UN Kritik an Sozialpolitik - eure Meinung?

    • (1) 06.07.11 - 10:42

      Hallo!

      Darüber sollten wir "sprechen":

      http://www.tagesspiegel.de/politik/vereinte-nationen-ruegen-deutsche-sozialpolitik/4361232.html


      Ich stelle die Diskussion bewusst hier rein, weil mich auch die Meinung derer interessiert, die sonst einen Bogen ums Politikforum machen.

      Prangern die UN Diskriminierung an, weil sie ja selbst Ausländer sind?

      Die Grundsicherung ermöglicht nach Urteil der UN keinen angemessenen Lebensstandard. Was meint ihr? Eigentlich ist die hier gängige Meinung doch, dass es dicke reicht.
      Was kann/sollte man gegen die Missstände tun?

      Freue mich auf eure Meinungen und Lösungsvorschläge!

      • Es heist doch "Grundsicherung!" will ich Luxus muss ich ebend arbeiten!

        Und die Kritik daran das viele Kinder ohne Frühstück aus dem Haus gehen...ja hallo ist das eine Sache der Eltern oder was? Mir kann niemand erzählen das man mit Hartz4 nicht über die Runden kommt, schon gar nicht wenn ich sehe das in dem Stall wo mein Pferd stehen so einige Hartz4 Empfänger selbst Pferde stehen haben!!!! Die haben zudem noch ein Auto und einige rauchen!

        Das die Eltern den Kindern kein Essen machen liegt bestimmt nicht an der Höhe des Geldes!

        Meine Mutter arbeitet schon immer Vollzeit und reist sich echt den Arsch auf, die hat am Monatsende nur unwesentlich mehr als ein hartz4 Empfänger, wo bleibt da die Gerechtigkeit???

        Sozial ist in diesem Land vieles nicht, das sgtimmt wohl! Aber der Hartz4 Satz ist in meinen Augen nicht mehr diskusionswürdig!

        Ich hatte mit meinem Ex-Mann eine Firma aufgebaut und das recht erfolgreich, wir haben über Tarif gezahlt und oft genug von Hartz4lern zu höhren bekommen das es ihnen zu wenig sei, tja, wieso sollte man den Leuten dann für Faulheit noch den Popo pudern?

        • Hi!

          Es wird ja kritisiert, dass es nicht mal für die Grundsicherung reicht.

          Warum bist du nicht sauer darüber, dass deiner Mutter so wenig Gehalt bezahlt wird, sondern darüber, dass andere fast dasselbe Geld als Existenzminimum bekommen?
          Müsste sich dein Ärger nicht auf die Arbeitgeber richten, die nur knapp über dem ALG2 Satz zahlen (oder sogar weniger)?

          Wenn Eltern ihren Kinder kein Frühstück mitgeben, dann hat das sehr viele Gründe, die zusammenspielen.

          Perspektivlosigkeit zusammen mit Armut, geringem Sozialstatus und daraus folgendem geringem Selbstwert macht die Menschen träge und hoffnungslos und manche auch wütend und bockig.

          Es ist nicht einfach ein schönes bequemes Leben, auch wenn das gerne behauptet wird.
          Übrigens: deine Bekannten sind sicher nicht die Regel, ich wüsste nicht, das Reiten eine in sozial schwachen Kreisen weit verbreitete Sportart ist.

          Grüße!

          • Hi,

            nein, reiten ist nicht verbreitet - ich kenne aber ebenfall einige, die ALGII beziehen und dann 3-4 Pferde haben. Zwar als Selbstversorger, aber auch das kostet einiges an Geld. Und es verlangt leider niemand, dass diese erstmal verkauft werden (Vermögen!), bevor ALGII gezahlt wird.

            Auch habe ich erst jetzt wieder erfahren, dass jemand, der -obwohl er wusste, dass ALGII beantragt werden muss (Trennung), ein 3. Pferd übernommen hat - obwohl es vor der Trennung mit 2 Pferden schon kaum finanzierbar war (aber da waren ja auch noch keine Sozialleistungen im Spiel). Leider gibt es auch zu viele Möglichkeiten, verwertbares Vermögen zu schützen.

            So selten ist das (leider) nicht.

            Und ich habe mich - trotz Vollzeitgehalt, Minijobeinkommen meines Mannes und NJ von mir von einem Pferd getrennt. Deshalb kann ich das nicht nachvolziehen, wie man Sozialleistungen beantragen kann, aber Pferde hält!

