Kurzgeschichte zum Thema Liebe. Eure Meinung dazu?

    • (1) 28.07.09 - 14:43

      Hallo.

      Wer Lust hat liest sich mal bitte folgende Geschichte durch:

      Insel der Gefühle

      Vor langer langer Zeit existierte eine Insel,
      auf der alle Gefühle der Menschen lebten:
      die gute Laune, die Traurigkeit, das Wissen ...
      ... und auch die Liebe.

      Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt,
      dass die Insel sinken würde.
      Also machten alle ihre Schiffe startklar
      um die Insel zu verlassen.
      Nur die Liebe wollte bis zum letzten
      Augenblick warten.

      Bevor die Insel sank, bat die Liebe
      die anderen Gefühle um Hilfe:

      Der Reichtum verließ auf einem luxuriösen
      Schiff die Insel.
      Die Liebe fragte: "Reichtum, kannst du
      mich mitnehmen?"
      "Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff
      habe ich viel Gold und Silber. Da ist kein
      Platz mehr für dich."

      Also fragte die Liebe den Stolz, der auf
      einem wunderbaren Schiff vorbeikam.
      "Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?"
      "Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen",
      antwortete der Stolz, "hier ist alles perfekt
      und du könntest mein Schiff beschädigen".

      Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit:
      "Traurigkeit, bitte nimm mich mit."
      "Oh Liebe", sagte die Traurigkeit,
      "ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss."

      Auch die gute Laune fuhr los,
      aber sie war so zufrieden, dass sie
      nicht hörte, dass die Liebe sie rief.

      Plötzlich rief eine Stimme:
      "Komm Liebe, ich nehme dich mit".
      Die Liebe war so dankbar und so glücklich,
      dass sie vergaß den Retter nach seinem
      Namen zu fragen.

      Die Liebe fragte das Wissen:
      "Wissen, kannst du mir sagen, wer mir
      geholfen hat?"
      "Ja", antwortete das Wissen, "es war die Zeit."

      "Die Zeit?" fragte die Liebe, "Warum hat mir
      die Zeit geholfen?" Und das Wissen antwortete:
      "Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig
      die Liebe im Leben ist."


      So, nun meine Bitte: Was denkt ihr zusammenfassend über die Geschichte. Wenn ihr mit 2-3 Sätze beschreiben sollte, was diese Geschichte aussagt, wie würden diese Sätze lautet. Ich weiß, meine Frage klingt merkwürdig. Ich brauche aber möglichst viele Interpretationen und hoffe daher auf eure Hilfe.

      Danke im Voraus!!!

      • (2) 28.07.09 - 15:03

        Immer wieder schön zu lesen.
        Eine kleine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

        Wird ja gemunkelt das es ein Gedicht aus einem Maya-Kalender sein soll. Weißt du mehr?
        Würd mich echt mal interessieren von wem das ist, man liest es so oft.

        LG
        Sarah

        • (3) 28.07.09 - 15:06

          Hi Sarah,

          ja eine sehr schöne Geschichte. Und gerade diese Gedanken, die sie in einem weckt, würde ich gerne von euch erfahren.

          Von wem die Geschichte ist, weiß ich leider auch nicht.

          LG
          Jule

          • (4) 28.07.09 - 15:13

            Mir kommen dazu viele Gedanken.

            Dass die Liebe evtl. viel zu lange wartet und evtl. enttäuscht wird. Weil dann niemand mehr da ist.

            Oder.

            Dass irgendwann irgendwo doch wieder jemand da ist, wenn man nur lange genug wartet und hofft.

            Dass uns andere Dinge wichtiger sind.
            Reichtum, Macht., Das die Liebe dadurch in den Hintergrund gerät.

            Ich kann die Geschichte aus vielen Sichtweisen betrachten. Ich mag sowas. Ich komme immer wieder zu anderen Schlüssen, aber ob das so gut ist.....

            Es würde den Rahmen dieser ´Veranstaltung sprengen, was denkst du denn?

            • (5) 28.07.09 - 15:25

              Ich denke, ...

              dass Liebe Zeit braucht.
              In einer Partnerschaft wird aus anfänglichem Verliebtsein mit der Zeit Liebe. Und um diese am Leben zu erhalten, braucht man wiederum Zeit FÜR die Liebe. Dasd eine funktioniert nicht ohne das andere.

