Kinder in der Öffentlichkeit - darf ich als Kinderlose etwas sagen?

    • (1) 11.06.11 - 19:36

      Guten Abend,

      ich war heute in der Stadt und musste zum Bauladen - der dem Aufbau und Angebot ein bisschen Ikea gleicht, einfach nur mit mehr Baumaterialien und weniger Möbeln - und in den normalen, grossen Einkaufsladen. In London geht das natürlich mit der U-Bahn.

      Mir ist heute aufgefallen, dass ganz viele Mütter mit ihren Kindern unterwegs waren und viele Schwangere.
      Ich muss dazu auch sagen, dass ganz viele Kinder sich wirklich toll verhalten und trotzdem Kinder sein dürfen und nicht dauernd mit einem "Nein." zurecht gewissen werden und ich mag Kinder auch wirklich, aber ich finde, man muss nicht alles akzeptieren, was die Kleinen so anstellen - und meistens ist das Fehlverhalten ja bei der Mutter oder dem Vater, weil die Kinder es einfach nicht besser wissen. Ich weiss auch, dass man bei Kindern ein paar Sachen mehr toleriert, aber ich möchte von fremden Kindern, wie auch nicht von fremden Erwachsenen, in meinem Alltag negativ beeinträchtig werden.

      Auf jeden Fall gab's heute ein paar Begebenheiten, wo ich gerne die Mutter darauf angesprochen hätte, aber mich nicht getraut habe, weil ich natürlich gerade als Kinderlose nicht angeschnauzt werden möchte. Ich biete aber auch immer meine Hilfe beim Kinderwagen bei der Treppe an, wenn ich nicht in Eile bin und hab' auch schon ein Kind von der Strasse ferngehalten, weil es losrennen wollte oder ähnliches. Ich bin auch der Meinung, dass Toleranz und Freundlichkeit im Alltag ein Schlüssel für ein gutes Miteinander ist, aber auf allen Seiten.

      Nummer 1: Im Baumarkt, verhältnismässig viele Leute, läuft ein kind völlig unkoordiniert umher. Ich denke, die meisten kennen dass, wenn ein Kind oder ein ähnlich grosses Geschöpf einem plötzlich vor die Beine läuft und man dann noch ziemlich blöd ausweichen muss. Das finde ich nicht so toll, wenn ich dann noch zwei Gipssäcke über der Schulter habe und es ist auch gefährlich. Die Mutter lief gut 4 Meter voraus. Ich habe Verständnis, dass man das Kind nicht an eine Leine binden will und jeder Mensch mal im Weg steht, aber kann man, wenn offensichtlich tragende oder Einkaufswagen stossende Menschen mit viel Material unterwegs sind, das Kind an die Hand nehmen? Kann man ja im Gartenbereich bei den hübschen Pflanzen wieder lassen.
      Derselbe junge ist auch auf einem Bobbicar (?) umher gefahren, dann aufgesprungen, das Ding liegen gelassen und der Mutter nachgerannt. Eine andere Frau wäre mit ihrem Einkaufswagen beinahe hinein gefahren, hätte ich sie nicht angehalten und das Ding zur Seite geräumt. Noch schlimmer, wenn der Junge drauf gesessen wäre!

      Nummer 2: Einkaufsladen, ein Mädchen geschminkt - so Karnevalsmaskenschminke - ist mit einer Tröte durch den Laden und es war ein ziemlicher Lärm. Kinderlärm ist schon ok und bei Baby und kleinen Kindern ist Schreien sowieso das einzige Ausdrucksmittel, wenn was nicht gut ist, aber da hätte man als Mutter doch sagen können, dass sie das lassen soll, bis man wenigstens die Leute draussen mit der Tröte belästigen kann. Dort hallt es wenigstens nicht dermassen. (Ist im Prinzip ähnlich wie bei einem, der grausam laut Musik durch den Bus hört.)
      Dazu auch: wenn ein Kind eines Tobsuchtsanfall hat, kann man dann nicht kurz mit diesem vor die Tür gehen, bevor es den halben Laden unter- resp. aufhält? Ich habe da mein Mami mal gefragt, ob wir uns auch auf den Boden geworfen haben und anscheinend ist das tatsächlich nie vorgekommen. Sie wäre aber mit uns rausgegangen und ich finde das im Prinzip gut - besser als das Kind liegen zu lassen.

