Eingliederungshilfe --> Ich soll Unterhalt für meinen Erzeuger zahlen?

    • (1) 28.06.11 - 23:32

      Hallo zusammen,

      falls das Thema hier falsch ist, bitte verschieben, ich wusste nicht wo es genau hingehört - hier lesen es einfach viele und ich habe heute echt nen Schock bekommen.

      Kurz zur Vorgeschichte: Ich bin mittlerweile 26 Jahre alt, seid August 2006 verheiratet, im September 2007 kam unsere Tochter zur Welt.

      Meine Eltern haben sich vor schätzungsweise 6-7 Jahren scheiden lassen. Mein Erzeuger ist zum Schluss nur fremd gegangen, war schon immer ziemlich alkoholkrank, sehr jähzornig, es wurde wirklich Zeit das meine Mutter sich trennte...

      Wir hatten ein normales Verhältnis nach der Scheidung, er war auch auf unserer Hochzeit, danach gings allerdings los - übelste Beschimpfungen, per SMS, seine Neue machte Terror, ich war schon schwanger, hat ihn nicht interessiert. Es ging soweit das ich ihn angezeigt habe, das verlief dann allerdings im Sande, Familienangelegenheiten halt... aber es ist irgendwo Aktenkundig.

      Er hat jahrelang nicht gearbeitet, ist immer mehr dem Suff verfallen, seine neue Freundin ist keinen Deut besser, er hatte einen Autounfall im besoffenen Kopf, sein Auto Schrott, keine Ahnung wegen der Konsequenzen - jedenfalls war er nun wohl letztes Jahr im Gefängnis. Keine Ahnung wie lange, keine Ahnung wofür - geschweige denn wo. Interessiert mich auch nicht.

      Jetzt bekomm ich heute nen Brief aus Köln von irgendeinem Institut (LVR). Ich müsse meinem "Vater" Eingliederungshilfe gemäß § XYZ zahlen, mindestens 200 Euro im Monat, ich müsse alles offen legen - so.

      Ich werde einen Teufel tun und diesem Menschen irgendetwas zahlen. Er könnte arbeiten gehen, er ist 57 jahre alt.

      Ich kann doch nichts dafür, das er so lebt und sein Leben so versäuft und verkommt. Es ist wirklich nicht übertrieben...

      Was mach ich denn jetzt? Ich arbeite nicht, suche allerdings gerade einen Ausbildungsplatz, unsere Tochter wird 4 im September. Mein Mann arbeitet, ist aber kein Großverdiener.

      Das Wichtigste an der ganzen Geschichte ist allerdings für mich: Mein Mann hat ein Haus, darin wohnen wir und meine Schwiegereltern, wir bekommen keine Miete, teilen uns aber die anfallenden Kosten.
      ICH stehe nirgendwo drin, habe nix mit dem Haus zutun - können die da auch "ran"?? Habe im Internet gelesen dass Schwiegerkinder nicht dafür aufkommen müssen.

      Ich hoffe das mir hier jemand helfen kann, ich bin auch rechtschutzversichert und am überlegen damit zum Anwalt zu gehen...

      LG Jennifer

      • Hallo,

        keine Panik erstmal. :-)

        Ich musste das im Praktikum auch schonmal machen - also Unterhaltspflichtige ausfindig machen und anschreiben.
        Du bekommst (zumindest hier ist das so) immer zuerst so ein Schreiben, wieviel du zahlen sollst. Dort steht aber drin, dass du eine Befreiung beantragen kannst. Dazu musst du allerdings dein Einkommen offenlegen - nur deins! Da du ja auch noch ein Kind hast, dem gegenüber du selber unterhaltspflichtig bist (und diese Pflicht geht vor) und nicht arbeitest (ergo auch kein Einkommen hast?), wirst du auch nicht zahlen müssen. Angeben musst du das ganze aber schon.
        Irgendwann wird dann mal eine Nachprüfung gemacht.

        Grundsätzlich kann man auch eine generelle Befreiung beantragen, allerdings müssen dafür schon schwerwiegende Gründe vorliegen (z. B. Missbrauch o. ä.).

        LG,
        kr.

        • Danke für den Tipp.

          Also soll ich die Spalte die meinen Mann betrifft mit Einkommen usw. einfach auslassen, gar nix reinschreiben?

