Ehrenamtliche Tätigkeiten - macht ihr was?

    • (1) 26.09.10 - 13:46

      Hallöchen,

      ich wollte mich mal umhören, ob und wo ihr ehrenamtlich "beschäftigt" seid?!

      Ich frage deshalb, weil ich eigentlich gar nicht so recht weiß, was man ehrenamtlich überhaupt alles machen kann...
      Mir schwebt etwas mit älteren Leuten vor, aber wie sieht so eine Tätigkeit aus, wenn man sozusagen nicht vom Fach ist und wohin wendet man sich??

      Hoffe, ihr habt mein Anliegen verstanden #gruebel.

      Viele Grüße

      Verena

      • Hallo Verena!

        Ich war bis zur Geburt meiner Tochter ehrenamtlich im DRK tätig. Hauptsächlich Sanitätsdienste und Notfalleinsätze.
        In den meisten DRK-Ortsvereinen gibt es aber auch eine Sozialarbeit. Bei uns wurde da für Senioren ein Mittagstisch angeboten, wöchentliche Fahrten ins Thermalbad, Frühstückstreff und Ausflüge.
        Da werden immer Leute gesucht die mithelfen. (Auch bei den Johannitern oder Maltesern oder AWO)

        Oder du gehst in ein Altersheim und bietest der Leitung an Lesenachmittage zu veranstalten. Das Pflegepersonal ist leider immer sehr knapp besetzt und können die alten Leutchen nicht so wie sie es gerne würden unterhalten.

        Du kannst aber auch in eurem Gemeindeblatt inserieren dass du dich als Einkaufshilfe anbietest.

        Mir hat das Ehrenamt viel Spass gemacht und wenn meine Tochter größer ist werde ich auch wieder eines belegen.

        LG Little

        PS: Finde es toll dass du gerne älteren Herrschaften helfen willst, genau die werden leider von der Gesellschaft oft vergessen.

          Ich habe eine Erste-Hilfe-Kurs und danach einen Sanitäter-Kurs gemacht. Wurde beises vom DRK bezahlt.
          Der Erste-Hilfe-Kurs ging über ein Wochenende.
          Der San-Kurs eine ganze Woche mit theoretischer und praktischer Prüfung und integriertem Kurs in Frühdefibrillation.
          Später habe ich noch einen weiteren Kurs zum "Helfer vor Ort" gemacht.
          Natürlich hatten wir auch noch ständige Trainings.

          Als Helfer vor Ort (manche nennen es auch First Responder) bekommst du eine Notfallausrüstung und einen Alarm-Melder. Wenn dann in deinem Ort ein Notruf abgesetzt wird, wirst du zeitgleich mit dem Rettungsdienst alamiert und fährst zu dem Einsatzort um die Erstversorgung zu übernehmen bis der Rettungsdienst selbst eintrifft. Da das manchmal bis zu 15 Minuten dauern kann, haben gerade Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder stark blutenden Wunden eine viel höhere Überlebenschance.

          LG Little

    Hallo,

    ich war ehrenamtlich tätig
    Schulpflegschaft und Schulförderverein
    kfd Vorstand (kath. Frauengemeinschaft Deutschland) unserer Gemeinde
    Liturgiekreis
    Pfarrgemeinderat

    Vieles lief damals parallel. Doch nach und nach habe ich das alles auf Eis gelegt und nur noch PGR gemacht, denn das hatte irgendwann nicht mehr den Charakter von Ehrnamt, sondern immer mehr von einem 30 Wochenstunden Job, wenn man wirklich gewissenhaft seine Dinge machte.

    Das tat mir nicht mehr gut und nun mache im Moment gar nichts mehr. Irgendwie Gott sei Dank, andererseits fehlt mir langsam auch etwas. Aber ich habe Angst, dass auf Grund zu weniger Mitstreiter, auch das nächste Ehrenamt wieder in eine 30StundenWoche ausartet...
    Und wenn man erst mal wieder drin ist - so schnell kommt man da auch nicht wieder raus.

