Schonmal jemand unverschuldet wegen Fahrerflucht angezeigt worden?

    • (1) 11.06.09 - 15:37

      Hallo, kennt das jemand? Mein Mann erhielt Post von der Haftpflichtversicherung, dass er in einen Unfall verwickelt gewesen sei. Ein Anruf ergab, dass ihn eine Frau angezeigt habe wegen einem Schaden und Fahrerflucht (logisch - mein Mann weiß von nichts). Die Polizei hat nicht viel gesagt, außer Uhrzeit und Straßennamen, das passt (also er ist um die Zeit da lang gefahren). Ist eine ganz normal breite Straße und wir können uns null erklären, was da passiert sein soll (vor allem, ohne, dass er was davon gemerkt hat).
      Nun meine Frage: wie verhält man sich in so einem Fall? Theoretisch könnte ja jeder Depp sowas behaupten, der sich ein Nummernschild merkt, nachdem er selbst gegen einen Baum gefahren ist. Allerdings müssten ja theoretisch Spuren gesichert werden. Und ist es normal, dass sich die Polizei von selbst nach einer Woche noch nicht gemeldet hat? Wenn er jetzt vorgeladen wird, soll er aussagen (kann er ja nicht viel zu sagen...)? Braucht er besser gleich einen Anwalt (wir haben keinen Rechtschutz)?
      Wäre gut, wenn sich jemand damit auskennt oder so etwas schon erlebt hat! Danke im Voraus!
      LG Anne

      • Das passierte meiner Schwester vor 12 Jahren.
        Sie war nicht mal in der Nähe. Das beschädigte Auto gehörte einem Doktorsöhnchen. Das Auto, das sie an dem Tag tatsächlich fuhr, gehörte einem Freund.
        Das Papasöhnchen hat sich einfach auf dem Gelände des Studentenwohnheims umgeschaut, sie in dem Auto gesehen, das ihn aus irgendeinem Grund "ansprach", und zeigte alles an.
        Da lief absolut alles schief:
        1. Sie nahm keinen Anwalt.
        2. Polizei holte sie hochschwanger ab, zum Fotos machen
        3. Es wurden nie irgendwelche Spuren gesichert (zwischen dem Vorfall und der Anzeige vergingen 4 Monate, an dem auto des Freundes gab es keine Spuren, aber der Anwalt des Geschädigten behauptete, jedermann kann einfach so die Stoßstange austauschen)
        4. Die einzige irgendwoher aufgetriebene Zeugin "erkannte" sie auf einem einzigen Foto - sie bekam keine anderen zum Vergleich
        5. Im Gericht hat die Zeugin auf mich gezeigt. Ich war zum Zeitpunkt des Unfalls im Ausland, hätte also ein tolles Alibi gehabt. Aber der Richter ließ es nicht gelten, das Blut wäre dicker als Wasser, sagte er
        6. So wie der Gegner den Hergang erklärte, hätte er nie auf der Stelle stattfinden können. Das interessierte den Richter ebenso nicht.

        Meine Schwester wurde vorbestraft, musste Strafe zahlen, und für nichts! Das Jüngchen ist irgendwo aufgefahren und nach Monaten ein Opfer gefunden, um vor seinem Vater sauber zu sein.

        Man kann nur eins daraus lernen: Einen Anwalt nehmen! Sie war zwar beim Uni-Anwalt, der sich aber kaputt lachte und sagte, dass man aufgrund der Anklage keinen Grund zur Sorge haben muss, es wäre alles am Ärmel vorbei gezogen, gelogen und sehr dünn. Na ja, das haben wir gesehen.

        Warum der Richter so gegen sie war, weiß ich nicht.

        Gruß, Miss Bennett

      (5) 11.06.09 - 20:31

      Ja, meinem Mann ist das passiert!

      Nimm dir unbedingt einen Anwalt! Mein Mann hat damals die Vorladung der Polizei via Anwalt abgelehnt. Der Anwalt hat Akteneinsicht verlangt und ein paar Wochen später kam Post von der Staatsanwaltschaft, dass Verfahren wurde eingestellt.

      Der Spaß hat uns 250 Euro gekostet um seine Unschuld zu beweisen und dabei ging es um einen Schaden von 35 Euro !!!!!!!

      Ohne Anwalt hätten wir null Chance gehabt.

      LG lostie

      Wenn du Fragen hast, gern per PN, dann erzähl ich ausführlicher.

      • (6) 12.06.09 - 15:50

        Vielen Dank für die Infos. Der Mann einer Arbeitskollegin ist Anwalt für Verkehrsrecht, wir werden da erstmal vorfühlen, wie wir uns verhalten sollen. Trotzdem vielen Dank für dein Angebot, vielleicht komm ich drauf zurück.
        Man fühlt sich so hilflso, weil man da unverschuldet reinschlittert und jetzt schon weiß, dass man nicht ohne Verluste wieder rauskommen wird, seufz...

    Hallo,

    nicht direkt, aber so was ähnliches, vor ca. 8 Jahren hat die Polizei bei uns geklingelt und gefragt, wer mit dem Auto vor der Tür ( das war meines ) gefahren wäre, jemand hätte gesehen, wie es in Schlangenlinien vor ihm gefahren wäre. Mein Bruder und ich waren zusammen fort, sind ca. 2 Std. vorher heimgekommen, er ist gefahren, war aber vollkommen nüchtern. Allerdings hat er als wir dann zuhause waren etwas getrunken, d. h. für die Beamten muss es so ausgesehen haben, als wäre er betrunken gefahren. Die waren aber ganz ok und da das Auto schon wieder kalt war, konnten sie wohl nichts machen.

Mir ist das vor 2 Jahren passiert.

Ich bin nicht bei der Polizei erschienen - Vorladung kann man getrost ignorieren - und!!!!! habe auch keine Angaben zur Sache gemacht.

Mein Weg: Fachanwalt für Verkehrsrecht genommen, der das Ganze abgewendet hat. Hintergrund der Anzeige war, dass jemand einen Blöden gesucht hat, weil er selbst einen Auffahrunfall verschuldet hat und wohl keine Vollkaskoversicherung hatte.

Ich habe Nerven gebraucht und hatte eine Rechtschutzversicherung. Die Kosten für meinen Rechtsanwalt wären sonst an mir kleben geblieben.

Gruß

Manavgat

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