          Ich werde da morgen früh mal anrufen, bei der guten Frau...

          Danke für deine Hilfe

          LG

          • Frag am besten einfach nochmal nach, kann ja nicht schaden. Wer weiß, ob das in den verschiedenen Behörden nicht unterschiedlich gehandhabt wird.

            In meiner Praktikumsbehörde war es jedenfalls so, dass die Angaben von den Schwiegerkindern nur insofern genutzt wurden, als dass der Unterhaltspflichtige ggf. auch seinen Ehepartner unterhalten musste und demnach weniger Einkommen angesetzt werden konnte für die Unterhaltsberechnung.

            Bei dir wird sich diese Frage ja aber gar nicht stellen.

      Ich glaube, den Anwalt kannst du dir sogar sparen :-)

      Vielleicht hilft dir das hier weiter http://www.elternunterhalt.org/

      • Dankeschön.

        Habe schonmal grob gerechnet, demnach springt 0 Euro bei raus. Hatte aber keine richtigen Zahlen, und es geht sich nur um das gehalt meines Mannes...

        Werde mir die Seite morgen mal in Ruhe durchlesen.

        danke für den Tipp

        LG

    Hallo!

    Dein Mann ist denen gegenüber gar nicht auskunftspflichtig.
    Schreibe rein das was du hast an finianzellen Mitteln und gut ist.
    Die versuchen nun alles,um an Geld zukommen.

    Steffi

    "Die" sind wir.

Jetzt bekomm ich heute nen Brief aus Köln von irgendeinem Institut (LVR). Ich müsse meinem "Vater" Eingliederungshilfe gemäß § XYZ zahlen, mindestens 200 Euro im Monat, ich müsse alles offen legen - so.

Da passiert nichts. Nicht, weil Du keinen Unterhalt zahlen müsstest, sondern weil Du kein Einkommen hast.

Ich würde mich - um keinen Fehler zu machen - anwaltlich beraten lassen. Da werden gerne mal willkürlich irgendwelche Forderungen gestellt, weil die Ämter wissen, dass viele das dann ungeprüft zahlen.

Gruß

Manavgat

Ich schreib das jetzt mal hier hin ;-)

Habe heute morgen bei der guten Frau angerufen um mal nach zu fragen was das Ganze zu bedeuten hat.

Mein Erzeuger lebt wohl jetzt allein wird aber betreut, was immer das auch heissen mag. Er wird wohl nach dem jahrelangem Alkoholmissbrauch auch recht krank sein, oder es hat was mit Auflagen vom Gericht zutun, da er ja im Gefängnis war, ich weiss es nicht - wills auch nicht wissen.

Jedefalls hat die Dame mir dann auch die Grenzen genannt, ich nenn es jetzt mal "Freibeträge" die man haben darf und keinen Unterhalt zahlen zu müssen und da liegen wir ganz klar drunter. Sie meinte dann auch schon am Telefon zu mir, so wie es sich anhört würde ich wohl nicht dafür aufkomen müssen.

Meine Frage an die Experten unter euch wäre aber noch: Wenn ich das jetzt ausfülle (ohne Anwalt???) und ich bescheid bekomme dass ich im schlechtesten Fall doch zahlen müsste, kann ich dagegen dann angehen oder ist das dann "Gesetz" und ich muss zahlen??

Soll ich zum Anwalt oder krieg ich das allein hin? Was ist die beste Methode?

LG Jennifer

  • Füll es aus, soweit es Dein Einkommen betrifft, schreib bei Deinem Mann hin: er gibt keine Auskunft und warte den Bescheid ab.

    Gegen jeden Bescheid ist ein Widerspruch möglich, innerhalb der auf dem Bescheid angegebenen Frist.

    Gruß

    Manavgat

    • Es wurde mir von der Frau gesagt, dass mein Mann dazu verpflichtet ist sein Gehalt (netto) anzugeben. Dadurch errechnen die ein Taschengeld für mich, da er wirtschaftlich für mich aufkommt, daraus könnte man dann errechnen ob ich doch unterhaltspflichtig bin und zahlen muss #kratz

      Wenn er es nicht angibt könnte es vor Gericht geschätzt werden, so hab ich es jedenfalls irgendwo sinngemäß gelesen im Internet.

      Ich hoffe ich habe alles richtig wieder gegeben...

      LG Jennifer

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