    • An so viele Ämter hab ich auch gar nicht gedacht ;-).
      Viele ältere Menschen haben ja niemanden mehr, und ich dachte, ein paar Stündchen die Woche kann ich zumindest Ansprechpartner für was auch immer sein.

      Ich habe ja auch noch meine Arbeit und die Familie.
      Meinst du, das ist vereinbar?

(10) 26.09.10 - 14:18

Da wir uns beruflich schon genug mit Menschen rumärgern machen wir uns im Tierschutz nützlich!

LG

  • (11) 26.09.10 - 14:45

    Ja, das macht meine Mutter auch...
    Bis jetzt musste ich mich noch nicht soviel rumärgern, dass ich noch an das Menschliche im Menschen glaube. Ööööh, war das verständlich #kratz ;-)

(12) 26.09.10 - 14:30

Liebe Verena,

hach, da sprichst Du was an..

ich habe früher eine Zeitlang ehrenamtlich gearbeitet und vermisse das so sehr :-( leider kann ich das nicht mehr machen, weil ich für Geld arbeiten muss.

Als ich noch die Möglichkeit hatte, ehrenamtlich tätig zu sein, war ich in der Kinder-Klinik-Seelsorge. Dort haben wir kranke Kinder im Krankenhaus betreut, die so vernachlässigt waren, dass sie keinen Besuch bekamen.

Oder deren Eltern so viele Kinder hatten, oder selber krank waren und sich nicht kümmern konnten.

Dann haben wir auf der Neugeborenen-Intensivstation die Geschwisterkinder betreut, während die Mamas ihre Frühchen besucht haben. Wir haben den Geschwistern geholfen, das zu verarbeiten und durch die Scheibe ihr Geschwisterchen gezeigt und ihnen auch erklärt, wenn es dem Brüderchen oder Schwesterchen schlechter ging. Oder ganz, ganz schlecht ging.

Ich habe diese Arbeit von Herzen gern gemacht. Wir waren eine Gruppe von 12 Frauen und haben uns regelmäßig abends noch zum Austausch getroffen und wurden auch psychologisch weitergebildet für diese Aufgabe.

Den Job, den ich jetzt mache, mache ich für Geld. Er macht mir Spaß, ich habe nette Kollegen, er versorgt mich. Aber: er gibt meinem Herzen nichts :-(

Ich bin ganz traurig, wenn ich daran denke, dass ich in der Zeit, wo ich arbeite, bei den Kindern im Klinikum sitzen könnte und mit Handpuppen spielen könnte oder vorlesen könnte oder Tränen trocknen.


Wenn Du gerne was mit älteren Leuten machst: es gibt bei den Klinikseelsorgern auch Bedarf für Menschen, die alte Leute besuchen. Gerade alte Menschen werden sehr oft von ihren angehörigen im Krankenhaus nicht besucht. Oder im Altenheim.

ich wünsche Dir, dass Du etwas findest, was Dich glücklich macht.

#herzlich

liki

  • (13) 26.09.10 - 14:42

    Hi Liki,

    danke für deine liebe Antwort :-).

    Warst du damals komplett daheim, als du das Ehrenamt ausübtest?
    Ich bin halbtags beschäftigt und weiß nicht, ob das alles so miteinander vereinbar ist. Auch mit nem Kleinkind.

    Es geht mir genauso: Ich habe eine Arbeit, die mir Spaß macht und mir Geld verschafft. Aber ich habe kaum Personenkontakt, ausser mit den Kollegen.....und mir fehlt eine Tätigkeit, die mir Zufriedenheit verschafft.
    Wenn ich älteren Menschen ein Gesprächspartner oder eine Hilfe sein kann, tut es beiden Seiten richtig gut.


    • (14) 26.09.10 - 14:45

      Hi, ja, ich war damals komplett daheim.

      Jetzt bin ich zwar auch nur teilzeit beschäftigt, aber habe relativ lange Anfahrten und die auch noch in einer anderen Richtung als das Krankenhaus, in dem ich gearbeitet habe. Die Nachmittage, die dann bleiben, brauch ich für Kinder, Hund, meinen alten Vater und mich.

