Wer kennt sich aus im Mieterrecht - Hilfe bitte! länger

    • (1) 16.01.06 - 14:05

      Hallo. Ich stell hier Fragen für meine Eltern, beide Anfang Mitte 60, seit 34 Jahren Mieter im gleichen Mietshaus. Damit mein Anliegen nicht so arg lang wird, hier die Fakten, stichpunktmäßig.

      -
      Ende letzten Jahres zog türkische Familie ein. Keine Ahnung, wieviele Leute, Wohnung ist 68 m² groß (3,5 Zimmer). Scheinbar jedoch die Oma alleine, hat aber dauerhaft ihre zwei kleinen Enkelkinder dort, tag und nacht. Deren Mutter schläft auch drei - viermal die Woche dort. Ansonsten halten sich in der Wohnung aber bis zu 10 Personen auf, selten weniger als 6.

      -
      Durch die vielen Personen gibt es Lärmbelästigungen. Türenschlagen, Rauf- und Runterrennen im Treppenhaus, laute Gespräche-Gelächter im Treppenhaus. Alles kein Problem, doch leider achten die neuen Nachbarn auf keinerlei Ruhezeiten. Also auch Lärm in der Mittagszeit und nach 22 Uhr. Sonntagmorgen z. B. klopfte es eine Stunde an die Wand. Meine Mutter meint, so als ob ein Tennisball immer davor geschlagen wird.

      -
      Innerhalb der Wohnung entsteht ebenfalls eine "tolle" Lärmentwicklung. Da läuft laute Musik und die beiden Kinder lärmen.

      -
      Es gibt für alle Mietparteien im Hof einen großen Abfallcontainer, der bisher auch ausreichend war. Seitdem die neue Familie dort wohnt, ist der Container innerhalb weniger Tage voll. Die Familie entsorgt ihre nicht unerheblich große Menge Müll "Blaue-Säcke-weise" und stellt diese, wenn der Container voll ist, einfach auf den Bürgersteig vors Hoftor. Für den Müll der anderen Mieter ist tageweise kein Platz mehr.

      -
      Der Vermieter (eine Erbengemeinschaft) wurde zwischenzeitlich mehrfach von meinen Eltern und einem weiteren Mieterehepaar auf die Misstände angesprochen. Blöd ist, dass die "alten" Mieter immer mit dem Vermieter befreundet war, jeder half jedem und es herrschte ein netter Umgangston und alles hatte seine Ordnung. Nun ist die Frau des Vermieters gestorben, er hat eine neue Frau und ist ausgezogen. Dabei hat er das Haus samt Schreinerei an seine drei Sohne (Erbengemeinschaft) übergeben. Die drei (einer wohnt 600 km weg) haben scheinbar aber wenig Lust, sich zu kümmern. Unternommen haben sie bisher nichts.

      -
      Im Gemeinschaftswaschkeller steht mit Vermietergenehmigung die Tiefkühltruhe der neuen Familie. Auf Gemeinschaftsstrom. Darauf angesprochen, meinte der Vermieter, er würde den STrom der Truhe abrechnen. Geht das überhaupt?

      -
      Da die vielen Personen, die zwar irgendwie dazugehören, aber scheinbar nicht alle einen Schlüssel haben, bleibt die Hauseingangstüre entgegen der jahrzehntelangen Praxis nun abends unverschlossen und steht manchmal sogar auf, weil's den Neuen scheinbar egal ist.

      -
      Wie sieht das aus mit dem Wasserverbrauch? Meine Eltern zahlen für 2 Personen, also für soviele, wie in der Wohnung gemeldet sind. ...





      #kratz#kratz
      Also, wie gesagt. So isses derzeit bei meinen Eltern. Nun könnte man meinen und so hört es sich auch an, als das meine Eltern und die anderen "Alteingesessenen" keinen Bock auf Ausländer in ihrem "ordentlichen" Haus haben wollen. Gut, ehrlich gesprochen, hatten meine Eltern auch von Anfang an Bedenken... die sich allerdings in den ersten 2 Wochen verflüchtigten. Die türkische Oma kam rüber, brachte türk. Pizza und Tee, meine Mama machte Weihnachtsplätzchen usw. Aber die Freude darüber hielt nur kurz. Echt, ich bin öfter da und auch mich würd das tierisch stören. Die knallen die Türen, da schnallste ab. Und immer ist jemand im Treppenhaus, ein Kommen und Gehen.

      Meint ihr, es nützt, wenn wir erst mal gemeinschaftlich mit den anderen alten Mietern ein Schreiben aufsetzen, denn bis jetzt war ja alles nur mündlich. Oder ist es nötig, sofort Mieterschutzbund oder Anwalt einzuschalten?

