Kollegin hungert seit Samstag wegen Kummer ....

    • (1) 19.10.09 - 09:11

      Hallo zusammen,

      wahrscheinlich bin ich hier nicht unbedingt richtig, glaube aber, hier die meisten Urbiana anzutreffen.

      Ich habe ein ganz akutes Problem.

      Meine Kollegin hat seit Samstag nichts mehr gegessen, weil sie Kummer hat !!!

      Sie wiegt eh schon wenig und wir haben uns schon immer etwas Sorgen gemacht wegen Magersucht etc., aber jetzt ist es extrem. Sie hat mit ihrem Mann Probleme und jetzt isst sie nix mehr und damit meine ich das auch so.

      Ihr ist übel und sie kann noch nicht einmal einen Kaffee trinken!

      Hab ihr jetzt stilles Mineralwasser hingestellt mit der Bitte, es zu trinken, aber die Flasche rührt sie einfach nicht an.

      Was soll ich bloß tun. Sie hat ein Kind. Habe ihr schon gesagt, dass sie doch auch an ihr Kind denken muss. Aber sie sagt, sie bekäme keinen Bissen runter, ihr wäre so übel und ihr täte jeder Knochen im Körper weh.

      Hat jemand eine Idee? Soll ich noch jemanden einweihen. Privaten Kontakt haben wir eigentlich nicht wirklich, sprechen aber in letzter Zeit über viel Persönliches. Habe auch schon ihr Kind kennen gelernt, aber das wars auch schon.

      Mach mir ernste Gedanken, wie ich Ihr helfen soll.

      Kann mir jemand Rat geben?!

      Danke

      Nic

      • (2) 19.10.09 - 09:28

        Es handelt sich dabei tatsächlich um eine Form der Magersucht, siehe auch Anorexie (z.B. auf Wikipedia oder einschlägigen Medizinseiten).

        Machen kannst Du nicht viel. Du kannst ihr zuhören, damit sie sich ihren Kummer vom Herzen sprechen kann. Und ihr raten, zum Arzt zu gehen, denn das Ganze kann darin enden, dass sie ins Krankenhaus kommen kann um im schlimmsten Fall zwangsernährt zu werden, wenn sie zusammen klappt.

        Ich hatte das auch mal, ausgelöst ebenfalls durch eine für mich schädliche Beziehung und den damit auftretenden Liebeskummer. Leider muss ich dazu sagen, dass häufig wenig Einsichtigkeit besteht, man verleugnet gerne, dass man dahingehend krank ist.

        • (3) 19.10.09 - 09:33

          ja ich höre ihr ja schon zu.

          Aber so hilflos zu sein, macht mir zu schaffen.

          Habe ihr schon gesagt, dass sie da in Teufelsküche kommt und sie unbedingt Essen MUSS.
          Hab sie gerade "gezwungen" ein Glas Wasser zu trinken, das ist das erste, dass sie seit Gestern zu sich genommen hat. Und fest Nahrung zuletzt am Samstag!

          Danke für Deine Antwort. Überlege halt, den Chef einzuweihen, aber das bedeutet ja zugleich auch einen massiven Vertrauensverlust und ich weiß nicht, ob das sinnvoll wäre. Was meinst Du, oder sollte ich noch 1 - 2 Tage zuwarten?

          Boh, ist das blöd.

          • (4) 19.10.09 - 09:52

            Das ist schonmal gut, dass Du sie so weit bekommen hast, dass sie das Wasser tatsächlich getrunken hat. Das heisst, sie hört ein Stück weit auf Dich.. an mir hättest Du Dir die Zähne ausgebissen. ;-)
            Vielleicht schafft sie auch ein bisschen Yoghurt oder ein Stück Obst für den Anfang? Erwarte nicht zu viel, es ist wirklich so, dass nach einer derartigen Hungerphase der Magen nur Kleinstmengen verträgt.
            Gemüsesäfte gehen auch manchmal ganz gut.

            Die Hilflosigkeit lass mal bitte beiseite. Sie ist eine erwachsene Frau und grundsätzlich selbst für sich verantwortlich. Den Schuh musst Du Dir nicht anziehen, das wäre auch eine Nummer zu gross. Sie braucht psychologische Betreuung, da würdest Du Dich übernehmen. Das heisst auch, falls etwas passiert und sie zusammenklappt, bist Du nicht Schuld oder verantwortlich! Und verhindern kannst Du es letztendlich auch nicht, wenn sie sich stur stellt.
            Aber selbstverständlich kannst Du ihr sagen, dass Du dem Chef Bescheid sagen wirst, wenn sie nicht anfängt, wenigstens wieder ein bisschen was zu essen und sich Hilfe sucht.

            • (5) 19.10.09 - 10:34

              Danke für Deine Hilfe.

              Wir haben jetzt einen Deal geschlossen. Ich übernehme ihre Arbeit in den nächsten Tagen, sie geht zum Hausarzt und schüttet ihm ihr Herz aus. Als nächstes haben wir vereinbart, dass sie mit dem Arzt auch über psychologische HIlfe spricht. Vor allem auch die Probleme mit ihrem Mann und wie sie mit der Situation umgehen soll. Dies wird sie jetzt tun und ich hoffe inständig, dass es klappt.

              Du hast Recht, ich darf mir den Schuh nicht anziehen, aber so einfach ist es halt nicht. Mehr kann ich nicht tun.

