Findet Ihr unbezahlte Überstunden in Ordnung?

Hallo #freu

mein Mann hat einen neuen Job.

Im Vertrag steht " Die Firma ist berechtigt, bei dringenden betrieblichen Erfordernissen Überstunden anzuordnen. Bis zu monatlich 20 Überstunden sind im Bruttoarbeitsentgelt enthalten".

Jetzt arbeitet mein Mann dort seit 14 Tagen und er hat schon 40 Überstunden.

Laut seiner Kollegen, sind 70-80 unbezahlte Überstunden im Monat dort "normal".

In freie Tage werden die Überstunden auch nicht umgewandelt.

Die wöchentlich Arbeitszeit liegt bei 40 Stunden.

Das finden wir völlig in Ordnung. Auch 20 unbezahlte Überstunden akzeptieren wir (auch wenn sie die Regel sind und nicht unbedingt aus dringend betrieblichen Erfordernissen, was nämlich hier meistens der Fall ist.)

Aber 80 Überstunden???

Da fehlt uns das Verständnis!

Würdet Ihr das akzeptieren?

Liebe Grüße #blume


Petra

Ich hatte mal eine ähnliche Stelle in der Kinder- und Jugendhilfe. Sehr gute Bezahlung nach BAT und monatlich noch einmal zusätzlich eine beachtliche Summe als Überstundenpauschale.
60 - 70 Stunden kamen in mancher Woche schon zusammen, das war halt so. Dafür gab es dann aber wieder Phasen in denen man weniger gearbeitet hat.


LG

Hallo,

im sozialen Bereich kenne ich auch unbezahlte Überstunden.

Ich habe vor einigen Jahren beim Caritas eine Schuldnerberatungsstelle geleitet bzw. Erziehungsberatungsstelle.

Überstunden gab es auch, aber ein Teil wurde zumindest in Urlaubstage umgewandelt.

Mein Mann hat auch keine Führungsstelle.

Die hatte er bei seiner letzten Arbeitsstelle, leider wurden 1000 Mitarbeiter entlassen.

Der Lohn ist nicht prall, aber wir kommen auch mit weniger aus.

Wir sind nicht größtenwahnsinnig.

Aber ausnutzen lassen, finden wir auch äußerst unfair.

Beim Einstellungsgespräch hieß es, ab und an eine! Überstunde.

Zumal wir Zuhause in Termindruck kommen.

Am Montag/Dienstag wird mein Mann ein freundliches Gespräch suchen.

Ich werde berichten!

Vielen lieben Dank für Deine Meinung.

LG Petra

Das kommt auf Gehalt und Position an.

Ab erster Führungsebene geht man i.R. heutzutage davon aus, das Überstunden selbstverständlich nicht nicht mehr abgegolten werden. Das selbe gilt bei übertariflicher Bezahlung.

Wems nicht passt, kann sich ja gerne was Neues Suchen

M, die schon Jobs hatte mit regelmäßig Überstunden

Hallo,

das Gehalt ist nicht prall.

Auch nicht Führungsebene.

Mein Mann sucht Montag/Dienstag ein freundliches Gespräch.

Ich werde berichten.

Danke für Deine Meinung.

LG Petra

Hallo
Nein, das würde ich und auch mein Mann nicht akzeptieren. Wir würden uns an den Betriebsrat wenden.

Frechheit

LG
Jelena

Hallo Jelena,

einen Betriebsrat gibt es leider nicht.

Am Montag/Dienstag sucht mein Mann ein freundliches Gespräch.

Ich werde berichten.

Vielen lieben Dank für Deine Meinung.

Petra

hi,

also, in ordung ist das nicht. sollte ihm auf der arbeit was passieren, und die berufsgenossenschaft sieht, daß er zu viele überstunden hatte, kriegt der arbeitgeber mächtig ärger. allerdings ist das auch so ne sache, ob man lieber ohne job dasteht. heutzutage fliegt man zu schnell raus, wenn man seinen mund aufmacht. aber ich würde mal ganz freundlich fragen, was mit den stunden passiert, die über die 20 hinaus gehen. bezahlung oder freizeitausgleich. gibt es einen betriebsrat? also, mal freundlich nachfragen kostet ja nix.
lg
viwi

Hallo Viwi,

leider gibt es keinen Betriebsrat.

<<aber ich würde mal ganz freundlich fragen, was mit den stunden passiert, die über die 20 hinaus gehen. bezahlung oder freizeitausgleich. >>

Genau das hat mein Mann jetzt Montag/Dienstag vor.