            Ich gönne es jedem und ein altes oder krankes Pferd würde ich nie hergeben und auch von niemandem verlangen, dass er das macht. Die haben sogar "Pfändungsschutz", aber gesunde, leistungsfähige Pferde sollten als Vermögen verwertet werden.

            Gruß
            Kim


            • es geht doch nicht um die frage, ob und wieviel pferde sich der gute hält, oder welche "annehmlichkeiten" er sich sonst noch leistet.

              der knackpunkt ist doch deine aussage:
              "Leider gibt es auch zu viele Möglichkeiten, verwertbares Vermögen zu schützen."

              ich sage dir: gott sei dank gibt es diese möglichkeiten!
              die politik "drängt" einen doch, derartig vorzugehen und ich kann das durchaus gut verstehen.

              warum soll/muß ich zunächst von verwertbarem vermögen leben?
              das ist mein eigentum - das habe ich mich über viele arbeitsjahre hart erarbeitet.
              mit welchem recht, stellt der staat nun seinen anspruch an meinem vermögen??? schließlich habe ich über jahrzehnte auch in die kassen eingezahlt.

              als otto-normalverbraucher bin ich von sovielem abhängig.
              wenn ich, sagen wir mal ab mitte 40 / anfang 50, den job verliere, vorher aber 20 oder 30 jahre gearbeit habe und somit etwas geschaffen habe, dann ist mir das "heilig". wenn nun der chef oder das management durch missführung des unternehmens, dieses an die wand fährt, bin ich dieser willkür ausgesetzt. dann habe ich nicht nur das problem, schwerer wieder in den job zu kommen, als ein junger mensch, sondern sacke ich genau so in das soziale netz, in dem ich das, was ich habe, öffentlich machen und zunächst davon leben muß.

              diese gleichbehandlung ist doch die ungerechtigkeit schlecht hin.

              • Hi,

                bei Vermögen, welches für die Rente angespart wurde oder Eigentumswohnungen/Häuser etc gehe ich mit dir absolut konform. Aber hierfür sind die Freibeträge idR ausreichend oder es ist generell geschützt.

                ABER: Pferdehaltung IST Luxus und nicht nötig, wenn man Sozialleistungen bezieht. ICh habe selbst seit 15 Jahren eigene Pferde. Klar verkauft man nicht bei den ersten Problemen, man sucht Lösungen (billigerer Stall, RB etc.), man sucht sich Arbeit etc. Aber wenn irgendwann absehbar ist, dass man nicht in absehbarer Zeit selbst für den Lebensunterhalt sorgen kann, DANN sollte man über eine abgabe nachdenken. Das muss kein Verkauf sein - man kann auch verpachten (ohne Geld zu erhalten!). Aber wenn man schon weiß, man MUSS Sozialleistungen beantragen, dann schaffe ich mir nicht noch zusätzliche Pferde an!

                Selbst ein Pferd, welches privat im einfachen Offenstall + Weide gehalten wird, kostet im Monat ca. 50-150€ (je nach Gegend!) - und das mal 2,3,4 etc - sind zw. 100-600€ PRO MONAT die aufgebracht werden müssen. Und das finde ich, sollte nicht möglich sein. ausnahmen sehe ich bei alten und kranken Tieren - die nimmt (wenn überhaupt) eh nur der Schlachter, aber diese schützt auch die gesetzliche Lage.

                Genauso müssen z.B. keine 2 oder 3 Autos in einer Familie sein, die Sozialleistungen bezieht, aber nicht arbeitet (arbeiten will?). Egal, ob diese Fahrzeuge dann unter der Freigrenze liegen oder nicht. anders sieht es asu, wenn alle arbeiten, dass Geld aber trotzdem nicht reicht.

                Das meinte ich damit, dass Vermögen erstmal verwertet werden sollte. Und wir reden hier von ALGII - und nicht ALGI bei -hoffentlich- vorübergehender Arbeitslosigkeit, die jeden treffen kann.

                Gruß
                Kim


                • warum unterscheidest du zwischen "vermögen, welches für die rente angespart wurde" und "anderem vermögen" (wie pferde, autos usw.)?

                  in meinen augen stellt auch ein pferd ein vermögen dar - und ja, auch ein auto ist ein vermögen, sofern alles abbezahalt ist. es ist mein eigentum!
                  oder gefällt es dir, wenn man dir vorschreibt, dass du dich von deinem eigentum zu trennen hast?

                  ich bin ja bei dir und auch nicht dafür, dass eine von sozialhilfe lebende familie mit 3 autos durch die gegend fährt. das so entstende bild läßt einen sehr großen raum für spekulationen zu.

                  dennoch: sie haben es sich ja irgendwie verdient und so lange sie es unterhalten können.
                  was natürlich nicht geschehen darf, ist, dass die ämter diese autos unterhalten.

                  aber daran siehst du, wie marode das system mittlerweise ist und warum soviele schlupfmöglichkeiten genutzt werden.

