Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen?

    • (1) 28.11.10 - 14:20

      Hallo,

      in einem anderen Beitrag weiter unten schrieben einige, dass Dinge, die man nicht kennt, nicht vermisst werden.
      Darüber denke ich schon die ganze Zeit nach - denn vermisst man nicht oft Dinge, die man nicht kennt?
      Als Beispiel könnte man z.B. Fernweh nehmen, aber auch unseren Drang, nach anderen Lebenskulturen im All zu suchen.
      Auch ein Blinder vermisst das Sehen, der Gelähmte das Laufen, etc.
      Ein Kind in schwieriger familiärer Situation vermisst eine liebevolle Familie, das behütete Kind die Freiheit.
      Sehe ich das jetzt falsch?
      Mein Mann ist ohne Weihnachten groß geworden und ohne Geburtstagsfeiern, er erzählte mir immer, daß er nichts vermisst hätte.
      Aber jetzt, wo er den Zauber bei den eigenen Kindern sieht, da vermisst er es sehr, die schönen Gefühle und die Spannung selbst erlebt zu haben, die z.B. die Adventszeit begleiten.
      Also, muß man Dinge kennen, um sie zu vermissen?

      Fragende Grüße#winke

      • Hallo,

        natürlich muss man etwas kennen (nicht iSv von eigenen erfahrung machen), um es zu vermissen. Ich werde das Land China hinsichtlich fernweh nur dann vermissen, wenn ich weiß, dass es dieses Land gibt. Ein Blinder vermisst nur deswegen das Sehen, weil er weiß, dass andere sehen können.
        Dein Mann hat solange nichts vermisst, bis er am eigenen Leib kennenlernen durfte, wie schön es für sein Kind ist, Weihnachten und geburtstage und sowas zu feiern. ein Kind aus einer schwierigen familie sieht doch, wie es woanders läuft. Wer immer nur Schläge bekommt und nichtts anderes kennt, hält Schläge doch für völlig normal. Wenn ich weiß, dass andere auch mal gelobt werden, dann vermisse ich das.

        vg, m.

        • Aber die Menschen haben früher China nicht gekannt, sie kannten nichts und hatten trotzdem Fernweh und sind einfach losgesegelt...
          Kein Mensch kennt Gott, aber viele hoffen auf ihn und "vermissen" seine Zuwendung.
          Ich kenne keine automatische Putzmaschine, die echt alles selbstständig macht - aber vermissen tue ich sie jeden Tag und das sogar mehrmals.

          Klar, das ist alles weit hergeholt - aber die These "Was man nicht kennt, vermisst man nicht" scheint doch trotzdem einige Widersprüche zu beinhalten...

          #blume trotzdem danke!

          • Ich denke, was du da beschreibst ist nicht vermissen in dem Sinne einen Mangel zu empfinden.

            Der Drang fremde Länder zu entdecken oder an Gott zu glauben entspringt eher einem Wunsch, einer Sehnsucht, die meiner Meinung nach natürlich durch eine gewisse Unzufriedenheiit ausgelöst wird.

            Möglicherweise geht es aber auch nur darum eine Theorie (wie, dass die Erde rund ist) zu belegen, Neugier zu befriedigen oder weil man Angst vor dem Tod hat (wohl der häufigste Grund religiös zu sein).

            Aber Vermissen, wie ein Kind Eltern vermisst oder man seine Heimatstadt vermisst hat mit den von Dir genannten Beispielen in meinen Augen wenig zu tun.

            Gruß
            f

      (5) 28.11.10 - 15:39

      Hallo,

      ich denke, sobald Gefühle im Spiel sind, kann man auch etwas vermissen, ohne es zu kennen.
      Wie beim Beispiel Fernweh:
      Man stellt sich vor, es gibt noch etwas anderes außer die altbekannte, langweilige Umgebung.
      Und die vermisst man dann, auch ohne sie zu kennen, nur durch die Vorstellungskraft eben.
      Obwohl, ich sollte das eher Sehnsucht nennen.

      Der Blinde, der das Sehen vermisst.. ich bin nicht blind, von daher fällt es mir da schwer mich einzufühlen, ob man das wirklich vermissen kann, schließlich kann man das (im Gegensatz zum Fernweh) nicht ändern.
      Bei dem Weihnachtsbeispiel kann ich jetzt mal gut mitreden, wir feiern das nämlich auch nicht.
      Und ich vermisse es nicht, man könnte es wie gerade schon erwähnt eher mit Sehnsucht beschreiben.
      Ich weiß, wie es bei anderen abläuft, weiß auch, mir fehlt etwas, aber konkret etwas vermissen.. ich hab ja keine Erinnerungen daran.

      Also, kurz gefasst:
      Man kann Gefühle schon vermissen, Liebe als Beispiel.
      Man spürt ja einfach, dass es das gibt.
      Grundsätzlich denke ich aber, dass man zum wirklichen Vermissen Erinnerungen (oder eine sehr konkrete Vorstellung) braucht, sonst würde ich es eher Sehnsucht nennen.
      Nur schwierig, da die Grenze zu ziehen ;-).

      Liebe Grüße,

      (6) 29.11.10 - 08:36

      hallo,

      ich glaub schon

      sehnsucht nach dem unbekannten das kenn ich

      sehnsucht nach fremden ländern


      aber etwas vermissen kann man nur was man schon gehabt hat

      find ich

      liebe grüße manja die plätzchen vermisst

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