      Nummer 3: U-Bahn, natürlich. Ich habe vollstes Verständnis für jedes Kind das nicht gerne U-Bahn fährt. Was ich nicht so toll finde, ist, wenn Kinder auf den Sitz stehen, mit ihren Schuhen - wohlbemerkt sind das Kinder, die bereits laufen und dementsprechend denselben Dreck unter den Schuhen haben, wie jeder Erwachsene - auf dem Sitz stehen oder beim Sitzen die beinahe anziehen, so dass die Schuhe trotzdem auf dem Sitz sind. Darf man das ansprechen und vor allem: die Mutter oder das Kind?
      Auch, wer schon einmal in London zu Pendlerzeiten U-Bahn gefahren ist, weiss, dass es beinahe um's nackte Überleben geht. Darf man eine Mutter bitten, ihr Kind auf den Schoss zu nehmen, damit mehr Platz geschaffen wird (mal abgesehen davon, dass das Kind sowieso unter 6 Jahren nichts zahlt)? Oder respektiert man das Kind nicht als eigenständige Person?

      Ich würde einfach gerne Meinungen zu hören, wie man sich da manchmal verhalten solle. Wie gesagt, ich akzeptiere vieles, dass man als Kind einstufen kann und es gibt halt auch kleine Sturköpfe, aber manchmal würde ich mir von der Mutter oder dem Vater etwas mehr Sorgfalt und Rücksicht wünschen in Situation, wo es sogar möglich ist.

      Tut mir Leid für die Länge!

      • (2) 11.06.11 - 19:41

        erzähl gern mehr wenn dein PERFEKT erzogenes Kind 18 ist denn solange kann man dich absolut nicht ernst nehmen.

        • Hallo,
          ich glaube schon das Füße nicht auf den Stuhl gehören,soweit ok,aber man kann sich über Kleinigkeiten aufregen.Ich habe 3 Kinder und ich nehme nicht alle 3 an die Hand,weil dann brauch ich auch nicht mehr einkaufen gehen.Sie gehen nirgendwo dran,das wissen sie auch,aber sie laufen auch mal 4 m von mir entfernt im Laden.Warum auch nicht.Da ich meine Kinder nicht an die Leine binden möchte,dürften sie auch laufen.Ok sie fahren nicht mit einem Rutsche Auto durch den Laden,würde ich nicht erlauben und ein Tröte muß im Laden nicht unbedingt sein.Aber ich glaube du gehst davon aus,das Kinder wie kleine Roboter zu erziehen sind und das klappt halt nicht.Ich weiß das ich mit meinen Zwergen über all hin kann,sie verletzen keinen Erwachsenen unterwegs,überfallen keine älteren Menschen u.s.w.Aber ich denke schon das du ein wenig übertreibst.

          Nadine

          Man muss sehrwohl kein perfekt erzogenes Kind haben, damit es nicht auf Sitzen in Bussen oder Bahnen rumsteht, ebenso kann man darauf achten, dass sein Kind nicht immer andere Miteinkäufer behindert!

        • (5) 11.06.11 - 19:58

          Ich denke, du hast es nicht verstanden.

          Kinder dürfen laut sein, quengeln, lachen, schreien, sie dürfen auch im Weg stehen, wenn es ungefährlich ist und so weiter - da sagte ich doch gar nichts dazu.
          Kinder dürfen auch auf's Sitzpolster stehen, weil sie gar nicht wissen, dass sie den Sitz dreckig machen - aber die Mutter oder der Vater wissen es und von denen würde ich dann erwarten das Kind runter zu stellen, zum Beispiel.
          Ich erwarte nicht von Kindern, dass sie sich wie Erwachsene benehmen und wissen, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. Aber von den Eltern.
          Und das es immer wieder Vorfälle gibt, wo man als Eltern machtlos ist, verstehe ich auch, aber das war bei den geschilderten Beispielen nicht der Fäll, die Eltern waren einfach nur ignorant. Darf man da etwas sagen?

          Und jetzt überleg' mal: wenn ich tatsächlich MIT den zwei 10kg Gipssäcken auf den kleinen Jungen gestürzt wäre, weil er mir wirklich voll vor die Füsse gerannt ist, was dann? Das ist gefährlich und sowohl er hätte sich verletzen können, als auch ich. Was, wenn der kleine Junge vor den Einkaufswagen gerannt wäre?

