutet ein schwerbehindertes Kind zu haben.
          Die Sorgen, die Therapien,die Anstrengung.
          Doch mein Sohn ist das Beste was mir je passiert ist.

          Und wenn ein Kind lebensfähig ist , hat es ein Recht auf Leben.

          Und keiner hat das Recht darüber zu urteilen, wann ein Leben lebenswert ist oder nicht.
          Durch meinen Sohn habe ich viel Kontakt mit anderen viel schwerer behinderten Kindern als er es ist.

          Und weißt du was, diese Kinder sind glücklich.
          Man darf Niemandem das Recht auf Leben absprechen, das darf man nicht.

          Das ist meine Meinung!

          • Naja,Deinen "Fall" kann man überhaupt nicht mit Müttern vergleichen,die während der Schwangerschaft und evtl.sogar noch vor der 12.Woche erfahren,daß sie ein schwerstbehinderts Kind zur Welt bringen welches nie alleine zurecht kommen wird und für welches Du ein ganzes Leben zu sorgen hast.Wärst Du während der Schwangerschfat vor die Wahl gestellt worden wer weiß wie Du enstchieden hättest.Natürlich liebst Du Dein Kind,denn es ist nunmal da und Du kennst es nicht anders und Du konntest wohl auch vorher nicht entscheiden ob es leben darf oder nicht.Wenn man aber ganz am Anfang der Schwangerschaft vor die Wahl gestellt wird ein wirklich extremst schwer behindertes(und damit meine ich nicht down syndrom z.b)Kind zu bekommen und für den Rest seines Lebens sich komplett aufopfern zu müssen,nicht mehr arbeiten gehen zu können,die anderen Geschwister evtl.nur noch 2.Geige spilen lassen zu müssen etc.etc.dann sieht das alles schon ganz anders aus,oder?Sicher,Du wirst jetzt vielleicht sagen,Du hättest trotzdem nicht abgetrieben aber das weißt Du einfach nicht.
            Ich jedenfalls akzeptiere und verstehe Frauen,die das eben nicht können oder wollen und für mich käme ein derart schwerstbehindertes Kind auch nicht in Frage.Sollte meiner Tochter jemals durch einen Unfall so etwas zustoßen ist das natürlich etwas ganz anderes und sie wird natürlich von mir gepflgt werden aber das sind dann Schickslae,die kann man vorher nicht erahnen.
            LG Sonja.

            • dann sieht das alles schon ganz anders aus,oder?"

              Nein tuts nicht!

              Hier gehts doch um Spätabtreibung, also ab der 20.Woche, oder?
              Aber ich finde es auch davor nicht in Ordnung.
              Und ich opfere mich tagtäglich auf. Außerdem gibt es von vielen Seiten Unterstützung für solche Situationen.

              "nd für mich käme ein derart schwerstbehindertes Kind auch nicht in Frage"
              Ich finde diesen Satz nicht in Ordnung.
              Ein Kind ist doch keine Ware und du nicht der liebe Gott, dass du über Leben und tod entscheiden darfst.

              • Und was ist mit den Kindern, die schon da sind ?? Ich habe eine 5-jährige Tochter, sie kommt jetzt in die Schule und wird mich genauso brauchen, wie das Baby.

                Wenn aber ein Kind 24-Std-Pflege braucht, wo bleiben dann die anderen Kinder ?

                Ich könnte das nicht. Ich bewundere Frauen, die das können, aber ich bin froh, dass ich (durch das Gesetz gestützt) entscheiden darf, ob ich mich und meine Familie derart belaste. Ich hoffe ich komme nie in diese Situation, den ich weiß nicht wie ich entscheiden würde.



                ich laß Dir Deine Meinung und bin froh,dass das Gesetz meine Meinung auch respektiert.Es ist niemandem geholfen,ein behindertes Kind zwangsweise zu bekommen und es danach vielleicht,wie man es leider vielfach lesen kann,zu vernachlässigen oder im schlimmsten Fall da man sich total mit der Situation überfordert sieht,es zu misshandeln etc(ich bin weit entfernt davor so etwas jemals tun zu können,aber wenn schon Kinder ohne Behinderungen ihre Mütter "nerven" und überfordern wie mag es dann wohl dann mit behinderten Kindern aussehen?).Und wer will schon freiwillig ein schwerst behindertes Kind adoptieren?Da müßte man schon Mutter Theresa sein.Wie gesagt,für mich käme es nie in Frage,es ist toll,dass Du das so meisterst aber ich lasse jedem seine freie Entscheidung.
                LG Sonja.

