Lebensunfähiger Ex - Ich will nicht untätig warten bis es zu spät ist

    • (1) 04.07.11 - 14:42

      Hallo,

      ich habe hier heute etwas über den Selbstmord eines Mannes gelesen und mache mir seitdem wieder Gedanken um meinen ersten Freund.

      Hier ein bisschen Hintergrund zum Lage einschätzen:

      Er ist inzwischen 35 Jahre alt und hat es bisher nicht sehr weit im Leben gebracht. Er schafft bei seinem Studium nie mehr als 2-3 Semester im gleichen Fach - danach wechselt er den Studiengang oder die Uni/Hochschule. Er ist süchtig nach Onlinepornos und nicht in der Lage einen normalen Kontakt mit anderen Menschen (egal welches Geschlecht) aufzubauen. Er weiß einfach nicht, wie er sich gegenüber Menschen verhalten soll und spielt daher lieber Filmfiguren oder Romanhelden nach statt echt und ehrlich zu sein. Auf eine seiner Figuren bin ich damals "reingefallen", bis ich gemerkt habe wie traurig und verloren die Person dahinter ist. Eine echte Beziehung war nicht möglich.

      Seine Eltern haben ihm eine Wohnung gekauft und finanzieren ihn voll - er war noch nie irgendwo arbeiten. Er hat schon einmal einen Psychologen besucht, doch als dieser seine Eltern mit bei dem Gespräch dabei haben wollte, um ihnen klarzumachen, dass sie das Verhalten ihres Sohnes nicht einfach weiterfinanzieren dürfen, wurde die gesamte Therapie abgeblasen. Der böse Therapeut hieß es damals...

      Ich mache mir Gedanken um ihn, denn ich denke, er wird sich irgendwann etwas antun - spätestens wenn seine Eltern nicht mehr da sind und sich um ihn kümmern. Zum letzten Mal habe ich dieses Jahr im Frühjahr von ihm gehört - er spielt noch die gleichen Spielchen mit einen erdachten Rollen und schreibt wunderschöne Songtexte und Gedichte ab, die wohl sein Seelenleben widerspiegeln sollen, aber wenn man das Gespräch mit ihm sucht, wird er abweisend und fühlt sich sofort falsch verstanden.

      Niemand darf die Rolle, die er sich aussucht bedrohen, sonst bricht er zusammen und weiß nicht weiter. Schon in der Schule hat er einen Spitznamen gehabt, der nicht sehr schmeichelhaft war, doch in seiner Vorstellung war er nicht auf seinen Geisteszustand sondern auf seine Größe bezogen (Der Name beinhaltete "Schränky" von beschränkt - er hat es als Schranke interpretiert, weil er angeblich so ein großer Jugendlicher war).

      Ich weiß, ich bin nicht für ihn verantwortlich - ich bin selbst in einer glücklichen Beziehung und brauche ihn nicht, aber ich weiß nicht, ob ich es gut verkrafte, wenn ich irgendwann höre, dass er sich umgebracht hat oder sowas.

      Was macht man denn in einem solchen Fall? Mit den Eltern habe ich damals schon gesprochen - zwecklos. Freunde hat er keine. Ich kann doch nicht warten bis ich irgendwann einen Abschiedsbrief oder sowas bekomme.

      Danke für eure Tipps!

      • hallo,


        lebensunfähig??


        nun jeder ist seines glückes schmied

        er hat erfolg mit seiner lebensstrategie

        und wie jeder andere wird er sie ändern müssen sollten gravierende ereignisse dieses verändern

        und wie jeder andere mensch wird er damit mehr oder weniger gut zurecht kommen


        du kannst nur etwas machen wenn er dich darum bittet

        lg

        • Ja,

          lebensunfähig klingt hart, aber ohne seine Eltern oder Leute um ihn herum passiert gar nichts. Kein Einkaufen, Putzen, Rechnungen bezahlen, Waschen, ...

          Und er ist kein fauler Student, der sich ein schönes Leben macht, er leidet jeden Tag. Derzeit geht es wie gesagt, weil seine Eltern sich kümmern.

          Klar, kann sein, dass er sich ändert, wenn seine Eltern sterben, aber ich habe ihn in Stresssituationen erlebt und er igelt sich dann eher ein und ignoriert es.

          Bei einem faulem Kerl, der so in den Tag lebt, würde ich mir keinen Gedanken machen, sondern es unter selbst schuld verbuchen - aber man bekommt seine Verzweiflung mit.

      Ich glaube nicht, daß Du da von außen etwas tun kannst, solange er und seine Eltern im alten Muster bleiben.

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