Ich werde berichten.

Lieben Dank für Deine Meinung.

Petra

hallo,
das kommt ja immer darauf an wie hoch das bruttogehalt ist. vergessen sollte man auch nicht die gesetzlich vorgeschriebenen pausen und die grenze, nach 10 stunden arbeit ist schluss (wenn ich mich recht erinnere). wenn der arbeitnehmer mehr arbeitet und ihm dann was passiert auf dem heimweg sieht der arbeitgeber ganz schön alt aus.
gruß!
britta

Hallo Britta,

es werden teilweise 14 Stunden gearbeitet.

Oder noch länger.

Mein Mann sucht Montag/Dienstag ein freundliches Gespräch.

Ich werde berichten.

Lieben Dank für Deine Meinung.

Petra

Das ist doch die alte Mär vom Arbeitszeitgesetz.

Welche Firma hält sich denn noch daran?

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Nö, niemals...

Also mein Leben ist mehr wert...

LG

Hallo Alex,

mein Mann sucht Montag/Dienstag ein freundliches Gespräch.

Ich werde berichten.

Lieben Dank für Deine Meinung.

Petra

Hi,

oh, das kenne ich! Ich arbeite in der Werbung und da gelten unbezahlte Überstunden als normal. teilweise habe ich von 9 - 22 Uhr gearbeitet und habe nie eine Überstunde vergütet bekommen. Einmal habe ich auch 2 Tage einfach druchgearbeitet. Dafür konnte man Arzttermine wahrnehmen oder morgens auch mal eine halbe Stunde später kommen. Trotzdem war das nie gerecht.

Momentan suche ich einen neuen Job (bin allein und bin auf Vollzeit angewiesen). Potentielle Arbeitgeber unken rum, weil ich scheinbar nicht kurzfristig unbezahlte Überstunden machen kann.

So viel dazu....:-[

Liebe Grüße!
Juleslorchen

Hallo Juleslorchen,

nein Arzttermine dürfen auch nicht wahrgenommen werden.

Wir mussten privat schon alle wichtigen Termine hin und her schieben bzw. ausfallen lassen.

Mein Mann sucht Montag/Dienstag ein freundliches Gespräch.

Ich werde berichten.

Dir wünsche ich von Herzen viel Glück bei Deiner Jobsuche.

Lieben Dank für Deine Meinung.

Petra

Hallo!

Normalerweise halte ich das nicht für ok. Aber in der heutigen Situation und der Lage des Arbeitsmarktes würde ich so eine Arbeitsweise vorübergehend akzeptieren.

LG
H.

Hallo,

mein Mann sucht Montag/Dienstag ein freundliches Gespräch.

Ich werde berichten.

Lieben Dank für Deine Meinung.

Petra

Wenn ich euch einen Rat geben darf: nie mit Kanonen auf Spatzen schießen, gerade, wenn man einen Job neu hat.

Alles Gute!!
H.

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Huhu,

ja so ähnlich gings mir auch mal, damals kurz nach der Ausbildung.

Damals wollte ich noch unbedingt in meinem erlernten Beruf arbeiten und hatte eine Vollzeitstelle bei einem Rechtsanwalt angetreten.

Nicht nur, das man dort ohnehin mit einem Hungerlohn anfängt, nein...es wurde auch gleich zu Anfang betont das es " hier und da mal zu EINEM Überstündchen kommen KÖNNTE" das dann schon im Lohn mit drin wäre.

Ok, man war jung..man brauchte das Geld *rofl* und war vor allem noch reilich naiv.
Im ersten Monat warens tatsächlich nur 20 Überstunden die nicht bezahlt wurden, im Zweiten dann aber schon 45. Im dritten Monaten kam ich "nur" noch auf 20, weil ich mein Recht zur Kündigung in der Probezeit wahrgenommen habe. Veralbern durfte der lieber jemand anderen, mich nicht.

Bei meiner nächsten Stelle fing es ähnlich an, klar...war ja auch ein Rechtsanwalt, aber da habe ich SOFORT einen Riegel vorgeschoben und ihm klar gemacht das ich mir frei nehmen werde wenn er die Überstunden nicht bezahlen möchte.
Da gings dann auf einmal...komisch.


lg

Andrea

Hallo Andrea,

<< es wurde auch gleich zu Anfang betont das es " hier und da mal zu EINEM Überstündchen kommen KÖNNTE" das dann schon im Lohn mit drin wäre>>

Woher kennen wir das???