      Bin gespannt auf eure Antworten
      pitti-lise;-)

      • einen anwalt einzuschalten ist im moment eine nummer zu gross!
        redet doch mit der kompletten familie mal in ruhe, gibts verständigungsschwierigkeiten, nehmt euch jemanden mit, der dolmetschen kann.

        ummhilal

        • Hallo Ummhilal,

          gut, das wäre natürlich ne tolle Sache, mit dem Gespräch. Tatsächlich gibt es Verständigungsschwierigkeiten. Meine Mutter hat die "Oma" schon zweimal auf ein Gespräch eingeladen, doch schon die Einladung ist in der Wurzel erstickt, weil die Frau offensichtlich nichts versteht... oder verstehen will? Die junge Mutter versprach - auf den Lärm im Treppenhaus angesprochen - sie würde dafür sorgen, dass sich die Leute leiser benehmen und entschuldigte sich sehr freundlich. Genutzt hat es nicht, das Versprechen wurde nicht einen Tag durchgehalten.

          Und noch eins: meine Mutter würd sich ja auf ein Gespräch einlassen, aber für meinen Vater ist das alles Humbug und der möchte einfach nicht mit denen sprechen. Gut, ist vielleicht ne sch...Einstellung, aber es ist eben seine Meinung. Er meint, er sei immer freundlich und höflich, mehr könne man in dieser Richtung nicht von ihm erwarten.

          pitti-lise

          • hallo,

            dein vater sollte klargemacht werden, dass er mit so einer einstellung nicht weit kommt!
            frag bei eurem zuständigen ausländerbeauftragten der stadt(integrationsbeauftragten)nach hilfestellung, sprich eines dolmetschers!
            wenn ihr wollt, dass die familie die regeln einhält, ist es wichtig, dass ihr das ihnen in ihrer sprache mitteilt, höflich aber bestimmt.
            aber trotzdem sollten sich deine eltern darauf einstellen, dass es insgesamt lauter bleiben wird, und ehrlich gesagt ist das auch (im rahmen)normal.
            das ist das leben.

            ummhilal

            • "frag bei eurem zuständigen ausländerbeauftragten der stadt(integrationsbeauftragten)nach hilfestellung, sprich eines dolmetschers! "

              sag mal gehts noch?? ich glaubs ja nicht..diese menschen ziehen nach deutschland, dann haben die gefälligst auch deutsch zu lernen!

              eine frechheit ist das.....ein wunder das dies noch nicht pflicht geworden ist!

              "wenn ihr wollt, dass die familie die regeln einhält, ist es wichtig, dass ihr das ihnen in ihrer sprache mitteilt, höflich aber bestimmt. "

              bitte?

              erstens ist das menschlicher anstand sich"normal"zu verhalten...

              und zweitens ist es wichtig das die kapieren das es so nicht geht....


              villeicht sollten wir deutschen schnell türkisch lernen hm...

              es ist im rahmen des normalen wenn türen geknallt werden...wenn nach 22 uhr immer noch krach ist..wenn 10 leute auf 68 qm rumgurken...wenn ein ständiges kommen u. gehen ist... du machst wohl scherze..

              das ist das leben...wieder ein scherz...

              das ist pure rücksichtslosigkeit, u.wäre ich deren vermieter, hätten die eine chance sich"normal"zu verhalten.
              wenn nicht können sie ja versuchen die deutschen wohnungsanzeigen zu verstehen....

              echt frech dein beitrag

          • Hallo.

            Hey, ehrlich. Ich finde auch, dass das, was du da vorschlägst, nun wohl zu weit geht. Nicht meine Eltern machen Probleme, sondern eindeutig die neuen Nachbarn. Ausländerbeauftragter? Hallo? Was denkst du, wielange sollen meine Eltern sich durch alle Ämter kämpfen, auf Termine warten, darauf warten, dass auch die Nachbarn dann mal aufs Amt kommen? Wie lange denkst du, dauert die tolerierbare Zeit, die sich meine Eltern mit dieser "Großfamilie" rumschlagen sollte?