      Trotzdem: die seelische Komponente, die einem so ein Ehrenamt gibt, ist unbezahlbar.

      Liebe Grüße!

Hallo Verena


Ich bin bei der Feuerwehr tätig ehrenamtlich im Rettungsdienst und fahre 2x die woche Ehrenamtlich noch Schulbus(behinderte Kinder)

Früher war ich noch ehrenamtliche helferin im altersheim(neben meiner stelle dort) und bin mit den Bewohnern spazieren gegangen.


In der nachbarschaftshilfe bin ich auch noch#schwitz also hab ich genügend zu tun*g*


Geh mal zu einem Altenheim bei euch und frag mal nach. Oder wende dich an die Caritas... Wenn du einen hund zb hast kannst ud auch 1-2x die woche ins Altenheim gehen. Ältere Menschen lieben Tiere oder einen zahmen hasen:-)


Lg Kleinemaus

(16) 26.09.10 - 15:41

Hallo Verena!!!

Meine Schwiegermutter in Spe macht ehrenamtliche Hospizarbeit. Sie hat selber Ihren Mann vor 6 jahren verloren im Alter von 51 Jahren und nun meinte Sie das Sie was gutes tuen müsse. Sie hat Ihre Aufagbe darin gefunden :-).

Sie hat sich damals zu Kursen an der Uniklinik angemeldet und musste regelmässig an Kursen teilnehmen. Die Teilnehmer kamen alle aus unterschiedlichen Bereichen vom Schuhverkäufer bis Pc Programmierer. also es gibt immer möglichkeiten auch als Quereinsteiger!!!

Lg Joschi

Ich bin ehrenamtlich bei der Arche, dem Kinder- und Jugendhilfswerk tätig. Essensausgabe, Betreuung, Ausflugbegleitung usw. mache ich dort. Nebenbei geh ich 50% arbeiten, mache mein Abitur nach und habe ein 4 und 6jähriges Kind.
Am besten wendest Du dich an eine Organisation die eben das macht was Dir vorschwebt.

Liebe Grüße und alles Gute!
Sabrina

(18) 26.09.10 - 19:17

Ich hab ganz verschiedene Sachen gemacht:

Kindergottesdienstkreis,
Übungsleiterin (aber gegen "Aufwandsentschädigung") und in dem Zusammenhang auch Jugendleitung auf Diözesanebene,
Missionsarbeitskreis,
Blockflötenunterricht,
Kommunion- und Firmvorbereitung

Ich würde einfach mal beim nahegelegenen Seniorenheim oder bei der Tagesbetreuung anfragen, wenn es in die Richtung gehen soll. Es werden immer Leute gesucht, die mit den Senioren spazieren gehen, Zeitung lesen, rätseln etc.
Vielleicht gibt es auch sowas wie eine Ehrenamtlichen-Einsatzzentrale bei Euch. In größeren Städten gibts sowas.
Ansonsten: Kirchengemeinden.

Ich leite mit einer Bekannten ehrenamtlich eine Jugendrotkreuzgruppe.

LG Steffi

(20) 26.09.10 - 20:38

Hallo!

Bei uns gibt es sogenannte Vorlesepaten.

Hier ein Link:

http://www.dueren.de/kultur-freizeit/kultur/stadtbuecherei/bibliothek-a-z/lesefoerderung/projekt-vorlesen-macht-spass-vorlesepaten-gesucht/

Vielleicht wäre das etwas für dich. Gibt es bei Euch vielleicht auch.

Ich finde es toll, daß du dich ehrenamtlich betätigen willst.

Ein wichtige Aufgabe, zu der heute leider immer weniger bereit sind.
(Teilweise verstehe ich es auch, da es oft sehr undankbar ist).

Gruß

Susanne

Hallo Verena,


ich finde es immer gut, wenn man sich ehrenamtlich engagieren möchte, aber ich möchte doch einen Punkt ansprechen, den viele dabei vergessen.

