Angst vor dem Tod und Sterben!!

    • (1) 17.07.11 - 09:07

      Hallo ihr Lieben,

      ich bin eigentlich ein recht lustiger, verrückter Mensch, der das Leben auch ausreichend geniesst. Aber im Moment muss ich ständig an das Thema Tod bzw. Sterben bzw. die entstandene Lücke, die verstorbene Menschen hinterlassen, denken.
      Ich arbeite in einem medizinischen Beruf, wo mir auch einiges anvertraut wird, was den Patienten so passiert ist ( selber hab ich mit solchen Fällen nicht zu tun). Von Selbstmord, Fehlgeburten über Tod des Mannes mit 45, Unfällen des Sohnes/der Tochter mit 20,... Also wirklich schlimme Sachen. Zum einen tun mir die Patienten sehr leid, zum anderen fehlen mir manchmal einfach die Worte, wie ich da denn helfen kann und das Schlimme ist, ich bilde auch einen gewissen Bezug zu meiner Familie.

      Ich liebe meine Familie, aber derzeit beschäftigt mich häufiger der Gedanke, was ist, wenn die Oma, die Schwester, die Mutti,... nicht mehr da sind. In meinem Verwandtenkreis sind eigentlich nur entfernte Verwandte gestorben, zu denen ich kaum Verhältnis hatte oder schon vor meiner Geburt. Dann hat sich meine Coisine als ich 4-5 war selber umgebracht und auch das ist ab und an Thema bei uns. Alle anderen vermissen sie, aber ich hab kaum eine Erinnerung daran. Na ja, meine Oma ist 85 und ich hab jedesmal wenn ich sie sehe Angst, ob es ein weiteres Treffen gibt. Ich weiss nicht, ob ich nur so beknackt bin, aber ich bekomme diese Gedanken nicht raus. Meine Oma ist so ein lieber Mensch, so hilfsbereit, aber auch so modern. Heute morgen hat sie mir erst eine E-mail mit Fotos ihrer Balkonpflanzen geschickt. Aber ich bin ja realistisch und weiss, dass sie vermutlich nicht mehr noch 50 Jahre leben wird. Aber wir kommt man damit klar? Dass ist so unvorstellbar, dass ich keinen Geburtstag mehr mit Oma feiern könnte, Weihnachten, die Besuchsflüge, keine lustigen E-mails mehr,... Ich hab das Gefühl manche meiner Freundinnen haben nur sehr kurz getrauert und wurden im nomalen Leben nicht wirklich erschüttert. Es ging halt einfach weiter. Aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass diese Lücke jemals geschlossen werden kann. Und wie soll das bei den eigenen Eltern/Geschwister/Freund/Mann erst sein. Vielleicht habt ihr ja irgendeinen Tipp, wie man ruhiger wird und nicht ständig daran denken muss. Ich würde gerne diese Zeit momentan festhalten. Alle meine Lieben um mich herum behalten...

      • Das ist ein schweres Thema.

        Ich denke, ich kann den bevorstehenden Tod meiner Eltern verarbeiten. Wenn sie alt sind, ist es ihr letzter Weg, zu gehen. Sie werden fehlen, wir werden traurig sein, an sie denken und das wird in Ordnung sein so.

        Mir macht vielmehr anderes zu schaffen.

        Wenn mein Partner stirbt.

        Wenn meinen Kindern etwas zustösst.

        Dass ICH sterben werde.

        Unglaublich, unfassbar, unbedingt zu verdrängen.

        Aber letztlich ist es so, dass das unser aller Weg ist. Wir leben um zu sterben. Wichtig ist, was wir aus dem Leben vor dem Sterben machen. Und wenn das gelebt wurde, das Leben, dann ist es okay, zu sterben.
        Denke ich mal.
        Also, meine Angst liegt darin, dass jemand zu früh gehen muss, wenn er noch nicht sagen kann: "Ja, das war gut, jetzt kann ich gehen."
        Die alten Menschen, denen ich begegne, und ich begegne berufsbedingt vielen, die sagen vorwiegend: "Es ist in Ordnung. Ich hatte ein Leben. Das habe ich gelebt, ich erzähle dir von früher und blicke meinem Ende hier gelassen entgegen."
        So ist es gut.

        Anders ist es undenkbar.

        Das ist aber eigentlich ein Thema für Politik und Philosophie, oder? Verschieben? :-)

        • Du würdest es schlimm finden, wenn dein Partner stirbt als wenn deine Eltern sterben? Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir sowas nicht vorstellen. Meinen Opa und meine Oma habe ich länger gekannt. Sie haben mehr für mich getan. Mit ihnen habe ich längere Zeit meines Lebens verbracht. Klingt vielleicht kaltherzig. Aber man kann im Leben einen neuen Partner finden. Eine Mutter, einen Vater oder Großeltern. Die kann niemand auf der Welt ersetzen. Was Schlimmeres gibt es nicht.