Genau das waren die Worte beim Vorstellungs/Einstellungsgespräch.

Mein Mann hat keine Führungsstelle.

Die hatte er bei seiner letzten Arbeitsstelle, leider wurden 1000 Mitarbeiter entlassen.

Der Lohn ist nicht prall, aber wir kommen auch mit weniger aus.

Wir sind nicht größtenwahnsinnig.

Aber ausnutzen lassen???

Private wichtige (Arzt)Termine können nicht mehr wahrgenommen werden.

Mit meinen Arbeitszeiten können wir die vielen Überstunden kaum in Einklang bringen.

Wir haben eine Tochter (6 Jahre).

Guter Rat ist teuer.

Mein Mann sucht Montag/Dienstag ein freundliches Gespräch.

Mist alles.

Ich werde berichten.

Herzlichen Dank für Deine Meinung.

Liebe Grüße

Petra #blume

den chef würde ich mal schöööön melden!

Mein Schwiegersohn arbeitet in einer ähnlichen Firma....Überstunden werden erwartet, nicht bezahlt und sie mit Freizeit abgelten geht nur nach endlosen Querelen. Es wird so erwartet - basta, wenn ihm was nicht passt, kann er ja gehen ! Für einen Familienvater nicht einfach. Betriebsrat gibts keinen.
Und - nicht falsch verstehen - es stehen genug Rußlanddeutsche bei uns Schlange, die die Löhne vollends kaputtmachen. Putzfrauen arbeiten für 5 Euro brutto und die Männer eben auch zu den o.a. Bedingungen......
Ob man sowas akzeptieren soll/kann, steht garnicht zur Debatte, entweder Job - oder keinen.
Gruß Moni

Die Verhältnismäßigkeit stimmt ja überhaupt nicht.

Wir würden das auch nicht mit uns machen lassen!

Ich arbeite (derzeit in Elternzeit) als Köchin und da sind in den letzten Jahren sehr sehr viele Überstunden gefallen.

Normalerweise habe ich die als Freizeitausgleich erhalten; es kam aber auch schon vor, dass ich sie ausbezahlt bekommen habe.

LG

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Im Vertrag steht " Die Firma ist berechtigt, bei dringenden betrieblichen Erfordernissen Überstunden anzuordnen. Bis zu monatlich 20 Überstunden sind im Bruttoarbeitsentgelt enthalten".
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das finde ich okay, wenn das gehalt dazu paßt.


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Laut seiner Kollegen, sind 70-80 unbezahlte Überstunden im Monat dort "normal".
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das entspricht dann aber nicht mehr dem text im vertrag.
mir wäre es zu viel.

nein, kapitalistische Ausbeutung. Wir näheren uns in großen Schritten der Zeit der Industrialisierung zu.
Good-bye Wohlfahrtsstaat, denn so wird er sich nicht mehr lange tragen können.


Aber was bleibt ihm übrig. Schade, daß in Deutschland keine Wahlmöglichkeit mehr besteht und die Chance auf einen Job fast bei 0 liegen.

Du siehst ja hier schon die konträren Meinungen wobei wiederum zu beweisen wäre wie dumm die Menschheit eigendlich ist und sich aubeuten lässt.
Alles wird mit in der heuten Zeit abgetan. Wenn es keinen mehr für den Chef gäbe der für ihn arbeitet dann kann er sich selber in sein Laden stellen für überstunden.
Dann ist nicht mehr Eier schaukeln zuhause bei Frauchen.

Wünsche Euch alles gute

Ehrliche Meinung?

Schnellstens anderen Job suchen!

Parallel dazu nur soviel arbeiten, wie das Arbeitszeitgesetz "erlaubt":

http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/arbzg/gesamt.pdf

Termine (Arzt/Ämter etc.) würde ich wahrnehmen.

Ein (freundliches) Gespräch, wie Du jetzt schon 7x geschrieben hast, würde ich gar nicht erst versuchen, Du schreibst ja selber, dass die anderen AN von 70-80 unbezahlten Überstunden sprechen.

Die sind ja offensichtlich alle schon länger da beschäftigt und tolerieren das Ganze. Wenn man es hochrechnet, so würde ja 1/3 der Arbeitszeit überhaupt nicht vergütet. Für mich ist dies schon strafbar und ich würde das nicht mitmachen.