                  • Hi,

                    natürlich unterscheide ich beim Vermögen! Das eine ist eine wichtige Vorsorge, um im Alter möglichst vernünftig leben zu können. Das andere ist purer Luxus - und nicht nötig. Egal, ob ich das vorher erarbeitet habe oder nicht. Und wenn ich vom Staat hilfe brauche, um leben zu können (also finanziell gesehen), dann habe ich auch die Pflicht, entsprechend unnötige Kosten zu reduzieren. Und dazu gehört eben der Unterhalt für z.B. Pferde.

                    Vielleicht bin ich da auch etwas eigen, weil ich weiß, Was ein Pferd schon ohne außergewöhnliche Tierarztbehandlungen etc im Monat kostet. Standartmäßig kann man da von 180-300€ ausgehen. Und sowas finanziert sich nicht durch staatliche Leistungen. Mein Rückschluß ist also:
                    entweder es ist ein priv. Geldgeber da - dann wäre es mir egal oder es wird (uU) schwarz nebenbei gearbeitet. Und wenn ich das kann, dann könnte ich ohne Pferd ggfs. auch ohne oder mit weniger stattlichen Leistungen auskommen. sowas kannst du natürlich auf jedes x-beliebige teure Hobby übertragen. Mir geht es dabei halt weniger um den materiellen Wert des Pferdes (die wenigsten werden irgendwelche Turnierkracher für zig tausende Euros haben) als um den monatlichen Unterhalt in Verbindung mit staatlichen Leistungen.

                    Hmm... irgendwie habe ich das Gefühl, nicht wirklich formulieren zu können, was ich meine.


                    • :-)
                      "Hmm... irgendwie habe ich das Gefühl, nicht wirklich formulieren zu können, was ich meine."

                      doch, doch. ich verstehe schon sehr gut, was du meinst.

                      deine pauschale erstaussage war, das "er sich ein 3. pferd angeschafft hat..."

                      jetzt ziehst du schon rückschlüsse (priv. geldgeber, schwarzarbeit)


                      du siehst, du kennst die näheren hintergründe gar nicht so richtig - urteilst aber dennoch. und genau das ist das gefährliche.

                      es ist ja richtig und wie gesagt, ich bin ja bei dir:
                      drückberger, schwarzarbeiter und systemschmarotzer müssen angezählt werden. es kann nicht sein, dass die allgemeinheit dafür zur kasse gebeten wird.
                      auch luxus ist eine frage der definition. es muß eine gewisse verhältnismäßigkeit zu den bedürfnissen gegeben sein.

                      aber genau da sind wir wieder bei dem ursprungsthema.
                      anstatt diesen vergehen nachzukommen, beschäftigt sich die politik viel lieber mit anderen themen.

                      alles gut? ;-)

                      • (10) 06.07.11 - 16:18

                        Hi,

                        mein besagtes Beispiel "schafft sich 3. Pferd an" ist keine Vermutung sondern eine Tatsache. Und diese Person kenne ich scghon länger und weiß, wie diese Person schon vorher gekämpft hat bei 2 Pferden, um sie halten zu können. Jetzt hat sie aber durch Unterhalt und erg. ALGII mehr Geld zur Verfügung als vorher - und schafft sich das 3. Pferd an "Zitat: vorher gings es ja auch mit 2 Pferden und weniger Geld". Auch kenne ich die Hintergründe dort recht gut. Es ist auch nicht so, dass diese Person nicht arbeiten würde. Im Gegenteil! Seit knapp 2 Jahren wird versucht eine Selbständigkeit aufzubauen, was aber nicht so recht gelingt (auch jetzt noch kein regelmäßiges Einkommen!). Und es sind Kinder da und weitere Haustiere - muss man sich dann zu diesem Zeitpunkt ein 3. Pferd anschaffen? Vor allem, wenn es NUR wg staatlichen Geldern überhaupt machbar ist?

                        Klar, Luxus ist eine Sache der Definition. Meine Freundin verdient brutto etwa das 4-5fache von mir - für die sind Dinge, die ich als Luxus bezeichne normal. ABER: sie kann sich das leisten. Und wenn ich staatliche Leistungen beziehe, muss ich meine Ansprüche für die Dauer des Bezuges runterschrauben. So meine Meinung.