              Mann, wat phoetisch!

              Deinen Blickwinkel, dass die Liebe in den Hintergrund gerät finde ich aber auch sehr interessant.

      Sollen wir etwa deine Hausaufgaben machen? Ich denk nicht dran...#cool
      Oder doch: Warum hat denn die Liebe sich nicht darum gekümmert, sich ein eigenes Schiff zu organisieren? Sollen sich immer alle anderen um die Liebe kümmern? Und warum hat das Wissen sie nicht mitgenommen?#schein
      Tut mir leid, aber ich finde solche Schriebsel albern. Ist meine Meinung.

    • Das Sprichwort "Liebe macht blind" trifft hier wohl zu!
      Es gibt viele Menschen, die in ihrer Verliebtheit nicht mehr sehen, wenn ein Unglück auf sie zukommt. Und sei es noch so offensichtlich!

      Klar ist die Geschichte etwas kitschig geschrieben, aber man muss sich auch die Mühe machen und versuchen zu verstehen, was der Autor damit sagen will.

      • Nun, wenn eine Geschichte kitschig ist, KANN und will ich sie nicht mehr verstehen! Ich kann auch den Sinn eines Kitschromans oder eines Heimatfilms nicht verstehen und nachvollziehen. Gib mir etwas OHNE personifizierte Gefühle, die sich miteinander unterhalten. Das ist mir persönlich zu trivial. So etwas habe ich mit 15 Jahren geschrieben, und damit will ich jetzt nicht den Maya-Kalender entwürdigen, aus dem die Geschichte evtl. stammt. Jule hat in der Überschrift nach einer Meinung gefragt. Ich habe meine dazu abgegeben.
        Übrigens stimmen Interpretationen selten mit dem überein, was der Autor eigentlich sagen wollte. Aber darunter hat ja die Kunst im Ganzen zu leiden. Unter Menschen, die ein Werk komplett auseinander nehmen müssen, um sich selbst zu beweisen, dass sie "verstanden" haben... Aber das führt hier zu weit.
        L G trotzdem:-)
        Gunillina

        • Also erst mal will ich sagen, dass ich dich in keiner Weise angreifen wollte. (nur falls es so rüber kam)
          Jeder hat seine Meinung und die akzeptiere ich auch!

          Naja, also solche Geschichten sind ja eigentlich für eben diesen Zweck, das Interpretieren, geschrieben.
          Wir sind alle unterschiedliche Menschen und da wird bei jedem eine andere Interpretation rauskommen.
          Und wenn dann plötzlich was rauskommt, das so gar nicht zu den Gedanken des Autors passt, finde ich persönlich es sogar noch interessanter. Man blickt um Ecken und Winkel, versucht eine Geschichte die quasi nur aus Metaphern besteht auf unseren Alltag zu übertragen. Das finde ich schön! Das war schon im Deutschunterricht mein Liebling! Seit ich in der Schule mein erstes Gedicht interpretiert habe wurde das zu meinem Hobby!

          Aber ich verstehe natürlich auch, wenn einem das zu kitschig und zu blöd geschrieben ist. Wenn ich nur die Geschichte an sich ohne eventuelle Hintergründe und Möglichkeiten sehe, dann finde ich sie auch erst mal reichlich eigentartig! Und es ist auch so, dass vor allem 15-jährige Mädchen so was toll finden! ;-)

          Lg Sabrina

Ich finde diese Geschichte wunderschön! Ichhabe meinen jetztigen Mann mal ein Buch gebastelt zu unserem ersten Jahrestag und da hab ich auch diese Geschichte mit rein geschrieben.

Also in 2-3 sätzen kann ich das leider nicht interpretieren.
Wie hier schon gesagt wurde, kann man die Geschichte aus vielen Perspektiven sehen und kommt wieder zu einem anderen Schluss.