"Bis zu monatlich 20 Überstunden sind im Bruttoarbeitsentgelt enthalten".


Wenn die restlichen Überstunden bezahlt werden, wo ist dann das Problem?

Laut seiner Kollegen, sind 70-80 unbezahlte Überstunden im Monat dort "normal".

LG

Dann soll Dein Mann sich auf seinen Arbeitsvertrag berufen.

In meiner Firma ist das völlig normal.
Da sind alle Überstunden von jedem mit dem Monatsgehalt abgegolten.

Wem's nicht passt kann ja gehen. Auch DeinMann wird ja nicht gezwungen dort zu arbeiten.

Das beängstigende ist, dass viele der Meinung sind, dass man das mitmachen muss, da man schließlich auf den Job angewiesen sei (spätestens die Kollegen deines Mannes sind ja dieser Meinung).

Und genau da wird das System der Ausbeutung zum Selbstläufer. Da hilft eigentlich nur Solidarität unter den Arbeitnehmern. Aber dazu fehlt den meisten das Rückgrat :-|

Ich würde die Klappe halten, warten bis 6 Monate rum sind wegen dem Kündigungsschutz und dann das Geld oder die Freizeit offensiv einfordern.

80 Überstunden im Monat bedeutet eine unbezahlte Mehrarbeit von 25%. Niemals nie nicht würde ich das tun.

Gruß

manavgat

Der Strategie schließe ich mich an.
Fängt er jetzt sofort an mit der gleichen Diskussion, ist er lediglich den Job los, nach der Probezeit kann er immerhin Geld oder Freizeit mitnehmen für die geleistete Mehrarbeit.

Gruß,

W

Hallo!

Mein Vertrag ist ähnlich, bei mir sind 30 Ueberstunden mit im Brutto abgegolten, da komme ich eigentlich auch locker drauf :-(

Aber das ist okay - mein Gehalt ist gut, die Firma top, der Job mein absoluter Traumberuf. Heutzutage sollte man glücklich sein, einen Job zu haben. Natürlich heisst das nicht, dass man sich auf Biegen und Brechen ausnehmen lassen muss, aber wenn das Brutto stimmt ist doch alles gut.
LG Simone

Es gibt Leute, die arbeiten täglich 15 Stunden, gehen mit über 600 unbezahlte Überstunden aus dem Jahr und verdienen nicht einmal 1000 € im Monat...ja ja ja...das gibt es...

Also...ich finde es nicht i.O. aber heutzutage schon fast normal!

Leider schaffe ich es heute nicht mehr, allen zu antworten.

Ich hatte noch vergessen zu schreiben, dass mein Mann auch Samstag/Sonntag meistens arbeiten muss.

Obwohl im Arbeitsvertrag Montag-Freitag steht.

Wenn alle Kollegen zusammenhalten würden, müsste der Chef sich eine Lösung für die vielen unbezahlten Überstunden überlegen.

Er könnte nicht alle Mitarbeiter kündigen und kurzfristig ersetzen. Da würde er ernsthafte Lieferprobleme bekommen.

Alle Mitarbeiter meckern und maulen, sie bekommen privat auch nichts mehr geregelt.

Seit Monaten.

Aber wie es aussieht, wird mein Mann alleine dastehen.

Sie rechnen damit, dass der Chef "an die Decke" gehen wird.

Ist er Gott??? So langsam ist es nicht mehr zu fassen.

Ich hoffe, sie haben unrecht und wir finden eine Lösung.

Danke an alle.

Ich werde berichten.

Petra






Die Lösung wird sein, dass der Chef sich von Deinem Mann noch in der Probezeit trennt. Warum wartet Ihr nicht, bis die Zeit rum ist?

Grüße
Uwe

Hallo,

nein, dass würde ich nicht akzeptieren.

Das ein Teil der Überstunden mit dem Gehalt abgegolten ist, ist üblich. In Führungspositionen sind oft sogar sämtliche Überstunden mit der Gehaltszahlung ausgeglichen.
Wenn im Vertrag aber nur 20 Überstunden erwähnt sind und erheblich mehr gemacht werden müssen, dann erwarte ich dafür Bezahlung oder Freizeitausgleich.

Alternativ wäre ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Heißt, ich mache ohne Murren Überstunden, erwarte aber auch Stillschweigen, wenn ich mal früher gehe oder etwas später erscheine. So kenne ich das von meinen Arbeitgebern.

Gruß
Sassi