Horten oder entrümpeln??? Umfrage...

    • (1) 08.04.11 - 09:35

      Hallo miteinander,

      angeregt durch eine Diskussion im Kleinkindforum was man mit den Milchzähnen machen sollte (ich war für "entsorgen" war auf kein Verständnis stieß) habe ich mich gefragt wie es bei anderen wohl so aussieht.

      Ich habe gern schne Dinge um mich, Ordnung finde ich auch sehr angenehm aber wenn es darum geht sich von etwas zu trennen bin ich durchaus emotionslos. Ich ahbe viele schöne Erinnerungen im Kopf und im Herzen und wenn ich etwas wirklich nur ungern hergebe sind es Fotografien aber sonst...

      Ich habe weder die ersten Schuhe meines Großen aufgehoben (die hat die Kleine durchgehuddelt) noch die Nabelschnurklemme meienr Kinder (so wie meine Freundin). Auch die Krankenhausarmbändchen habe ich entsorgt und ich bin sehr sicher dass meine Kinder auch ohne diese "elementaren" Dinge glückliche Menschen werden. Fragt wirklich ein 20 jähriger "Mama, wo ist eigentlich mein erstes Paar Söckchen geblieben?"...ich glaube kaum.

      Mein Mann hat seit wir uns kennen (inzwischen 18 Jahre) einen Koffer mit Fotos von seiner Amerikareise von 1987. Ich habe noch nie eines der Bilder (Dias) gesehen, inzwischen haben wir nicht mal mehr einen Diaprojektor aber...der Koffer wird mitgeschleppt (wir haben das schon etliche Male diskutiert...). In den letzten 7 Jahren sind wir 5mal umgezogen aber glaubt ihr er trennt sich von sienen Steppschuhen die er vor 19 Jahren das letzte mal trug!?

      Mein Großvater kam aus Königsberg und war dort Gründer und Inhaber einer Privatbank. Bis zum Schluss hat er nicht verwunden, dass er im Krieg sein Haus dort verloren hat. Er hat sich nach dem Krieg eine großartige Existenz und auch sein Geschäft wieder aufgebaut, ein neues Haus gebaut, fünf Kinder mit meiner Großmutter großgezogen aber dass er all seinen Besitz im Krieg verloren hat das hat ihn bis zum Schluss beschäftigt. Er starb als ich 18 war und ich weiß noch dass ich dachte, dass ich niemals an materiellem so hängen möchte, dass es mir schwerfällt bei Verlust, mein Leben weiter zu genießen. Und ja, natürlich hat er im Krieg sicher schreckliches erlebt aber der nähere Familienkreis (seine Eltern, Kinder, Geschwister, Onkel, Tanten etc) haben den Krieg im ausland sehr gut und ohne Verluste von Menschenleben überstanden im Gegensatz zu vielen, vielen anderen Familien.

      Mich interessiert: wie sieht es bei euch aus, seid ihr Hamsterer oder Wegwerfer, was hebt ihr auf und warum?

      Neugierige Grüße dm

      • Ich mag die Ordnung. Aber was hat das Erinnerung-aufheben mit Unordnung zu tun? Wir sind doch deshalb keine Messis.

        Wir zum Beispiel haben noch die ersten Schuhe u. den ersten Strampler (Gr.47) von unserem Kind. Wieso sollte ich die weg tun? Ich bin zwar nicht der Bussi-auf-Bauchi-Typ, aber es ist doch schon Wahnsinn, diese kleine Sachen zu sehen. Jetzt trägt er Gr.140.

        Die Nabelschnurklemme hab ich nicht mehr, da unser Kind das ganze Bimbam damals in eine volle Hose verloren hat. Bääääh!

        Die Milchzähne hab ich noch. Warum ich die allerdings aufhebe, kann ich nicht sagen.

        Wir haben auch die Herzschrittmacherkabel aufgehoben von der 1. Herz-Op unseres Sohnes.

        Es gibt aber auch Dinge, da bin ich auch emotionslos. Klamotten, die schon ewig im Schrank verstauben o. auch andere Dinge, die ewige Zeit keiner anschaut...

        • Ja, aber genau das ist der Punkt der mich interessiert: warum werden Dinge aufgehoben die eigentlich wirklich keinen Wert haben, nicht gebraucht werden und die mit Ereignissen verknüpft sind die doch durch Erinnerung eigentlich verankert sind?

          Mein Vater hat sein erstes Fahrrad im Keller stehen gehabt bis er 55 Jahre alt war und das letzte Mal war er mit 30 darauf gefahren. Warum?

          Ich möchte es wirklcih verstehen denn dann bin ich vielelicht entspannter in der Diskussion mit meinem Mann...

          • Hab grad Theas Beitrag gelesen. Da ist mir der beste Punkt eingefallen, warum ich z. B. auch Bilder aufgehoben habe, die unser Sohn gemalt hat:


            Er hatte vor knapp 2 Jahren einen Schlaganfall. Er wird nun wohl NIE wieder so mit Stift etc. umgehen können, wie er es konnte. Die Bilder hängen hier bei mir in der Küche, an der Wohnungstür (von innen)...
            DAVON WILL, KANN UND WERDE ICH MICH NICHT TRENNEN.