Ich denke, dass man heute viel zu schnell vergisst wie wichtig die Liebe für unser Leben ist. Wir bemühen uns um andere und oftmals oberflächliche Dinge und denken, dass wir damit glücklich werden. Es fehlt aber doch immer etwas. In der ganzen Hektik des Alltags bleibt einem nur oftmals keine Zeit um überhaupt über anderes nachzudenken.
Finanzielle Probleme, Kummer und Frust, falscher Stolz usw sind oft Gründe für das Zerbrechen einer Beziehung. Würde man sich regelmäßig Zeit nehmen füreinander, dann hätte die Liebe wieder die Chance von uns beachtet zu werden. Dann würde man vielleicht endlich erkennen wie glücklich die Liebe zum Partner, zu den Kindern, zur eigenen Familie und zu Freunden machen kann.

Das war so meine Sichtweise und das was ich in die Geschichte hinein interpretiere.

Lg Sabrina

Das ist keine Kurzgeschichte.

  • Stimmt. Und wenn Tiere im Spiel wären, könnte man es als Fabel bezeichnen, oder? Aber wie es mit personifizierten Gefühlen aussieht, weiß ich nicht.
    L G
    G, die leider keinen Zugang zum Gedicht bzw. uz der Fabel oder was auch immer das sein mag, findet. Bin nicht emotional genug. :-)

(19) 28.07.09 - 23:18

Ich würde es so interpretieren:

Die Liebe zerbricht an jedem anderen Gefühl, das wertvoller wird als die Liebe an sich.
Wenn jeder mit sich selbt beschäftigt ist, ist kein Platz für Liebe da.
Wenn einem alles wichtiger ist als die Liebe, geht die Liebe verloren.

Die Zeit heilt alle Wunden.
Sie lässt den Liebenden vergessen und selbst nach einer gescheiterten Beziehung(gescheitert an Stolz, Traurigkeit oder sonstwas) kann sich der Liebende sicher sein, dass auch ihm irgendwann geholfen wird.Durch die Zeit!!!

Für mich bedeutet der Spruch, dass Zeit alle Wunden heilt.
Wunden in Form verletzter Gefühle, entstanden durch Stolz, Trauer und/oder Egoismus des Partners.
Nur die Zeit hilft, dass sieht am Ende jeder ein.

LG
Selma

(P.S.ich habe diese Geschichte vor Jahren gelesen und fand sie wunderschön.Ich wusste aber nicht wo ich sie wiederfinden kann, dank dir habe ich sie gefunden:-))

(21) 28.07.09 - 23:39



reichtum, stolz, gute laune, trauer und wissen können die liebe nicht vor untergangssituationen retten.
liebe braucht zeit.











Hallo.

Metaphorisch wird in diesem Text das Verhältnis diverser menschlicher Emotionen zueinander beschrieben. Die Liebe nimmt in imaginärer Rangfolge den ersten Platz ein, ausgedrückt durch die letzten Zeilen "..wie wichtig die Liebe im Leben ist." Diese Bedeutung aber wird ihr nicht sogleich zugestanden. Reichtum, Stolz, Traurigkeit etc weigern sich aus verschiedenen Gründen, die Liebe mitzunehmen. Impliziert wird damit, dass beispielweise Liebe und Reichtum nicht nebeneinander Platz finden.

Auf mich wirkt der Text naiv geschrieben und in sich nicht kohärent. Wissen und Reichtum sind keine Emotionen, sondern Besitzgüter. Zeit ist ebenfalls keine Emotion und nicht auf menschliches Empfinden angewiesen. Auf der anderen Seite beweisen die alleinfahrenden Emotionen durchaus Liebe: zum Geld, zur Perfektion, zur Selbstgenügsamkeit. Diese Liebe aber, da weder an Personen noch an sich selbst gekoppelt, wird nicht als solche anerkannt, sondern abgewertet. Die erhoffte Wirkung des Textes wird durch diese grundlegenden Unstimmigkeiten stark geschmälert, nicht zuletzt, weil zunächst eimal ein allgemeiner Gültigkeitsanspruch impliziert wird, der bei nähere Hinsehen nicht aufrecht erhalten werden kann.

LG Sneak


PS: Das erste, was man im Germanistikstudium lernt: der Autor will uns gar nichts sagen!

(23) 29.07.09 - 13:55

Danke an euch alle für eure Meinungen. Interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Geschichte aufgefasst wird.

LG
Jule

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