Wenn du dich nach einer Möglichkeit umsiehst, achte darauf, dass du eine professionelle Betreuung bekommst. Das Ehrenamt bringt neben den vielen positiven Erfahrungen auch negative Eindrücke mit sich. Und da du eben kein Profi bist, ist es wichtig, dass da jemand ist, der dich auffangen kann.
Das klingt jetzt dramatisch, aber es ist eben Realität, dass man sich bewusst sein muss, das die Welt nicht nur roasrot ist.

Wenn du als Beispiel Senioren betreust, solltest du dich auch mit dem Tod auseinander setzen. Das vergisst man gerne und um so mehr schockt es einen, wenn ein Mensch nicht mehr da ist.

Oder bei Kindern und Jugendlichen sollte man sich klar darüber sein, dass nicht jede Familie super ist. Du kommst zwangsläufig mit den Schattenseiten der Gesellschaft in Kontakt und das verkraftet nicht jeder.

Das soll dich jetzt aber bitte nicht abhalten, denn das Ehrenamt ist in unserer Gesellschaft wichtig. Nur achte genau darauf, was du vertragen kannst, dann wirst du viele schöne Erfahrungen machen.

Geh einfach zur deinem örtlichen Pfarrer, zum Altenheim oder anderen caritativen Einrichtungen, die helfen dir gerne weiter.
Und was du dann da als Laie machen kannst ist schnell gesagt, einfach für die Menschen da sein und offen auf alle zugehen. Der Rest kommt dann von allein.

Wünsche dir alles Gute.
Meike

Hi Verena,
ich arbeite neben meiner Berufstätigkeit in zwei Ehrenämtern:
1. Deutschförderung/Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund
2. Vorstandsarbeit in einem Verein
Hier kannst du dich über ehrenamtliche Arbeit in deiner Umgebung gezielt informieren:
http://diegesellschafter.de/index.php?z1=1285584137&z2=61cf7eb4dab0892786e21501c45bc59a&;

LG
Mariella

Hallo Verena!!!

Ich kann Deine Gedanken voll und ganz verstehen. Ich bin in der 17. SSW und mir fällt zur Zeit die Decke auf den Kopf. Ich gehe arbeiten und bin dann den ganzen nachmittag und abend alleine, da ich meistens nur noch Frühschicht habe. Mein Schatz und ich führen leider noch eine Fernbeziehung. Freunde, die ich regelmäßig treffe, hab ich leider auch nicht. Ich sitze grad öfter da und überlege was ich machen könnte. Ich würde gerne mit älteren Leuten spazieren oder einkaufen gehen. Aber soll ich mir das wirklich "antun"?? Sollte doch jetzt eigentlich auf meine eigene Gesundheit achten und ich weiß ja nicht ob ich während der ganzen SS so fit bin. Dann ist es für die alten Leutchen ja auch schade, wenn ich sie nimmer besuchen kann und so. Oder sind das im Moment nur meine Hormone und Gefühle die sich umstellen?? Hab schon gehört, dass das bei Schwangeren normal sein kann. Ne Freundin von mir wollte während ihrer SS auch immer jeden behüten und so. Ich wohne in einem kleinen Block und hier gibt es auch ein älteres Päärchen. Hab schon überlegt ob ich sie mal anspreche ob sie Hilfe brauchen, grad jetzt wo der Winter kommt und so?? Aber ich seh sie irgendwie nie und klingel ist ja auch blöd, oder?? Ausserdem hab ich noch ein schlechtes Gewissen. Vor ein paar Monaten sind sie vor mir und meinem Freund ganz langsam die Treppe hoch gegangen. Hab in dem Moment nicht kapiert, dass der Aufzug kaputt war und der Mann muss wohl echt Probleme mitm Laufen gehabt haben. Tage später hab ich die Frau nochmal getroffen und sie sagte mir ihr Mann tat ihr so leid, weil der blöde Aufzug kaputt war und für ihn Treppen so schwer sind. Jetzt, Monate später kommt mein schlechtes Gewissen, weil ich in dem Moment nicht geschalten habe.
Sorry für mein ganzes bla bla bla.
Viel zu viele Gedanken, aber vielleicht versteht mich ja jemand. ;-)

glg, Steffi

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