Rechtsfrage

    • (1) 12.08.10 - 09:18

      Hallo,

      vielleicht kennt sich hier ja der / die eine oder andere aus.
      Folgende Situation:

      Ein Kindsvater klagt beim Familiengericht auf Umgang. Da er kein Geld hat, bewilligt man ihm PKH (wobei das beim Familiengericht neuerdings anders heißt, ich weiß leider nicht mehr wie #hicks). Mitten im Verfahren hat er auf einmal keinen Anwalt mehr, da er dessen Rechnungen (von vor dem Verfahren) nicht bezahlt hat. Der Anwalt ist zwar glaube ich weiterhin verpflichtet, ihn vor Gericht zu vertreten, mehr aber auch nicht.

      Das Gericht versucht mehrfach, den Kindsvater bezüglich des weiteren Verfahrens zu erreichen (schriftlich und mündlich) jedoch ohne Erfolg.
      Letzten Endes lässt er durch Dritte ausrichten, dass er seinen Antrag zurückziehen will, weil ihm das alles zu viel wird.

      Es gibt nun nochmal einen Termin bei Gericht zur Erörterung der Sachlage mit beiden Parteien (also Kindsvater und Kindsmutter).

      Nun meine Frage: Der Kindsmutter sind ja durch den Prozess (läuft seit ca. 6 Monaten) nicht unerhebliche Kosten entstanden. Wenn der Kindsvater sich jetzt überlegt, seinen Antrag zurückzuziehen, kann die Kindsmutter dann ihre Kosten geltend machen? Und muss der Kindsvater die PKH zurückzahlen?

      Ich hoffe, das war nicht zu wirr #schein

      LG und danke schonmal

      Dani

      • (2) 12.08.10 - 10:35

        Hallo Dani,

        ich bin kein Anwalt und hab auch nichts in der Richtung gelernt, von daher kan ich Dir nur sagen, wie das bei uns war.

        Da handelte es sich aber nicht um eine Familiengerichtssache sondern um eine Sache im Mietrecht. Aber: Der Antrag wurde von der Gegenpartei ebenfalls zurückgezogen. Somit musste er seinen Anwalt komplett alleine zahlen (ohne PKH!). Wir hatten allerdings keinen Anwalt, somit weiß ich nicht recht, wie es sich da verhält. Aber rein theoretisch würde ich sagen "Ja, Du kannst diese Kosten geltend machen!" (Natürlich ohne Gewähr!!!) Würde es definitiv versuchen.

        Nur, wenn der Vater eh kein Geld hat hast Du da wahrscheinlich schlechte Karten...

        LG Isa

        Deine eigenen Worte: "Da er kein Geld hat"


        Geltend machen kann man vieles, ob es aber irgendwann zu Geld wird..........

      Warum hat er denn überhaupt auf Umgang geklagt/klagen müssen?

      • Er hat vor 7 Jahren jeglichen Kontakt zu seinem Kind abgebrochen. Hat nie gezahlt, keine Karte geschrieben, kein Anruf. Ach ja, er wusste, wo wir wohnen da er mich monatelang belästigt hat...
        Als er gehört hat, dass ich geheiratet habe und mein Mann mein Kind gern adoptieren möchte, hat er auf Umgang geklagt.
        Als wir zu diversen Beratungsstellen mussten und man ihm da gesagt hat, was das jetzt für eine Verantwortung ist, wenn der Umgang nach so langer Zeit wieder zustande kommt war ihm das zu viel und so hätte er sich das ja nicht vorgestellt und er will den Antrag nun zurückziehen...

        Noch Fragen?

        • Aus dem Ausgangsbeitrag war nur zu entnehmen, dass er die Klage aus Kostengründen nicht weiterverfolgt. Nicht das er ihm der Umgang zu viel ist.

          Und Klage auf Umgang bedeutet, dass Du keinen freiwillig gewährst.

          Und dafür muss normalerweise deutlich mehr vorgefallen sein als nur nicht gekümmert.

          Ist da die Frage warum man auf etwas klagen muss was normalerweise selbstverständlich sein sollte verkehrt?

          • Nein, sorry wenn das so rüberkam.

            Aber er hat sich 7 (SIEBEN!!!) Jahre nicht gekümmert obwohl er nur 2 km entfernt gewohnt hat. Ich muss dazu sagen, dass er sich auch vorher nicht gekümmert hat, der Grund für die Trennung. Er hatte alles im Kopf, nur nie seine Familie.

            Als mein Mann meine Tochter adoptieren wollte, hat er auf einmal Umgang gefordert (oder besser sein Anwalt). Natürlich habe ich nicht zugestimmt. Meine Tochter kennt ihn gar nicht mehr und er hat die Forderung nur abgegeben, damit er die Adoption ausschließen kann...

            Beim ersten Gerichtstermin kam dann raus, dass er gedacht hat, er bekommt das Kind einfach mal wenn er gern möchte ohne, dass er damit eine regelmäßig Verpflichtung eingeht #aerger

            Es folgten Gespräche bei Beratungsstellen und ihm wurde nahegelegt, seiner Tochter einen Brief zu schreiben. Da hat er abgelehnt weil es "Kinderkacke" wäre...

            Er sollte ihr von da an auch regelmäßig Geburtstags- und Weihnachtskarten schicken. Hat er nicht getan und dann vor Gericht gesagt, er hätte es einfach vergessen...

            Er muss ja zu dem Prozess nix zahlen weil er PKH bekommen hat. Es wäre auch alles weitergelaufen, da sein Anwalt ihn weiter vertreten MUSS ob er will oder nicht. Aber er meinte jetzt, ihm wäre das alles zu viel und er bräuchte seine alte Ruhe wieder #aerger

            Ich hoffe, du verstehst jetzt ein wenig, warum ich so aufgebracht bin.
            Meine Tochter ist sehr sensible und die Befragungen haben ihr echt ganz schön zu schaffen gemacht. Er hat eine Lawine losgetreten und nun fällt ihm ein, dass es ihm zu viel Arbeit ist... Da fehlen mir die Worte, ehrlich...

            Ausschlaggeben für die Rücknahme des Antrages waren die Worte von der Dame in der Beratungsstelle, dass er den Umgang dann auf jedem Fall regelmäßig wahrnehmen muss. Waaaaas? War seine Antwort... Und dann wurde der Antrag zurückgezogen.

            LG

            Dani

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