          • (6) 11.06.11 - 20:40

            Wenn man nach der Meinung einiger hier geht, dann wärst du Schuld an dem Unfall, weil du die Säcke geschleppt hast#augen

            Einige Mütter hier fühlen sich gleich auf den schlips getreten, wel ihre Engel ja niiiiiiiiiiiie Mist machen oder sich mal daneben benehmen. Es ist aber auch eine tatsache, dass viele Schreiber hier dem ersten Schreiber folgen. Demnach schließen sich viele den herablassenden Kommentaren an und drehen dir die Worte im Munde herum, wobei einige hier sicher deiner Meinung sind.


            Kinder dürfen natürlich laut sein usw. aber alles in Maßen und ICH als Mutter habe dafür zu sorgen das weder mein Kind jemand anderes behindert oder verletzt, noch das es sich selbst in Gefahr bringen kann.

            • Sehr selektive Wahrnehmung von Euch beiden!

              Hier bin doch wohl eher ich die einzige die eine vollkommen konträre Meinung vertritt.

              Die meisten anderen geben doch der TE recht und stellen ähnlich wie Du ja auch klar, dass ihre Kinder sich IMMER perfekt benehmen und Du als Mutter auch IMMER ein Auge auf dem Kind hast und IHR NIE andere beeinträchtigt.

              • Mein Kind ist auf keine Fall perfekt und das behaupte ich auch nicht. Ich tue lediglich alles dafür, dass mein Kind nicht wie irre durch einen laden rennt oder sich in irgendeiner Form selbst gefährden könnte. Natürlich hat meiner auch schon einen heftigen trotzanfall an der Kasse bekommen den ich ignoriert habe, aber wer klemmt sich schon das schreiende Kind unter den Arm und geht raus??

                Mein Kind macht auch mal Mist das ist doch klar, aber man muss als Mutter eben auf das Kind achten. Und all das ist außerdem abhängig vom Alter. Man kann nicht erwarten das ein 2-Jähriger sich so benimmt wie ein 7-Jähriger beispielsweise. Wenn man von Kindern spricht, muss man IMMER das Alter berücksichtigen und einem Kleinkind gegenüber bin ich wesentlich toleranter als einem brüllenden, kreischenden 6-7 Jährigen. Meiner wird bald 7 deswegen ist das Kleinkindalter auch seeeeehr weit weg in meinem Gedächtnis. Als er so klein war, war einkaufne ein Spießroutenlauf und das ist nichts ungewöhnliches denke ich.

        Rennt Dein Kind zuhause auch mit dreckigen Schuhen über die Couch?

        immerhin ernster zu nehmen als deine witzchen statt richtiger antworten überall;-)

        Genau die typische Klischeeantwort genervter überforderter Haufrauenmütter :)

        Ist doch völliger Quatsch - sie spricht nicht von Perfektion, sondern davon, dass man erwarten können sollte, dass die Eltern zumindest versuchen, Einfluß zu nehmen und Rücksicht.
        Das reicht den Mitmenschen doch meist schon und von etwas anderem ist hier nicht die Rede.

        Was spricht gegen gegenseitige Rücksichtnahme und dagegen, Kinder nicht als Freifahrtsschein zu benutzen?

        Gruß,

        W

      (13) 13.06.11 - 11:23

      Sorry, aber DICH kann man nicht ernst nehmen !

      Ein gewisses Maß an gutem Benehmen kann man auch heute noch von Kindern erwarten. Dass das nicht alle Eltern hinbekommen, kann man den nicht erzogenen Kindern nicht zur Last legen, wohl aber den Eltern.

      Die Ansicht der Verfasserin teile ich 100%ig und ich würde bei gegebenem Anlass auch nicht den Mund halten.

      Zu Deiner Info : ich habe auch 2 mittlerweile erwachsene Kinder und es galt bei uns strikt der Grundsatz : Daheim dürfen sie in gewissem Rahmen wild sein , draussen in der Öffentlichkeit haben sie sich gefälligst tadellos zu benehmen ( Gassenengel - Hausteufel ). Ich duldete nämlich nicht, dass andere Menschen durch unangemessenes Verhalten meiner Kinder belästigt worden wären.

      Und weißt Du was : es hat funktioniert , aber dafür braucht es von Elternseite Konsequenz und etwas Mumm und nicht DEINE Einstellung !

      Heike

Am erstaunlichsten finde ich, dass Dich dieses Thema so beschäftigt.