          • Vielleicht liegt es daran, dass ich zu meinem Partner eine engere Bindung habe als zu meinen Großeltern?
            Nein, ich denke eher, es liegt daran, dass es meine Eltern und Großeltern sind. Es ist einfach so, dass Eltern und Großeltern vor einem sterben. In der Regel. Wenn sie alt sind. Ich habe das Gefühl, dass ich sie dann "gehen lassen kann". Weil das der Lauf der Dinge ist.
            Würden dahingegen meine Kinder oder mein Partner sterben, dann wäre das zu früh. Falsch wäre das.
            Alte Menschen sterben irgendwann einfach. Das ist eine Wahrheit, die es mir erleichtert, Abschied von eben diesen Alten zu nehmen.
            Ich hoffe, das war jetzt besser erklärt? #schwitz

            • Vielleicht liegt es daran, dass ich bei meinen Großeltern gelebt habe. 27 bzw. 28 Jahre lang. Jeden einzelnen Tag. Meinen Mann hingegen kenne ich erst 3,5 Jahre. Ich kann es immer noch nicht begreifen, dass sie tot sind. Beide. Ich empfinde das als ungerecht. Auch wenn sie alt waren. Dass alle Menschen sterben müssen, ist klar. Aber WIE. Das ist doch das Schlimme. Wenn man einfach von einer Sekunde tot ist oder tot im Bett liegt. Das ist nicht so schlimm finde ich. Zwar ein Schock für die Angehörigen. Aber verkraftbar. Aber wenn ein Mensch elendig sterben muss. Über Monate.Entstellt, an Maschinen gehängt etc. Das ist schlimm. Warum manche Menschen so sterben müssen und andere einfach so einschlafen. Das macht mich fertig und das begreife ich nicht. In meinem Umfeld haben die bösesten Menschen, die nie was für andere übrig hatten, deren Leben nur aus Habgier und Geiz bestand ruckizucki einfach abgedankt, während so gutherzige Menschen, die niemandem was getan haben, ewig dahin gesiecht haben. DAVOR habe ich Angst. Sowas wünscht man niemandem.

      Hallo.Mein Papa starb am 12.07.2010.So eine Lücke kann man nie mehr schliessen,aber man lernt damit umzugehen.Was mir sehr hilft,er hätte kein Leben mehr gehabt und es war besser für ihn das er eingeschlafen ist.Man hat immer Höhen und Tiefen.Klar hat man Angst das jemand stirbt,so geht es mir ,ich stell mir oft die Frage was ist wenn meine Mama stirbt.2010 war wirklich nicht unser Jahr erst mein Papa und dann starb am 28.oktober 2010 auch noch meine Oma.Weihnachten is seitdem für mich nichts mehr,und ich habe mich immer so gefreut darauf.Aber leider ist man nicht unsterblich.Der Tod von meinen Papa hat mir gezeigt wie schnell das Leben vorbei sein kann.Mach dir darüber bitte keine Gedanken und Lebe dein Leben und geniesse es mit der Familie solange man es noch kann.Ich hab mir immer Gedanken drüber gemacht wenn mein Papa nicht mehr ist,das ich manchmal echt geheult habe weil mir die vorstellung so weh getan hat das er nicht mehr hier ist.Aber als er gestorben ist hab ich keine Träne vergossen.Ich war richtig unter Schock,jetzt erst kann mich meine Trauer raus lassen aber auch nur wenn mich keiner sieht.Meine Familie braucht mich weiter.Ich denke immer daran unsere Lieben sind nicht Tod sie sind nur vorraus gegangen,und wenn unsere Zeit gekommen ist das wir uns alle wieder sehen.

      Lg Svenja12

      Mein Opa und meine Oma sind innerhalb eines Jahres beide unter erbärmlichsten Umständen gestorben. Krass gesagt: Einen Hund hätte man eingeschläfert. Aber einen Mensch lässt man in unseren Krankenhäusern erst mit aller Gewalt an Maschinen hängen und dann elendig krepieren. Mich hat das unwahrscheinlich wütend gemacht. Ich hätte ganz gut damit leben können, wenn meine Oma und mein Opa mit 85 einfach so gestorben wären. Das ist der Lauf der Dinge. Da sie so krank waren, habe ich mir jeden Tag gewünscht, dass sie endlich sterben dürfen. Vor dem Tod habe ich nun keine Angst mehr. Das haben andere schließlich auch schon "geschafft". Erstaunlich fand ich, dass man quasi "weg fliegt" wenn man tot ist. Was ist tot sein? Ganz seltsam. Da liegt nur noch eine Hülle. Aber der Mensch, der es einmal war, der ist weg. Das kann man gar nicht beschreiben. Deine Oma kann natürlich 100 werden. Wer weiß das schon. Ändern kannst du es ohnehin nicht. Also besuche sie noch oft!