                • "niemandem geholfen,ein behindertes Kind zwangsweise zu bekommen und es danach vielleicht,wie man es leider vielfach lesen kann,zu vernachlässigen oder im schlimmsten Fall da man sich total mit der Situation überfordert sieht,es zu misshandeln etc(ich bin weit entfernt davor so etwas jemals tun zu können,aber wenn schon Kinder ohne Behinderungen ihre Mütter "nerven" und überfordern wie mag es dann wohl dann mit behinderten Kindern aussehen?"

                  Da hast du recht. Auch ich habe oft Momente an denen ich überfordert bin oder einfach nur weinen muß.
                  Natürlich, ist das eine Lebensaufgabe und kostet viel Kraft.

                  Ich finde es nur rein vom ethischen Standpunkt aus nicht in Ordnung.
                  So denk ich eben.

                  Aber das muss jede mit sich aus machen, wenn es denn so sein sollte.

                  Lg

      Interessant, was ein

      "kleines, dummes Gänschen"

      da an Lebensweisheit von sich gibt.


      Werd erst mal groß.

      Gruß

      Manavgat

      • Aha , und du kennst mich?!

        Sehr interessant.
        Das war übrigens keine Lebensweisheit sondern meine Meinung.

        Da bin ich doch glatt davon ausgegangen ich dürfte die in einem Forum vertreten.#kratz

        #augen

Fürchterlich
www.tim-lebt.de

Es gibt da schon sehr genau eingegrenzte Indikationen, die von "nicht 100% gesund" meilenweit entfernt sind!

Gruß,
W

(24) 24.02.09 - 09:42

Was ich wirklich schlimm finde ist, dass uns immer suggeriert wird: wir hätten ein Anrecht auf ein gesundes Baby!

Alles sei steuerbar, jede Behinderung inakzeptabel. Beratung findet nicht statt. Frauenärzte, die keine Ahnung haben, beraten nicht oder schlecht.

Für Eltern, die sich für ein behindertes Kind entscheiden, gibt es keine bis geringe Hilfen. Die Akzeptanz von Behinderung geht gegen Null, siehe die Förderschuldiskussion.

Letztlich ist die Spätabtreibung ein Symptom.

Ich wußte das, um deine Frage zu beantworten. Es gibt einen sehr traurigen Fall vom einem Jungen mit Down-Syndrom, der seine mißglückte Abtreibung überlebte und dadurch noch weitere Schäden bekommen hat. Ich glaube, er heißt Tim. Der Arzt wurde von 2 Seiten verklagt: der Mutter, weil er nicht ordentlich abgetrieben hat, von den Abtreibungsgegnern, weil er das Kind nicht gleich behandelt hat.

Diese rechtliche Grauzone wurde bis heute weder von der Politik noch von der Öffentlichkeit gewürdigt.

Ich bin dafür, der Mutter die Entscheidung zu überlassen. Es müssen jedoch mehr Hilfen (und zwar solange der Behinderte lebt!) und bessere Beratung her.

Mit Verbot würde man nichts erreichen.

Gruß

Manavgat

(25) 24.02.09 - 14:39

Provokant, ich weiß ;-)

Aber es ist tatsächlich so: Rein rechtlich gesehen ist ein Baby im Bauch nicht nur kein Kind sondern auch erst nach dem Einsetzen der natürlichen Eröffnungswehen ein Mensch.

Deshalb kann ein mehr oder weniger großer "Zellklumen" mit Behinderung (die pauschal als Gefährdung der psychischen Gesundheit der Schwangeren gewertet wird) in Deutschland bis zum Einsetzen der natürlichen Eröffnungswehen als sogenannter "medizinischer Indikation" getötet werden. Eben weil ein Embryo / Fötus noch nicht als Mensch gilt.

Liebe Grüße
Sabine

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