Also als Kinderlose sich so viele Gedanken über das Verhalten und die Erziehung von Kindern zu machen finde ich sehr seltsam, da es Dich doch wirklich nur peripher tangiert.

Zu Deinen ersten beiden Beispielen fällt mir als erstes ein: "Warum kam es dazu?". Warum ist da ein Bobbycar im Laden? Haben die Eltern das mitgebracht? Warum schleppst DU zwei schwere Säcke auf der Schulter um sie durch den ganzen Laden zu tragen und nimmst nicht einen Einkaufswagen, wenn Du dann nicht so gut sehen kannst was vor Dir passiert und darauf reagieren kannst.
Warum hat das Kind eine Tröte? Vielleicht beim Einkaufen geschenkt bekommen.


Was Du mitbekommst ist immer nur einen Momentaufnahme.

Früher und auch mit zwei Kindern habe ich auch gesagt, dass ich nach hause gehe, wenn das Kind schreit oder dass die Kinder immer auf mich hören.
Meine Jüngste ist einfach wilder. Wenn ich immer super konsequent sein würde, wenn sie nicht gehorcht, würden wir am Wochenende verhungern, wenn ich gezwungen bin sie mit in den Supermarkt zu nehmen.

Wie mein Vorschreiberin schon angemerkt hat. Lass uns über alles noch einmal sprechen, wenn Du ein paar Kinder großbekommen hast.
Bis dahin darfst Du meinetwegen gerne von Kindern genervt sein, aber bitte halte Dich etwas zurück mit Urteilen über ihre Eltern. Du kannst es einfach nicht beurteilen.

Zu Deinem letzten Beispiel würde mich auch sehr interessieren, wie denn die Eltern der Kinder reagiert haben, als Du nach einem Sitzplatz gefragt hast, also ob sie ihre Kinder hochnehmen können? Oder hast Du es vorgezogen, nichts zu sagen, damit Du noch ein wenig weiter den Kopf über die rücksichtslosen Eltern schütteln kannst?

  • Ganz einfach: ich war tatsächlich sehr intolerant und habe häufig den Kopf geschüttelt - das war auch der Grund wieso ich hierhin kam - ich wollte wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht. Und was das natürliche Kinderverhalten angeht, bin ich auch viel entspannter geworden, wie eben mal im Trotz auf den Boden werfen oder weinen oder laut lachen oder ähnliches.
    Zum Zweiten beobachte ich gerne, was mein Beruf auch so mit bringt. Ich messe Kleinigkeiten viel mehr eine Bedeutung zu als der Durchschnittsmensch.

    Keine Ahnung woher der Bobbycar kam. War mir auch egal. Ich bin auch nicht dafür, dass eine Mutter ihr Kind den ganzen Tag an der Hand halten muss, aber sie hätte zum Beispiel ihr Kind durch den Teil mit den Gipssäcken und grossen Holzplatten kurz etwas näher bei sich haben können und dann im Gartenteil, den sie auch zielstrebig angesteuert hat, wieder loslassen. Sie lief aber ziemlich schnell weg, Rücken völlig zum Kind, der da wirklich kreuz und quer gelaufen ist. Ist ja nicht so, dass sie mal eben was aussuchen wollte und das Kind beim nächsten Regal die Farben angeschaut hat.
    Ich trage Gipssäcke, weil ich sie stabil tragen kann und die Kraft habe - durch meinen Beruf, wenn mir nicht was Kniehohes überraschend vor die Füsse läuft, den ich, da er aus einem Regal hergeschossen kam, um die Ecke nicht gesehen habe.

    Das Kind hatte die Tröte schon auf dem Parkplatz, sie kamen hinter mir in den Laden.

    Ich bin auch nicht genervt, weil ich eher schlecht aus der Ruhe zu bringen bin - liegt auch am Beruf - aber mir fällt so etwas auf und deshalb möchte ich die Mütter fragen.
    Es gibt einige Sachen, die ich als Kinderlose wirklich nicht beurteilen kann, aber es gibt auch Sachen, bei denen ich mir meine Meinung bilden darf, ohne den Vorwurf anhören zu müssen - den ich ja erwartet habe.

    Ich frage generell nicht nach einem Sitzplatz, weil ich jung und gesund bin und stehen kann. Und ich schüttle auch nicht den Kopf, ich finde es nur schade. Ausserdem traue ich mich meistens nicht, auch nicht bei anderen Situationen - also ist eher kinderunabhängig.

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