      (9) 17.07.11 - 11:39

      Dein erste Absatz klingt als wenn Du die Dinge viel zu sehr an Dich ran lässt, das kann gefährlich werden, Du solltest den nötigen Abstand halten!

      Ich arbeite selbst im Gesundheitswesen und kenne so was von mir überhaupt nicht. Gut, statt dessen muß ich mir sagen lassen ich sei total abgestumpft, aber mal ehrlich, was wissen denn die Leute schon? Die können nicht mal ansatzweise erahnen was ich in über 10 Jahren schon alles gesehen habe.

      Innerhalb der Familie hilft mir einfach die Tatsache das ich weiß sie hatten alle ein erfülltes Leben! Meine Familie stirbt so wie sich sich das wünsch und wenn ich dafür sorgen muß, dann mach ich das. Um so unverständlicher für mich der Thread über mir.
      Ich sah mich schon mit meinem Opa auf dem Weg in die Schweiz (Sterbehilfe), aber die Ärzte im KH haben uns entscheiden lassen und wir sagten keine Geräte, daran hielten sie sich auch. Gegen alles Andere wären wir angegangen. Mein Opa wollte es so und so bekam er es.
      Das alles tröstet mich!

      LG

      (10) 17.07.11 - 12:26

      Du solltest als erstes anfangen die Geschichten andere Leute nicht an Dich ran zu lassen. Ansonsten bist Du echt fehl am Platze was die Berufswahl angeht. Das kann echt gefährlich werden!

      Warum machst Du Dir Gedanken ums Sterben, bzw. um die Zeit, wo Deine Lieben nicht mehr um Dich sind? Lebe jeden Tag neu mit Ihnen! Und bekomm das endlich aus Deinem Kopf raus, dass jeden Tag was passieren könnte. Meist passiert dann erst recht was.

      (11) 17.07.11 - 12:49

      hallo,

      das leben passiert. ob du nun angst davor hast oder nicht. es passieren dinge, auf die du meistens keinen einfluss hast. verinnerliche das. denn auch wenn es probleme bereitet das zu akzeptieren hilft es doch. denn dinge auf die du keinen einfluss hast, wieso solltest du angst vor ihnen haben?
      ich habe in sehr jungen jahren meinen geliebten vater verloren. dann zwei sehr gute freunde mit anfang 20, mein opa starb wenige monate nach der geburt meines sohnes und auch in der familie meines mannes haben wir schon geliebte menschen verloren.
      ja, all diese verluste hinterlassen narben. die einen mehr, die anderen weniger. und all diese menschen hinterlassen lücken. wäre doch auch schlimm, wenn dies nicht so wäre, oder? niemand wird sie ersetzen können. dafür hast du aber andere menschen in deinem leben, andere kommen hinzu.
      sieh auf das positive bei deiner oma: die geht scheinbar gesund ins alter und offensichtlich hatte sie ein erfülltes leben. dafür kannst auch du dankbar sein.

      mit den eltern ist es so, dass wir uns eine welt in der sie nicht sind, nicht vorstellen können. das ist einfach so. aber auch für dich wird irgendwann der tag kommen und du wirst sehen, dass es geht. die welt ist dann einfach ein bisschen anders für dich. nicht schlechter, einfach anders. du würdest dich wundern wie anpassungsfähig wir menschen sind.
      und trauern ist wichtig. aber niemand kann ewig trauern. denn dann geht man zu grunde. das tägliche leben ist ein fluch und ein segen. es treibt dich voran, wenn du es nicht willst und rettet dich dabei.

      lg

      (12) 17.07.11 - 14:18

      hallo thaiti,



      ich bin selbst krankenschwester und kann dir nur dringend raten, dir nicht das schicksla der patienten anzunehmen

      das tut dir nicht gut und dem patienten hilft es nicht weiter



      was die familie angeht: jeder aht verlustängste

      aber meinst du nicht das das leben viel mehr bietet als die angst vor dem tod


      ich halt mich an meine oma:"der tod ist nur wichtig für die verwanten ,aber ich werde wieder bei meinem mann sein"


      es ist nicht der tod der angst macht,sondern das sterben

      und daran kann man arbeiten


      thaiti, ich hab mir selbst seelischen beistand geholt als es mir chelcht ging
      das ist ncihts schlimmes
      du kannst z.bsp im rahmen einer supervision von deinen ängsten berichten
      niamnd wird dir da den kopf abreissen manchmal hilft eine neutrale person dinge wieder im kopf zurechtzurücken


      dir alles liebe

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