              Danke

    (9) 19.10.09 - 09:31

    Hallo Nic,

    wenn Deine Kollegin ein Kind hat, würde ich ihr sehr deutlich zu verstehen geben, dass Du Dir grosse Sorgen machst.
    Vielleicht kannst Du sie ermutigen, sich professionelle Hilfe zu suchen: Familienberatungsstellen arbeiten in der Regel schnell und unbürokratisch (ich habe da selbst beste Erfahrungen gemacht).

    Sollte sie völlig abblocken, würde ich deutlich sagen, dass Du Dich verpflichtet bist, bei Gefahr für Körper und Gesundheit den Allgemeinen Sozialdienst einzuschalten, weil das Wohl ihres Kindes massiv gefährdet ist, wenn sie krankhaft magersüchtig ist.

    Claudia

    • (10) 19.10.09 - 09:35

      Naja, bisher hat sie ja gegessen, nur halt sehr wenig, wenn sie merkte, da sei wieder etwas mehr Fett am Körper. Sie isst dann zum Glück viel Obst und den ganzen Tag ein Brötchen. Ob man das wirklich als Magersucht bezeichnen kann, weiß ich eben nicht.

      Aber jetzt ist es echt schlimm. Voreilig möchte ich eben auch nicht handeln.

      LG nic

      • (11) 19.10.09 - 09:56

        Wie gesagt, ja, es ist eine Form der Magersucht.
        Vielleicht kannst Du ein bisschen was im Internet zusammen googlen, damit sie zumindest mal gehört/gelesen hat, dass es eine Erkrankung ist. Versprich Dir aber nicht zu viel, wie gesagt, die Verleugnungstaktiken sind häufig sehr ausgereift und Du bist kein Profi.
        Es kann nämlich auch sein, dass zwar die Krankheitseinsicht vorhanden ist, aber die Betroffene denkt, sie schafft das schon alleine. So wars zumindest bei mir..

        (12) 19.10.09 - 13:17

        Hallo Nic,

        in meiner Antwort hatte ich mich auf diese Textstellen von Dir bezogen:

        ".....Meine Kollegin hat seit Samstag nichts mehr gegessen, weil sie Kummer hat !!!

        Sie wiegt eh schon wenig und wir haben uns schon immer etwas Sorgen gemacht wegen Magersucht etc., aber jetzt ist es extrem. Sie hat mit ihrem Mann Probleme und jetzt isst sie nix mehr und damit meine ich das auch so.

        Ihr ist übel und sie kann noch nicht einmal einen Kaffee trinken!

        Hab ihr jetzt stilles Mineralwasser hingestellt mit der Bitte, es zu trinken, aber die Flasche rührt sie einfach nicht an. "

        Sicher würde ich ihr auch nicht mit der Tür ins Haus fallen.
        Psychisch kranke (und eine Ess-Störung ist eine psychische Krankheit) reagieren ja oft sehr empfindlich oder überspielen ihren Zustand nahezu perfekt.

        Auf jeden Fall wäre ich aufmerksam, eben weil ein Kind mit im Spiel ist.
        Kinder von psychisch kranken Müttern/Eltern sind einem enorm hohen Leidensdruck ausgesetzt, auch weil sich viele im Umfeld nicht so recht "herantrauen".

        Da ist sehr viel Fingerspitzengefühl notwendig, um das Wohl des Kindes (das ohnehin schon gefährdet ist) nicht noch mehr zu gefährden.

        Ich rede da nicht aus der Theorie....(in meiner VK einfach den Link zu meiner HP anklicken, dann kommst Du auf meinen Hintergrund. Deswegen schreibe ich gerade so eindringlich).

        LG
        Claudia

(16) 19.10.09 - 15:29

Warte bis sie umkippt und ruf dann den Notarzt.

Der weist sie dann in die nächste Klinik ein (auch gegen ihren Willen) und dann wird ihr geholfen.

Was anderes fällt mir leider nicht ein.

Gruß

manavgat

(19) 20.10.09 - 07:33

Hallo Nic!

Ich finde es ganz toll, wie du dich um deine Kollegin sorgst! #pro

Ich weiß leider zu gut, was sie durchmacht und kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass deine Chancen relativ gering sein werden...


Es ist eine gefährliche Mischung aus nicht essen können und es nicht wollen. Der Körper reagiert auf seelischen Schmerz - du nennst es Kummer - und damit können sich Blockaden aufbauen, die dann soweit führen, dass es tatsächlich zum Brechreiz kommt, wenn man etwas isst.

Die andere Seite wird bestimmt durch eine Art Selbstbestrafung - ähnlich dem Ritzen.

Diese Dinge haben oftmals wenig mit der reinen Vernunft zu tun, als vielmehr mit tlw. krankhaftem Verhalten. Achte auf deine Kollegin und wenn es ganz arg wird, dann folge dem Rat von Manavgat.

Deine Kollegin wird es dir irgendwann danken, ganz gleich ob es zum Extremfall kommt, oder nicht, da bin ich mir sicher.


Viel Glück!

  • (20) 20.10.09 - 08:56

    Hallo!

    Danke Dir!

    Sicherlich werde ich -sofern es sein muss- Handeln.

    Ich hoffe sehr, dass dieser Tiefpunkt ihr ausreicht, sich wirklich Hilfe zu holen und es nicht dazu kommt, dass sie "zusammenklappt".

    LG nic

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