            Im Grunde stimme ich mit dir überein, man soll "miteinander" leben, und auf die Gepflogenheiten und Mentalitäten anderer Rücksicht nehmen - zumal man ja auch manchmal daraus für sich Vorteile erzielen kann. Aber das gilt ausdrücklich für beide Seiten. Glaubst du denn, irgendeiner aus dieser Nachbarsfamilie hat sich irgendwelche Gedanken gemacht, wie es den alteingesessenen Nachbarn mit ihrem Verhalten gehen könnte? Lesen die keine Zeitung? Gerade türkische Landsleute müssten doch um ihren bisweilen schlechten Ruf in Deutschland bescheid wissen - mensch, die sind doch nicht erst seit gestern hier. Und? Warum tun sich dann nichts dafür, diesem schlechten Ruf zu widersprechen? Nein, immer schön weitergemacht. Siehste doch: Ruhe und Rücksichtnahme wird versprochen, dann macht die hinter sich die Türe zu und lacht sich wahrscheinlich kaputt über die bekloppte deutsche Olle von nebenan. Hör mir doch auf.

            Und dadurch, dass die türkische Omi wirklich (ich habs ja gehört) in "allerdeutschester Vorurteilsweise" antwortet, nämlich "Ich nix verstehen, nein, nein, entschuldigung" trägt sicher nicht zur Völkerverständigung innerhalb dieses klitzekleinen Mietshauses bei.

            Ich kann dir nur sagen, meine Eltern haben jetzt schon Panik, wenn im August eine weitere Wohnung im Haus freiwird. Warum wohl?

            Achso, und meinem Vater, der zwar für mich nicht alt und außerdem fit ist, kann ich seine Meinung nicht abspenstig machen. Sie ist vielleicht nicht "korrekt" haha, aber ich will mal einen türkischen Vater im gleichen Alter und jünger sehen, den du "bekehren" kannst. Viel Spaß auch.

            Euch allen aber danke für eure Antworten. Auch für den Hinweis mit dem Brandschutz, ist ja auch logisch.

            Ich habe nun für meine Eltern ein Schreiben mit Fristsetzung aufgesetzt. Sollte die Frist verstreichen, werden sie den Mieterbund einschalten.

            Tschüssi
            und schöne Woche noch
            pitti-lise

    Ich möchte mich jetzt nicht zu den Sachen mit den anderen Mietern äußern aber zu etwas anderem.

    Die Haustüre darf nicht verschlossen werden, auch nicht wenn dies in der Hausordnung festgelegt ist. Es sei denn sie ist, wenn sie verschlossen ist, noch von innen ohne Schlüssel zu öffnen. Da gibt es mittlerweile Gerichtsurteile zu. Denn das Abschließen der Haustüre verträgt sich nicht mit dem Brandschutz. Denn wenn es mal brennt besteht die Gefahr, dass man das Gebäude nicht verlassen kann.

    Es wird Euch nichts nützen. Da wo solche Leute sich eingenistet haben, gibt es kein Entkommen.
    Wenn Du dagegen vorgehst, wird das Leben dort zur Hölle.

    Mein Rat: andere Wohnung suchen.

    Gruß

    Manavgat

(14) 17.01.06 - 10:38

Hi,
ich würde zusehen, das ich der Familie einen höflichen Brief zukommen lasse (irgendeiner von denen kann bestimmt deutsch und übersetzt...) wo die Punkte drinstehen.....
Weil schliesslich strampeln bei uns keine Esel den Strom herbei-und das Wasser kommt hier auch nicht aus dem Brunnen#kratz d.h es entstehen erhebliche Kosten-schon allein die Truhe im Keller wird wohl son olles ding sein......
Ich würde wie gesagt *höflich drauf hinweisen....
Mit vermerk das es innerhalb der nächsten X tage abgeändert wird -
Sollte dies Ignoriert werden den Vermieter anschreiben...
In die Mietrechte schauen und sogar die Miete prozentual KÜRZEN!

Aber nicht vergessen vorher zum Mieterschutzbund... bevor was schief geht....
Aber man kann ja hoffen das die es ändern.....#gruebel

Hallo Pittjes,

ich kann mich auch nur der Meinung von Manavgat anschließen:

Deine Eltern sollten ausziehen

Allerdings ist auch verständlich, wenn man 34 Jahre dort gewohnt hat, will man auch nicht so einfach aufgeben. Alte Bäume lassen sich nun mal schlecht verpflanzen.

Mit der türkischen Familie müßt ihr Euch nicht auseinandersetzten. Denn Ansprechpartner ist der Vermieter. In Eurem Fall also die Erbengemeinschaft. Setzt ein Schreiben auf, in dem Ihr die Mißstände sachlich und neutral schildert. Setzt eine Frist, in der Abhilfe zu schaffen ist.

Geht auf jeden Fall zum Mieterverein, damit das Schreiben juristisch einwandfrei ist. Die Mitgliedschaft dort ist nicht teuer. Man hat uns damals auch wirklich weitergeholfen und manchmal ist so eine Stelle auch deeskalierend.

lg Hanni

Top Diskussionen anzeigen