            Muss grad #heul

      • Hi,

        "warum werden Dinge aufgehoben die eigentlich wirklich keinen Wert haben, nicht gebraucht werden und die mit Ereignissen verknüpft sind die doch durch Erinnerung eigentlich verankert sind?"

        Ganz einfach: weil manche Erinnerungen im Laufe der Jahre verloren gehen (können), weil es schön ist seinem Kind Dinge zeigen zu können, die vielleicht die Oma schon hatte, weil man Dinge einfach vergisst ohne es zu wollen - sich aber an Situationen erinnert, wenn man Gegenstände aus der Zeit in der Hand hält, etc.

        Beispiel:
        Mein Schnuffi (ein Kuschelhund mit langen Schlappohren) ist mittlerweile 36 Jahre alt und hat "Narben" an den Ohren. Diese bekam er in einem Urlaub, den ich mit meinen Eltern an der Nordsee gemacht habe. Viele Erinnerungen an diesen Urlaub habe ich nicht mehr, aber jedesmal wenn ich die "Narben" sehe, muss ich an Maggie, den kleinen Welpen denken, der meinem Schnuffi diese in einem unbeobachteten Moment vor fast 27 Jahren "zugefügt" hat, weil ihr langweilig war. Ich erinnere mich auch an eine Bild, dass ich von Maggie gemalt habe (ein kleiner schwarz-roter Wuschelwelpe) und welches lange Zeit bei uns in der Küche hing. Ohne meinen Schnuffi hätte ich viel Details sicherlich schon vergessen.

        So oder ähnlich geht es mir mit anderen Sachen auch.

        Gruß
        Kim

        Erinnerungen verblassen und durch aufgehobene Dinge hat man die Möglichkeit mit mehreren Sinnen diese Erinnerung aufzufrischen.

        Dein Beispiel der Fotos.
        Warum hebst du Fotos auf? Im Grunde ist es nichts anderes als Erinnerungen wieder etwas farbiger aufleben zu lassen.

        LG,belala

Ich gestehe, das ich Erinnerungen in Form von Armbändchen und Co. toll finde.

Weiterhin nehme ich mir auch ernsthaft immer vor es aufzuheben. Aber ich bin der Mensch nicht dazu.

Ich habe wahnsinnig viele Fotografien, aus jedem Alter meiner Tochter, die hübschesten Bilder, die man sich denken kann...Album, Text dazu? wohlmöglich mit Geburtsbild und Armbändchen? Mhh. Bin ich nicht der Typ für.

Ich besitze das Armbändchen nicht mehr, die ersten Schuhe nicht, die erste abgeschnittene Haarsträhne nicht....

Aber eine Menge Erinnerungen im Kopf und in Form von Fotos!

Ich nahm mir auch mal "fest vor" tolle "erste" Zeichnungen aufzuheben. Tät ich das und würds nicht heimlich entsorgen, bräuchte ich einen 2. Keller, einen Anbau, sowie dutzende Heftklammern um sie wenigstens halbwegs zu ordnen.

Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht.

Ich schmeiss aber auch sonst Sachen eher leichter weg, als doll dran zu hängen.

hallo,

ich bin ein entrümpelungsfan, allerdings hänge ich emotional an einigen kleinigkeiten.
dazu zählen besagte milchzähne (vom sohn, die tochter ist noch nicht so weit), die taufkleidung der kinder, die neugeborenen-armbänder vom kh sowie ein paar erinnerungsstücke meiner verstorbenen großeltern.
alles in allem fällt nicht mehr an als ein mittelgroßer karton...

meinem mann fällt es aber auch nicht leicht, sich von sachen zu trennen. im keller hortet er immer noch seine (längst nicht vollständige) sammlung der unterlagen seines (abgebrochenen) studiums, diverse kleinteile seiner eishockeyausrüstung usw.
achja, er hat einen großen kasten für seine fischerausrüstung, der überquillt. der inhalt nimmt mittlerweile einen großen teil unserer garderobe/abstellkammer ein, aber ausmisten ....#nanana

wenn ich einen tipp hätte, wäre meine garderobe aufgeräumter.

du bist nicht allein. ;-)

lg
karin

Es ist ein Unterschied ob es um Gebrauchsgegenstände handelt, oder um Dinge die mit einem emotionalen Erlebnis ect. verbunden sind, bzw. einem etwas bedeuten.

Ich habe einen Schrank der einem neutralen Beobachter bei einem Blick hinein wohl implizieren würde, dass da nur "Müll" darin herumkullert. Aber jedes einzelne Teil hat eine kleine bis große Geschichte.

Ansonsten fliegen alte Sachen, defekte Dinge, oder irgendwelche Alibi Geschenke / Staubfänger von Leuten die mir nun nicht gerade super viel bedeuten, ebenfalls sofort in die Tonne.

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