                        Das hier natürlich auch die Politik versagt, weil solche Sachen einfach möglich sind, es oftmals zu wenig Saktionen gibt (für arbeitsscheue Menschen ;-)), etc. das ist absolut richtig. Auf der anderen Seite werden Menschen mit Sanktionen belegt, bei denen ich es als unnötige Härte werten würde.

                        Und so, wie ich lese, sind wir ja grundsätzlich auch einer Meinung ;-)

        Hi,

        naja, ergänzendes oder volles ALGII ist für mich nochmal was anderes als Grundsicherung(srente).

        Wer ALGII bezieht und voll erwerbsfähig ist, kann immer noch versuchen Arbeit zu finden und so einen höheren Lebensstandart erreichen. Ansosten deckt dies die Grundbedüfnisse ab. Mehr nicht.

        Grundsicherung erhalten idR voll Erwerbsunfähige und Rentner, die eine Rente unter ALGII-Niveau haben. Das sollte man schon getrennt sehen.
        Mein Vater (63) bekommt Grundsicherung, weil er zu 100% arbeitsunfähig ist. Auch würde meiner Schwiegeroma Grundsicherung zustehehen, wenn sie nicht bei meiner Schwiegermutter im Haus wohnen würde. Sie gehört halt noch der Generation an, bei der die Frau sich um Haus, kinder & Hof gekümmert hat und der Mann arbeiten ging. Und niemand verlangt doch ernsthaft von einer 90jährigen, dass sie arbeiten soll, wenn sie "Luxus" haben will, oder? Auch die Grundsicherung deckt nur den Grundbedarf. Mehr nicht.

        Natürlich kenne ich leider auch einige, die ALGII beziehen - und damit zufrieden sind. Die werden auch nie arbeiten gehen, weil es ja reicht. Und das sollte mehr kontrolliert werden.

        Und wenn die UN die deutsche Sozialpolitik kritisiert - was ist mit den Ländern, wo es weder ALG noch Sozialhilfe gibt? Werden die auch kritisiert? Im welchem anderen Land bekommt man "Sozialhilfe", nur weil man einwandert / einwandern will oder als Wirtschaftsflüchtling aus armen Ländern kommt (Kriegflüchtlinge ausgenommen!)?

        Gruß
        Kim

        • Nein, mit anderen Ländern beschäftigen sich die UN nicht.

          Sie wollen nur ein bisschen auf Deutschland rumhacken. :-)

          "Und wenn die UN die deutsche Sozialpolitik kritisiert - was ist mit den Ländern, wo es weder ALG noch Sozialhilfe gibt? Werden die auch kritisiert? Im welchem anderen Land bekommt man "Sozialhilfe", nur weil man einwandert / einwandern will oder als Wirtschaftsflüchtling aus armen Ländern kommt (Kriegflüchtlinge ausgenommen!)?"

          EBEND! Darüber sollte mal mehr nachgedacht und verhandelt werden als das zu kritisieren was schon reicht das niemand verhungert und auf der Straße leben muss!

          Ich sehe es ähnlich wie du, die, die arbeiten können sollten auch nur das Mindeste bekommen!

          Kenne auch so einige die sich ein wirklich schönes Leben machen mit Hartz4 wärend andere sich den Arsch aufreißen, der Erzeuger meiner Tochter ist genau so ein Fall, zu faul zum Arbeiten, ein fettes Partyleben mit schickem Auto aber dann noch meckern wenn das Amt mal was von ihm will und sich da lieber schnell einen Krankenschein holen #aerger
          Logisch das er nicht einen Cent für sein Kind übrig hat, damit gibt er nur überall an, mehr nicht, sieht sie vieleicht 1 x im Jahr. Er ist genau der Typ Hartz4 Empfänger dem ich eiskalt die gesammte Kohle streichen würde, der schmarotzt mitlerweile seit 7 Jahren und nach Änderung sieht es auch nicht aus, arbeiten wäre ja so anstrengend und Zeitraubend!

          LG

          • Also weil z.B. in Rumänien noch schlechtere Sozialpolitik gemacht wird (keine Ahnung, wie es da diesbezüglich aussieht ...) soll man die Misstände in Deutschland gefälligst nicht so aufbauschen?

            Naja.

            Und wenn dein Ex sich so ein tolles Leben führt, dann scheint er ja noch schwarz zu arbeiten. Dagegen sollte man vorgehen. Oder aber er feiert 2 Tage so richtig und den Rest des Monats ist Brot und Wasser angesagt.


            Aber deshalb darauf zu schließen, dass ALG2 einem ein schönes Leben ermöglicht, halte ich für daneben.

            Grüße!

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